Geht Demokratie nur in der Dunkelheit?

Ausgehmeile in Bochum: Das Bermuda-Dreieck Foto: Roland W. Waniek Überarbeitet: Dall-E/OpenAI


Am Samstag findet zum 18. Mal die Earth Hour statt. Zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr sollen die Bürger das Licht ausschalten. Die Stadt Bochum will mit der Dunkelstunde nicht nur für das Klima, sondern auch für die Demokratie demonstrieren.

Die Idee eine Stunde lang das Licht auszuschalten, um ein Zeichen für die Umwelt, das Klima oder die Streifenhörnchen zu setzen ist schon immer dumm und reaktionär gewesen: Die Earth Hour  steht für eine menschenfeindliche Ideologie, die in Armut und Verzicht und nicht in technologischem Fortschritt die Lösung der Umweltprobleme sieht.

Der Stadt Bochum reichte diese böswillige Unsinn nicht aus, sie erklärte ihn kurzerhand zur demokratischen Tugend.“ In der Pressemitteilung zur Earth Hour lesen wir: „Mit der „Earth Hour“ fordern Menschen, Städte und Unternehmen weltweit mehr Einsatz für den Klimaschutz und stellen sich hinter die demokratischen Grundwerte des friedlichen und bunten Miteinanders.“ Wer sich für demokratische Grundwerte und ein friedliches Miteinander einsetzen möchte, sollte alles tun, aber nicht den Verzicht auf Wohlstand und Technik predigen, denn beides bildet die Grundlage für freie, demokratische Gesellschaft. In der taz antwortete die Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln  im November vergangenen Jahres auf die Frage, ob Deutschland sich auf dauerhaftes Nullwachstum einstellen muss : „Wir sollten uns lieber fragen: Wie bekommen wir wieder mehr Wachstum? Denn bleibt das aus, ist der gesellschaftliche Frieden in Gefahr. Wir wissen aus der Forschung: Demokratie ist gut für Wirtschaftswachstum, aber Wirtschaftswachstum ist auch gut für die Demokratie. Wenn wir langfristig kein Wachstum hätten, bekämen wir ein ernsthaftes Problem.“

Und Hanno Sauer kommt in seinem Buch „Moral: Die Erfindung von Gut und Böse“ zu dem Schluss: „Es waren vor allem neue sozioökonomische Veränderungen, die die Fortschrittsdynamik der Moderne ab der Mitte des 20. Jahrhunderts entfesselten. Erst unter Bedingungen relativer ökonomischer Sicherheit und politischer Stabilität konnten sich die emanzipatorischen Werte von Gleichheit, Inklusion und Freiheit zu ihrem Recht verhelfen.“

Wer der Demokratie etwas Gutes tun will, muss sich für billige Energie und Wachstum einsetzen. Wer gleichzeitig auf CO₂-Vermeidung setzt, wird über neue Formen verlässlicher Energie, einschließlich Kernkraft, zumindest reden müssen.

Wer das Wer die AfD stark machen möchte, träumt von dunklen Städten. Wer das nicht will, sollte sich an Goethes angeblich letzte Worte erinnern: „Mehr Licht“

 

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