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Habeck: Rückgang der CO2-Emissionen auf Kurs – Wir rauchen jetzt vor der Tür, statt im geschlossenen Raum

 

Robert Habeck Foto: rawpic@protonmail.com Lizenz: CC BY-SA 4.0


Das Bundeswirtschaftsministerium stellte heute vor, dass man das Klimaziel für 2023 überfüllt habe. „Wir sind auf Kurs“, so Robert Habeck. Ein Blick auf die Details zeigt: Mit der Meinung ist er völlig alleine, selbst linke & grüne Quelle haben erkannt, dass das Unsinn ist.

Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten erlebt, wie es im Ruhrgebiet immer sauberer wurde, die Luft immer besser und man Wäsche sogar im Garten trocknen konnte. Meine Oma konnte das lange Jahre nicht, die Wäsche wäre morgens schwarz gewesen. Heute kaum vorstellbar, noch vor wenigen Jahrzehnten Realität. Mein Vater war als Kind über Jahre wegen der so genannten Krupp-Lunge in Behandlung. Ihm fehlte körperlich gar nichts, die Luft war zu dreckig.

Klima- und Umweltschutz ist nicht nur die Reduktion von CO2. Es ist bewusster Umgang mit Ressourcen. Und da ist Deutschland weltweit führend und liefert dazu die qualitativsten Produkte. Wenn man Klimaschutz ernst meint, dann sorgt man dafür, dass möglichst viel Industrie in Deutschland bleibt. Die Abwanderung von Industrie ins Ausland ist das größte Desaster für alle Bestrebungen Klimaschutz, Umweltschutz oder Ressourceneffizienz zu betreiben. Das ist ein bisschen so, als rauche man vor der Tür, statt in geschlossenen Räumen, in der Hoffnung damit den Körper weniger zu belasten.

Es ist nicht notwendig, liberale, wirtschaftsfreundliche oder konservative Quellen zu zitieren. Die Darstellung ist so offensichtlich unsinnig, dass Akteure aus dem ganz klar linken Spektrum zu dem gleichen Ergebnis gelangen.

„Hinter den vordergründig guten Emissionszahlen steckten zu einem großen Teil deutliche Produktionsrückgänge in der energieintensiven Industrie.“, kommentierte etwa Greenpeace.

Um etwa 74 Millionen Tonnen ist der CO2 Ausstoß im vergangenen Jahr in Deutschland gesunken. Davon entfallen nach Berechnungen des Thinktanks Agora Energiewende etwa 15 % auf den Umstieg auf EE-Erzeuger. Nahezu der gesamte Rest resultiert also aus der Abwanderung von Industrie ins Ausland. Sprich: Das CO2 wird ausgestoßen, nur eben woanders und mit deutlich stärkeren Konsequenzen für Natur und Umwelt. Der stetige Denkfehler ist die Annahme, dass etwas weg ist, nur weil man es nicht mehr sieht. CO2 in nationalen Grenzen zu denken ist völlig sinnlos.

Jedem sollte klar sein: Es ist egal, welche Nationalität das CO2 hat, die Grenzkontrollen in der Erdatmosphäre sind ganz übel.

Nehmen wir einmal die 74 Millionen Tonnen Reduktion an. China hat im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch beim CO2-Ausstoß erreicht. Die Zunahme an CO2-Ausstoß lag bei 1,37 Millionen Tonnen pro Tag. Genau lesen. Pro Tag.

Sprich: Alles, was in Deutschland im vergangenen Jahr abgewandert ist, kaputt gegangen ist und auch, positiv, in EE-Anlagen investiert wurde war in etwa 54 Tagen von China alleine egalisiert. Betrachtet man den die gesamte Welt, ist die Situation noch fataler.

Deshalb ist es so entscheidend, um Technologieführerschaft zu kämpfen und diese wieder zu gewinnen. Produktion findet sowieso statt, Menschen fliegen sowieso in den Urlaub und Mobilität gibt es auch. Es findet dann eben nur in anderen Teilen der Erde statt, mit stärkerer Belastung für die Umwelt und langfristigeren Schäden für das Klima. COP28 hat das erkannt und den Weg ziemlich klar skizziert, nur dass Deutschland dabei aktuell kaum eine Rolle spielt. Und das ist falsch.

Die Industrie in Deutschland (und Europa) zu erhalten ist Klimaschutz. Hierfür benötigt Deutschland eine zuverlässige und wettbewerbsfähige Energieversorgung.

Die Erkenntnis ist auch nicht neu, umso überraschender ist, dass der Wirtschaftsminister die Entwicklung als positiv beurteilt. Bereits im November analysierte die nicht für ihre Wirtschaftsfreundlichkeit bekannte taz „Schrumpfende Industrieproduktion: Energieverbrauch auf Rekordtief“. Welchen Kurs Wirtschaftsminister Habeck meint, ist völlig unklar.

Wer sich aktuell ernsthaft über den reduzierten CO2-Ausstoß freut, raucht jetzt vor der Tür, statt im geschlossenen Raum.

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