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ESC: Madonna hat keine „Töne vergeigt“

Madonna Foto: © Pascal Mannaerts / www.parcheminsdailleurs.com Lizenz: CC BY-SA 3.0


Unser Gastautor Björn Casapietra ist Tenor und Schauspieler. Die Hähme, mit der Madonna nach ihrem gestrigen Auftritt beim European Song Contest überzogen wird, kann er als professioneller Musiker nicht nachvollziehen.

Madonna hat keine „Töne vergeigt“.  Ihre Stütze hat versagt. Ihre Stütze war schwach. Es ist so unglaublich schwer mit zwei Liedern zu überzeugen. Viel schwerer, als ein ganzes Konzert zu singen. Bei einem Konzert kannst du warm werden, dich an die Akustik gewöhnen, Lied für Lied dich steigern. Wenn du nur zwei Lieder hast ist das Millionen mal schwerer als ein ganzes Konzert. Sie hat das gesamte erste Lied „Flat“ gesungen. Das heisst, die Töne waren im Grunde alle einen Hauch zu tief. Das hat nichts mit dem Singen zu tun sondern nur mit der Stütze. Und wenn die müde ist, wenn der Körper müde ist, dann funktioniert er nicht von null auf 100. Dann braucht er Zeit um langsam in Gang zu kommen. Ähnlich, wie ein kalter Motor. Hinzukommt, dass das in zunehmendem Alter nicht leichter wird.

Im übrigen wäre es viel viel besser gewesen, sie hätte die Songs umgedreht. Das neue zuerst (weil es wesentlich leichter zu singen ist da nicht so hoch) und das viel schwerere (da permanent in einer relativ hohen Tessitura) als zweites. Das hätte auch den Vorteil gehabt, dass sie mit ihrem großen Hit geendet hätte. Und es hätte den Vorteil gehabt, dass sie mit einem leichteren Lied Zeit gehabt hätte ihren Körper warm laufen zu lassen und sich an die Akustik auf der Bühne zu gewöhnen.

All jene, die sich jetzt den Mund über Madonna zerreißen, wegen eines zugegebenermaßen ziemlich krass versemmelten Auftritts, möchte ich bitten und zwar wirklich von Herzen bitten, sich jeden einzelnen verdammten Satz hiervon durchzulesen. Bis zu Ende bitte:

„Madonna stieg in den 1980er Jahren mit Hits wie Like a Virgin (1984), La Isla Bonita (1987) und Like a Prayer (1989) zum Megastar auf. Weitere Welthits wie Vogue (1990), Frozen (1998), Music (2000), Hung Up (2005) und 4 Minutes (2008), mit denen sie sich über Jahrzehnte hinweg an der Spitze der weltweiten Charts behauptete, schärften ihren Ruf als globale Pop-Ikone. Sie verkaufte zwischen 300 und 350 Millionen Tonträger weltweit. Damit ist sie die kommerziell erfolgreichste Sängerin der Welt und auf Platz 4 der erfolgreichsten Interpreten aller Zeiten. Das Guinness-Buch der Rekorde kürte sie im Laufe ihrer Karriere mehrfach zur erfolgreichsten Musikerin der Welt sowie zur Sängerin mit den meisten verkauften Tonträgern aller Zeiten. In der Geschichte der amerikanischen Billboard-Charts ist sie der erfolgreichste Solo-Künstler aller Zeiten und rangiert hinter den Beatles auf Platz 2.

Ihre Sticky & Sweet Tour (2008) und ihre MDNA Tour (2012) belegen die Plätze eins und drei der erfolgreichsten Welttourneen einer Sängerin. Die Musikfachzeitschrift Rolling Stone nennt ihre Blond Ambition Tour (1990) „die großartigste Konzerttour der 90er-Jahre“; die kontroverse Welttournee gilt in der modernen Musikgeschichte als Vorreiter heutiger Popkonzerte. Während ihr Musikvideo zu Like a Prayer (1989) vom Musiksender MTV zum popkulturell bahnbrechendsten Musikvideo aller Zeiten gewählt wurde, gilt ihr Album Erotica (1992) als das kontroverseste Pop-Album der 1990er-Jahre.

Der US-amerikanische Fernsehsender VH1 kürte sie 2012 zur Greatest Woman in Music, auch steht sie im Billboard-Ranking der erfolgreichsten weiblichen Künstlerinnen aller Zeiten auf Platz 1. Aufgrund ihrer Erfolge und ihres Einflusses auf andere Künstler gilt Madonna bei Musikwissenschaftlern und vielen Medien (u. a. World Music Awards und MTV) auch als einflussreichste Sängerin aller Zeiten. Sie wird von den Medien und ihren Fans auch als Queen of Pop bezeichnet. Zudem gilt sie als erste Frau im Musikbusiness, die jeden Schritt ihrer Karriere kontrollierte und stets volle Verantwortung für ihr Image in der Öffentlichkeit trug. Gemeinsam mit Michael Jackson und Prince gehört Madonna zu den drei wichtigsten Vertretern der modernen Popmusik. Angesichts ihres großen kulturellen Einflusses gehört Madonna laut Time-Magazine zu den 25 mächtigsten Frauen des vergangenen Jahrhunderts.

Neben sieben Grammys (u. a. 1998 für Ray of Light) erhielt sie auch zwei Golden Globes (1997 für ihre Darstellung in der Musicalverfilmung Evita und 2012 für ihren Filmsong Masterpiece aus dem Film W.E., bei dem sie auch Regie führte). Außerdem schrieb sie einige Kinderbücher (Die englischen Rosen, 2003) und wurde 2008 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Sie ist mit einem geschätzten Vermögen von über 1 Milliarde US-Dollar die reichste Person im Musikgeschäft.“

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26 Kommentare zu “ESC: Madonna hat keine „Töne vergeigt“

  • #1
    Frank Preuß

    Sorry, aber das ist ja ein grauenhaftes Plädoyer. Und was soll der endlose Wikipedia-Kram am Ende? Bedeuten große Erfolge Kritikverbot? Wenn eine so erfahrene Sängerin derart danebensingt, gibt es leider keine Entschuldigung. Zwei Lieder live und nicht „warmgesungen“, das haben nun tausende schon unfallfrei hinter sich gebracht. Sogar all die zweit- und drittklassigen Kameraden, die beim ESC antreten, bevor sie wieder in der Versenkung verschwinden.

  • #2
    Andy

    Der 2. Song war Vollplayback.
    Ansonsten singt sich jeder Sänger vorher ein.
    Das Madonna nicht live singen kann ist ja allgemein bekannt.

  • #3
    Klaus Lohmann

    @"Gastautor" (unbekannterweise):
    "..dass das in zunehmendem Alter nicht leichter wird"

    Du sagst es. Und alternde Stars werden entweder irgendwann ausgelacht oder sie merken, wenn sowas in die Hose geht. Madonna gehört wohl nicht zur zweiten Kategorie, trotz der unüberhörbaren Autotune-Unterstützung.

  • #4
    Robert Müser

    Sorry,
    aber aber der Auftritt war gruselig, es kann ja alles sein. Aber von einem Vollprofi kann man mehr erwarten.

    Wenn es überhaupt nicht anders geht, dann übt man sich im Playback, auch wenn dann die 60-jährige Sängerin mit der Stimme einer über 20-jährigen Sängerin singt. Die Fans stört es nicht und diese Blamage für das Image wäre nicht passiert.

  • #5
    antiandi

    Egal ob Madonna nun Töne vergeigt hat oder nicht…..dieser Kommentar ist ganz sicher vergeigt. Da wird so unglaublich fachkundig getan und dann der Mythos "Stütze" herangezogen, in der Hoffnung, dass kein Ruhrbarone-Leser mal nachfragt. Tue ich aber: Welche Lesart von "Stütze" ist denn hier bitte gemeint?
    Und was soll das, dass zwei Lieder so unglaublich schwierig sein sollen? Von jede*r Opernsänger*in wird erwartet, dass er/sie beim ersten Auftritt gleich voll da ist. Und oft genug gelingt das auch. Würde sich jemand erst bei seinem ersten Auftritt einsingen, das Publikum hätte wohl wenig Verständnis. Und: Das geht auch ohne elektroakustische Verstärkung usw.
    Auch das Altersargument ist ziemlicher Humbug: Madonna ist gerade mal 60. In dem Alter singen viele Frauen auch noch locker eine Isolde. Eine Millionengage bekommen die wenigsten dafür.
    Hier gebärdet sich jemand als "Experte", der es wohl besser sein lassen sollte, selbst wenn er schon mal in einem Musical mitgesungen hat und ab und zu irgendwo balladeske Liederabende gibt.
    Die Intention dieses Kommentars scheint einzig zu sein, eine andere Meinung als alle anderen zu vertreten. Das ist nur in diesem Zusammenhang ziemlich sinnlos. Madonna war ohne ihre Studiotechnik im Rücken noch nie eine gute Sängerin und wird es auch nicht mehr werden und am Samstag war es schlicht erbärmlich. Das macht ihre früheren Erfolge nicht kaputt, aber lässt ihre ohnehin seit Jahren rasant zerbröselnde Relevanz weiter schwinden. Der neue Song bestätigt das ebenfalls.

  • #6
    FrankN.Stein

    Wir wissen das Madonna berühmt ist, wir haben nicht seit den 80er unter einem Felsen gelebt. Deswegen kann sie als 61-jährige aber durchaus schon mal einen Auftritt versauen, zumal sie bei aller Berühmtheit die sie ALLERbeste Sängerin der Welt war sondern mindestens genauso sehr wegen ihrer Performance bekannt ist.
    Und das zweite Lied war vor allem einfacher, weil sie das einmal komplett durchs Autotunig gezogen haen, dann kann selbst der Dackel vom Nachbarn singen.

  • #7
    Uwe Brandt

    Danke für die Meinung und teilweise Faktenlage was Gesang betrifft.
    Aus meiner Sicht ist auch Madonna s Stimmlage nachgedunkelt. Der Song ist über 30 Jahre alt. Das Arrangement in diesem Fall wurde neu gemacht. Bei diesem Gepiepse wäre ich auch Off Key gekommen. Der Song hätte ganz anders neu arrangiert werden müssen. Und dann eben diese riesige Treppe runter in einem riesigen Kostümmantel und High Heels.
    Nach zwei Stunden buntem Treiben mit sehr guten Gesangsbeiträgen wäre Madonna mit einer Performance wie sie die bei den Billboard Music Awards vom Stapel gelassen hat, wesentlich besser angekommen.
    das knstlerisch-theatralische für den Song Contest wirkte da dann einfach zu depressiv.
    Das zweite Stück war eigentlich ein gewöhnlicher Reggae Track mit gutem Text aber leider sehr viel Effekten auf den Stimmen. Und der Co Sänger wirkte (sieht man auch bei Instagram, dass er und der Like a Prayer Arrangeur sich ordentlich was reingezogen haben müssen
    https://www.instagram.com/p/BxniCuolLZ3/) wie eine stoned Schlaftablette und antwortete etwas sehr wirr auf die Fragen des Moderators.
    Das Interview mit Madonna im Green Room fand ich super. Der Auftritt mit den beiden Liedern war sicher nicht ihr bester. Aber jeder, der eine so riesige Treppe in Highheels (keine gute Idee….) runterlaufen muss, sollte es mal versuchen PLUS Singen….

  • #8
  • #9
    Pierre

    Als Madonna-Fan der ersten Stunde bin ich zwar für die sehr professionelle Erklärung ihrer Indisposition “dankbar”, jedoch erklärt es gar nicht wieso sich jemand im Wissen seiner Live-Schwäche und unzureichenden Technik es antut ausgrechnet bei einem
    Gesangswettbewerb als “Halftime-Showact” aufzutreten, bei dem zwar mittlerweile alles vom Band kommt aber dafür ausschließlich live gesungen werden muss!!! Ungeachtet der Tatsache , dass sich jeder professionelle Sänger vor dem Auftritt einsingt um nötigenfalls auch quasi aus dem Ansatz heraus zB “nessun dorma” (ich rede hier nun nicht von Albanien Carisi) singen zu können (der eine mit guter Technik vielleicht kürzer, der andere länger) rächen sich die Anlockungen von finanziellen Angeboten dieser Größenordnung und der ewig andauernde Jugendwahn dann eben irgendwann! Bei geschätzten 200 Mio Zusehern und -hörern (vielleicht sogar die eine oder andere Million wegen Madonna mehr) ist das dann nur mehr peinlich. Nochmal: ich mochte sie und ihre Musik schon immer (Like a prayer war und ist auch musikhistorisch ein absolutes TopAlbum und reiht sich in eine Kategorie wie beispielsweise Thriller oder Joshua Tree uam) aber sie tut sich mit derlei Auftritten – mit und ohne Stütze – keinen Gefallen!
    Mein schlimmsten Befürchtungen wurden jedenfalls noch übertroffen!!!

  • #10
  • #11
    Klaus Lohmann

    @#7: "Aber jeder, der eine so riesige Treppe in Highheels (keine gute Idee….) runterlaufen muss, sollte es mal versuchen PLUS Singen"

    Die sonst jede Tour autoritär, akribisch, fast militärisch bis ins kleinste Toiletten-Detail planende Madonna ist also nach Tel Aviv geflogen, hat sich fette Highheels angeschnallt, hat sich in die Halle chauffieren lassen und erst beim Auftritt gemerkt, dass da eine Riesentreppe mit mörderischen Stufen auf sie wartet?? Und das glauben Sie jetzt selbst?

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  • #13
    Uwe Brandt

    @#11Es waren keine High Heels, aber ein doch sehr unpraktisches riesiges Kostüm.
    Die Ton-und Gesangsprobleme können verschiedene Ursachen haben.
    Das elektronische Arrangement war auch nicht so der Hit.

    Madonna hättte besser so einen Auftritt wie bei den Billboard Music Awards hingelegt. Der war sehr unterhaltsam und kam sehr gut an.
    Vielleicht ohne die technisch sehr aufwändigen und störanfälligen Avatare/Hologramme.

    Das wäre auch für ein Eurovision Publikum das Bessere gewesen, denn nach gut 2 Stunden buntesten Flimmer und Musik will man nicht unbedingt so kurz vor dem Voten eine Theater-mäßige und kunstvolle -zumindest mit interpretierbaren -Botschaften versehene Unterhaltung geboten bekommen. Das ist eben eher etwas für die kommende Tour,wenn M. auch was dazu sagen kann und ein Konzept dahinter steht.

    Geschadet hat es ihr aber nicht.Es wurden heute SECHS weitere Konzerte in London hinzugefügt. Und die US Konzerte waren ratzfatz ausverkauft.

  • #14
    U.Brandt

    @#9

    Na bei den Proben vorher / Rehearsals hatten auch etliche der anderen Eurovisionsteilnehmer erhebliche technische Probleme -aber das saß dann nach mehreren Durchläufen. Wenn ich richtig liege, hatte Madonna nur EINMAL noch proben können.Die kam ja relativ spät an und natürlich mussten auch die anderen Teilnehmer proben können.

    Wirkte auf mich eher so als ob sie Probleme mit dem Luft bekommen hatte. Vielleicht das Mieder unter dem Riesenkostüm zu eng geschnürt.Und zugelegt hat sie auch etwas. Da sie sehr klein ist, wirkt das natürlich immer gleich noch mal anders.

    Ich hatte mir das gestern noch mal angeschaut -OHNE eben die 2,5 Stunden davor. Fand das gar nicht so schlecht.Die paar Wackler ok:

    Hätte aber an ihrer Stelle was grundsätzlich anderes da geboten.

  • #15
  • #16
    Richard Wolf

    Mein Brief an einen Journalisten von Spiegel online.

    Wie schrecklich, wenn ein Journalist (Mann) mit seiner weißen, überheblichen und aufgeblähten Gehässigkeit und Häme über eine Künstlerin (die an einem Abend in Israel ein paar Töne falsch trifft) und ihr Gesamtwerk herfällt wie der Drache in der letzten Folge der siebten Staffel von Game of Thrones über die Mauer und dabei alles und jeden abfackelt. Ich bin kein Fan von Madonna, kann aber sehr wohl ihren kulturellen Gesamtwert ausmachen. Auch, daß der von ein paar falschen Tönen an einem Abend nicht geschmälert werden kann. Und ich erkenne, wenn ein hergelaufener Schreiberling diesen Wert mit einem frivolen Rundumschlag zu torpedieren versucht. Man könnte mit Freud, Lacan und Derrida bestimmt einen Grund ausmachen, weshalb sich ein Journalist derart an einer Legende vergeht, jedenfalls wenn man tief genug vordringt – aber so wichtig sind weder Sie, noch ihr Text. Auch wenn ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen werde, auf den widerlich sexistischen Unterton in Ihrem Text hinzuweisen: über einen sechzig Jahre alten Mann wären Sie nicht so hergefallen. Gut. Es ist Sonntag; ich muß meine Wäsche aufhängen und habe noch nicht gefrühstückt. Kommen wir also zum Schluß: während Ihr Name und Ihr falscher Ton gleich einer Eintagsfliege, die irgendwer mit einer Klatsche an der Fensterscheibe zerschlagen hat, schon lange vergessen sein werden, wird der Name von Madonna noch immer wie ein Stern am kulturellen Firmament leuchten, rechts neben der Callas, einer weiteren Diva, aus einem anderen Metier, der ein paar falsche Töne nichts anhaben konnten.

    Gruß RW
    (Richard Wolf)

    https://www.spiegel.de/kultur/musik/madonna-beim-esc-ein-tiefpunkt-ihrer-karriere-a-1268160.html

    Von meinem iPhone gesendet

  • #17
    Lucy60

    Sie ist Profi und verdient mäßig Kohle. Da kann ich erwarten, dass sie dafür auch die Leistung bringt oder es sein lässt. Wenn sie die biologischen Gegebenheiten nicht wahrnimmt, muss sie den Spott hinnehmen.

  • #18
    Klaus Lohmann

    "Kultureller Gesamtwert", wie putzig… Ein Totschlagargument gegen jegliche Kritik, alle "Nestbeschmutzer", alle "Idolzerstörer". Meingott, wie peinlich naiv und hechelnd hörig so Popfans doch immer wieder sind;-))

  • #19
    Klaus Lohmann

    Und nochwas im Abgang an die hier versammelte Madonna-kann-auch-mit-Rasierschaum-im-Mund-und Armen-auf-dem Rücken-festgebunden-gut singen-Fraktion:
    Ich kann mich an ein Toto-Konzert vor einigen Jahren mit Bobby Kimball (nur einen Grammy weniger als Madonna und für richtige Musiker mind. genauso wichtig) erinnern, in dem er völlig neben der Spur gesungen und die meisten Einsätze verpennt hatte, fast wie komplett stoned. Da bin ich ihm nicht nur wg. der gesalzenen Kartenpreise bis heute noch ultraböse drum. Trotzdem hat der Mann danach weiter geniale Konzerte abgeliefert (er ist 72!) und ich feiere ihn dabei. Kommt also langsam mal runter von eurem Ego-Trip.

  • #20
    Uwe Brandt

    Die sehr theatralische Aufführung mit Gasmaskenballet hatte einfach nicht gepasst.

    Die paar Stimmwackler am Anfang fand ich selbst nicht schlimm – aber nach der bunten Show hätte ich soetwas wie den Billboard Awards Auftritt Medellin mit Maluma gebracht. Das wäre auch besser angekommen. Und vorher ein Hitmedley. Da wäre das Publikum abgegangen.

    Für sich alleine genommen und z.B. bei der anstehenden Tournee 2019/20 ist das nicht schlecht.
    Nach einem sehr bunten Abend in Tel Aviv und nachdem kurz vorher 700 Raketen auf das Land nieder gegangen waren, passte das einfach nicht und hinterließ entsprechend auch ratlos zurück.

    Hätte ich so nicht gemacht. Madonna wird in den letzten Jahren ohnehin nicht wirklich gut beraten.
    Das entscheidet sie ja alles nicht ganz alleine.

  • #21
    Jürgen

    Die paar Stimmwackler? Die alte Frau lag mit 70% der Töne daneben. Aber so ist das wenn man es noch nie konnte. Und auf einmal der Technik beraubt sich auf das eigene Können verlassen muß. so manch einer oder eine ist dann verlassen.

  • #22
    Jinroh

    Lieber Gastautor,nehmen wir an sie gehen zu einem Bäcker der als bester im Guinness Buch geführt wird,zahlen viel Geld für Kuchen und der ist scheisse…würde es Sie in irgendeiner Weise trösten, wie viel Preise er bisher bekam für den Kuchen?

  • #23
    Uwe Brandt

    Meine Güte – ich bin seit über 30 Jahren Madonna Fan.
    Die Frau hat ihren Status in der MusikGESCHICHTE nicht nur durch den einen durchwachsenen Auftritt, der auch thematisch nicht passte.

    Von mir aus konnte sie 200 Prozent mit den Tönen daneben singen: ICH BLEIBE FAN.

    Hab sie selbst schon mehrfach rein akustisch singen gehört und das war in der Regel sehr ok.

  • #24
    Holger Dickmann

    Was soll denn das heißen: Sie habe noch nie richtig singen gekonnt. Habt Ihr hasserfüllten Möchtegernexperten jemals die Blond Anbition Tour oder die Who’s that girl Tour gesehen??? Ich bin vielleicht kein Musikexperte und mag sein, dass ich genau aus diesem Grund ihre Live-Auftritte vergangener Jahrzehnte sehr zu schätzen weiß, aber in den 80er Jahren gab es wohl noch keinen Autotune und es hört sich auch nicht alles digitally remastered an und wieso haben Millionen Fans die Videos ihrer Tourneen gekauft????

    Was für ein erbärmliches Musikverständnis habt Ihr alle eigentlich??? Musiker müssen sich nicht alle in negro spirituals jaulende black mammas mit angeblich tiefempfundener Seele vorgetragenen Tiergeräuschen verwandeln. Jane Birkin, Carla Bruni oder Isabelle Adjani haben alle viel bessere Stimmen als Adele oder Amy Winehouse. Und wahre Künstlerinnen wie diese drei oder Madonna wissen, dass Musik mehr beinhaltet als gewaltiges Stimmvolumen.
    Wenn man Euch ein paar Lieder von Arielle Dombasles Rockabilly Album vorspielen würde, würdet Ihr ihr dünnes Stimmchen auslachen, weil Ihr so grenzdebil seid und nicht mal wisst, dass sie auch Opernarien mit kraftvollen Stimmvolumen meistert.
    Aber was mich am meisten ankotzt, ist die Tatsache, dass Beyoncés oder Rihannas "Musik" als gut empfunden wird, obgleich die aktuelle Musik aus Amerika entsetzlich kakophon ist und schwarze Elemente, die internationale Musikszene unwiederbringlich verseucht hat. PFUI. Gott, seid Dank gibt es noch la patrimoine française.
    P.S. Künstler wie Brassens haben der Musik liebenden Welt, zu der man Euch nicht rechnen darf, gezeigt, dass es auf mehr ankommt als eine wunderschöne Stimme.
    Ach ja und die Theatralik, die in Madonnas Auftritt lag: SUPER.

  • #25
    Arie Knipscheer

    Ich wundere mich bereits seit den 80ern, wie man mit so wenig gesangstechnischem Talent eine Weltkarriere hinlegen kann. In der heutigen Zeit reicht es offenbar mit dem Po zu wackeln. Dem Gastaitor spreche ich jegliche musikalische Qualifikation ab.

  • #26
    Uwe Brandt

    @Arie Knipscheer
    Auf den Facebook- und Instagram Seiten ist Madonna zu sehen, wie sie für die anstehende Tour Like A Prayer mit einer großen Frauengruppe aus Portugal probt. Da singt sie schon gut.

    Sie hatte ja auch nie für sich in Anspruch genommen, eine Gesangs Diva a la Whitney Houston, Celine Dion, Mariah Carey etc zu sein.
    Aber sie KANN schon sehr gut singen. Das sieht man auch in der Doku "I m gonna tell you a Secret", die sie u.a. beim Gesangsunterricht zeigt. Das war damals als sie Evita drehte. Da muss man schon für Singen KÖNNEN.

    Madonna war schon immer eher ein Gesamtpaket – eben mit aufwändigen Performances.
    Sie hatte als Tänzerin eigentlich gestartet, aber damals dann eben mitbekommen als Background-Tänzer und -Sängerin bei Patrick Hernandez ("Born to be alive"), dass man damit insgesamt wesentlich mehr Möglichkeiten hat.

    Aber so einfach war das alles nicht – sie hatte sich da schon uin New York ordentlich durchbeißen müssen.

    Das kommende Album wird jedenfalls wieder gut rezensiert. Ich bin gespannt.

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