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„Genderverbot“ in Bayern: Sowas kommt von sowas

Der Tegernsee in Bayern Foto: Robot8A Lizenz: CC BY-SA 4.0


Wache! Zur Hilfe!

Mit Bayern hat das erste Bundesland nun das Gendern in der Amtskommunikation sowie im Bildungsbereich untersagt. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Von einem Kulturkampf ist die Rede, einer Zensur und einer Gefahr für die Vielfalt. Entsprechende Kommentare kommen ausschließlich dem idenitätslinken Spektrum, das die jetzt eingeforderte Freiwilligkeit überhaupt niemandem zugestehen wollte. Realitätsabgleich: An zahlreichen Universitäten gibt es klare Vorgaben für „gendergerechte Sprache“. Die Studenten sind gezwungen zu gendern, ob sie wollen oder nicht. Andernfalls, das zeigt ein Beispiel aus Kassel, drohen Punktabzüge. Eine Strafe dafür, die Sprache korrekt und entsprechend der Grammatik zu nutzen. Sprache formen, um Menschen zu formen.

Ein erhabener Kreis wohlwissender Weiser hat beispielsweise für die Heinrich Heine Universität auf 20 Seiten festgelegt, was genau gendergerecht ist und was eben nicht. Faktisch ist es ein Amtssprachenverbot. Bemerkenswert: Direkt auf Seite 7 findet sich der Hinweis, dass eine Generalklausel, also die Aussage, dass Frauen selbstverständlich mitgemeint sind, unzulässig sei. Für eine Universität mit Germanistikfakultät ist das spannend, denn genau das ist eigentlich die Idee des „Genus Commune„, die wenigstens den Germanisten bekannt sein sollte. Auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie in zahlreichen Medienpublikationen wird regelmäßig gegendert, auch wenn dafür der Sinn der deutschen Sprache völlig verzerrt wird. Ein beliebtes aktuelles Beispiel sind die „Studierenden“ oder „Radfahrenden“. Wie genau Radfahrende aber jemals wieder vom Fahrrad steigen können, bleibt unklar. Sie wären dann nicht Rad fahrende Radfahrende, wohingegen es dem Radfahrer unbenommen bleibt, ob dieser gerade fährt oder nicht. Mit immer neuen Sprachzüchtungen versucht die Identitätslinke totalitäre und völlig wissenschaftsfreie Vorgaben und Denkideen mit Zwang in den Köpfen der Menschen zu verankern. Bayern setzt diesem Treiben jetzt zumindest im öffentlichen Raum ein Ende. Geschlagen mit den eigenen Waffen – selbst schuld. Die ganze Debatte ums Gendern wäre nie in der Form entbrannt, wenn Befürworter des Genderns es nicht mit Nachdruck unternommen hätten, absolut alle zum Gendern zu zwingen.

Die Idee ist immer die gleiche: Die deutsche Sprache sei maskulin und exklusiv, im Kampf für die Anerkennung und Gleichheit der Geschlechter (in ihrer mannigfaltigen Zahl) gebe es nur einen Weg: Immer neue Genderideen und Vorgaben, die die Sprache so formen, wie man meint sie gerade zu brauchen. Mit „ens“ hat sich Lann Hornscheidt sogar einen gendergerechten Artikel ausgedacht, das dazugehörige Video ist in Rekordzeit viral gegangen und dient zur Erheiterung bei Social Media. Meine Germanistikbildung ist mittlerweile etwas über 17 Jahre alt und entstammt der Oberstufe. Ein Chemie-Leistungskurs ist vollkommen ausreichend, um den Unsinn der Homöopathie unzweifelhaft zu belegen, ein Deutsch-Grundkurs, um die irrigen Ideen des Genderns sauber zu beschreiben.

Das Genus ist das grammatikalische Geschlecht. Wache, zur Hilfe. An wen denken Sie? Richtig, an eine trainierte, sportive Amazone mit einem langen Schwert oder Bogen, immerhin ist „die Wache“ im Genus weiblich. Völlig losgelöst davon, ob die Wache nun eine Amazone oder ein männlicher Soldat ist. Das Sexus ist das biologische Geschlecht, das „tatsächliche“ Geschlecht. Beides hat wirklich gar nichts miteinander zu tun. Ebenfalls 17 Jahre alt ist die Handreichung der Frauenbeauftragten der Ludwig Maximilian Universität München, dort wird auf 14 Seiten dezidiert erklärt, weshalb eine „Vergeschlechtlichung der Sprache“ niemandem dient und Probleme erzeugt, wo keine sind.

Das Beschluss der bayrischen Staatskanzlei ist entsprechend kein Verbot. Es ermöglicht eine Rückkehr zur Sprache und somit auch zur Sprachwissenschaft. Zur diskriminierungsfreien, alle Geschlechter berücksichtigenden Kommunikation. Ganz ohne immer neue Fantasiegebilde.

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