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Das Praxisseminar “Postwachstumsökonomie” beginnt

Niko Paech auf einer Veranstaltung zur Postwachstumsökonomie Foto: Marcus Sümnick Lizenz: CC BY 3.0

Die Träume vieler Anhänger der Postwachstumsökonomie könnten sich in den kommenden Wochen und Monaten erfüllen. 

Here we are now, entertain us – es riecht nach Postwachstumsökonomie. Ob in Frankreich, China, USA Indien oder den gepflegten Altbauwohnungen des Prenzlauer Bergs und Hamburg-Altonas: Vorbei die Zeiten des Booms, sinkender Arbeitslosenzahlen, steigender Einkommen und Steuereinnahmen. Noch stehen wir alle unter Corona-Schock, leben wir in Zuständen, die wir noch im Februar nicht für möglich gehalten hätten. Unsere Aufmerksamkeit gilt den Berichten über den Verlauf der Seuche, den Prognosen ihrer Fortdauer. Wir verfolgen die Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten, hören Podcasts von Virologen und schauen uns die Übertragung der Pressekonferenzen der Robert Koch-Institutes an. Wir wissen jetzt, warum alles über die  Basisreproduktions­zahl R0, interpretieren Statistiken und kramen das Mathewissen aus der Schule wieder aus. Alles ist neu, gefährlich, ja potentiell tödlich. Wie lernen auf die harte Tour, dass es mehr Spaß macht, über Geschichte zu lesen als Geschichte zu erleben. Mit einem Fußtritt brach die Wirklichkeit die Tür zu unserem wohligen Leben auf und der eindringende Wind ist eisig.

Wir leben in einer Tragödie, nur ein Impfstoff kann uns aus der Misere befreien, jedes Handeln wird die Lage verschlimmern: Halten wir am Lockdown fest, wird die Wirtschaft zerstört und es sterben weniger Menschen an der Seuche, dafür mehr an den psychischen Folgen der Isolation und verschleppten Arztbesuchen. Lockern wir ihn und es kommt zu einer zweiten Welle, werden mehr Menschen an der Seuche sterben und durch einen erneuten Lockdown die Wirtschaft ebenfalls zerstört. Eine Katastrophe heißt Katastrophe, weil sie katastrophale Folgen hat. Wir stecken mittendrin.

Und während der Schrecken der Seuche uns noch fest in seiner Hand hat, haben wir die Einladung zum Praxissemester Postwachstumsökonomie bekommen. In den kommenden Wochen erhalten wir eine erste Ahnung, wie es sich anfühlt, in einem Land, ja in einer Welt zu leben, deren Wirtschaft nicht mehr wächst sondern schrumpft. In den kommenden Monaten, wird aus dem Fühlen ein Spüren:

„Viele deutsche Unternehmen sehen ihre Existenz bedroht durch die Coronakrise. Das geht hervor aus der April-Umfrage des ifo Instituts. 29,2 Prozent der befragten Firmen sagten, sie könnten drei Monate oder kürzer überleben, wenn die pandemiebedingten Einschränkungen noch für längere Zeit bleiben würden. Sechs Monate oder kürzer könnten 52,7 Prozent durchhalten. „Das sind beunruhigende Zahlen, die auf eine kommende Pleitewelle hindeuten“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Befragungen.“

Es sieht überall düster aus, kein Sektor wird nach Angaben des ifo Instituts verschont:

„Bei den Dienstleistern haben 31,3 Prozent ein Vierteljahr oder weniger bis zum Aus. Und insgesamt müssen 56 Prozent der Dienstleister spätestens nach einem halben Jahr die Pleite anmelden.

Etwas stabiler ist die deutsche Industrie: 24,8 Prozent der Firmen haben Kraft für ein Vierteljahr. Nach einem halben Jahr oder früher müssen 48 Prozent der Industrie-Unternehmen ihr Geschäft aufgeben.

Der Bau zeigt sich derzeit am robustesten: 20,4 Prozent der Unternehmen halten ein Vierteljahr oder weniger durch. Und  45,4 Prozent der Firmen verschwinden nach spätestens einem halben Jahr.“

Zur Erinnerung: Wenn es sehr gut läuft, ist der Impfstoff in einem Jahr da. Wahrscheinlicher ist, dass er erst im Herbst kommenden Jahres kommt. Und im allerbesten Fall, im Fall einer wissenschaftlichen Sensation von historischem Ausmaß, einer gelungenen intellektuellen und technologischen Größtleistung, in diesem Herbst – also in einem halben Jahr, wenn ein großer Teil der Unternehmen dieses Landes wie auch ein großer Teil der Unternehmen der Welt zusammen gebrochen ist –.

Viele Menschen werden dann Zeit haben, ihre Fahrräder selbst zu reparieren, ihr Brot selbst zu backen und den ganzen Tag in den Schriften von Niko Paech, Harald Welzer und Richard-David Precht zu lesen – die sie sich natürlich mit ihren Freunden und Bekannten teilen. Sie können ihre Zeit dem Ausdruckstanz widmen, die Gedichte versuchen zu schreiben, zu denen ihnen ohnehin jedes Talent fehlt und an den Bahngleisen nach Brombeeren suchen. Wer allerdings darauf gesetzt hat, dass er während seiner postmaterialistischen Träume Geld vom Staat bekommt, zum Beispiel um ein kleines Theater zu betreiben oder eine Galerie, in die niemand reingeht, wer von Vorträgen über die “Situation lettischer Betroffenheitswissenschaftler in den postkolonialen Krisen Burundis und deren Auswirkungen auf das intellektuelle Leben in Butzbach” lebt, wird wohlmöglich schnell zu spüren bekommen, dass er genau dieses Geld nicht mehr hat, weil wohlmöglich VW keine SUVs, Siemens keine Automatisierungssysteme und Evonik keine Spezialchemie exportiert, niemand Entwickler dafür bezahlt, eine neue Pizza-App zu programmieren und auch Hochtief keine Flughäfen und Kraftwerke mehr baut, gegen die man immer so schön protestieren konnte. Weder diese Unternehmen noch ihre dann arbeitslosen Mitarbeiter werden die Steuern zahlen, von denen viele Lustbarkeiten der vergangenen Jahre finanziert wurden.

„Auch innerhalb der neuen Mittelschicht gibt es eine Spaltung: da sind die in der Wissensökonomie Beschäftigten, deren Gehälter einfach weiterlaufen und bei denen sich die Arbeit lediglich an den heimischen Schreibtisch verlagert hat. Auf der anderen Seite stehen viele Kulturschaffende, der ganze Kunst-, Musik- und Theaterbetrieb, die Soloselbstständigen – ein Segment, das von immer neuer Nachfrage lebt oder auf öffentliche Kontexte angewiesen ist; es ist in eine bedrohliche Situation geraten“ sagt Andreas Reckwitz im Interview mit dem Tagesspiegel und dies sind nun genau die Leute, die spüren werden, was die von vielen von ihnen so herbeigesehnte Postwachstumsökonomie bedeutet, denn sie haben weder ein Vermögen noch haben sie eine Stelle im Öffentlichen-Dienst die bei jedem Grad von Dummheit dafür sorgt, dass am Monatsanfang ein ansehnlicher Betrag auf dem Konto landet, der einem die konsequenzenlosen Träume erlaubt.

Um sie alle ist es nicht schade. Schlimm ist, dass es auch viele treffen wird, die nie so dumm und borniert waren Paech und all den anderen gutsituierten Wanderpredigern der Schönheit des Elends zu folgen. Die ohnehin oft prekär lebende Serviceclass, viele Beschäftigte in der Industrie und auf dem Bau, richtige Wissenschaftler, die nach neuen Erkenntnissen suchen und nicht nur Wikipedia-Beiträge kopieren, all jene, vor allem im globalen Süden, die von einem besseren Leben für sich und ihre Kinder träumen – sie alle waren klüger. Aber so ist das mit Krisen: sie erwischen leider nicht nur jene, die es verdient hätten, dass ihr Leben in einen Abgrund gerissen wird, weil sie das Elend lustvoll  romantisierten.

Wenn das bevorstehende Praxisseminar Postwachstumsökonomie dann irgendwann vorbei ist, werden alle wissen: Postwachstumsökonomie bedeutet für die meisten Menschen Armut. Sie ist das wirtschaftswissenschaftliche Gegenstück zur Anthroposophie – eine Idee von maßloser Dummheit.

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36 Kommentare zu “Das Praxisseminar “Postwachstumsökonomie” beginnt

  • #1
    ke

    Viele der hier angesprochenen Probleme ließen sich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen lösen.
    Die wegfallenden Jobs könnten durch Jobs in der naturnahe Landwirtschaft als Erntehelfe – wie in der aktuellen Spargelernte- oder im Bereich der Gleichstellungs-Beauftragten, Gender-Beauftragten etc. geschaffen werden.

  • #2
    Johannes Güntert

    Und dann gibt es noch diejenigen, die doch tatsächlich glauben, dass ohne Wachstum und ohne Wertschöpfung noch ein Bedingungsloses Grundeinkommen bezahlt werden könnte. Diese postfaktische Klientel gehört wohl auch zu den oben angesprochenen.

    Unfassbar.

  • #3
    Psychologe

    "Diese postfaktische Klientel gehört wohl auch zu den oben angesprochenen.

    Unfassbar."

    So ist es. Wir drucken uns alle gegenseitig Geld und gehen dann damit in Tante Juttas lustigem Bio-Laden einkaufen.

  • #4
    Helmut Junge

    Stefan Laurin, ich könnte jeden einzelnen Satz unterschreiben, und der Artikel ist flüssig geschrieben, aber ge.lesen habe ich ihn trotzdem nicht gerne. Zu traurig. Doch wenn es keinen Impfstoff gibt, wird alles wahr. Und wie schnell das geht. Manchmal ändert sich in wenigen Monaten mehr als sonst in 20 Jahren.

  • #5
    Lutz

    In der existierenden Ökonomie wird so viel völlig überflüssiger Mist produziert, den wirklich kein Mensch braucht – 25 % ist wohl nicht zu hoch geschätzt. Hunderte Dinge fallen einem auf Anhieb ein. Es wird so viel von diesem Mist weggeschmissen. Es wird unreparierbar gemscht. Es wird für den überflüssigen Müll, der produziert wird, außerdem noch tonnenwesie Verpackung produziert, die unsere Umwelt zusätzlich ruiniert. Alles mit dem Ziel, aus mehr Geld für Wenige immer mehr Geld zu machen. Menschen sind sehr erfinderisch und anpassungsfähig. Hoffentlich reicht es bis hin zu grundlegenden Einstellungsänderungen mit Handlungskonsequenzen. Was war, muss und darf "nach Corona" (whenever that may be :-)) jedenfalls nicht so weitergehen. Hoffentlich reicht es für die Einsicht, dass Menschen mehr Zeit für sinnvolle Dinge haben könnten, anstatt erzielte Produktivitätsgewinne immer wieder für die Produktion überflüssiger Dinge aufwenden zu müssen.

  • #6
    firefox

    Wunderbare Jugendliche bereiten schon mal das Ende des fossilen Zeitalters vor.
    Ihr größter Erfolg ist, das Design ihrer Protestplakte, das auch von Wissenschaftler und Mediziner
    auf Twitter und Instagram gestellt wird.
    Mein Hit die Plakate auf der Reichtagswiese letzten Freitag.

  • #7
    Lutz

    @Helmut Junge
    Solange es keinen Impfstoff gibt, wird das Leben sehr wohl weiter gehen. Allerdings wird der gesellschaftlich notwendige Aufwand (letztlich ein Zeitaufwand) zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen steigen. Die gesamtgesellschaftliche Produktivität wir wahrscheinlich zurückgehen. Das Tempo des Lebens, der Arbeit, der Freizeit, reduziert sich überall. Viel Arbeitskraft wird der Produktion von Masken, Schutzanzügen, Zutrittsvorrichtungen, digitalen Kultur- und Lernformen, Überwachungseinrichtungen, Desinfektionsmitteln, Medikamenten, Impfstoffen, sozialen Dienstleistungen und staatlichen Kontrolleinrichtungen, Polizei, Militär, Grenzschutz, Feuerwehr, zu widmen sein. Es wird neue Profitindustrien geben – Du kriegst inzwischen wirklich an jeder Ecke Mund-Nasen-Schutz. Wahrscheinlich wird den Kleinproduzenten mit drei Nähmaschinen aber früher oder später der Marktzutritt versperrt.

  • #8
    Pit

    Geil, die Ausnahmesituation einer Pandemie dazu zu verwenden, eine wirtschaftliche Utopie zu diskreditieren.
    Dabei ist doch unser wachtumsgetriebenes Wirtschaftssystem nichtmal ganz unschuldig an der Situation:
    -der Lebensraum wilder Tiere wird immer kleiner
    -die Mobilität (Flugreisen/Kreuzfahrten) nimmt immer weiter zu
    -Medikamentenherstellung etc. wird outgesourced, weil es woanders ein paar Cent billiger ist, jetzt gibt es Lieferprobleme

    Aber eine ordentliche Verschrottungsprämie wird unser Wachstum=Mehrverbrauch schon wieder ankurbeln und unsere Innenstädte mit weiteren Dieselstinker-SUVs veredeln.

  • #9
    Helmut Junge

    @Lutz, es wird viel gekauft, aber Sie sagen, daß es Mist ist. Wenn wir nur solche Sachen kaufen dürften, oder kaufen könnten, die Sie nicht als Mist bezeichnen, hätten wir keine freie Wirtschaft, sondern eine Wirtschaft nach Ihrem Gutdünken. also so etwas ähnliches, was schon einmal nicht konkurrenzfähig war. Wenn wir beide gemeinsam entscheiden dürften, was Mist ist, und was nützlich ist, wäre es noch schlimmer. Da hätten viele Leute keinen Bock mehr zu arbeiten, weil die allermeisten Menschen nur deswegen morgens um 5 Uhr aufstehen, und im Winter durch Schneematsch und Regen zur Arbeit gehen, weil sie genau diesen Mist begehren.
    Aber ich stimme Ihnen zu, daß viel Mist gekauft wird, der nach kurzer Zeit wieder im Müll landet. Nur sehe ich im Umgang mit unserem Müll das große Problem. Dieser Umgang stimmt nicht. Gar nicht erst zu produzieren führt in die Steinzeit der kunkurrenzunfähigen Planwirtschaft. Die will ich nicht.

  • #10
    Susanne Scheidle

    Ja, es stehen uns schwere Zeiten bevor, kein Zweifel. Es wurde in der Vergangenheit sehr viel dummes Zeug geredet über "Konsumterror" und "Materialismus" und was noch und selbst jetzt noch scheinen einige Intellektuellen-Imitate (schönen Gruß auch an Herrn Castorf) noch nicht so ganz verstanden zu haben, was eigentlich da draußen in der Realität so vor sich geht, warum all diese kleinen Wimmelwesen unterhalb ihres Elfenbeinturms so konfus durcheinanderrennen, und was das überhaupt für Krapels sind, womöglich Ameisen, kannste drauftrampeln, kommt nicht so drauf an…
    Politiker-Imitate, die allen Ernstes trügerische Hoffnungen in die Welt setzen, dass auch in diese Jahr ein Urlaub am Mittelmeer durchaus denkbar wäre (schönen Gruß an Herrn Lindner) sind aber auch nicht gerade hilfreich.

    Trotzdem sehe ich die Zukunft nicht ganz so düster. Ich sehe eine bemerkenswerte Resilienz in diesen Tagen, Erfindungsreichtum – und auch sehr viel Vernunft.
    Nicht bei allen, das wäre aber auch zu viel verlangt.
    Trotzdem denke ich, das sind Eigenschaften, die auch wieder aus der Krise heraus führen können.

    Du hast in vielem recht, Stefan, aber es kommt mir gerade so vor, als ob Du in einer Art Negativschablone ein Untergangs-Szenario entwirfst, dass dem der "Intellektuellen-Darsteller" ziemlich ähnlich sieht, nur eben andersherum.
    Und genau wie diese schießt Du in diesen Tagen gelegentlich mit etwas zu großer Munition und vor allem ein wenig breit gestreut.
    Ganz nebenbei: Zu den Künstlern, denen gerade das Leben zerbröselt und die Du ganz nonchalant für verzichtbar erklärst, gehöre ich auch.

  • #11
    Günter

    Und wer entscheidet, was völlig überflüssiger Mist ist? Sie? Frau Merkel? Herr Habeck? Oder ein runder Tisch "Vollig überflüssiger Mist"?

  • #12
    Pierre L.

    @ Günter

    "überflüssig" ist beispielsweise eine "Abwrackprämie" für (Quasi-) Neuwagen …

    wie sie gerade die Automobilindustrie fordert. Wegen Krise, Corona, und so.

    Da könnte man sich natürlich auch mal fragen, ob wir immer das "Neueste Modell" von "Was-auch-immer" brauchen – aber das wäre für Stefan Laurin "Anthroposophie":

    apropos was macht das Wort "Anthroposophie" in diesem Artikel?

    irgendwie "überflüssig" …

  • #13
    Lehmbruck

    Haben Sie nicht vor ein paar Tagen kritisiert, dass Armin Laschet genau so denkt und entsprechend handelt? Sie haben ihn doch zur Umkehr aufgefordert, oder?

  • #14
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Lehmbruck: Da ging es um Corona-Maßnahmen – und im Text steht ja auch drin: Egal was wir tun, es gibt eine tiefe Wirtschaftskrise

  • #15
    Lutz

    @Junge

    "Gar nicht erst zu produzieren führt in die Steinzeit der kunkurrenzunfähigen Planwirtschaft."

    Ich sehe, die Reflexe funktionieren noch. Wunderbar! Wer hat hier für die Einführung der Planwirtschaft plädiert? Solange das Wirtschaftssystem vom Privateigentum an Produktionsmitteln bestimmt ist, sind Regeln und Steuern – also eine Rahmensetzung! – das legitime und durchaus wirksame Mittel der Wahl, um die Produktion gesellschaftlich und ökologisch verträglich(er) zu gestalten. Nur, wenn sich niemand traut, tanzt die Wirtschaft der Politik bzw. den demokratisch gewählten Repräsentanten auf der Nase herum und zwingt die große Mehrheit der Menschen weiterhin, (trotz enormer Produktivitätsforttschritte) immer mehr Zeit für die Produktion von immer mehr (profitablem) Mist aufzuwenden. Natürlich gehören auch gesellschaftliche Mehrheiten dazu. Ob es die bei der permanenten Verdummung und den Defiziten im Bildungssystem jemals geben wird, mag man vielleicht bezweifeln. Allerdings steht die gesellschaftliche Mhrheit ja interessanterweise auch momentan hinter "neuen Regeln".

  • #16
    Lutz

    @Günter
    Überflüssiger Mist sind zum Beispiel Produkte, die keinen Gebrauchswert haben, deren Nutzung aber der Gesundheit Dritter schadet. Laubbläser und Laubsauger sowie Auspuff-Lärmverstärker. Ließe sich durchaus auch ohne Planwirtschaft regeln. Man muss es nur wollen. Okay, sicherlich gibt es auch einige Menschen, die gern so Sachen wie in Plastik verpackte Bananen kaufen würden. Oder Leute, die wenig darüber nachdenken und es schulterzuckend akzeptieren, dass ein neues Produkt meistens billiger kommt als eine Reparatur….
    "25% überflüssiger Mist" betrifft die Qualität und die Quantität. Die Menschen könnten die Herstellung dieser 25% einfach sein lassen. Sie würden dadurch tatsächlich Zeit gewinnen, und der Lebensstandard würde steigen!

  • #17
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Lutz: Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der Leute wie Sie über sowas bestimmen. Ich halte zum Beispiel ihre Kommentare für überflüssigen Mist. Ich überleg mal, was ich tue 😀

  • #18
    Pierre L.

    @ Stefan Laurin

    wieso hältst du die Kommentare von "Lutz", Zitat Stefan Laurin, "für überflüssigen Mist"? Würde mich mal interessieren …

    und dann würde ich auch noch gerne erfahren, wie das Wort "Anthroposophie" in den Artikel geraten ist: Auf der Tastatur ausgerutscht? Oder soll damit vielleicht eine "Postwachstumsgesellschaft" als "Esoterik" diffamiert werden?

  • #19
    Stefan Laurin Beitragsautor

    ∆Pierre L.: "Anthroposophie" war die Idee eine Idioten und Scharlatans. Ich sehe da schon einer Nähe zur Postwachstumsökonomie.

  • #20
    Berthold Grabe

    Zeitenwende ist angesagt, nur fehlen Konzepte mit Hirn, die tragfähig genug wären, um die bisherige Doktrin zu ersetzen.
    Das Fortschrittlichste was wir bis jetzt hatten war die Ökonomie der 70ger Jahre, deren Probleme zum Ende der Dekade allerdings nicht gemeistert werden konnten und zum Rückschritt des Neoliberalismus wurden, der in der Pandemie seine massiven Schwächen offenbart.
    Postwachstumsökonomie ist jedenfalls keine Lösung und bedingungslose Grundeinkommen würden uns 100 Jahre Entwicklung zurückwerfen. Sozialismus ist kein funktionierendes Konzept. Es wird keine bequeme Antworten geben, auch weil das Denken darüber spätestens seit 68 aufgegeben wurde und sich lediglich in Varianten des Alten und Gescheiterten austobt. Mühsam übertüncht mit Begriffen wie Postwachstum oder bedingungsloses Grundeinkommen.
    Das Oberwasser solch töricht reaktionärer Vorstellungen ist fehlenden Antworten und unserer 50 jährigen Trägheit zu verdanken, die sich im puren Materialismus erging, befördert durch weltweite darwinistisch ökonomische Konkurrenz.
    Uns fällt außer immer extremeren Steigerungen oder Unterhöhlungen der Konzepte der Vergangenheit wie Demokratie und freie Wirtschaft oder sozialistische Umverteilung und Bevormundung schlicht nichts Neues ein schon aus Bequemlichkeit.
    Letztlich fehlt uns eine Antwort darauf, wie wir ohne übertreiben unsinniges (Mengen-) Wachstum Wohlstand für alle erhalten können.
    Was Konzepte der Postwachstumsökonomie und bedingungslose Grundeinkommen einfach ignorieren.

  • #21
    Berthold Grabe

    An den Bemerkungen von Lutz ist zwar was dran, sie führen aber nirgendwohin, sie schaffen keine Lösung, weil es eine Illusion ist zu glauben man könne einfach den Mist abschaffen das ginge nur in einer Diktatur.
    Menschliche Gesellschaften lassen sich nicht perfekt gestalten, das ist schon grundlegend in der Natur der Evolution ausgeschlossen, es sei denn die Evolution hätte ihr Ziel erreicht, was getrost noch eine paar Milliönchen Jahre dauern kann und uns nicht zwingend einschließt.
    Unsere Gesellschaft ist ein Sammelsurium von Zielkonflikten die sich mit dem Luxus totalen Individualismus auch noch potenzieren, und somit nur die Komplexität der Anforderung offenlegen.
    Den Mist einfach abzuschaffen bedeutet nur Probleme an anderer Stelle, die nach heutigem Verständnis und Wissen größer sind als die Probleme, die wir bereits haben.
    Als Menschen sind wir einfach immer noch zu primitiv um mit so vielen Variablen jonglieren zu können. Deshalb ja die vielen Kriege und Katastrophen in unserer Geschichte.
    Keine Lösung ist von Dauer, wie lalle unsere Lösungen keine umfassende Problemlösung bieten können.
    Wenn wir gut sind, sind neue Lösungen besser und erst mal mit weniger Kollateralschäden verbunden, bis das Spiel von vorne beginnt.
    Wir sind im Moment allerdings nicht wirklich gut, wir denken grundsätzlich in vorhandenen Konzepten und unsere Ausbildungen und die Vereinheitlichungen Globalisierungen vermindern die Vielfalt, die Neues bringen könnte.
    Wir sind im Grunde in einem Zustande des geistigen Stillstandes und verpulvern unsere Energie in Gewinnoptimierung leibgewonnen Vorstellungen.

  • #22
    Lutz

    @Stefan

    Dass die üblichen Reflexe bei Ihnen besonders gut funktionieren, müssen Sie doch eigentlich nicht immer wieder aufs Neue beweisen – das ist mir schon bekannt 🙂

    Der Mensch ist der Feind dessen, was er nicht versteht, gelle …

  • #23
    Philip

    Sie geben sich ja schon lange viel Mühe Herrn Paech misszuverstehen. Immerhin setzen Sie das konsequent fort…

  • #24
    Angelika

    Laubbläser und Laubsauger sind kein überflüssiger Mist?!

    DOCH! Sind’se! (und Auspuff-Lärmverstärker auch!)

    (gehe zum Spielfeldrand, setze mich freiwillig auf die Bank)

  • #25
    Lutz

    @Berthold Grabe

    "Wir sind im Grunde in einem Zustande des geistigen Stillstandes"

    Da haben Sie sicherlich recht – mitunter entwickelt sich der geistige Stillstand inzwischen sogar zu einer geistigen Rückwärtsrolle, weil es manchem Geist bergauf zu anstrengend geworden ist …

  • #26
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Philip: Ich mache nur klar, was sein Unfug in der Praxis bedeutet. Und klar: Ich hab "Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie”

  • #27
    Helmut Junge

    @Lutz (15), mal was zum Thema Logik. Sie zitieren mich richtig mit dem Satz "Gar nicht erst zu produzieren führt in die Steinzeit der kunkurrenzunfähigen Planwirtschaft."
    Was bedeutet das, wenn "etwas in eine bestimmte Entwicklung führt?
    Sie fragen spitz zurück "Wer hat hier für die Einführung der Planwirtschaft plädiert? "
    Wenn etwas in eine Richtung führt, muß niemand dafür plädiert haben.
    Das haben Sie auch nicht. Aber der Weg, den Sie vorschlagen, führt in diese Richtung.
    Sie haben den Satz überhaupt nicht verstanden.
    Deshalb wundert es mich, daß ausgerechnet Sie sich beklagen, daß "sich der geistige Stillstand inzwischen sogar zu einer geistigen Rückwärtsrolle entwickelt, weil es manchem Geist bergauf zu anstrengend geworden ist …,
    Nebenbei gesagt, würde ich auch nicht in einem Staat leben wollen, in dem der Anführer nicht einmal einen einfachen Satz versteht, aber trotzdem entscheiden möchte, welche Produkte gut, und welche "Mist" sind. Meine Stimme wird Ihnen also nicht zur Mehrheit bei Wahlen verhelfen.
    Selbst wenn ich manches was sie schreiben durchaus berechtigt finde, machen Sie sich bei Wahlen auf meine Stimme keine Hoffnung.

  • #28
    Walter Stach

    Problemlösung(en) und Diskussionen darüber……..

    Bevor ich mich an einer solchen Diskussion beteilige, versuche ich, mich laufend über den Istzustand "der" Wirtschaft in Deutschland, in Europa, weltweit zu informieren, was täglich, ja beinahe stündlich zu neuen Erkenntnissen und z.T. zu sich widersprechenden Folgerungen führt
    Also, bevor meinerseits "die Postwachstumsökonomie" gefragt, hinterfragt, kritisiert , unterstützt oder
    politisch gefordert wird, sind für mich primär Daten/Fakten und deren Analyse zu dem was sich im Moment zum "Istzustand" der Ökonomie in Deutschland, in Europa, weltweit sagen läßt, von vorrangigem, von primärem Interesse. Deshalb war für mich der so eben gelesene Beitrag von Florian Diekmann "Der Horror kommt aus Nürnberg" -sh. SPIEGELonline- höchstinteressant ; erscheint mir gegenüber jedermann als Lektüre empfehlenswert!

  • #29
    Lutz

    @Helmut Junge

    Mir fiel sehr auf, dass Ihnen zu meinem Kommentar sofort "Planwirtschaft" einfiel. Das macht ja nichts, aber es ist Zeichen für die engen Korridore, in denen sich Denken seit längerer Zeit schon bewegt. Anscheinend ist es aber so, dass für Sie die Forderung, "weniger Mist" oder "keinen Mist" zu produzieren, bereits zwingend in die Planwirtschaft (andere sagen "Diktatur" oder "Kommunismus") führen müsse, ohne dass sie das irgendwie begründen. Ich bin dagegen der – vielleicht naiven – Hoffnung, dass das auch auf demokratischem Wege – in Form einer Rahmensetzung – gelingen könnte, rein theoretisch jedenfalls. Die Frage gesellschaftlicher Mehrheiten habe ich angetippt. Falls aber nicht (und davon scheinen Sie ja fest auszugehen), werden Sie wahrscheinlich erleben und schließlich leider recht damit haben, dass dieses Wirtschaftssystem in einer wenig demokratischen Form eine Transformation erfahren wird, die sich die breite Mehrheit der tatsächlich Werte schaffenden und Leistung bringenden systemrelevanten Menschen im Lande wirklich nicht wünschen kann. Mir kann es eigentlich wurscht sein, da ich meinen Lebensunterhalt direkt und indirekt auskömmlich mit überwiegend staatlichen Mitteln bestreite, was übrigens bei vielen Ruhrbaron-Betätigern m. W. nicht anders ist.

  • #30
    Lutz

    @Walter Stach

    Guter Hinweis. Nürnberger Lebkuchen kenne ich ja, aber was lernen wir nun aus Nürnberger Zahlen?

    (Ob der Christkindl-Markt dieses Jahr wohl stattfindet?)

  • #31
    Lutz

    @Berthold Grabe

    Sind Sie zufällig Pfarrer? Ich finde, viele ihrer Beiträge haben so etwas Pfäffisches – überhaupt nicht böse gemeint, nur so ein Eindruck.

  • #32
    Berthold Grabe

    @ Lutz, sie kenne sich mit Pfarrern offensichtlich nicht aus, die würden so was nie schreiben, es widerspräche der Doktrin der Kirchen.
    Die Ähnlichkeit mag daher rühren, dass die Perspektive prinzipiell der eines Pfarrers ähnlicher ist, nämlich den Fokus auf den Menschen und dem Sinn des Daseins und Tuns zu richten, statt in Ihnen einen Selbstzweck zu sehen und von dieser Warte aus die Detailprobleme zu betrachten.
    Schlicht weil viel Probleme aus dem Widerspruch des kurzsichtig Pragmatischen zu dieser perspektive widerspiegeln. anders als Pfarrer, sehe ich darin ein praktisches Problem und keines des Glaubens.
    Solche universellen Ansätze sind aktuell eher unpopulär, wir sind mehr auf den egozentrisch pragmatischen Zweck festgelegt.
    Das das nicht reicht zeigt sich aber an vielen Symptomen, angefangen bei den zunehmenden psychischen Erkrankungen, dem Drang zur Auszeit vom Job bei den Privilegierteren oder den noch Vermögnderen die sich bemühen in möglichst kurzer Zeit soviel zu verdienen (Unternehmen zu verkaufen) das man sich sinnvollerem zuwenden kann oder die vielen Aussteiger, die sich ihren Leidenschaften widmen und in der Nachfrage danach sogar ein Auskommen finden .
    Nicht zuletzt Menschen wie Bill Gates die sich mit ihrem Vermögen für ganz andere Dinge einsetzen, als für ihr ursprüngliches Geschäft.
    Ich denke, das unsere zunehmenden Probleme eben einer zu kurzen Perspektive geschuldet sind uns fehlt der zeitgemäße Überbau, den die Religionen und Parteien aktuell nicht mehr liefern können, weil zu viel veralteter Ballast und Ansätze bei ihnen damit verbunden sind, die dem aktuellen Stand des Wissens nicht mehr entsprechen.
    Neuere Strömungen wie die Grünen wollen nur in die Idylle des Heimatfilms zurück, andere in die Effizienzgesellschaft oder den Sozialismus. Aber alle sind auf der suche nach Alternativen oder fürchten sich davor. und keiner hat den Mut Nues zu denken oder zu suchen, lieber bekämpft man die Fluchtbewegungen der Anderen einseitig.
    Genau das zerstört die Mitte.

  • #33
    Helmut Junge

    @Lutz, ich denke, daß staatliche Eingriffe in die Wirtschaft immer den Charakter einer Planwirtschaft haben. Planwirtschaft ist keineswegs untrennbar mit sozialistischen Eingriffen verknüpft. Und vor allem muß ein Plan nicht durchdacht sein, wie man an Ihrem "alles was Mist ist, sollte nicht mehr produziert werden. Nein, intelligent muß ein Plan nun wirklich nicht sein.
    Was ist denn aus Ihrer Sicht "alles Mist"?
    Wie wollen Sie das definieren und wie wollen Sie das kontrollieren? Denn kontrollieren müssen Sie auf jeden Fall. Es soll ja gar nicht erst produziert werden. Dabei kennen Sie die Produkte der Zukunft doch gar nicht. Erst im Nachhinein, wenn es auf dem Markt ist, irgendjemand aus Ihrer Nachbarschaft das gekauft hat, und Sie denken, daß er das gar nicht braucht. Dann können Sie in Ihrer überlegenen Weisheit dem Nachbarn diesen Quatsch wegnehmen, weil Sie wissen, daß das Mist ist. Der Nachbar wird sich freuen. Alles klar?
    In einer Welt, in der der unser aller Müll nicht recycelt wird, wie es das Gesetz verlangt, und statt dessen seinen Weg über den Export werweißwohin, in die Weltmeere findet, wollen Sie die Produktion kontrollieren? Versuchen Sie doch erst einmal den illegalen Müllexport zu stoppen. Da ist alles bekannt, und die ökologischte Partei sagt nur "sollte nicht". Anzeigen wären angebrachter. Aber dazu müßten sich Leute kümmern. Ideologen steigen aber nie so sehr ins Detail, weil das Arbeit ist. Die würden das an Leute die sie für blöde halten, delegieren und sich selber einen Lenz machen. Später, wenn dann auffällt, daß trotzdem alles gegen cash verschoben wird, kann man am lautesten Entrüstung schreien. So läuft das jetzt schon ab.

  • #34
    Lutz

    Dass die "Zerstörung der Mitte" vor allem mit einer fehlenden Sinngebung zusammenhängt, ist sicherlich nicht falsch. Um auf meinen obigen Kommentar zurück zu kommen bzgl. des überflüssigen Mists, so fehlt eben genau dadurch die Sinngebung: Besonders vielen jüngeren Menschen ist (oder war es zumindest vor Corona) wichtig, ihre Arbeitskraft nicht für Tätigkeiten und Produkte und Leistungen einzusetzen, die Umwelt und Gesundheit schädigen und die in erster Linie aus Profitgründen erdacht und vermarktet werden. Gleichzeitig merken viele Menschen, dass die Versprechen von dem Zeitgewinn und der Arbeitserleichterung durch moderne Technologien meist gar nicht der Realität entsprechen. Im Gegenteil nehmen Zeitdruck, Arbeitsverdichtung und Effizienzanforderungen sowohl in Arbeits- wie Konsumzusammenhängen stetig zu, während die Bezahlung vieler durchaus wichtiger Tätigkeiten oft zu wünschen übrig lässt, eine Familie kaum ernähren kann. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Welt "nach Corona" zur neoliberalen Ideologie kapitalistischen Wachstums um jeden Preis zurückkehren wird. Wir wissen seit mindestens 50 Jahren ziemlich sicher, dass das ein Irrweg ist.

  • #35
    Berthold Grabe

    @Lutz (#34)
    Da kann ich Ihnen nur zustimmen.
    Aber das Beharrungsvermögen dieses Wirtschatftens setzt sich aus 2 Beweggründen zusammen.
    Der aktuellen Alternativlosigkeit für den massenwohlstand und der Gier zu Vieler die nur in materieller Bereicherung Denken können am extremsten paradoxerweise alle linken Parteien.
    @ Jung (#33)
    Es kommt auf die Qualität staatlichen Eingriffs an! Leider ist der selten frei von Teilinteressen.
    Aber staatliche Eingriffe haben die Aufgabe sinnfreien Wettbewerb aus dem Markt fernzuhalten.
    Eigentlich sollte er auch Größenwachstum bremsen und verhindern, weil das Markt zerstört. (Monopole und Oligopole)
    Wettbewerbsvorteile durch reine Masse (minimierte Stückkosten) zerstören den Wettbewerb und Konzentrieren Macht. Beides Entwicklungen die den Sinn des Marktes konterkarieren.

    Der Interessenkonflikt möglichst hohe und stetige Beschäftigung zu erhalten (um Wahlen zu gewinnen) und funktionierenden Wettbewerb zu erhalten ist leider ein allzu leichtes Einfallstor für falsche staatliche Eingriffe und der druck hat sich mit der Globalisierung massiv erhöht.
    Da beisst sich die Katze in den Schwanz, weil wir auf der anderen Seite Globalisierung brauchen, weil unsere eigenen Märkte nicht reichen unsere Produktion aufnehmen zu können.
    Womit unser Wohlstand grundsätzlich davon abhängt fremde Märkte bedienen zu dürfen.
    Solange also die Wertschöpfung, die wir für unseren Wohlstand brauchen von Dritten abhängt und die entwickelten Staaten dafür immer Wertschöpfung monopolisieren müssen, sitzen wir in einem, Schneeballsystem fest.

  • #36
    Lutz

    Nun ja, vielleicht sollte man mal mehr über den Wohlstandsbegriff nachdenken. In dem Zusammenhang auch über eine Wertschöpfung, die sehr viele Kosten externalisiert bzw. sie künftigen Generationen aufbürdet. Bei allem Wohlstand werden außerdem grundlegende materielle Bedürfnisse für sehr viele Menschen nur unzureichend oder gar nicht befriedigt.
    Bei aller Tragik der Corona-Situation bringt diese aber auch Wohlstandsgewinne. Für mich jedenfalls sind bessere Luft und weniger Autoverkehr in den Städten ein Stück mehr Lebensqualität und somit ein Wohlstandsgewinn, der nicht wieder verspielt werden sollte. Wenn künftig mehr im Home Office erledigt werden kann, reduziert sich ein wenig die Notwendigkeit, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Auch ist die Kriminalität wohl zurückgegangen – was häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder betrifft, stehen Zahlen allerdings aus.
    @Grabe: Von welchen "linken Parteien" sprechen Sie eigentlich und inwiefern glauben Sie, dass diese "alle am extremsten in materieller Bereicherung denken". Haben Sie dazu Anhaltspunkte, die diese Ansicht stützen oder handelt es sich vielleicht bloß um ein hier nicht ganz unübliches substanzloses Geblubber??

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