Der „German Angst“ hat Wirtschaftsminister Habeck sein Amt zu verdanken

Robert Habeck bei einem Besuch in den USA | Foto: wikipedia / Secretary Blinken / Gemeinfrei

Robert Habeck ist der Ansicht, dass die Sorgen der Deutschen vor der Rezession und dem wirtschaftlichen Niedergang des Landes typisch für die „German Angst“ sind. Den Tagesthemen sagte der grüne Wirtschaftsminister angesichts der düsteren Prognose des Internationalen Währungsfonds über das künftige Wachstum der deutschen Wirtschaft: „Die Daten sind natürlich nicht gut“, aber sie seien erklärbar und kein Grund für „German Angst“.

German Angst bezeichnet das Talent der Deutschen, sich in ihre Ängste hysterisch hineinzusteigern. Im Ausland schaut man oft verwundert auf das Land, wenn es sich wieder einmal in seiner Furchtsamkeit suhlt.  Ob Habeck mit dieser Einschätzung richtig liegt, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Eigentlich gibt es wenig Anlässe zum Optimismus, aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben und vielleicht ist das Glas ja tatsächlich halb voll und nicht halb leer.

Aber das Habeck nun diese Sorgen als „German Angst“ abtut, verwundert schon. Denn der  „German Angst“ hat er sein Amt zu verdanken. Ohne sie wäre der Aufstieg der Grünen unvorstellbar gewesen.

Seit Beginn der 70er-Jahre haben erst Bürgerinitiativen, später die Grünen, dann auch ihnen nahestehende NGOs wie Greenpeace oder die Umwelthilfe den Menschen Angst gemacht, wo immer es sich für sie politisch und in letzter Konsequenz auch finanziell lohnte:

Kernkraft, Computer, Gentechnik, Autobahnen, Flughäfen, ICE-Strecken, Neubaugebiete – immer drohten Weltuntergang und Tod. War man in diesen Kreisen milde gestimmt, konnten es auch Verstümmelung und jahrelanges Siechtum sein. Viele Medien machten mit. Passende Experten wurden von interessierten Kreise gerne vermittelt. Mit einem überschaubaren Maß an Arbeit bekam man so eine Geschichte, die sich in den entsprechenden Redaktionen gut verkaufen ließ und den gewünschten Effekt hatte: Die Menschen hatten Angst.

Nun haben sie Angst vor Habeck und den Folgen seines Tuns. Das ist natürlich nicht schön für den Wirtschaftsminister , aber so ist das nun einmal: Man wird die Geister, die man rief, nicht einfach los, wenn sie beginnen zu stören.

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LibertyLoveIt
7 Monate zuvor

Ein guter Text Herr Laurin.
Ich kam in den Genuss von Greenpeace merch in Form von T-Shirts, Postern und Fensteraufklebern. Die Horrordoku im britischem TV zu der Erschlagung von Baby Robben in Quebec machte auch mir sehr viel Angst ( ca 1982 ).

Ich erinnere mich noch an den ÖRR in den 70s und die Festellung, wahrscheinlich bei Monitor, das der Kleber in Holzmöbeln uns alle töten würde.
Monitor sendet seit 50 Jahren Angst. Der Heutige Monitor Chef „Journalist“ liebt die Araber in Jenin und weiss, wie Chebli und ich, seit ich Zehn Jahre alt bin, das die „Nazis“ ganz kurz davor sind an die Macht zu kommen. Seit ich politisch denken kann, sagt man mir, das die Nazis nächste Woche wieder an der Macht sind. Ganz bestimmt. Und wenn du es nicht weisst, dann bist auch Du ein Nazi.
Die Angst moralisch zu Versagen und deshalb ein Moralist zu sein ist present. Die Grünen reden sehr gerne von Moral.

Die Angst sich ein zu gestehen, das andere Kulturen nicht so sind, wie man es sich im Eine-Welt-Laden vorstellt, macht einen provinziell. Die Angst zu sagen, das Muslime viel mehr Menschen töten als die NSU oder die alkoholisierten deutschen Skinheads in Rostock.
Die Angst zu sagen Der Spiegel ist eine Angstpostille.
Die Angst zu sagen, das toxische Maskulinität jeden Tag hundert mal in Lampedusa ankommt. Die Angst dem sozialem Druck nicht entgegen zu treten.
Die Angst als Schwuler in Neukölln. Die Angst als Jude auf der Sonnenallee.

Die Angst vor der Erkenntnis, das Frau Merkel Europa unendlich viel Schaden angetan hat. Und Die Angst vor dem Meinungskorridor bzw. der Gleichschaltung.

Im Buddhismus spielt Dukkha ( Leiden ) eine sehr große Rolle. Wenn man Angst zu Dukkha stellt, so erkennen wir, das Angst keine Motivation sein darf.
Motivation aus Angst führt zu schlechten Handlungen.
Das wusste schon der Buddha. Denn die Motivation bestimmt das Handeln.

LibertyLoveIt
6 Monate zuvor

Die Angst vor der Angst vor Menschen wie Meron Mendel, Islamisten und patriarchischen Gesellschaftsstrukturen.
Diese patriarchischen Strukturen kommen immer mit Antisemitismus, Homophobie, Mysoginie und Gewalt im Alltag. Das ist im Iran so. Das machte die S.A. so und und das kennt man in Gaza, Nablus oder Port Said.
Dies wäre wohl eher meine Angst. But that’s just me. This is how I identify.

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