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Energiewende: Ein paar kleine Einwände

Geschlossene Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen


2022 wird das letzte Kernkraftwerk abgeschaltet, spätestens 2038 das letzte Kohlekraftwerk. Die Politik dieses Landes verfolgt ambitionierte Pläne. Wird sie in der Lage sein, sie umzusetzen? Daran darf man seine Zweifel haben.

Egal was man von der Energiewende hält – ob man ihr begeisterter Befürworter oder ein überzeugte Gegner ist – ein paar Dinge sollten allen zu denken geben. Und zwar die Erfolgsbilanz derjenigen, die sich nun anschicken, die Energieversorgung eines der größten Industrieländer der Welt mit über 80 Millionen Menschen umzubauen. Man muss sich klar machen, dass dies ein ziemlich kompliziertes Vorhaben in einem engen Zeitrahmen ist. Wer glaubt wirklich, dass die Politik dieses Landes das hinbekommen wird? Wir reden von den Leuten, die nicht in der Lage waren, eine vernünftige Bahnreform zu stemmen. Es sind dieselben Politiker, die für bröselnde Brücken verantwortlich sind, denen schon die Renovierung des Schulschiffs „Gorch Fock“ entgleitet, die es nicht geschafft haben, in diesem Land ein vernünftiges Glasfasernetz aufzubauen und für eine flächendeckende Versorgung mit 5G zu sorgen. Auch wenn man großzügig ist  und den Berliner Flughafen,  den Umbau der Bundeswehr oder auch nur eine funktionierende Flugbereitschaft der Bundesregierung beiseite lässt, kann doch niemand ernsthaft glauben, dass diese Politiker,  ihre Ministerien und Verwaltungen trotz des Beraterheeres, das sie finanzieren, in der Lage ist, diese Aufgabe zu bewältigen. Natürlich ist schön, sich mit einem ambitionierten Projekt in der Öffentlichkeit zu präsentieren, aber die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte lehrt: Sie werden es nicht hinbekommen, sie werden scheitern, auch wenn sie guten Willens sind. Und dass diejenigen, die jetzt diesen Weg beschreiten, nicht mehr in der Verantwortung sein werden, wenn das Projekt Energiewende gescheitert ist, ist nicht beruhigend.

Wie gut, das unsere Nachbarn klüger sind. Sie werden künftig den Strom liefern, den dieses Land braucht. Hoffen wir, dass genug Geld da sein wird, um sie zu bezahlen.  Denn die Ökovisionen werden sehr teuer.

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47 Kommentare zu “Energiewende: Ein paar kleine Einwände

  • #1
    Marius

    Lieber Herr Laurin,

    ein paar kleine Hinweise:

    1. In Ihrem Artikel werden nicht ein paar kleine Einwände benannt, sondern nur einer: Politiker haben schon mal (Groß-)Projekte nicht erfolgreich realisiert, daher wird ihnen das bei der Energiewende auch nicht gelingen.

    2. Ihre Argumentation weitergedacht, kann nur zu der Schlussfolgerung führen, jegliches staatliches Handeln zu unterlassen, weil es gab ja schon mal Fälle, in denen "die Politiker" – im Übrigen arg verallgemeinernd angesichts der vielfältigen Beispiele – es nicht hinbekommen haben. Dies ist überhaupt die einzige Alternative, die ich Ihrem Artikel entnehmen kann, und erscheint mir nicht wirklich hilfreich.

    3. Wie definiert sich denn überhaupt Erfolg oder Scheitern bei der Energiewende? Oder auch bei anderen Projekten? Denkbar wäre es ja, dass die angeführten Misserfolge im Vergleich zu gelungenen Projekten verschwindend wenige sind. Man könnte es auch durchaus so sehen, dass der im Vergleich zu vielen Nachbarn beachtliche Anteil an erneuerbarer Energieerzeugung in Deutschland ein Hinweis auf eine gelungene Umsetzung ist. Und ist das nicht auch "den Politikern" zuzuschreiben?

    Insgesamt ist mir das doch – bei allen berechtigten Fragen um die Energiewende – argumentativ deutlich zu dünn und scheint mir dann eher ein recht billiges, wenig durchdachtes Politiker-Bashing zu sein. Schade.

    Beste Grüße
    Marius

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Marius: Erfolg misst man ganz einfach: Wurden die Ziele erreicht. Und das Ziel der Energiewende war die CO2-Reduktion. Das klappte schon mal nicht so gut – vor allem wenn man es in Relation zu den Kosten sieht: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/warum-deutschlands-energiewende-wirkungslos-ist-15703143.html?premium

  • #3
  • #4
    Angelika

    "…Es sind dieselben Politiker, die für bröselnde Brücken verantwortlich sind,…" (siehe Artikel

    So ist es!

    "…eher ein recht billiges, wenig durchdachtes Politiker-Bashing…" (siehe #1 Marius)

    Nun, eigentlich müssten die Damen und Herren Politiker (Land, Bund) sich schon für den Zustand der Infrastruktur (Straßen, Brücken usw.), für die fehlenden (oder viel zu späten) Investitionen im Bereich Digitalisierung mit schamroten Köpfen zurückziehen … Stattdessen neue Superprojekte! Und im Jahre Soundso (Zielvorgabe bei Kohleausstieg) sitzen die, die heute propagieren, dass das alles machbar sei, das Geld sei da (unser Steuergeld wohlgemerkt!) mit hohen Altersbezügen dort, wo es sich gut leben lässt.

    "…unsere Nachbarn…werden künftig den Strom liefern, den dieses Land braucht. Hoffen wir, dass genug Geld da sein wird, um sie zu bezahlen. Denn die Ökovisionen werden sehr teuer." (siehe Artikel) Hoffen wir, dass die Grünen bald, sehr bald, politisch entzaubert werden und mehr Realitätssinn die Politik bestimmt.

  • #5
    JG

    Wieso ruft jetzt keiner rein : "Ihr macht meine Zukunft kaputt!"…. Das ganze ist ein einziges Schmierentheater. Wenn ich nicht mehr weiter weiß dann ist der Klimawandel schuld.

    Man muss aufpassen dass man nicht anfängt diesen Wandel zu leugnen im Angesicht derer die ihn zum Universalverblödungswerkzeug erhoben haben.

    Carpe Wetter !

  • #6
    Michael

    Die Energiewende ist ein großer Erfolg für die Bourgeoisie . Für den Citoyen nicht, da der Name es schon sagt: es wird Energie aufgebracht sein Portemonnaie zu wenden.

    Kapitalismus ist eine feine Sache, wenn man auf der "richtigen" Seite ist.

  • #7
    Helmut Junge

    Abschalten ist halt leichter als bauen, wie wir beim Berliner Flughafen lernen können.
    Das mit dem Abschalten wird schon klappen.
    Nur, was dann?
    Ich möchte mal erleben, daß Politiker sagen: "Wenn ich dies oder das mache, hat das solche oder andere Folgen. Kausale Zusammenhänge sind halt schwierig zu verstehen, und erst Recht schwierig den Wählern zu erklären.
    Wenn das Ganze erhebliche soziale Konsequenzen für die unteren Einkommensschichten hat, ist das erst dann ein Problem, wenn die sich aus dem demokratischen politischen Spektrum entfernen. Aber auch dann gibt es billige Erklärungen, wie man bei den Gelbwesten in Frankreich sehen kann. Sind dann eben alles Rechte und verachtenswert. Müssen uns darum nicht drum kümmern, was die sagen. Ich bin mal gespannt, woher der benötigte Strom herkommt, wenn all die Kraftwerke abgeschaltet werden. Daran hat natürlich wieder niemand gedacht, daß dann überall Elektroautos stehen, die zusätzlichen Strom brauchen. Hat schon mal jemand berechnet, wieviel zusätzlicher Strom , (Ja ZUSÄTZLICH!) Deutschland benötigen wird? Jeder Elektroingenieur könnte es in etwa über den Daumen ausrechnen. Aber die hat niemand gefragt.

  • #8
    Juri Hertel

    Betr. absurde Darstellung im Artikel

    " Wie gut, das unsere Nachbarn klüger sind. Sie werden künftig den Strom liefern, den dieses Land braucht."

    Die franz. Netzbetreibergesellschaft RTE (bis vor kurzem noch eine 100% Tochter von EdF) sagt in allen ihren Jahresberichten das die franz. Stromversorgung bis weit ins naechste Jahrzehnt vom Ausland abhaengig ist, so auch im neuesten Jahresbericht:

    https://www.rte-france.com/sites/default/files/bp2018_variantes.pdf

    ————-

    Sich mit selbstgestrickten Prognosen im Journalismus zu Themen zu aeusern ohne auch nur die Fakten zur Kenntnis zu nehmen ist Springerniveau.

  • #9
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juri Hertel: In bin erstaunt – Deutschland hat nur noch einen Nachbarn? In Polen läuft alles stabil 🙂

  • #10
    Juri Hertel

    @ Helmut Junge re. Strombedarf durch Elektromobilitaet:

    Die Zahlen liegen als Prognose vor (90TWh/a bei 45 Millionen Fahrzeugen):

    https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/emob_strom_ressourcen_bf.pdf

    "Dies ergibt bei irgendwann 45 Millionen deutschen Elektroautos einen Strombedarf von 90 TWh pro Jahr. Gemessen an der deutschen Bruttostromerzeugung im Jahr 2015 von 645,6 TWh wären das knapp 14 Prozent. Erneuerbare Energien haben 2015 bereits 196 TWh zur Stromerzeugung beigetragen, also mehr als doppelt so viel wie eine angenommene komplett elektrifizierte Pkw-Flotte verbrauchen würde.
    Die Stromerzeugung aus EE nimmt zudem rasch zu. Allein zwischen 2010 und 2015 betrug der Zuwachs über 90 TWh. In fünf Jahren wurden also auch mehr EE zugebaut, als eine komplette E-Flotte verbrauchen würde (siehe nachfolgende Abbildung). … "

    Siehe Seite 7 im pdf.

    Zu den EE-Stromerzeugungen finden Sie detailiertes Material bei Fraunhofer u.a.:

    https://www.energy-charts.de/index_de.htm

  • #11
    Juri Hertel

    @ Stefan Laurin:

    Auch Polen ist auf Stromimporte angewiesen:

    https://www.energy-charts.de/exchange_de.htm

    Dort laeuft die Kohlewirtschaft dermassen miserabel das Kohle aus Rusland import wird:

    https://www.reuters.com/article/us-poland-coal/polish-coal-imports-jump-russia-biggest-supplier-idUSKBN1O21BL

    Ohne massive Subventioen (verm. illegal) waeren nicht einmal die Kraftwerkskapazitaeten ausreichend:

    https://www.spglobal.com/platts/en/market-insights/latest-news/electric-power/122418-polands-planned-1-gw-ostroleka-c-coal-plant-gets-15-year-support

    Der dumme Populist meckert wg. der Abhaengigkeit und ruestet militaerisch kraeftig gegen den Feind:

    https://uk.reuters.com/article/germany-politics/poland-and-germany-disagree-over-planned-russian-gas-pipeline-idUKL8N1VB46F

  • #12
    Juri Hertel

    Datenmaterial zum europaeischen Kohleausstieg:

    https://beyond-coal.eu/wp-content/uploads/2018/04/Overview-of-national-coal-phase-out-announcements-Europe-Beyond-Coal-April-2018.pdf

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juri Hertel: Ohne Subventionen würde es auch keine Energiewende geben – und die Netze wären stabiler.

  • #14
    W.K.

    Fast ganz Südfrankreich heizt mit Strom

    http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/in-frankreich-wird-der-strom-knapp–132601788.html

  • #15
    Juri Hertel

    @Stefan Laurin:

    Deutschland und Daenemark haben die stabilsten Stromnetze der Welt:

    https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Versorgungsunterbrechungen/Auswertung_Strom/Versorgungsunterbrech_Strom_node.html

    Zum internationalen Vergleich wird der Durchschnittswert alle 5 Jahre ermittelt:

    https://www.next-kraftwerke.com/energy-blog/saidi-index

    ———————

    Bitte verlinken Sie Ihre Informationsquellen, persoenliche Meinung ist in einer sachlichen Diskussion nicht gefragt.

  • #16
    Juri Hertel

    Der CO2-Preis steigt, bei € 38.-/Tonne (bereits 2020) ist auch mit der billigen Braunkohle Schluss:

    https://www.montelnews.com/fr/story/le-prix-du-co2-pourrait-atteindre-eur-38-dici-2020analyste/975738

    Vor dem Kohleausstiegsszenarion ging BNEF noch von rd. € 30.-/Tonne aus:

    https://www.montelnews.com/en/story/co2-prices-to-reach-eur-30t-by-2020–bnef/939958

    Eine Entschaedigung von Kraftwerksbetreibern waere dann nicht noetig, im Gegenteil: illegale Staatsbeihilfe.

    Somit waeren die veranschlagten Kosten fuer den Kohleausstieg Makulatur.
    Die im eur. Rahmen gehandelten CO2-Zertifikate werden im gesamten Handelsraum mit dem gleichen Preis bewertet.

  • #17
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juri Hertel: Hätte man an dem Verfahren fetsgehalten, wäre Kohle irgendwann aus dem System herausgefallen – ohne Entschädigung. Aber es musste ja unbedingt der teure Aussteig sein, der im Übrigen nichts bringt: Die CO2 Menge ist europäische festgelegt, was in Deutschland nicht rausgeblasen wird, wird dann Im Ausland rausgeblasen:
    „Unter dem Dach des Europäischen Emissionshandels werden die verhinderten Emissionen nur verlagert. Man spricht dabei vom Wasserbett-Effekt. In anderen Ländern wird entsprechend mehr emittiert, weil die Stilllegung deutscher Kohlekraftwerke lediglich die CO2-Emissionsrechte europaweit billiger macht. Auch Unternehmen in Deutschland werden weniger in Klimaschutzmaßnahmen investieren, weil sich das nicht mehr lohnt, wenn die CO2-Emissionsrechte am Markt billiger werden. Dies ist nicht nur ein theoretischer Effekt. Ich kenne reale Beispiele aus meiner Praxis als Unternehmensberater.“
    https://www.welt.de/wirtschaft/article187002322/Emissionshandel-Kein-deutsches-Kohlekraftwerk-muesste-sterben.html

  • #18
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juri Hertel: Warum auch nicht? Wir haben ja Gas, Kernenergie und Kohle. Die Prognosen sind allerdings nicht so gut:
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/erneuerbare-energien-deutscher-oekostromanteil-wird-ueberschaetzt-15971115.html
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/der-tag-an-dem-der-strom-knapp-wurde-probleme-bei-solar-und-windkraft-15984238.html?premium

  • #19
    Juri Hertel

    @ Stefan Laurin re. Subventionen:

    Die EE-Stromerzeuger erhalten lt. Planung in D ab 2020 keine weiteren Subventionen mehr.
    Der EE-Strom wird dann direkt am Markt gehandelt, die Grossen sind bereits maechtig auf Einkaufstour:

    https://www.montelnews.com/fr/story/vattenfall-sees-50-growth-in-german-green-marketing-scheme/975729

    ———————————

    Bitte informieren Sie sich.

    Ihre Bemerkung weiter oben ( "Und das Ziel der Energiewende war die CO2-Reduktion.") ist sachlich falsch.

    Zur CO2 Einsparung/-vermeidung die offiziellen Zahlen von Ageb (-6% bei der Primaerenergie im Jahr 2018, davon knapp 1% witterungsbedingt):

    https://ag-energiebilanzen.de/6-0-Primaerenergieverbrauch.html

    (Siehe pdf "Jahr 2018 verfügbar seit 19. Dezember 2018")

  • #20
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Nein, es wird weitere Subventionen geben – wie lange ist unklar: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/erneuerbare-energien-das-ende-der-oeko-subventionen-naht/21185894.html?ticket=ST-1453555-lgpUj7SpLwEdtlPGMjWT-ap1

  • #21
    Juri Hertel

    @ Stefan Laurin re. Kosten Kohleausstieg:

    Noch einmal: die Preise fuer CO2 Zertifikate werden die Braunkohle unwirtschaftlich machen und daher ist eine Entschaedigung fuer zu schliessende Kapazitaeten illegal.

    Der Kohleausstieg ist nur fuer die ersten 12 GW bis 2022 zu subventionieren (also 8GW Stillegung plus 4 GW geplante Kapazitaetsreserve).
    Danach gibt es kein Geld mehr fuer die Betreiber, unwirtschaftliche Kraftwerke duerfen lt. internationalen Abkommen nicht subventioniert werden.

    Gegen Polen laeuft bereits ein Verfahren wg. der geplanten Subventionen.

  • #22
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Das EEGF und die Subventionierung der Erneuerbaren habe ihren Grund im Klimaschutz und damit in der C02-Einsparung:
    "(1) Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern."
    https://www.buzer.de/s1.htm?g=eeg_2009&a=1

  • #23
    Juri Hertel

    PS

    " Hätte man an dem Verfahren fetsgehalten, wäre Kohle irgendwann aus dem System herausgefallen – ohne Entschädigung "

    Das ist sachlich wieder mal falsch, erst durch den Kohleausstiegsbeschluss steigt der CO2 Preis.
    Er laege ohne den Kohleausstieg bei lediglich € 16.-/Tonne.

    Siehe dazu Montel/BNEF

    https://www.montelnews.com/fr/story/le-prix-du-co2-pourrait-atteindre-eur-38-dici-2020analyste/975738

    " « À long terme, sans annulation de quotas, notre prix basé sur les fondamentaux serait de EUR 16,64/t [en 2028], soit une baisse de EUR 4,50 par rapport à notre estimation précédente », a déclaré M. Marquina du BNEF."

  • #24
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juri Hertel: Tja, sie werden aber nicht stillgelegt weil sie unwirtschaftlich sind sondern auf Befehl der Politik – und das wird teuer. Sie sehen: Es sind Nieten am Werk, sie werden es nicht hinbekommen.

  • #25
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Juri Hertel: Der Preis wäre langsam, aber sicher gestiegen – und man hätte keine Entschädigungen zahlen müssen. Jetzt muss man. Naja, irgendwo wird das Geld schon eingespart – und der Strom wird einfach teurer.

  • #26
    Juri Hertel

    @ Stefan Laurin betr. Sinn und Zweck der Energiewende:

    Ich vermute eine bewusste Faelschung von Tatsachen Ihrerseits. Der von Ihnen verlinkte Artikel betr. das EEG 2008 und ist lt. Ihrem link BUZ schon lange veraltet.

    Sinn und Zweck der Energiewende (!) war die Demokratisierung der Stromversorgung unter Helmut Kohl.
    Vielleicht sollten Sie das mal recherchieren?
    Wikipedia oder so, ganz simpel …. 😉

  • #27
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Juri Hertel: Der Grund war das Kyoto-Protoll: https://de.wikipedia.org/wiki/Kyoto-Protokoll
    https://books.google.de/books?id=h-DnBQAAQBAJ&pg=PA405&lpg=PA405&dq=einspeiseverg%C3%BCtung+Deutschland+Kohl&source=bl&ots=6umBTGoZkN&sig=ACfU3U2ZmlnMgP7QXQNybUoyObYUrA3F4w&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjG89Hzl5jgAhWPZ1AKHdnbDAsQ6AEwFHoECBUQAQ#v=onepage&q=einspeiseverg%C3%BCtung%20Deutschland%20Kohl&f=false

  • #28
    Juri Hertel

    A Stefan Laurin betr.

    " Nein, es wird weitere Subventionen geben – wie lange ist unklar: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/erneuerbare-energien-das-ende-der-oeko-subventionen-naht/21185894.html?ticket=ST-1453555-lgpUj7SpLwEdtlPGMjWT-ap1"

    Der veraltete Artikel im Handelsblurp hat eine Zahl genannt die im Artikel nicht bestaetigt oder verlinkt wird.

    "Zwei bis drei Billionen Euro soll die Energiewende bis 2050 kosten. … "

    Wie kommen Sie darauf solch unserioese Meinungsmache zu zitieren?
    Journalistenpflicht ist die Recherche, wer dabei auf Muell stoesst kann das ruhig erwaehnen. Falls es die Leser interessiert….

    Fakt ist das unwirtschaftliche Kohlekraftwerke in der EU nicht subventioniert werden duerfen:

    https://www.climatechangenews.com/2018/12/19/eu-reaches-coal-phase-deal-caveat-poland/

    Der Artikel ist von Ende 2018, evtl. hat sich neues ergeben. Recherchieren Sie das bitte.

  • #29
    jg

    Hier referieren also Leute über Ausstiegsszenarien. Ohne jeglichen Ansatz wie die fehlende Leistung kompensiert werden soll. Jetzt gerade 126 W /qm PV, Wind bei 5% Volllastszenario Wind …
    Was wollt ihr machen ? Das Land mehrstöckig mit diesen Anlagen überziehen ?

    Wie kann man da Sachlichkeit aufrufen ? Wenn, dann muss man wenigstens Kinder vor schicken, die mit den Knopfaugen ….

  • #30
    Juri Hertel

    Betr. Geschichte der Energiewende

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stromeinspeisungsgesetz

    Ich vermisse Ihre Recherchefaehigkeit, Herr Laurin.

  • #31
    Juri Hertel

    Europaweiter Kohleausstieg II

    https://www.euwid-energie.de/europaeischer-strommix-erneuerbare-verdraengen-kohle-im-erzeugungsmix/

  • #32
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juri Hertel: Über meinen Recherchefähigkeiten müssen Sie sich keine Sorgen machen 🙂 "Mit diesem ersten Vorläufer der heutigen Regelungen sollte aus „Gründen der Ressourcenschonung und des Klimaschutzes […] der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung stärker ausgeweitet werden“.
    https://www.bundestag.de/blob/194982/4cb1e1b813a7b5997b16adcfcbe9b4af/die_f__rderung_der_stromerzeugung_aus_erneuerbaren_energien_in_deutschland-data.pdf

  • #33
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juri Hertel: www.climatechangenews.com Mit was kommen Sie als nächstes?M Hanni und Nanni? Greenpeacemagazin? Drei ??? ?

  • #34
    Juri Hertel

    Fuer Journalisten u.a. Interessierte werden Crashkurse in Sachen Energiewende angeboten:

    https://www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-energie/crashkurs-energie/

  • #35
    walter stach

    Juri Hertel,
    rational und faktengestützt , wie Sie das machen, gegen die kleinen und gegen die großem Trumps in Sachen Klimawandel und in Sachen Energiewende zu argumentieren, ist das Eine. Das Andere ist, daran zu glauben, so bei den kleinen und den großen Trumps Gehör finden zu können oder gar darauf zu bauen, einen Diskurs in Gang zu setzen, der diese Bezeichnung verdient. Kompliment meinerseits an Sie, wenn Sie es trotzdem und unverdrossen versuchen.

  • #36
    ke

    @34 Juri Hertel:
    Danke für die Info.
    Vielleicht sind hier im Thread auch Infos zu einem eigentlich banalen Thema vorhanden:
    Ich optimiere gerne meinen Energieverbrauch. Beim Strom ist das einfach. Alter Jahr und aktuelles Jahr vergleichen.
    Bei der Heizung fehlt mir die Info, ob ich gespart habe oder ob das Wetter einfach wärmer war.
    Gibt es bspw. Anpassungsfaktoren für die Region Dortmund/Ruhrgebiet auf Wochen/MOnats/Jahresbasis, die helfen würden, meinen alten Wert auf das aktuelle Wetter anzupassen ?

  • #37
    Helmut Junge

    …gegen die kleinen und gegen die großem Trumps "
    ist das eine Einleitung zu einem sachlichen Diskurs frei nach habermas"scher Diskursethik?
    Aber Hallo!
    Man lernt ja nie aus.

  • #38
    Helmut Junge

    @Juri Hertel (10), erst mal Danke für den Hinweis. Ich prüf das nach, so gut ich kann. Eines ist mir bereits aufgefallen. Ich weiß nicht ob 12000km im Jahr durchnittlich sind. Ich fahre nicht mehr so viel als Rentner, aber seit 2009 sind es 90000km, also 9000km pro Jahr. Aber früher hatte ich 15km Hin und 15km Rück als Weg zur Arbeit. Das würden dann 15000km im Jahr gewesen sein. Ich fahre nicht gerne Auto. Aber es läppern sich km auf km zusammen.
    Ob die angenommenen 90Tkwh/a so hinkommen, kann ich im Moment nicht überprüfen, denn ichweiß nichts über die Größe der Wagen. Familienautos mit Heizung sind etwas anderes als diese kleinen Singlekisten, die zur zur Zeit gern gekauft werden. Heizen geht dann schließlich auch über Strom. Aber falls es doch so hinkommen sollte, bleibt die Frage, wo dieser Strom herkommen soll. Denn gleichzeitig ist doch Kernkraft und Kohle weg! Ich bin nebenbei ein Befürworter von Elektroautos, aber das ist ein riesiges Projekt, das auf sicheren Zahlen beruhen soll.
    In der Studie steht: "wird daher davon ausgegangen, dass der EE-Strombedarf zur Versorgung der deutschen Elektroautoflotte auch mengenmäßig vollständig in Deutschland erzeugt wird. "
    Ja gut, und wo kommt der Strom für den Rest her, wenn alle fossilen und Kernkraftwerke abgeschaltet werden? Da bleibe ich zunächst mal skeptisch Herr Hertel. Im übrigen ist der Rest kein Pappenstiel, den man so einfach wegdiskutieren kann. Denn wäre es ein Pappenstiel, verstünde ich die ganze Aufregung darum nicht. Dann könnten die Kohlekraftwerke doch niemanden stören. Aber das ist sicher wieder unsachlich gedacht.

  • #39
    Juri Hertel

    @36ke:

    Die Heizgradzahlen("heating degree days") fuer einzelnen Orte finden Sie auf

    https://www.degreedays.net/

    Fuer ein paar Jahre rueckwaerts sind die Daten gratis, wenn Sie Jahrzehnte verfolgen wollen kostet das eine kleine Spende fuers Projekt.

  • #40
    Juri Hertel

    @35 Walter Stach:

    Mit oder ohne Trumps zieht die Karawane weiter.

    https://about.bnef.com/blog/u-s-coal-plant-retirements-near-all-time-high/

    Irgend jemand hatte vor kuzem zusammengestellt wieviele Luegen der Mann dem Volk in seiner kurzen Amtszeit bereits serviert hat, Rettung der Kohle, Foerderung der Atomkraft usw. …

    https://www.washingtonpost.com/politics/2018/11/02/president-trump-has-made-false-or-misleading-claims-over-days/??noredirect=on

    In seiner Amtszeit gab es so viele Schliessungen von AKWs und KKWs wie nie zuvor.

  • #41
    Juri Hertel

    Die Presse der austr. Kohleindustrie stellt fest das der Ausstieg aus der Kohlenstoffverfeuerung in vollem Gang ist:

    https://www.miningmonthly.com/sustainability/international-coal-news/1355392/europe-turning-off-coal-report

    Lediglich das UK hinkt hinterher, die haben auch die hoechsten Subventionen:

    https://www.theguardian.com/environment/2019/jan/23/uk-has-biggest-fossil-fuel-subsidies-in-the-eu-finds-commission

    Der Umstieg von Kohle und Atomkraft auf Gaskraftwerke im UK wird mit der Umruestung von nur einer einzigen Anlage in Drax (dort gibt es 4 oder 5 Bloecke, die meisten auf Biomasse) fast die kompletten CO2 Zertifikate/Umweltverbindlichkeiten auffressen:

    https://www.montelnews.com/en/story/drax-gas-plant-breaches-uk-climate-aims–lobby-group/952765

    ZZ. stehen 4 AKW Bloecke still, zwei davon in Dungeness gehen wegen ‚Graphitkrebs‘ evtl. nicht mehr ans Netz:

    https://westminsternewsonline.com/751/outages-at-edf-energys-dungeness-b-21-and-b-22-nuclear-reactors-extended

    Den Ausbau von onshore Windkraft hat die britische Regierung untersagt, jetzt hat das UK den teuersten Strom in der EU.
    Sollten die CO2 Preise tatsaechlich weiter auf € 38.-/Tonne anziehen wie von BNEF prognostiziert wird das vermutlich auch nichts mehr mit dem Gaskraftwerk in Drax.

    Was zum Lachen: Die britische Regierung hat "Notfallknochenbruchpakete" bestellt, Naegel,Schrauben und Gips:

    https://www.theguardian.com/politics/2019/jan/31/trauma-packs-being-stockpiled-in-uk-over-fears-of-no-deal-brexit

    Solche Energiewendeprobleme (Massenschlaegereien um Heizmaterial) hat Deutschland/EU nicht.

  • #42
    Juri Hertel

    @#38 Helmut Junge:

    Die Zahlen vom Umweltministerium sind Prognosen, die wissen auch nicht wie die Vekehrsstruktur in 20 Jahren aussieht. Basiert sind sie den heutigen statistischen Durchschnittswerten.
    Der Transportenergiebedarf ist aber doch ein Papenstiel, wie geagt wurde das bereits an EE-Strom zugebaut.
    Der Kaese ist gegessen, sozusagen, Deutschland wird vermutlich Nettostromexporteur fuer Jahrzehnte bleiben da der deutsche Strom der billigste in Europa ist. Durch den grosszuegigen und schnellen Zubau von EE-Anlagen wird er das auch bleiben.

    Hier nur die geplanten Sonderausschreibungen:

    http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/181103.htm

    Mit dem Kohleausstiegsplan (wenn er denn so umgesetzt wird) kommt noch ein Vielfaches zu.

    BayWa, Vattenfall und die anderen planen ab 2020 saemtliche EE-Grossanlagen ohne Zuschuesse, sogar das Handelsblatt hat das gemeldet:

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/neue-arbeitsplaetze-neue-wind-und-solaranlagen-energiekonzerne-machen-braunkohle-revieren-hoffnung/23904492.html?ticket=ST-405027-0SDrbMwcUcAIgX6090pa-ap4

  • #43
    Helmut Junge

    @Juri Hertel (42), "Der Transportenergiebedarf ist aber doch ein Papenstiel, wie geagt wurde das bereits an EE-Strom zugebaut."
    Auf den Transportenergiebedarf hatte ich Sie aber gar nicht angesprochen. Ich schrieb doch in (38)
    "Ja gut, und wo kommt der Strom für den Rest her, wenn alle fossilen und Kernkraftwerke abgeschaltet werden? Da bleibe ich zunächst mal skeptisch Herr Hertel. Im übrigen ist der Rest kein Pappenstiel, den man so einfach wegdiskutieren kann."
    Das ist doch das Problem. Wenn alle Kraftwerke abgeschaltet werden, ist weniger elektrische Energie da. Und dann können nicht einfach die für den Transport benötigten 90Tkwh/a so einfach abgezwackt werden. Deutschland muß dann riesige Mengen Strom aus dem Ausland importieren.
    Und um diese Frage schurbeln alle Verantwortlichen herum. Sie auch. Aber bei Ihnen ist es nicht so wichtig. Sie wollen Elektroautos, und machen dafür Werbung. Sie sind m.E. ja kein Regierungsvertreter. Jedenfalls keiner, der sich öffentlich so benannt hätte. Deshalb müssen Sie sich auch nicht für den "Rest" der Energieversorgung kümmern. Trotzdem frage ich Sie, ob Sie meine Bedenken verstehen, vielleicht sogar teilen. Schließlich sind Sie nicht auf meine Frage eingegangen.

  • #44
    Juri Hertel

    @43 Helmut Junge

    Wg. Zukunftsprognosen wenden Sie sich bitte an die Lottofee,die Kartenleserin oder an sonstige qualifizierte Kraefte.

  • #45
    Juri Hertel

    @ 36 ke

    Hier noch Daten nach Bundeslaendern (Lufttemperatur seit 1881):

    https://www.energy-charts.de/climate_y_avg_de.htm?source=airTemp_line

  • #46
    ke

    @45 Juri Hertel:
    Die Temperaturen sind prinzipiell interessant, helfen aber natürlich kaum bei meinem Energieeinspar-Validierungs-Problem.

    Hier könnte bspw. die relative Änderung des Heizkostenverbrauchs aller Haushalter einer Region im Vergleich zum Vorjahr helfen.
    Wenn ich mir meiner Energierechnung anschaue, erfahre ich viele Werte, die aber für mich total uninteressant sind.
    Selbst der Stromtarif ist nicht mit den Grundpreis und Verbrauchspreis auf der Rechnung als Einzelposten aufgelistet :-). Den müsste ich mir immer aus dem Verbrauch errechnen. Transparenz ist anders. Insbesondere wenn die alten Tarife für den Bestand steigen, während die neuen Tarife für die Vergleichsportale günstigere Werte haben.
    Aber solches Verhalten kann man ja als Kunde durch einen Anbieterwechsel "honorieren".

  • #47
    Helmut Junge

    @Juri Hertel (44), genau das habe ich befürchtet, daß einzig die Lottofee oder die Kartenleserin weiß, woher wir den Strom herkriegen, wenn all die Kraftwerke stillgelegt worden sind. Danke, daß Sie mich in dieser Hinsicht bestätigt haben. Aber ist es nicht traurig, daß die verantwortlichen Planer sich keinen Kopp machen, was passiert wenn?

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