30

Rauchverbot: Erfolg für Rot/Grün: Café Arminstraße in Gelsenkirchen macht zu

Grüne Volkserzieherin Barbara Steffens

Grüne Volkserzieherin Barbara Steffens

Wie immer ist es nur eine kleine Meldung in der Lokalpresse, meist reicht es noch nicht einmal für die Printausgabe, oft noch nicht einmal das. In Gelsenkirchen und Dortmund haben zwei Institutionen der jeweiligen Kneipenszene geschlossen oder sind kurz davor. Unsere kleine Doku-Serie zum Kneipensterben…

Gestern berichtete Der Westen davon, dass das „Café Arminstraße“ zum 28. September nach 40 Jahren, mit wechselnden Betreibern, schließen wird. Glaubt man dem Artikel und Freunden, mit denen ich gestern noch gesprochen habe, dann ist es ein netter Laden gewesen, doch damit ist es nun vorbei. Vierzig Prozent weniger Umsatz seit Beginn des Rauchverbotes haben den Betreibern der Kneipe keine Wahl mehr gelassen und die selbstgezogenen Stammgäste, die dort zur Kippe ihr Bier getrunken haben, können, müssen, dürfen sich nun einen anderen sozialen Raum suchen. Das eine bereits etablierte Cocktailbar in die Räumlichkeiten des „Café Arminstraße“ umzieht ist da kein Trost, haben beide Konzepte doch unterschiedliche Zielgruppen. Aber damit dürften Heike Gebhard und Markus Töns, beide SPD, kein Problem haben, haben doch beide für das Gesetz von Barbara Steffens gestimmt. Vielen Dank dafür!

Noch nicht einmal in den Lokalteil hat es das „Concilium“ in Dortmund geschafft, das schon vor einigen Wochen, nach immerhin 30 Jahren, geschlossen hat. Im Gegensatz zum „Café Arminstraße“ jedoch kannte ich den Laden, inklusive Zigaretten, Bier und der Schocken-Becher am Tresen. In der Nähe zur Uni gelegen war es Treffpunkt für unterschiedlichste Gruppen und Grüppchen. Linux-Stammtisch oder Weltrevolution, hier wurde vieles besprochen, geplant und auch wieder verworfen. Es wäre jedoch nicht ganz richtig zu behaupten, das rot/grüne Rauchverbot hätten dem „Concilium“ den Garaus gemacht. Der letzte Betreiber hat auf eine Nachfrage noch nicht reagiert. Symptomatisch ist jedoch, dass der Vermieter in Zukunft „lieber keine“ Gastronomie mehr in seinen Räumen haben möchte und in der Regel wissen die Vermieter von Gewerbebetrieben, was in ihren Immobilien funktioniert und was nicht. Offiziell bedanken kann man sich bei Armin Jahl, Gerda Kieninger, Nadja Lüders und Guntram Schneider also noch nicht dafür, dass ihre Zustimmung zum Rauchverbot das Ende des Conciliums verursacht hat.

RuhrBarone-Logo

30 Kommentare zu “Rauchverbot: Erfolg für Rot/Grün: Café Arminstraße in Gelsenkirchen macht zu

  • #1
    der, der auszog

    Kurz was zu den beiden Gelsenkirchener Abgeordneten Markus Töns und Heike Gebhard, beide SPD:

    Markus Töns hat sich in sofern aus der Affäre gezogen, dass er der Abstimmung über das Nichtraucherschutzgesetz ferngeblieben ist. Ob er dies aus Protest getan hat, um so dem Fraktionszwang zu entgehen, ob er krank war oder gar anderweitig behindert, weiß ich allerdings nicht.

    Heike Gebhard versucht ihren Kopf in der Form aus der Schlinge zu ziehen, in dem sie auf ihrer Internetseite was davon faselt, dass sie gerne eine Ausnahmeregelung für Eckkneipen gehabt hätte, wohl wissend, dass diese in ihrer Existenz bedroht sind. Warum sie trotzdem für das radikale Gesetz gestimmt hat, erklärt sie damit, dass die DEHOGA ihr keine andere Wahl gelassen hat. Wörtlich steht dort folgendes:

    „Für uns ist nicht nur die Gesundheit ein schützenswertes Gut, auch die Einraumkneipen stellen in Nordrhein-Westfalen ein Kulturgut dar, deren Fortbestand wir durch eine entsprechende angemessene Ausnahmeregelung gerne geschützt sehen wollten. Doch leider hat der zuständige DEHOGA bei der Anhörung sehr deutlich gemacht, dass sein Interesse an den Einraumkneipen nur strategischer Natur ist.“

    Verlogener geht´s eigentlich schon gar nicht mehr…

    Hier noch der Link zur Internetseite von Heike G. Punkt. Die Verlautbarung, die insgesamt 18 Sozialdemokraten unterschrieben haben, nennt sich „Persönliche Erklärung zum Nichtraucherschutz“ und ist dort chronologisch am 29.11.2012. eingebetet:
    http://www.heike-gebhard.de/aktuelles

  • #2
    Marc

    zum Concilium: 70m weiter ist das Baroper Eck, 150m der Baroper Hof. Beides Kneipen. Habe mich schon öfters gefragt, ob es nicht einfach sehr viele Kneipen gibt.

  • #3
    Michael Kolb Beitragsautor

    @ Der der auszog…

    Danke für die Information.

    @ Marc

    Und 200m in die andere Richtung ist „Haus Grasenkamp“… Keine Ahnung, welches Publikum der „Baroper Hof“ so anzieht, schaue ich mir jedoch das „Eck“ an… nun ja… da würde ich mal sagen, dass der ehemalige/typische Concilium Besucher da wohl nicht so ganz hineinpasst… Aber egal, auch diese drei Kneipen werden es schwer haben

  • #4
    Dummkopf

    Zugegeben, das Rauchverbot ist nicht dass, was meine (schlechten) Angewohnheiten unterstützt, aber:

    Wer sind die Leute, die erwarten, dass Arbeitnehmer, neben regelmässig beschissener Bezahlung, auf noch die Gefahr um ihre Gesundheit in Kauf nehmen sollen ?

    Bitte mit Name und Anschrift!

  • #5
    68er

    Herr Voss hat hier vor kurzem ja seine mehrteilige Serie über das Bermudadreieck veröffentlicht, bei der man sehen konnte, dass Kneipen immer wieder geschlossen werden bzw. ihren Pächter wechseln. Wenn man die Pächter fragt, liegt das eigentlich nie an ihrem Unvermögen oder ihrem Konzept sondern immer an irgendwelchen äußeren Einflüssen. So ist der Mensch nun einmal.

    Übrigens hat sich die Kaffeklatschrunde meiner Tante in ihrem Pfarrkreis aufgelöst, vielleicht recherchiert der Autor mal, ob das auch am Nichtraucherschutzgesetz liegt. Jetzt treffen sich dort die rüstigen Teetrinker, aber das ist ja eine ganz andere Zielgruppe und mit der Kaffeklatschrunde nicht vergleichbar.

  • #6
  • #7
    Stefan Laurin

    @68er: Die Wirte im Bermudadreieck rechnen damit im kommenden Winter ein Drittel ihrer Mitarbeiter entlassen zu müssen. Davon ab hat die Wirtin ja den Grund genannt – aber Sie wissen es bestimmt wieder besser. Nicht umsonst tragen Sie ja den Namen 68er – die wussten ja schon immer alles 🙂

  • #8
    Klaus Lohmann

    @Michael Kolb: Ich kenne das Concilium sowie dessen Betreiber gut, war mal quasi mein „zweites Zuhause“. Das Rauchverbot und die Verschärfung waren nur die letzten Tropfen zum Überlaufen des Fasses, es waren sehr vielschichtige Gründe, die zum Dichtmachen führten.

    @#5 68er: Wenn Sie glauben, eine rauchfreie Kneipe wäre weit weniger gesundheitsgefährlich für die paar Aushilfen, haben Sie noch nie in sowas selbst gearbeitet. Das haben die meisten Grünen in ihren Verbotsspielereien ja generell noch nie.

    @#6 Klaus: Richtig, die allein für sowas zuständige Arbeitsstättenverordnung überlässt es nämlich explizit dem Wirt/Betreiber, wie Arbeitsschutz in seinem Hoheitsgebiet umgesetzt wird. Aber solche juristischen „Spitzfindigkeiten“ haben die strammen Grünen ja auch noch nie gestört, siehe das Urteil zur E-Zigarette…

  • #9
  • #10
    Michael Kolb Beitragsautor

    @ Walter Stach

    Danke für die indirekte Bestätigung. Ich habe mehrere Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft zum Concilium gewohnt und „kannte“ die Betreiber aus Begegnungen im Supermarkt. Mir ist klar, dass es sich meist um vielschichtigere Probleme handelt, wenn eine Kneipe schließt. Aber, wie Du richtig gesagt hast, das Rauchverbot ist der letzte Tropfen und darum geht es. Das gesunde Leben liegt im Trend, Kneipen nicht mehr. Es wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis sich das Geschäftsmodell „Bier+Kippen+Reden“ von selbst erledigt hätte, Gäste wie wir sterben eben aus. Aber das wäre der Lauf der Dinge gewesen. Mich kotzt es jedoch an, wenn aus Regelungswut und Gesundheitswahn Dinge durchgeprügelt werden, die das Ende künstlich herbeiführen. Das ist ähnlich zu geldgierigen Verwandten, die den Arzt bequatschen, dass er den Stecker aus dem Beatmungsgerät ziehen soll.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @Michael Kolb: Denke, Du meintest mich, nicht Walter;-)

    Ich war länger nicht mehr dort am Start, aber hatte über den Flurfunk vernommen, dass es Kläusken Walz zumindest eine Zeit lang gesundheitlich nicht so dolle ging (aber er jetzt wohl wieder Mucke macht) und bei Ela weiß ich nicht, ob und wie die Solo-Belastung dann wieder mal durchschlug. Wie gesagt – ohne Garantie.

    Allerdings weiß ich zu 150%, dass der Laden ohne Rauchen und Raucher nur noch ein Schatten seiner selbst und dass das verdammt, verdammt schade ist. Und sollte hier die Nichtraucher-Miliz mitlesen – nein, es geht *nicht* um irgendeinen aufgezwungenen Gesundheitsscheiß, es geht um Menschen, Typen, Geschichten und ums LebenLassen.

  • #12
    Frank

    Cafe Arminstrasse kannte ich auch noch. Traurig und ärgerlich, was Rot-Grün da in pädagogischer Mission anrichtet. Ist ja ok, wenn zu Hause nur noch Bionade gesüppelt und vegan gelebt wird. Aber den wichtigsten Beitrag zum Wohlbefinden dieser Herrschaften leistet das gute Gefühl, das Leben der Anderen so allmählich ganz still zu legen.

  • Pingback: Links anne Ruhr (20.09.2013) » Pottblog

  • #14
    Peter Podewitz

    @4 Dummkopf
    Und was sind das für Leute, die gleiches von Möbelpackern, Lackierern undundund erwarten? Diese ganze Passivrauch-Hysterie ist maßlos überzogen. Im dicken, dicken Buch der Berufskrankheiten, also wo Menschen rechtssicher eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch ihre berufliche Tätigkeit nachgewiesen haben, hier wirst vieles und staunenswertes finden, nicht aber einen einzigen Fall von Passivrauch.
    Und wenn man Lungenkrebserkrankungen nach Berufsgruppen sortiert, dann werden die Kellner von beispielsweise Köchen chancenlos auf die ganz abgeschlagenen Plätze verwiesen. Und da Dir das Wohlergehen des Arbeitsmanns so sehr am Herzen liegst, wirst Du nun ja wohl nicht mehr in Restaurants die armen Köche ins Grab essen, oder? Sonst bitte Name und Anschrift.
    Aber um nicht immer nur zu meckern: Du hast ein glückliches Händchen für Nicks.

  • #15
    Nansy

    Auch hier in den Kommentaren finden sich wieder einige der üblichen Beschwichtigungen wieder: „die Kneipenschließungen haben ganz andere Ursachen..“ oder „die Kneipe ist ein überholtes Geschäftsmodell“.
    Ein Blick auf die Zahlen der Kneipenschließungen in anderen Ländern (z.B. Saarland nach dem Rauchverbot) oder der Pub-Schließungen in Irland und England zeigen aber was ganz anderes – gut, das ist bei rot/grün nicht gerade ein Ergebnis, das man gerne kommuniziert.
    Dafür stützt man sich dann lieber auf sogn. Studien aus Kreisen der Tabak-Kontrolle, die behaupten, dass angeblich rund 82 Prozent der Bürger für ein Rauchverbot in der Gastronomie sind. Die deutsche Antitabak-Päpstin Martina Pötschke-Langer hat nun zusammen mit der „Dieter-Mennekes-Umweltstiftung“, die seit vielen Jahren Antirauchprojekte betreibt, und Dietmar Jazbinsek, Antitabaklobbyist, bei der Düsseldorfer Landespressekonferenz Zahlen präsentiert, die den NRW-Widerstand gegen das Raucverbot kleinreden sollen.
    Mit diesen „Unterstützern“ fühlt sich die rot/grüne Regierung wohl…

  • #16
    Staf

    Hauptsache der Große Stefan weiß alles besser… Du bist der ignoranteste Schreiberlijg aller Zeiten!

  • #17
  • #18
    68er

    Es ist schon eine Gemeinheit, wenn die GRÜNEN sich um bedrohte Rohrdommeln und Fledermäuse kümmern, aber zu ignorant sind, die letzen frei lebenden Existentialisten hier im Pott zu schützen. Jedem Humanbiologen ist bekannt, dass diese schwarz gekleidete Spezie Mensch, die in Mitteleuropa in den ehemals industriell geprägten Landschaften z.B. an den Ufern von Ruhr und Mosel ihren Lebensraum fanden, sich vor allem durch Currywurst und Gerstensaft ernähren. Ihre bevorzugten Nistplätze liegen nahe verkehrsreicher Straßen, da für ihr Überleben eine hohe Konzentration von Feinstaub und anderer toxischer Stoffe von „existentieller“ Bedeutung ist. Durch das, maßgeblich von der ökologischen Bewegung der GRÜNEN Partei verursachte, Industriesterben und die damit immer toxidärmere Luft in vielen Gebieten unseres Landes, wird der Existenzialist seines natürlichen Lebensraums beraubt und versucht, z.B. durch die Inhalation anderer toxischer Gifte oder das Tragen toxischer schwarzer Stoffe:

    http://www.welt.de/gesundheit/article13673320/Gefaehrlicher-Chemikalien-Cocktail-in-Textilien.html

    die für sein Überleben notwendigen Bluttoxidwerte zu erhalten. Aber auch aus diesen letzten Nischen versuchen Bürokraten in Brüssel und Berlin und Düsseldorf die letzen frei lebenden Existenzialisten zu vertreiben, indem Sie toxische Stoffe z.B. in schwarzen Stoffen verbieten, den Verzehr von Currywursten am sog. Veggy-Day verbieten oder die letzen Raucherkneipen schließen.

    Heutzutage sieht man daher nur noch wenige Existentialisten abends einsam um die Häuser ziehen, wo sie auf der Suche nach den letzten illegalen Raucher-Kneipen herumstreunen, wo sie mit Gleichgesinnten rauchend und mit „schwarz“ aus Hong-Kong eingeschmuggelten Klamotten um ihr Überleben kämpfen.

    Wer am Sonntag die GRÜNEN wählt, könnte wissen, dass er letztlich für den EXODUS der letzten Existentialisten verantwortlich ist. Auch wer eine europafreundliche Partei wählt, entscheidet sich für das Aussterben dieser bedrohten Spezie.

    Daher fordere ich als Artenschützer ein sofortiges Verbotsverfahren gegen die GRÜNEN und den bedingungslosen Austritt aus der Europäischen Union!

  • #19
    filofix

    Aha, Kneipe mit ein bisschen Küche gab’s im Café Arminstraße. Dann durfte ja eigentlich schon seit Jahren nicht mehr geraucht werden, so dass zum 1. Mai eigentlich keine neue Situation eingetreten sein kann. Kann es sein, dass man, wie viele andere, das Gesetz seit Jahren ignoriert hat und sich jetzt wundert, dass die Lücken geschlossen wurden? In diesem Fall hielte sich mein Mitleid offen gestanden in Grenzen.

  • #20
    Nansy

    @68er #18:

    ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Ihr ironischer Beitrag unter der Rubrik Humor einzuordnen ist.
    Wenn dem so sein sollte, dann fehlen hier in Ihrer Aufzählung noch die letzten freilebenden Existenzialisten, die mit leichtem Übergewicht gerne mal ein Glas Wein trinken – denn denen wird es in den nächsten Jahren auch an den Kragen gehen. Aber – da haben Sie schon recht – alles nicht so schlimm, solange die neue, rot/grüne, gesunde Einheitsgesellschaft durchgesetzt werden kann….

  • #21
    Klaus Lohmann

    @#19: Kann es sein, dass Sie die Verschärfung des NiRSchG überhaupt nicht zur Kenntnis genommen bzw. das Wort „Raucherraum“ noch nie gehört haben? Und dass Sie *vor* dem 01.05. noch nie in einer Kneipe mit Raucherséparée waren?

    @#18 | 68er: Ihre achso „ökologisch-bewegten“ Grünen haben in NRW um die Jahrtausendwende mehr zur hinternkriechenden Industriebespaßung mit anschließender Ratlosigkeit und Vertuschung bei der Altlastenentsorgung beigesteuert, als dem gemeinen Existenzialisten selbst in seinen schlimmsten Albträumen gewahr wird. Ich möchte mir von diesen Schleimern, Wendehälsen und verkappten Lobbyisten noch nicht mal erklären lassen, wie man sich die Hände wäscht – was jetzt nicht ironisch gemeint ist.

  • #22
    Helmut Junge

    @68 (18)
    Damit nicht der Verdacht auf Raucherlobbyismus aufkommt zuerst mal: Ich bin Nichtraucher seit 1984 und weil meine Flimmerhärchen in den Bronchien wieder nachgewachsen sind, kann ich höchstens noch Qualm im Mund vertragen.
    Das reicht leider nicht zum Kiffen, also laß ich es ganz sein.
    In eine Kneipe gehe ich auch selten, weil ich sonst erst ein paar km fahren müßte, bis ich eine fände, in der ich gerne ein Bier trinken möchte. Dazu bin ich aber meist zu faul.
    Ich empfinde Ihre Satire zwar lustig, aber auch einseitig auf die persönliche Betroffenheit einzelner Raucher ausgerichtet. Darum möchte ich den Blick mal auf eine breitere Sicht ausweiten.
    (Das, was jetzt kommt, ist übrigens auch leicht übertrieben.)
    Was ich nämlich beobachte, ist ein neues Phänomen. Das sind z.T. große Gruppen vor den Kneipen. Das sind Raucher, die drinnen nicht mehr rauchen dürfen.
    Ich muß doch gar kein Prophet sein, um mir vorzustellen, dass viele dieser Leute bei schlechterem Wetter, z.B. im Winter dort nicht mehr stehen werden.
    Drinnen dürfen sie aber nicht rauchen. Was werden die dann machen?
    Dazu gibt es nur eine richtige Antwort. Die werden nicht immer, aber immer häufger, abends zuhause bleiben. Kneipen, die jetzt schon am finanziellem Limit stehen, werden dann schleßen müssen. Und am finanziellem Limit stehen viele jetzt schon. Das Kneipensterben läuft ja schon länger. Da wird nicht nur Leuten einigen etwas fehlen, sondern das wird auch Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.
    Viele Menschen werden nämlich keine kommunikativen Austauschmöglichkeiten finden.
    Vom Internet mal abgesehen. Wer damit nicht klar kommt, wird vereinsamen.
    Auch diese Entwicklung läuft schon sehr lange und betrifft schon fast zwei Generationen auch die, die, um Sie anzusprechen, um und nach 68 geboren sind. Die haben ihre Freunde als Kinder schon am Telefon abgewimmelt, wenn sie keine Lust hatten draußen zu spielen. Ich mußte noch an der Haustür klingeln und der Freund mußte mir dann ins Gesicht sagen, dass er keine Lust hatte zu spielen. was deutlich schwieriger ist als telefonsch abzusagen. Darum haben wir auch viel mehr draußen gespielt als spätere Generationen. Aber weil der Mensch Gespräche braucht, ersetzt heute immer häufiger die Sprechstunde beim Psychotherapeuten das normale Gespräch unter Freunden. Über kurz oder lang wird der psychisch kranke Mensch zum Normalfall.
    Und dazu wird neben anderen gesellschaftlichen Entwicklungen auch das Kneipensterben seinen kleinen Beitrag leisten.
    Also statt Lungenkrebs heißt es dann Klapsmühle. Das nenne ich fürsorglichen Schutz seitens der Regierung.

  • #23
    der, der auszog

    @#19 Filofix

    Ihrem „Aha“ folgt in der Regel ein „erwischt“ und ihre anschließende Bemerkung, was man wohl durfte und was nicht, befähigt Sie zu einen erstklassigen Denunzianten. Für den Fall, dass sie irgendwann einmal einen neuen Job suchen:

    Werden Sie Politesse!
    Dann können sie den ganzen Tag ‚aha‘ sagen und falsch parkende Autos aufschreiben. Nebenbei melden sie noch die letzten rauchenden Kneipen und alles wird gut.
    Na, wär das nix für Sie?

  • #24
    Nansy

    Ich möchte unbedingt noch eine Idee für die Plakatwerbung der Grünen loswerden 😉

    https://nrwgeniesst.de/documents/wahlplakat-ohren-2.pdf

  • #25
    68er

    @ Helmut Junge

    Ihr Gedanke mit dem Abwimmeln von Freunden am Telefon hat mir sehr gut gefallen. Ich habe das bei meinen Kindern auch beobachtet aber nie darüber nachgedacht, dass die Stubenhockerei auch an den modernen Kommunikationsmitteln liegen könnte. Da schein schon etwas dran zu sein.

    Ehrlich gesagt, habe ich mich früher zwar öfters mit Freunden auf der Straße getroffen, aber davon hat keiner geraucht und ich glaube auch nicht, dass ich die Sozialkontakte meiner Kinder dadurch erhöhen könnte, dass ich sie mit einer Packung Marlboro vor die Tür setze und sage, besuch doch mal Deine Klassenkameraden und chill ein wenig mit denen im Park.

  • #26
  • #27
    Max Treppner

    Ich lebe jetzt seit 12 Jahren in Dortmund, habe hier studiert. Aber vom Concilium höre ich heute zum ersten Mal. Von daher zweifel ich gerade, ob der Laden sooo eine Institution war und nicht eher eine Vor-Ort-Kneipe. Als ehemaliger (nichtrauchender) Kellner finde ich es gut, dass man nun rauchfrei arbeiten kann. Die verqualmten Arbeitsbedingungen waren mit ein Grund, wieso ich mir irgendwann einen anderen Studi-Job gesucht habe.

    Ein guter Unternehmer ist in der Lage, ein neues Konzept für seinen Laden zu finden und seinen Laden zu retten. Von daher finde ich es absurd hier den Gesundheitsschutz gegen wirtschaftliche Interessen aufzuwiegen. Nicht nur Raucher haben ein Recht zu rauchen. Auch ich möchte als Nichtraucher das Recht haben, soziale Kontakte in einer Kneipe zu pflegen, ohne dass ich gesundheitsgefährdendem Zigarettenqualm ausgesetzt bin.

    Mich würde noch eins interessieren: Was findet Ihr alle so toll am Rauchen? Was schmeckt Euch daran? Was ist daran toll, ständig eine Stange zwischen den Fingern herumzutragen? Ich glaube, Ihr verdrängt einfach Eure Sucht nach Nikotin, indem ihr das Rauchen zu einem angeblichen Lifestyle stilisiert.

  • #28
    Peter Podewitz

    @19 Filofix
    Wenn man mal davon absieht, daß Sie – wie bereits von anderen Kommentierern angemerkt – die Möglichkeit eine abgetrennten Raucherbereiches tapfer weggewünscht haben, bleibt ja wohl Folgendes: das verschärfte Gesetz musste her, weil die vorherige Regelungen allzu oft nicht beachtet wurde. Richtig?
    Prima: Da so dramatisch viele Autofahrer Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Halteverbote mißachten müssen wir jetzt also das Autofahrern in den Städten generell verbieten, oder?

  • #29
    Peter Podewitz

    @27
    Hatten Sie denn nicht bei der vorherigen gestzlichen Regelung „das Recht, soziale Kontakte in einer Kneipe zu pflegen, ohne gesundheitsgefährdendem Zigarettenqualm ausgesetzt“ zu sein? Oder hat Sie die bloße Existenz einer Raucherkneipe zwei Türen weiter irgendwie daran gehindert?
    Und dann leider, leider wieder dieses trotzig verzweifelte Gehampel um die böse „Sucht“, die Raucher von klarem Denken abhält, also nee wirklich!
    Alle ihre oberschlauen Fragen könnten Sie mir auch zu Cola stellen: was schmeckt mir daran? Was ist daran toll, ständig (?) ein Glas mit braunem Blubberwasser rumzutragen? Aber wahrscheinlich verdränge ich da meine – ganz klar – SUCHT nach Koffein und Zucker.
    Woher da jetzt die Nummer mit dem Lifestyle kommt, weiß ich nicht. Hat das hier irgendwer behauptet? Oder übersetzen Sie das schöne Wort ganz herkömmlich mit „Lebensführung“? Das ist natürlich schlimm, daß ich meine private Lebensführung nicht an IHREN Wünschen und Bedürfnissen ausrichte.
    Aber in einem Punkt haben Sie natürlich Recht:
    „Nicht nur Raucher haben ein Recht zu rauchen.“
    Und wir wissen ja alle, wie sehr dieses Recht, diese Freiheit durch Raucherkneipen mit Füssen getreten wurde.

  • #30
    Klaus Lohmann

    @#27 | Max Treppner: Neben der „Gnade des späten Zuzugs“ muss man Ihnen wohl zugute halten, dass Sie keine besondere Affinität zum Studentendasein oder Musikleben haben, sonst wäre Ihnen das Concilium (oder evt. die mit verbundene Deutschrock-Legende Klaus Walz) mindestens vom Namen her bekannt.

    Oder Sie definieren Studentendasein und Musikleben halt anders als die meisten Menschen in Dortmund bzw. im Ruhrgebiet, was dann auch sehr schön erklären würde, warum Sie trotz „Studi-Job“ fast blind durchs Leben laufen und so gar nicht zu wissen scheinen, warum in Ihrem angeblichen Kellner-Job die LUST auf Allohol und reichhaltiges Essen der stärkste Umsatzfaktor sind – es sei denn, Sie arbeiten bei den Anthroposophen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.