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DINO: Große Versammlung der Zweitklassigkeit

Dinosaurier-Pinata Foto: Klaus-Dieter Keller Lizenz: CC0

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, will die in Münster beheimatete Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) erreichen, dass der Rundfunkrat des WDRs sich noch einmal mit  Nemi El-Hassan beschäftigt. Nach Antisemitismusvorwürfen entschied sich der WDR, dass El-Hassan nicht, wie ursprünglich geplant, ab Oktober die Wissenschaftsshow “Quarks” moderieren soll. Ob El-Hassan stattdessen als Autorin beschäftigt wird, hat die Anstalt bislang offengelassen. Die Initiative, angeführt vom ehemaligen stellvertretenden Programmgeschäftsführer des Senders Phoenix, Jürgen Bremer, hält es nicht für richtig, dass El Hassan nicht als Moderatorin beschäftigt wird. Dass sie einen Aufruf der Organisation „Jewish Voice for Peace“ unterstützt hätte, könne nicht antisemitisch, da es sich um eine jüdische Organisation handele und auch die Unterstützung des Boykotts Israels sei nicht antisemitisch.

Da eine solche Initiative immer jüdische Leumundszeugen braucht, wird sie von dem israelischen Historiker Moshe Zimmermann unterstützt, über den es heißt: “Wenn kein anderer Israel-Hasser kann, dann frag den Moshe Zimmermann.”

Ansonsten liest sich die Liste der Dino Mitglieder wie eine große Versammlung der Zweitklassigkeit. Viele Unterstützer waren mal irgendwie wichtig, aber nicht so richtig. Nun scheint sie der Bedeutungsverlust so zu schmerzen, dass sie sich ein inhaltliches Betätigungsfeld ausgesucht haben, bei dem es in Deutschland leicht ist, Aufmerksamkeit zu erregen: Ruprecht Polenz, Kurzzeit-Generalsekretär der CDU und unermüdlicher Twitterer, gehört ebenso dazu wie Jörg Twenhöven, der ehemalige Präsident des Regierungsbezirks Münster. Zu ihnen gesellen sich Salem el Hamid, der Generalsekretär der Deutsch-Syrischen Gesellschaft, die gerne mal mit dem Diktator Bashar Al-Assad kuschelt und Otmar Steinbicker vom Aachener Friedenspreis, den auch schon der Kölner Antisemit Walter Herrmann erhielt, der für seine “Klagemauer” bekannt wurde, die sich natürlich der Unterstützung des WDR erfreuen durfte.

Wenn der WDR sich von dieser Wichtigtuer-Ansammlung bei seiner Entscheidungsfindung beeinflussen lassen sollte, würde sich die Anstalt selbst ein Armutszeugnis ausstellen.

 

 

 

 

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5 Kommentare zu “DINO: Große Versammlung der Zweitklassigkeit

  • #1
    Ingenhorst

    Die zwei Fundamente der Wolken Linken, die critical Race Theorie und die New monetarian Theorie , geraten immer mehr ins Wanken. Der WDR als Heimstätte der Wolken und Linken hat’s nur noch nicht gemerkt, denn Geld gab es da schon immer saeckeweise und die alten weissen Männer in der Chefetage halten sich mit Vorliebe außerhalb der Schusslinie auf.

  • #2
    Manni

    "Wenn der WDR sich von dieser Wichtigtuer-Ansammlung bei seiner Entscheidungsfindung beeinflussen lassen sollte"…

    Das ist schwer vorhersagbar für nicht-Insider.
    Das Denkschema in den öffentlich-rechtlichen Sendern ist allerdings seit der vom WDR produzierten ARTE-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa" bekannt.
    Der WDR hat sich dabei in unrühmlicher Weise hervorgetan, und zwar nicht nur bei Quarks, sondern z. B. auch beim Skandal um die Entpflichtung von Claudia Zimmermann: "Chefredaktionen oder Studioleitungen sorgen dafür, dass zu (regierungs)kritische Berichte gar nicht erst gesendet werden.“
    Das bezog sich auf den Jubeljournalismus während der Flüchtlingskrise, der vom ÖRR befeuert, aber in vielen Politikbereichen auch von anderen Medien flankiert wird. Siehe z.B. auch die vielen Beiträge, "die eine Welt zeigen, die der Wunschvorstellung mancher Politiker entsprechen mag, deren Realität aber eine andere ist" (Michael Hanfeld, FAZ), bzw. die Studie von Michael Haller, wie sich "die wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands […] in Volkserziehungsbroschüren" verwandeln. Die Rundfunkanstalten gingen dabei bereits vor fünf Jahren vorneweg.
    So überrascht auch die Verpflichtung von Yasmin Ayhan beim ZDF nicht. Scheinbar ergibt sich in der Förderung radikaler Palästinenser für deutsche Mediengestalter eine prima Möglichkeit, den vorher nicht offen gezeigten Antijudaismus durch die Hintertür auszuleben.
    Einer armseligen Ansammlung von Förderern wie bei DINO braucht es dazu nicht. Wenn überhaupt, dann dient so eine "Initiative" bestenfalls als Feigenblatt um auf die gewünschte Linie zurückzuschwenken.

  • #3
    Tolduso

    Janu, so läuft das eben. Man sucht sich ein paar Leute oder NGOs zusammen die man, falls nötig, entsprechend einnordet; deklariert die als Experten und verkündet sodann die durch Experten legitimierte alternativlose Entscheidung. Sollte wider Erwarten Gegenwind aufkommen, erhöhen die parteinahen Stiftungen eben kurzzeitig den Studien-Output etwas und gut ist.
    :p

  • #4
    Holgaaa

    Diese Frau hat im deutschen Fernsehen nichts verloren. Nichts desto trotz stellen Sie hier jeden Kritiker des Staates Israel als Antisemiten dar. Wie schon so oft! Wie wäre es denn mit ein wenig Objektivität? Die ist scheinbar hier von Ihnen nicht zu erwarten. Ich weiß natürlich,dass mein Kommentar jetzt wieder durch eine seitenlange Aneinanderreihungen von Lobeshymnen auf Israel von Ihnen beantwortet wird. Wie immer wenn jemand den Staat Israel kritisiert. Statt fortwährender niemals endender Schuldzuweisungen schlage ich vor die Sache mal wirklich realistisch zu betrachten: Im Nahen Osten schert sich weder der Staat Israel noch die Palästinenser um Menschenrechte. Kein Israeli hat ein Interesse daran, dass es einen anerkannten Staat Palästina gibt, der Rückzugsort für Israel hassende Terroristen aus aller Welt wird. Auf der anderen Seite wird sich niemals ein Palästinenser mit dem Staat Israel arrangieren, weil es sich aus deren Sicht dabei um ein, von den Engländern zn erschaffenen und von den Amerikanern geschütztes, künstliches Staatsgebilde auf ursprünglich palästinensischem Territorium handelt. Dieser Krieg wird niemals enden, weil beide Seiten keinerlei Interesse an einer einvernehmlichen Lösung haben. In der ganzen islamischen Welt wird Israel gehasst und die Palästinenser für ihren sog. "Widerstand" gefeiert. Wenn man die Sache realistisch sieht, hasst auch ein Großteil der Israelis die Palästinenser. Aber auf Grundlage von Hass wird man niemals eine einvernehmliche und für jeden akzeptable Lösung finden. Da braucht man sich nix vormachen, das wir ewig so weiter gehen. Aber deshalb ist nicht jede Kritik an Israel Judenhass und auch nicht jede Kritik an den Palästinensern Islamophobie.

  • #5
    Benno Groß

    Der im Artikel erwähnte Walter Herrmann erhielt den Aachener Friedenspreis übrigens im Jahr 1998. Die „Klagemauer für den Frieden“ widmete sich aber erst ab 2005 dem Nahostkonflikt, und erst daraufhin kam es zu Antisemitismus-Vorwürfen gegen Herrmann. Es ist sehr verzerrend, wenn der Beitrag diesen Zeitablauf unerwähnt lässt, so als habe der Friedenspreis, der sich in Person seines Vorsitzenden öffentlich von Herrmanns späteren Werk distanzierte, Herrmann für seinen Antisemitismus geehrt.

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