Dringend weitere Kapazitäten für Erstaufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine gesucht

Polnischer Feuerwehrmann mit ukrainischem Kind im Arm Foto: Mirek Pruchnicki Lizenz: CC BY 2.0

Die private Initiative „EvacuAid Kyiv“ und die Csilla von Boeselager Stiftung Osteuropahilfe bitten bundesweit Kommunen und Landkreise darum, Kapazitäten für die Erstaufnahme von besonders vulnerablen Flüchtlingen aus dem ukrainischen Kriegsgebiet bereitzustellen. Diese werden zum großen Teil für verletzte und kranke Kinder und ihre Mütter benötigt. Die Helfer bitten um die Meldung von freien Unterbringungsmöglichkeiten möglichst per E-Mail an EvacuAid@boeselager-osteuropahilfe.de

“Wir holen diejenigen aus dem Kriegsgebiet, die es am wenigsten oder nicht selbst schaffen würden, zu fliehen. Das besondere an unserem humanitären Einsatz ist, dass wir bis nach Kiew und Mariupol fahren und die Menschen direkt dort abholen”, sagte Janine von Wolfersdorff, eine der Organisatorin des privat organisierten Netzwerkes “EvacuAid Kyiv”. Die Initiative hilft dabei unter anderem hochschwangeren Frauen, Frauen mit vielen kleinen Kindern, Mobilitätsbeschränkte, autistische Kinder, verletzte und kranke Kinder aus Reha-Zentren und Kinderkrankenhäusern, die eine Ausreise nicht oder kaum ohne fremde Hilfe antreten können. “Ich bekam in Kiew mit, dass Sicherheitsfirmen für 3.000 Euro aufwärts Leute raus aus der Stadt bringen. Dass es nur noch die Stärksten und Reichsten in die Sicherheit schaffen, bewegte mich, diese Logik umzudrehen. Nämlich denen zu helfen, die sich am wenigsten selber helfen können. Wir haben innerhalb von zwei Wochen bereits über 436 Frauen und Kinder gerettet”, so Janine von Wolfersdorff weiter.

Zum dritten Mal bringt nun ein Evakuierungs- und Hilfskonvoi der privaten Initiative “EvacuAid Kyiv” in Kooperation mit der Csilla von Boeselager Stiftung Osteuropahilfe lebensnotwendige Güter nach Kiew und auf dem Rückweg Kinder und ihre Mütter aus dem Kriegsgebiet gerettet. Insgesamt sechs Reisebusse, drei aus Berlin, drei aus Wien, und ein 40-Tonner LKW sind am Freitag in die seit Wochen bombardierte Hauptstadt der Ukraine gestartet. Dort wird ein Team von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Medizinischen Hilfsgüter, Nahrungsmittel und Hygieneartikel in Empfang nehmen. Auf dem Rückweg werden die Helfer über 450 verletzte und kranke Kinder und ihre Mütter nach Deutschland. Die geretteten Flüchtlinge werden in Kiew und in Mariupol abgeholt. Die Stadt am Ufer des Asowschen Meeres ist seit Wochen von der russischen Armee eingeschlossen. Die Kinder und ihre Mütter werden unter anderem nach Puchheim im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck, nach Castell im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und nach Berlin in Sicherheit gebracht. Weitere Kommunen, die diese besonders vulnerablen Menschen aufnehmen können, werden dringend gebeten, sich möglichst per Email  an EvacuAid@boeselager-osteuropahilfe.de zu melden.

“EvacuAid Kyiv” bittet zudem um Spenden, um weitere Evakuierungs- und Hilfskonvois bezahlen zu können.

Spendenkonto:

https://www.boeselager-osteuropahilfe.de/spenden/formular.php
Csilla von Boeselager Stiftung Osteuropahilfe
Sparkasse Arnsberg-Sundern
IBAN: DE41 4665 0005 0000 0333 32
Swiftcode/BIC: WELADED1ARN
Betreff: Zustiftung/EvacuAid Kyiv

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