IGA: Etwas Wasser in den Öko-Wein

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Das Ruhrgebiet wird die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027 ausrichten und alle sind schon ganz wuschig, denn es winken 42 Fördermillionen . Klar, das man dann auch gerne in Superlative verfällt: Die IGA sei ein Projekt in der Größe der Kulturhauptstadt und würde den Abschluss einer Grünen-Dekade bedeuten. Karola Geiß-Netthöfel, RVR-Regionaldirektorin ist sieht das Ruhrgebiet auf dem Weg zur Modellregion: 
„Die Landschaftsparks, Halden und Gärten in der Metropole Ruhr sind bereits innovative Beispiele für regionale Stadt- und Freiraumplanung. Mit der Grünen Hauptstadt Europas Essen 2017, InnovationCity Ruhr und der klimametropole RUHR.2022 macht sich das Ruhrgebiet in den nächsten zehn Jahren gemeinsam auf den Weg, Modellregion für Grüne Infrastruktur zu werden. Die IGA 2027 wird dabei den krönenden Abschluss bilden.“ Und Josef Hovenjürgen, Vorsitzender des Ruhrparlaments träumt von neuen Jobs: „Unser Ziel ist es, eine lebenswerte Stadtlandschaft zu gestalten und gleichzeitig die Wirtschaftskraft unserer Region zu stärken. Konkret heißt das, Investitionen im grünen Sektor anzustoßen, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen und das Image zu verbessern.“
Was man nun einmal so sagt, wenn man bald im Land, im Bund und in Europa mit dem Klingelbeutel herumlaufen wird.
In Berlin, wo die IGA im kommenden Jahr stattfindet, ist man etwas nüchterner: Die IGA findet dort im Problemquartier Marzahn statt, es wird eine Seilbahn geben und der einstiger  Frank Zander (Hit: Oh Susi) wird auftreten. Ich glaube übrigens nicht, dass die IBA im Ruhrgebiet eine so große Wirkung wie in Marzahn haben wird: Sie wird sich über das ganze Ruhrgebiet verteilen und so wieder kaum zu merken sein. Always different, always the same….

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4 Kommentare

  1. #1 | KE sagt am 9. Dezember 2016 um 10:14 Uhr

    Bis zu dem Zeitpunkt werden die vielen Lagerhallen und Parkplätze des Jobwunders Logistik nicht mehr benötigt. Wenn die Gebäude dann so schön überwuchern wie auf Phoenix West, ist es wirklich grüner.

    Vielleicht schfft unser Öko Wunderland bis dahin sogar das Verlegen von ein paar Gleisen für ejne schnelle SBahn.

  2. #2 | Walter Stach sagt am 9. Dezember 2016 um 15:18 Uhr

    Eine Chance für die Menschen im Ruhrgebiet, daß die Welt, in der sie leben, -noch- lebens- und vielleicht sogar noch liebenswerter werden könnte.
    Eine Chance für die Region -oder nur für einige Städte?-, national-international für sich zu werben.

    Ob diese Chance so genutzt werden kann, so genutzt werden wird, daß die von mir erhofften Wirkungen eintreten, hängt von den Akteuren im Revier ab -von Politik und Administration und von allen (!!) übrigen gesellschaftlich relevanten Akteuren.

    Risiken, so weit ich welche erkenne, scheinen beherrschbar. Ich denke dabei vor allem an finanzielle Risiken.

    Ganz entscheidend für ein erfolgreiches Projekt "IGA 2o27 im Revier" wird sein, welche Persönlichkeit dieses Projekt federführend (!!) managen wird. So wie Karl Ganser die IBA , sollte eine, einer gefunden werden, die/der……????

    Dass "man" seitens der geborenen oder so gewordenen Dauernörgler im Revier mit allen möglichen Argumenten schon die Idee als solche "verdammen" wird, führt, so hoffe ich, nicht dazu , daß man alsbald das Projekt verwirft und nicht alle Chancen (und Risiken) gründlich bedenkt , prüft und abwägt, bevor endgültig entschieden wird.

    Dass "man" sich als Projekt-promoter , wann, wo und wie auch immer, (unabhängig von den sich in "Dauer -nörgelei" befriedigenden Menschen)auf die wohlbegründete Bedenken und auf eine sachliche, offene und öffentliche Auseniandersetzung damit einzustellen hat, erscheint mir selbstverständlich. Denn viele Menschen werden Defizite in der örtlichen/der regionalen Infrastruktur zum Anlaß nehmen, dafür und nicht für die IGA den Einsatz öffentlicher Mittel zu verlangen. Es ist bekanntermaßen nicht so einfach, den Menschen zu erklären und sie davon zu überzeugen, daß es kommunal, daß es regional eben nicht möglich ist, eine solche "Umschichtung" öffentlicher Mittel durchzusetzen.

    Mir scheint es zudem ehe kontraprokutiv zu sein, wenn das Projekt IGA 2o27 vornehmlich deshalb "angepriesen" wird, weil es der Schaffung und der nachhaltigen Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Revier dienen könnte. Ich kann jedenfalls nicht erkennen, daß sich wegen der Realisierung dieses Projekt nach 2o27 -unter ansonsten gleichbleibenden Bedingungen- die Zahl der (Voll-)Erwerbsstellen bzw. die der Ausbildungsplätzen im Revier dauerhaft und nennenswert erhöhen dürfte.

    Zusammengefaßt:

    Ich sage Ja zu der Idee "IGA 2o27" im Revier.

    Ich hoffe auf eine umfassende, gründliche, transparente Diskussion über die Chancen und Risiken des Projektes und auf eine durch jedermann nachvollziebare Chancen/Risiken Abwägung, und das möglichst ab sofort.

    Ich hoffe sehr, daß "man" d e n Manage/d i e Mangerin findet, die als fachkompetente Führungspersönlichkeit mit Erfahrungen in vergleichbaren Projekten federführend die Projektverantwortung übernehmen könnte -möglichst bald- und "man" im Revier dieserhalb auf parteipolitischem "Spielchen" und parteipolitische "Postenschachereien" verzichtet.

  3. #3 | Helmut Junge sagt am 9. Dezember 2016 um 16:20 Uhr

    42 Fördermillionen werden im sandigen Nichts versickern ohne Restfeuchtigkeit im Sand zu hinterlassen. Angesichts der Größe des Ruhgebiets (Schreibfehler!) ist das noch nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

  4. #4 | Martin Kaysh sagt am 10. Dezember 2016 um 09:42 Uhr

    Diese IGA ist so inbedeutend, dass am Tag zwei nach der Verkündung der entsprechende Wikipedia-Beitrag noch nicht aktualisiert wurde.

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