Documenta: Staatsanwaltschaft Kassel will nicht wegen Volksverhetzung ermitteln

Taring Padi: People’s Justice (Volksgericht) 2002; 8 x 12 m (Ausschnitt, nicht farbecht) | (c) Tiring Pida = Dolorosa Sinaga, Kiswondo, Martin Aleida, Wulan Dirgantoro, Yayak Yatmaka,
Bambang Agung, Rheinhard Sirait, Emily M White, Jeffar Lumban Gaol, Erpan Faryadi,
Marco Kusumawijaya, Alexandra Crosby | CC 3.0


Die Staatsanwaltschaft Kassel wird nicht wegen Volksverhetzung gegen das indonesische Künstlerkollektiv Taring Padi ermitteln.

Unter den zahlreichen antisemitischen Werken und Vorfällen welche im vergangenen Jahr die Document 15 in Kassel prägten war das einem Triptichon nachempfundene Agit-Prop-Großplakat des indonesische Künstlerkollektiv Taring Padi  das bekannteste Beispiel. Auf dem Werk war unter anderem ein mit Davidstern dargestellten Soldaten mit Schweinsgesicht zu sehen, dessen  Helm die  Aufschrift „Mossad“, den dem Namen des israelischen Auslandsgeheimdienstes, trug. Das Bild wurde abgebaut, die Künstler entschuldigten sich pflichtschuldig und dabei wird es bleiben. Nach Informationen dieses Blogs hat die Staatsanwaltschaft Kassel in den vergangenen Tagen  mindestens zwei Fällen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgelehnt.

Die  Staatsanwaltschaft in dem Werk „antisemitischen Klischees und Stereotype:

Aber das reicht ihrer Einschätzung nach nicht aus, um ein Ermittlungsverfahren einzuleiten:

Die Staatsanwaltschaft setzt damit die Hürde, aber der im Fall von Volksverhetzung ermittelt werden kann, sehr hoch an. Ob weitere Anzeigen gegen Künstler und Verantwortliche der Documenta Erfolg haben werden, ist somit nicht zu erwarten.

 

Dir gefällt vielleicht auch:

Werbung