Die aus der Türkei ferngesteuerte DITIB ist kein Gesprächspartner für demokratische Politiker

DITIB Moschee in Köln Foto: Raimond Spekking, © , CC BY-SA 4.0

Die Religionsverband DITIB ist immer noch ein gesuchter Gesprächspartner der Politik in der Bundesrepublik. Aktuelle Aussagen der türkischen Religionsbehörde, die den Verband steuert, zeigen, sprechen gegen eine Zusammenarbeit.

Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, (DITIB) ist die größte islamische Organisation in Deutschland. Gut 900 Moscheevereine sind Mitglied in dieser Organisation, die direkt von der Diyanet, der türkischen Religionsbehörde, gesteuert werden, die dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan unterstellt ist. Seit Jahren gibt es Probleme mit der DITIB: Sie verfolgte Oppositionelle in Deutschland, etliche ihrer Imame standen im Verdacht, für die Türkei zu spionieren und verließen schnell das Land und immer wieder fielen einzelne Moscheevereine der DITIB durch antisemitischen Aussagen und Gewaltverherrlichung auf. Geraten die DITIB oder die Türkei in die Kritik, besteht die übliche Reaktion im Vorwurf des antimuslimischen Rassismus. Kurzum: DITIB und Diyanet sollte man nur soweit trauen, wie man ein Klavier werfen kann.  Das hält Teile der Politik in der Bundesrepublik nicht davon ab, mit der DITIB in den Dialog zu treten: Bei der Deutschen Islamkonferenz des Bundesinnenministeriums sitzt sie mit am Tisch, in vielen Städten ist sie ein Gesprächspartner der Lokalpolitik und in Nordrhein-Westfalen redet die DITIB mit, wenn es um die künftige Ausgestaltung des Islamunterrichts an Schulen geht.

In Deutschland geben sich ihrer Vertreter moderat. Sie warnen vor einem Aufkeimen des Antisemitismus und rufen ihrer Mitglieder auf, sich von hasserfüllten Demonstrationen fern zu halten.

Wirft man jedoch einen Blick auf die aktuellen Texte der Diyanet, wirken solche Aussagen als pure Heuchelei: Am 18. Mai wurde auf der Internetseite der Behörde ein Beitrag  mit der Überschrift „Babykiller Israel muss so schnell wie möglich gestoppt werden“ veröffentlicht. In dem Text heißt es: „Nach seinem Treffen sagte der Präsident für religiöse Angelegenheiten, Erbaş, zu Pressevertretern: „In den letzten Tagen, insbesondere seit der Nacht von Qadir, die Angriffe des grausamen Israel, des terroristischen Staates Israel in der Masjid al-Aqsa und verschiedener Wir sind hier, um die Massaker in ihren Städten zu verurteilen und zu verurteilen und um unserem palästinensischen Botschafter in der Türkei, Mustafa, bald einen guten Besuch abzustatten.“

Dass es die Hamas war, die mit ihren Raketenangriffen auf Israel den Konflikt begann, ist der Behörde kein Wort wert.

Auf Anweisung Erdogans verfasste Diyanet-Präsident Ali Erbaş auch eine Erklärung zu Jerusalem. Der Hauptstadt Israel wird dort als  „eine islamische Stadt, die vom tiefsten Erbe der Menschheit zeugt, die Erinnerung an die Propheten trägt und die Masjid al-Aqsa, der Allah auf Erden gewidmet hat, in ihrem Herzen hält“ bezeichnet. Israel wird auch hier als Terrorstaat bezeichnet, ist der „Invasor“ und am Ende der Erklärung steht eine massive Drohung: „…der Kampf wird fortgesetzt, bis Jerusalem die Stadt des Friedens und des Friedens für alle wird.“

Natürlich ist Jerusalem keine islamische Stadt, sie ist seit Jahrtausenden das spirituelle Zentrum des Judentums, allerdings auch für den Islam und das Christentum wichtig. Aber Respekt vor anderen Religionen ist Diyanet ohnehin fremd: Auf der Internetseite der Behörde findet sich eine Abbildung der im 6. Jahrhundert in Konstantinopel errichteten christlichen Kirche Hagia Sophia. Als die Türkei 2020 begann, sie wieder als Moschee zu nutzen, gab es weltweite Proteste.

Schaut man sich die Aussagen der Diyanet an, macht es mehr Sinn, über ein Verbot der DITIB-Vereine in Deutschland nachzudenken, als mit ihnen in Dialog zu treten oder sie gar an den Planungen für den islamischen Religionsunterricht zu beteiligen.

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8 Kommentare

  1. #1 | Fick dich doch ins Knie sagt am 23. Mai 2021 um 12:10 Uhr

    Den wunden Punkt getroffen, "man bleibt sehr viel lieber unter sich"

    "Die Reigen fest geschloss…" ^^

  2. #2 | Der Sofa-Hunne sagt am 23. Mai 2021 um 13:27 Uhr

    Die Beziehung richtig genutzt, könnte man sich aber die Flüge nach Ankara und die Behandlung dort (Sofagate) sparen. Muß ich unbedingt der Frau von der Leyen mal sagen.

  3. #3 | Goodblackraven sagt am 23. Mai 2021 um 15:09 Uhr

    Ich bin nur ein dummer kleine Rabe…
    Was waren das fuer Geschichten mit der Hamas, deren Mitglieder ploetzlich tuerkische Parade hatten?? Erleichtert die Einreise in die EU.
    Was waren das fuer Geschichten ueber Kriegsspiele in diesenDitib-Moscheen??? Welches Welt-und Menschenbild wird da vermittelt? Irre Geschichten -Typ mit Schwert…

  4. #4 | Ke sagt am 23. Mai 2021 um 20:56 Uhr

    NRWs Schulpolitik ist einfach nur zum Fremdschämen.
    Frau Gebauer müsste eigentlich nur immer gegenteilig entscheiden. Dann würde es passen. Was für ein Vollversagen.

    Ist das liberale Politik?

  5. #5 | Reginald sagt am 24. Mai 2021 um 11:38 Uhr

    Was ist nur aus der CDU geworden.Das C können Sie streichen aus dem Parteinamen.Mal abgesehen davon dass in den DITIB Moscheen durchaus Straftatbestände gepredigt werden.Ich würde hier in der BRD keinen DITIB dulden.Nur wenn in der Türkei Freiheit für alle Religionen herrschen würde,würde ich es erlauben.Solange Christen in der Türkei erschlagen werden kann es keine Duldung dieser Religion hier geben.Ich weiss gar nicht mit welcher Begründung die BRD für ein weiteres Erstarken einer eindeutig Verfassungsfeindlichen Organisation eintritt.Muss die AFD wirklich an die Macht kommen bevor dieser Irrsinn aufhört?

  6. #6 | Ratlos sagt am 25. Mai 2021 um 05:08 Uhr

    Hetze vor der Synagoge von Gelsenkirchen mit der Flagge der Türkei in der Hand. Und nun soll Herr Erdogan auch noch den Religionsunterricht an den Schulen zwischen Rhein und Ruhr bestimmen dürfen.

    Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus.

  7. #7 | Goodblackraven sagt am 26. Mai 2021 um 08:14 Uhr

    Was hat das mit Laschet zu tun? Muss der seine Klientel bedienen? Geht es da um Wählerstimmen?
    Wenn ich den wähle, dann wähle ich die "Grauen Wölfe", oder was? Abgebrochener Jurist

  8. #8 | Reginald sagt am 26. Mai 2021 um 19:52 Uhr

    Das Aufenthaltsgesetz von 2004 ermöglicht die sofortige Ausweisung dieser Terroristen aus Deutschland.Ich weiss wirklich nicht warum der Staat hier noch zögert.

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