Die Vollidioten

Die Vollidioten gehört zu meinen liebsten Büchern von Eckhard Henscheid. Denke ich heute an den Titel, kommt mir aber eher eine Werbeagentur aus Düsseldorf in den Sinn.

Und zwar Grey. Klar, wer sich MetropoleWir vom RVR aufschwatzen läßt, nachdem er, wie Grey-Chef Dopheide präzise erkannt hat, dass sich eine Metropole nie selbst so nennt, scheint am Ende nur noch wenige  Argumente gehabt zu haben – wobei ich MetropoleWir ganz nett finde. Auch dass das (R) weiterhin flexibel genutzt werden kann – also beispielsweise durch Begriffe wie Barone, S04 oder Trinkhalle ersetzt werden kann, ist ja auch OK. Und dass man versucht, in den  Foren von DerWesten durch eigene Beiträge eine gute Stimmung zu machen, dürfte Agenturalltag sein – aber sich dabei erwischen zu lassen, weil man es mit der eigenen Firmen-IP macht, ist nun wirklich strunzpeinlich. Da hilft kein Dalai und kein Lama. Ich male mir gerade aus, wie die Stimmung bei den Grauen heute ist: Verschüchterte Praktikanten, die nur ihr Bestes geben wollten, schleichen über die Gänge und ein Chef, der diese Peinlichkeit seinen Auftraggebern beim Initiativkreis erklären muß, wird auch schon bessere Tage erlebt haben: "Guten Tag Herr Benotat, ja, das war blöd, aber wer schaut schon bei diesem Interdings durch?"  Dumme Sache das, weil E.ON auch noch direkter Kunde von Grey ist – und sicher nicht der Schlechteste. Das war  es dann  wohl  mit der Kampagne – schade, eine  gute Kampagne  hätte das Ruhrgebiet gebraucht – aber vielleicht lässt man das beim nächsten Mal nicht eine Agentur machen, die von Thomas Knüwer als die "Vielleicht dümmste Werbeagentur der Republik" bezeichnet wird. Und wieder eine Chance vertan…so werden wir nie Meister!

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11 Kommentare

  1. #1 | Thomas sagt am 16. Mai 2008 um 15:13 Uhr

    Geht in Ordnung ? sowieso ? ? genau ? ? ?

  2. #2 | Jens Weissenberg sagt am 16. Mai 2008 um 21:49 Uhr

    Finde die Kampagne nach wie vor eine relativ runde Sache…das einzige, was ich nicht habe verstehen können, warum hier so viel über die Presse (sprich: WAZ) gemacht worden ist, das hat so ziemlich viel im Vorfeld kaputt gemacht.Ich glaube nämlich nicht, dass man bei so einer Kampagne „alle“ mitnehmen muss…

    „Leider“ ist das ja in unserer Metropole anderen Typs so…die gesellschaftlichen Hierarchien sind relativ flach…wegen der dünnen bürgerlichen Klasse…was auf der einen Seite riesige Chancen birgt, kann, falsch angepackt, schnell kontraproduktiv sein…wenn zum Beispiel eine Regionalmarketingkampagne per Volksentscheid beurteilt wird…

    Und jetzt ist der einzige Fehler gemacht worden, den man hat machen können: man hat das eigene Konzept korrigiert. Das beweist zwei Dinge: zum einen können (und wollen!) zu viele Leute mitentscheiden und zum anderen lassen sich zu viele Leute zu schnell von außen beeinflussen…das zeigt, auf welch schwammigen Füßen die Metropole steht…

  3. #3 | Matthias Burzinski sagt am 17. Mai 2008 um 00:16 Uhr

    Die Kampagne ist endgültig tot. Weil hier niemand so etwas durchsteht und sogar einstige Befürworter die Seiten gewechselt haben – wie immer im Ruhrgebiet: Opportunismus allerorten. Natürlich war das „Abstimmungsmanagement“ der Verantwortlichen eine Katastrophe, von diesem idiotischen Propagandaversuch der Agentur ganz zu schweigen. Insgesamt aber wohl ein Lehrstück, in der sich das ganze Mittelmaß dieser Region widerspiegelt.

  4. #4 | Dirk E. Haas sagt am 17. Mai 2008 um 07:29 Uhr

    „Schwammige Füße“ ist gut. Für diese Art von beauty by mistake liebe ich das Ruhrgebiet.

  5. #5 | Dirk E. Haas sagt am 17. Mai 2008 um 10:04 Uhr

    @Matthias: Ein Spezifikum dieser Region ist es, dass Dinge, die eigentlich tot sind, dann doch irgendwie ?weiterleben?, wenn auch auf schwammigen Füßen (noch mal, Jens: schöne Wortschöpfung, die so viel Wahrheit über den Stand der offiziellen Metropolendiskussion im Ruhrgebiet enthält). Ich halte es deshalb für sehr wahrscheinlich, dass wir auch der untoten Ruhrhochruhr-Kampagne noch eine Zeitlang beim globalen Herumstromern zusehen dürfen. Wirklich deprimierend ist jedoch die Mutlosigkeit, mit der die Kampagnenmacher hier agiert haben (da hatte jeder Zombie aus Land of the Dead mehr Saft in den Knochen).

  6. #6 | Arnold Voß sagt am 17. Mai 2008 um 10:33 Uhr

    Die Kampagne war von dem Zeitpunkt an tot wo sich jemand das Hoch N hat einfallen lassen. Eine Totgeburt sozusagen. Mit dem Ruhrgebiet als solchem hat das ausnahmsweise mal nichts zu tun. Das beste ist, wir vergessen das alle einfach wieder. Das Publikum tut es über kurz oder lang sowieso.

  7. #7 | Matthias Burzinski sagt am 17. Mai 2008 um 10:37 Uhr

    Stimmt. Irgendwie würde einem etwas fehlen, wenn es hier mal rund liefe. Wir hätten ja auch nichts mehr zu lästern und zu besserwissen.

  8. #8 | copper sagt am 18. Mai 2008 um 13:10 Uhr

    Mein Slogan für 2010:

    „Wir haben die Ruhr weg.“

    🙂

  9. #9 | Arnold Voß sagt am 18. Mai 2008 um 21:39 Uhr

    Guter Spruch das! Könnte eigentlich gut auf die Vorderseite eines Ruhrbarone-T-Shirts.

  10. #10 | Pottblog sagt am 19. Mai 2008 um 06:24 Uhr

    Ruhr hoch was-auch-immer…

    Zum Thema Ruhrn – TeamWork Capital habe ich ja schon einige Mal was geschrieben. Zuletzt vom neuen Slogan ohne hoch N, doch das Ruhr ® steht wahrlich unter keinem guten Stern:
    So haben sich anscheinend einige Leute der Düsseldorfer Werbeagentur G…

  11. #11 | copper sagt am 19. Mai 2008 um 08:51 Uhr

    @Arnold Voß: Ich geb den Slogan gerne weiter… für 500.000 Schleifen! Damit wäre Grey endlich aus dem Rennen! Hehe!

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