Dortmunds SPD-Chef Drabig: „Steag-Beteiligung ist eine riskante Geschichte“

Dortmunds SPD-Chef Franz-Josef Drabig
Dortmunds SPD-Chef Franz-Josef Drabig

In eimem Interview mit der Dortmund-Seite dieses Blogs hat sich der Dortmunder SPD-Chef Franz-Josef Drabig kritisch zu den Aussichten der Steag-Beteiligung der Ruhrgebietsstädte geäussert:

„Die Steag halte ich in der Tat für eine gefährliche Geschichte. Als die Steag gekauft wurde, gab es ja in der WAZ einen Artikel mit klaren Hinweisen, dass die Gewinne der Steag künftig nicht so gut sein würden, wie es Evonik dargestellt hat. Das waren Warnungen, die man vielleicht auch bei den Verhandlungen über den Kaufpreis hätte berücksichtigen sollen.

Ich glaube, dass es nun darauf ankommt, die Steag zukunftsfähig zu entwickeln. Das  alte Geschäftsmodell, Strom aus Kohle und Gas zu verkaufen, funktioniert nicht mehr, weil der Strom aus Wind und Sonne wegen der Subventionen günstiger ist.“

Drabig schlägt vor, dass das Land beim Kauf der bei Evonik verbliebenen 49 Prozent der Steag-Anteile als Bürge auftritt, da die Stadtwerke zur Zeit auf dem Kapitalmarkt nur zu äusserst schlechten Bedingungen die für den Kauf benötigten Kredite erhalten könnet.

Hier geht es zum gesamten Interview.

 

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13 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 4. Februar 2013 um 12:43 Uhr

    1.
    Interessant der Einstieg der Ruhrbarone in das Lokale!

    Nicht nur für die Dortmunder, sondern auch für die unmittelbaren Nachbarn ist das Geschehen in DO besonders interessant, z.B. für uns in Waltrop als einem nördlichen Vorort von DO.
    Das Beispiel STEAG zeigt zudem, daß Vieles, was Do angeht, was DO betrifft, zugleich wichtig ist für die gesamte Ruhr-Region.

    2.
    In der Sache:
    F.J.Drabig ruft nach einer Landesbürgschaft für ein kommunales Projekt.
    SPD/CDU der Emscher-Lippe-Region rufen nach einer Landesbürgschaft für ein kommunales Projekt -New Park-.
    Und……es lassen sich weitere Beispiele nennen.

    Das alles zeugt nicht davon, daß das betreffend kommunale Tun, daß die betreffenden kommunalen Projekte „ein stabiles Fundament“ haben, sondern zeigt, daß sie auf sehr,sehr wackeligen Füßen stehen. Und das spricht nun ‚mal nicht für die kommunalen Akteure, ihre Pläne,ihre Projekte.

  2. #2 | Walter Stach sagt am 4. Februar 2013 um 14:23 Uhr

    Stefan, mein Beitrag geht insofern voll daneben, da es mittlerweile die „Sonderseite Dortmund “ gibt, was ich erst jetzt „bei vollem Bewußtsein“ registriert habe;also insgesamt -und nicht nur für den o.a.Kommentar- Glückwunsch zum Einstieg in die „Sonderseite Do“.

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 4. Februar 2013 um 15:26 Uhr

    @Walter: Es ist keine Sonderseite sondern ein Lokalteil 🙂

  4. #4 | Walter Stach sagt am 4. Februar 2013 um 16:55 Uhr

    Stefan, ja so ist das mit den journalistischen Feinheiten, die ich noch zu lernen habe.
    Da nicht nur wir „unechten“ Dortmunder -aus dem DO- Vorort Waltrop kommend- uns für die DO Lokalseite interessieren werden, sondern wahrscheinlcih auch die „echten“ Dortmunder hier und da für das, was in ihrem Vorort(in ihren Vororten)abläuft, wird der Lokalteil DO dann und wann ein „erweiteter“ sein;hoffe ich jedenfalls als Waltroper.
    Und dann steht Ihr Verantwortlichen dann und wann „vor der schweren Entscheidung“, ob die Kommentare/Beiträge in solchen Fällen in den Hauptteil und/oder den Lokalteil gehören, wie Ihr es aus den Printmedien-Redaktionen ja gewohnt seit.Schön, daß das zukünftig möglich und notwendig werden kann.

  5. #5 | amo sagt am 5. Februar 2013 um 09:36 Uhr

    Mit dem Zitat zeigt der SPD-Chef, dass er von solchen Sachen wirklich keine Ahnung hat.
    Man solle also, die Weisheit einer WAZ vorausgesetzt, in der Verhandlung einen Artikel auf den Tisch legen, um den Kaufpreis zu drücken???
    Ne, wirklich nicht.
    Da waren die Geschäftsführungen der Stadtwerke inkompetent und sie haben sich inkompetent beraten lassen. DieProbleme anderer Stromerzeuger in dem deutschen Strommarkt waren abzusehen. Probleme kennen die Stadtwerke alle nur von der Einkaufsseite, nicht von der Verkaufsseite.

  6. #6 | Demokrit sagt am 6. Februar 2013 um 12:03 Uhr

    Schlecht war der Steag-Kauf nicht, wenn davon auszugehen ist, dass die öffentliche Daseinsvorsorge auch Energie umfassen sollte. Ziel kann letztendlich der Rückbau der zentralisierten Energieversorgung sein und die Steag, mit ihrem Fachwissen und Know-how, bietet sich als Planer und Betreiber dezentraler Energieversorgungen (bis hin zum „Ein Haus, ein Kraftwerk“) sehr gut an.

    Es war aber dennoch bekannt, dass Dr. Engel seine Evonik restrukturieren musste. Dass er die Steag schön geredet hat, ist legitim. Dass Interessenten sich haben blenden lassen, nicht!

  7. #7 | Walter Stach sagt am 6. Februar 2013 um 17:14 Uhr

    -6-Demokrit:
    „Das er (Dr.Engel)die Steag schön geredet hat…….“.

    Die Kommunen -u.a.DO-bzw. ihre Stadtwerke haben ihre außergewöhnliche und außerordentlich wichtige Entscheidung seinerzeit nicht auf das „Schönreden“ von Dr.Engel gestützt, sondern auf Gutachten unabhängiger Wirtschaftsprüfungsinstitute.

    Gegenteiliges zu unterstellen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Oder werde ich eines „Schlechteren“ belehrt?

  8. #8 | Demokrit sagt am 6. Februar 2013 um 17:34 Uhr

    Darf ich mich amüsieren, Genosse Walter? Kann sein, dass ich mich leicht missverständlich äußerte: Die Steag war gesund, mit vollen Kassen. Dass die Revision der KW’s kosten würde, war klar. Das Zukunft auch kosten würde, war auch klar.

    Dennoch haben die neuen Eigentümer nichts Besseres zu tun gehabt, als die Kreditierung ihres Einkaufs, mit einem erheblichen Teil der Aktiva zu sichern. Die Zinsen mussten bezahlt werden und die verantwortlichen Vertreter der Gesellschafter haben sich politisch wirksam auch noch bedient um mögliche Kritiker (auch aus den eigenen Reihen) Inkompetenz in solchen Fragen zu attestieren.

    Evonik kann nur profitieren. Es hat keine Last mehr mit den notwendigen Investitionen der Steag und bekommt, je nach dem, ob das Land bürgt (und wahrscheinlich wird es Hannelörchen) noch ein Sommergeschenk.

    Solange sich die Eigentümer-Stadtwerke nicht einigen, welcher Zukunftsenergie-Strategie sie folgen, bleibt die Steag ein Damokleisches Schwert über den Köpfen der 7 Kommunen.

  9. #9 | amo sagt am 6. Februar 2013 um 18:24 Uhr

    @#7 | Walter Stach

    Wirtschaftsprüfungsinstitute haben geprüft.

    Da lach ich mal laut. Die beurteilen doch nur, was in der Vergangenheit war.
    Die entscheidene Fragen betreffen aber die ZUKUNFT, da hilft eine Prüfung von Bilanzen wenig.
    Wie steht es denn mit der Zukunft von Walsum10? Dafür wurde 1 Mrd € ausgegeben und die Anlage ist noch nicht in Betrieb.
    Wie haben sich die Stromerzeugungsmärkte verändert? Die Margen in der Erzeugung sind durch die regenerative Einspeisung und die Rezession in Südeuropa stark gefallen.
    Was macht man mit den alten Kohle-Blöcken, für die die Stromerzeuger ab 2013 keine CO2-Zertifikate kostenfrei bekommen?
    Auch die Gasanlagen stehen nur rumm und sind nicht in Betrieb?
    Da können sich die Gesellschafter in den ersten Jahren mal an den Personalabbau machen. Tolle Zukunft, darum kauft man bestimmt ein Unternehmen.

  10. #10 | Walter Stach sagt am 6. Februar 2013 um 18:26 Uhr

    Demokrit, Du darfst -leider-.

    Und was Du im zweiten Absatz Deines Beitrages anmerkst, muß -wieder einmal –
    Anlaßsein zu fragen, was für die kommunalen Gesellschafter in wirtschaftlichen Unternehmen für ihre Entscheidung im Zweifelsfall Vorrang hat, daß, was im mittel-bzw. langfristigen Interesse des Unernehmensrs zu tun ist oder das, was kurzfristigen Interessen der Gesellschafter dient, z.B. zu Lasten des Unternehmens etwas für die Konsolidierung ihres Haushaltes zu tun.

  11. #11 | Demokrit sagt am 6. Februar 2013 um 20:04 Uhr

    Ich bin jetzt mit Dir d‘ accord, Walter. Primäraufgabe von Stadtwerken ist nicht die Haushaltssicherung der Kommunen. Wenn nach Steuern etwas übrig bleibt und nicht für eigene Investitionen benötigt wird, schütten sie eh aus.

    Die Steag dagegen, auf einen medienwirksamen Provinzfeutalismusaltar, zu Ader zu lassen – wie ein Hedgefont es üblicherweise tut – und ihre Zukunft und somit auch das Invest der Stadtwerke zu gefährden, recht sich gerade. Die Firma und der Ruf der Stadtwerke, lassen sich dennoch wieder richten.

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