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Islamischer Staat: Erst Madrid erobern, dann verhandeln?

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In Frankfurt diskutierte am vergangenen Mittwoch die Friedensbewegung über den Umgang mit dem Islamischen Staat. Viele würden gerne mit den Terroristen verhandeln und waren enttäuscht, dass die gar keine politischen Forderungen haben.

Das Haus am Dom ist die gute Stube der Frankfurter Katholiken. Im Schatten des Domes gelegen, in dem die letzten zehn Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation gekrönt wurden, trifft man sich zu Diskussionen über die Befindlichkeiten von Männern oder Religion und Alter. Am Mittwoch Abend stand allerdings härtere Kost auf dem Veranstaltungsplan: Gemeinsam mit der katholischen Friedensgruppe Pax Christi und der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG/VK) lud das Haus zu einer Diskussion über das Thema „Islamische Staat – Vernichten oder diplomatisch anerkennen?“ Nach den Anschlägen von Paris und der Bombe in einem russischen Flugzeug, nach Tausenden von bestialischen Morden, dem Verkauf von Sklavinnen und Drohungen gegen fast jeden Staat auf der Welt, für den Menschenrechte mehr bedeuten, als das Recht, einem Andersgläubigen die Kehle durchzuschneiden, eine etwas absurd anmutende Frage.

Miteinander diskutieren sollten die italienische Terrorexpertin Loretta Napoleoni und der Journalist Andreas Zumach, der unter anderem für die taz arbeitet. Doch leider hatte der Moderator Thomas Wagner für die Besucher als rstes eine Enttäuschung parat: Loretta Napoleoni hätte ihre Teilnahme am Freitag abgesagt, der Besuch würde sich für sie nicht lohnen, die Aufmerksamkeit der Medien sei zu gering. Immerhin wollte sie ihr Buch „Die Rückkehr des Kalifats“ bewerben, in dem sie auch die Möglichkeit einer diplomatischen Anerkennung des Islamischen Staates beschreibt. Das im Lokalteil der Frankfurter Rundschau immerhin der Frankfurter Bundestagsabgeordnete und der außenpolitischer Sprecher der Fraktion der Grünen Omid Nouripour, mit den Worten zu ihren Thesen zitiert wurde, dass „wer auf die Idee kommt, dass die Barbaren von ISIS ernsthaft ein Staat wären, hat den Gong nicht gehört“ und „ISIS schickt man keine Diplomaten, ISIS muss man bekämpfen, war ihr zu wenig.

Andreas Zumach kam nun die wenig erfreuliche Aufgabe zu, dem Publikum im vollbesetzten Giebel-Saal gleichzeitig seine und Napoleonis Positionen nahe zu bringen.

Etwas langatmig erklärte Zumach die Geschichte des Nahen Ostens, den Zerfall des Osmanischen und die Gründung der Kolonien Frankreichs und Englands in Arabien nach dem Ende des ersten Weltkriegs. Es dauerte bis Zumach zur Gegenwart und dem IS kam. Dessen Erfolg sei auch eine Reaktion der Sunniten im Irak auf die Perspektivlosigkeit nach dem Ende der Macht des von den USA besiegten irakischen Diktators Saddam Husseins und den später folgenden schiitische Regierungen, die schiitische Milizen erlaubt hätten, die Sunniten zu unterdrücken. Der IS werde daher von Teilen der Sunniten als Befreier gesehen, der für Sicherheit und Ordnung sorge, Kindergärten baue und für die Versorgung mit Lebensmittel sicher stelle, erklärte Zumach. Der IS halte heute 50 Prozent Syriens und 40 Prozent des Iraks besetzt und verfüge über eine einzigartige Armee aus trainierten ehemaligen irakischen Soldaten und 7000 tschetschenischen Terrorkämpfern und habe sich im vergangenen Sommer als Kalifat, als Staat aller Muslime, ausgerufen, was allerdings kein anderer Staat bislang anerkannt hat. Wie sollte man mit diesem Gebilde nun umgehen? Zumach plädierte dafür, den Islamischen Staat auszutrocknen: „Der IS lebt vom Krieg in Syrien. Der muss beendet werden, dann geht auch der IS unter. Der IS darf sein Öl nicht mehr verkaufen können und keine Partei im Bürgerkrieg darf an neue Waffen kommen.“

Eine Haltung, die Thomas Carl Schwoerer, der Bundessprecher des DFG/VK nicht nachvollziehen mochte: „Wir müssen mit dem IS verhandeln. Das wird schwierig, aber es wird gehen. Man hat früher auch gesagt, man könne nicht mit der IRA oder der PLO verhandeln und dann ging es doch.“ Der oberste Friedensfreund war etwas verwundert, als Zumach ihm erklärte, dass der IS etwas anderes sei als die Terrorgruppen der Vergangenheit: „IRA und PLO haben zwar Terroranschläge verübt, hatten aber immer politische Forderungen, über die man mit ihnen reden konnte. Der IS hat keine Forderungen.“ Nicht einmal wo seine Grenzen liegt, sagte Zumach, habe der IS verbindlich gesagt: „Zur Zeit scheint es so zu sein, dass der IS Anspruch auf alle islamischen Staaten und die iberische Halbinsel erhebt, weil die im Mittelalter zum Kalifat gehörte. Aber zuerst wollen sie noch Jerusalem erobern und alle 115 Millionen Schiiten ausmerzen.

Das Publikum plädierte trotzdem zum Teil für Verhandlungen mit dem IS. Der Westen habe oft genug den Willen der Muslim ignoriert und zum Beispiel den Putsch gegen den gewählten ägyptischen Präsidenten und Muslimbruder Mursi unterstützt, sagte ein älterer Herr. Auch die Wahl der Hamas in Gaza sei nie akzeptiert worden. Ein Ägypter warf dem IS vor, die eigenen Anhänger zu betrügen: „Der IS tut nur so, als ob er die USA und Israel bekämpft. Das tut der gar nicht.“

Als ein Mann aus dem Publikum einwarf, die Hamas wolle die Vernichtung Israels und sei mit den Nazis vergleichbar, wurde er ausgebuht. Ein weiterer älterer Herr, der zuvor ein Plakat gegen den Einsatz von Drohnen mit der Aufschrift „USA-SA-SS“ im Vorraum positioniert hatte, gab zu bedenken, man müsse mit allen reden, auch dem IS. In Gesprächen würden sich die Terroristen dann schon wandeln. Ein weiterer Diskutant sah das Hauptproblem der Region nicht im IS, sondern in Israel: „Auch wenn Israel im syrischen Bürgerkrieg nicht aktiv ist, ist der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern der Kernkonflikt des Nahen Ostens.“ Nicken, klatschen, Einigkeit. Wenn es gegen Israel ging, waren die Friedensfreunde ganz bei sich.

Wenig überraschend kam die Runde im Haus am Dom nicht zu einer Lösung der Frage, wie man mit dem IS umgehen solle. Bis auf einen Besucher, der alle IS Anhän- ger an die Wand stellen wollte, war man sich darin einig, dass Gewalt keine Lösung sei und man andere Wege finden müsse. Wie die bei einem Gegenspieler aussehen könnten, der nicht verhandeln möchte, dafür aber Jerusalem, Madrid und nach einer Videobotschaft auch Rom erobern will und vom Massenmord an über 100 Millionen Menschen träumt, blieb indes etwas vage.

Der Artikel erschien in ähnlicher Form bereits in der Welt.

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20 Kommentare zu “Islamischer Staat: Erst Madrid erobern, dann verhandeln?

  • #1
    Helmut Junge

    Mein Mandat für Verhandlungen mit dem IS haben diese Leute auf jeden Fall. Sollen sofort dahin und anfangen. Oder warten sie darauf, daß Andere ihr Leben riskieren und den Job machen? Das wäre dann eine günstige Gelegenheit über die falsche Taktik zu nöhlen. Also von der Couch aus, oder von diesem Haus am Dom in Frankfurt. Mannomann sind das Helden.

  • #2
  • #3
    Gerd

    Da fällt mir Churchill ein, der sagte dass ein Appeaser jemand ist, der als letzter von dem Krokodil gefressen wird, dass er vorher gefüttert hat.

    PS: Den Artikel fand ich schon in der WO genial, vor allem Formulierungen wie "Viele würden gerne mit den Terroristen verhandeln und waren enttäuscht, dass die gar keine politischen Forderungen haben." Die zeigen die ganze Erbärmlichkeit dieser USA- und Judenhasser.

  • #4
  • #5
  • #6
    Gerd

    Helmut,

    die scheren sich nur dann um Moslems, wenn Amerikaner, Juden und ganz allgemein Westler involviert sind. Wenn nicht wird das Leid und Elend der moslemsichen Welt ignoriert. D.h. sind Moslems für die Mittel um ihre Abneigung gegen Amerikaner, Juden und Westler auszuleben.

  • #7
    Thomas Weigle

    Im Blog des NEUEN DEUTSCHLAND war dieser tage vom Zentralrat der Juden als LAKAI DES IMPERIALISMUS die Rede. Es wächst zusammen…..

  • #8
    WALTER Stach

    1.
    Ich kann nicht erkennen, wie die Terroristen des sog. IS -und die übrigen radikal-fanatischen islamistischen Organisationen-allein (!!) mittels eines konventionell geführten Krieges besiegt werden können, also auch nicht mittels massiven Einsatz von Bodentruppen in Syrien gegen den IS, wie regelmäßig ikn einschlägigen Diskussionen -auch bei den Ruhrbaronen-gefordert.

    Insofern ist es für mich selbstverständlich, daß darüber nachgedacht wird, wie man anstelle oder ergänzend zu konventionellen Kriegseinsätzen mit dem radikal-fanatischen Islamisten, hier vor allem mit dem IS,umzugehen hat, damit das, was weltweit zu den Essentialen zivlisierter Gesellschaften gehört, nicht der Zerstörung durch den IS und durch andere radikal-fanatische islamitischen Organisationen preisgegeben wird.

    ( Sog. Zellen radikal-fanatischer Islamisten z.B. in Paris können nicht durch bestens organisierte Poliezei- oder gar Militäreinsätze restlos zerstört werden. Da ist mehr, da ist Anderes zu tun, ganz sicher auch mehr, als nur der Versuch, mit potentiellen radikal-fanatiscchen islamistischen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen);

    Wenn eine hoffentlich alsbald feststehende "Kiregs-"Allianz gegen den IS über alle Mittel und Möglichkeiten berät, wie der "Kriegs-"Gegner IS besiegt werden kann, schließe ich keineswegs aus, daß dann, wenn der "Kriegs-"Gegner dazu die Möglichkeit bietet,was derzeit ganz und gar ausgeschlossen ist, die "Kriegs-"Allianz auch Gespräche mit der Gegenseite führen wird.

    3.
    Als ich vor länger Zeit hier bei den Ruhrbaronen meine Auffassung geäußert habe, nach der die größte Gefahr für Frieden,Freiheit und Sicherheit in Europa von IS ausgeht, ausgehen wird und nicht von Russland, ist das -mehrheitlich?- zurückgewiesen worden.

    Auf ebenso großes Unverständnis stieß seinerzeit meine Meinung, nach der eine weltweite Allianz gegen den IS und gegen jede andere radikal-fanitische islamistische Organisation geschmiedet werden müsse, u.a. unter Einbeziehung Russlands, so wie sich seinerzeit so unterschiedliche Staaten wie die USA und die UDSSR zusammen gefunden haben im Krieg gegen Hitler-Deutschland. Auch diese meine Meinung wurde, vor allem mit Blick auf Russland, massiv kritisiert.

    Mittlerweile, so scheint mir, sind meine Meinungsäußerungen Bestandteile konkreten politischem Denken und Handels weltweit in allen Staaten, die sich durch radiakl-fanatische Islamisten in ihrem Bestand, in ihrer Grundordnung gefährdet sehen.

    Ich bin mir allerdings ganz und gar nicht sicher, ob es letztendlich zu einer funktionierenden,,schlagkräftigen und weltumspannenden "Kriegs-"Allianz gegen den IS (und gegen andere radikal-fanatische islamistische Organisationen)kommen wird , ua. eben auch mit Russland, mit China.

    Wenn diese Allianz steht, muß es ihr selbstverständlich möglich sein, auch mit dem IS zu verhandeln, so wie in der Regel Kriegsgegner miteinander Verhandlungen führen.
    Letzteres ist allerdings angesichts der akuten Situation -beim IS, bei den IS-Gegnern-derzeit unrealistisch.
    Prinzipiell (!!) darf man jedoch Gespräche mit radikal-fanatischen Islamisten, z.B. mit Repräsentanten des IS, seitens der IS-Gegner nicht für immer kategorisch ausschließen.

    4.
    Zumindest irritierend ist es, wenn die hier kommentierte Veranstaltung stattfand zu dem Thema " IS-vernichtgen oder diplomatisch anerkennen".
    Ich kenne niemanden, der dem sog. Islamitischen Staat staats- und völkerrechtlich Staatsqualität oder gar den Zustand eine Vökerrechtssubjektes zuerkennt. Und nur ein de jure Staat, der Völkerrechtssubjekt werden könnte, ließe sich diplomatisch anerkennen -durch Aufnahme in die UN oder durch den Austausch vonh Botschaften.
    An dieser scheinbar bloß formal-juristischen Erwägung zeigt sich m.E., wie irreal, zumindest wie oberblächlich die Träger der hier kommentierten Veranstaltung sich in eine Debatte über eines der weltweit gravierendsten Probleme unserer Zeit begeben haben.

    5.
    Nun irritieren mich nicht nur die hier kritisierten Verantalter, sondern z.B. auch die sog. westliche Staatgemeinschaft in ihrem Umgang mit dem IS.
    Es ist unbestritten, daß die sunnitischen IS-Terroristen ideologisch-religiös-politisch Untersützung/Rückhalt durch das Königshaus in Saudi-Arabien (und Katar) fidnen nebst
    massiver finanzieller Unterstützung.
    Wie sich damit die so genanten freundschaftlichen Beziehung westlicher Staaten mit Saudi-Arabien (mit Katar) vereinbaren lassen und vor allem weiterhin großzügige Waffenlieferungen -auch aus Deutschland-ist mindestens fragwürdig. Ebenso fragwürdig erscheint mir, daß diese Problematik in den deutschen Medien nach meiner Wahrnehmung regelmäßig ausgeblendet wird -Ausnahmen (z.B. durch die TAZ)bestäigen die Regel.

  • #9
    keineEigenverantwortung

    Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, an friedliche Lösungen zu glauben. Es gab in Deutschland zu den Zeiten der Wehrpflicht viele Menschen, die sich absolut sicher waren, dass sie niemals eine Waffe einsetzen würden. Damals (80er/90er) wurden diejenigen, die zur BW gegangen sind, eher negativ betrachtet. Warum soll sich diese Einstellung ändern? Damals war Deutschland an der Grenzer zweier bis an die Zähne bewaffneter Bündnisse. Die Kriegsgefahr war hoch. Dennoch waren sich viele Männer sicher, dass sie sich nicht mit einer Todesfolge für den Gegner verteidigen würden. Vermutlich sollten die Verteidigung dann andere übernehmen.

    Es gibt auch viele Menschen, die friedliche Revolutionen gestartet hatten. Es muss nur eine kritische Masse und ein Zeitpunkt abnehmender Macht des aktuellen Systems erreicht werden. Wie viele Terror-Kämpfer sind wohl in der Millionenstadt Mossul? Hier könnte wahrscheinlich ein friedlicher Massenaufstand etwas bringen. Dass wäre eine Ablösung des Terror-Systems und keine Verhandlung.

    Wenn ich die Menschenrechte und die Zustände in den besetzten Gebieten betrachte, dürfte es schwer sein, hier auch nur einen Verhandlungsansatz zu finden. Ferner haben solche Terrorgruppen erhebliche Probleme, wenn sie ihre Bevölkerung nicht ständig in irgendeinen militärischen Konflikt verwickeln. Denn dann müsste plötzlich erklärt werden, warum so viele Dinge nicht funktionieren.

  • #10
    WALTER Stach

    Meine kritische Bemerkung in Richtung "Medien-Saudi–Arabien-IS" (sh. 5 abschließend) ist -für mich erfreulicherweise- insofern zu korriegieren, als ‘mal wieder-ausnahmsweise- zu Saudi-Arabien-IS-westliche Staaatengmeinschaft deutliche Worte gefunden wurden und nachzulesen sind:

    SPIEGELonline
    Kolumne von Jan Fleischauer
    "Kampf gegen den Terror" -Unser Freund der Kopf-ab-Saudi-.

  • #11
    Sebastian

    Komische Truppe. Wenn der IS riesige Teile Syriens und des Iraks besetzt ist das in Ordnung, wenn aber Israel einen winzigen Teil Syriens besetzt ist die Hölle los.

  • #12
    Gerd

    "1.
    Ich kann nicht erkennen, wie die Terroristen des sog. IS -und die übrigen radikal-fanatischen islamistischen Organisationen-allein (!!) mittels eines konventionell geführten Krieges besiegt werden können, also auch nicht mittels massiven Einsatz von Bodentruppen in Syrien gegen den IS, wie regelmäßig ikn einschlägigen Diskussionen -auch bei den Ruhrbaronen-gefordert."

    Helmut,

    diese Denkweise ist sehr gefährlich! Sicher wird man den IS mit militärischen Mitteln nicht "vollständig" vernichten können, aber man würde ihn erheblich schwächen. Idealerweise stünde er am Ende so dar wie Al Kaida und die Truppe ist auch nur ein Schatten ihrer einstigen Größe.

    Klar, auch das ist nur eine Teillösung, aber den islamischen Terrorismus können wir nicht besiegen. Er wird erst enden, wenn sich der Islam verändert. Das aber liegt nicht in unserer Hand und bis dahin müssen wir uns so gut es geht vor den Auswirkungen des islamischen Extremismus schützen.

  • #13
    Gerd

    PS: Die Unmöglichkeit einer schnellen und vollständigen Problemlösung darf nicht dazu führen, dass wirksame Teillösungen nicht angewendet werden. Das wäre wie o.g. sehr gefährlich.

  • #14
    discipulussenecae

    „Zur Zeit scheint es so zu sein, dass der IS Anspruch auf alle islamischen Staaten und die iberische Halbinsel erhebt, weil die im Mittelalter zum Kalifat gehörte."

    Wenn Friedensaktivisten mit solchen ‘Argumenten’ hantieren, dann kann mann eigentlich jede weitere ernsthafte Diskussion unterlassen und gemeinsam die Krabbelgruppe der nächsten KITA ansteuern.

    Spanien als Provinz des neuerrichteten Kalifats – und dann Friedensverhandlungen mit dem ‘IS’!
    Werden die Spanier eigentlich vorher gefragt, oder leuchtet ihnen der unbedingte Friedenswille des ‘IS’ unmittelbar nach dessen Machtübernahme ein?

    Und warum sollte der ‘IS’ sich auf Spanien und Nordafrika beschränken? Schließlich standen islamische Heere bereits 1683 vor Wien und haben sich damit ein historische verbrieftes Recht auf Südosteuropa und Österreich erkämpft. Und der dann folgende Anschluß Deutschlands an Österreich wäre auch historisch berechtigt, denn die Geschichte ändert bisweilen mehr als ihre Himmelsrichtung …

  • #15
    Achim

    Islamfaschismus wie ISIS ist ein ernsthaftes Problem.

    1.)Nach russischer Sicht ist dies ein Wahabitenproblem, da von Saudi-Arabien geschickte wahabite Prediger den Russen nach dem Zerfall der Sowjetunion gleich zwei Kriege um Tschechenien und viele Terroranschläge beschert haben.

    2.)Auch dem Iran bzw, den Schiiten im Irak kann man wirklich nicht trauen. Ich verweise da nur auf das Atomprogramm des Iran und die öffentliche Steinigung von prowstlichen Schulkindern "Enos" direkt auf den Schulhöfen und das ganz ohne Gerichtsverfahren.

    3.)Selbst den von Margot Käßmann geäusserten noch etwas unausgegorenen Gedanken eines gewaltfreien Woderstandes gegen den IS halte ich fpr zielfüjrend. Er sollte nur an den richtigen Orten stattfinden. Die Filialen von Deutschen Banken mit Beteiligung des Emirates Katar halte ich für erwägenswert.

    4,)In der Friedensbewegung gibt es da verschiedene alternative Meiningen wie: "PAX Christie arbeitet da mit den übelsten Islamisten zu sammen." oder traditioneller: "Es rettet uns kein Höhres Wesen…".

    5.)In Deutschland haben wir da ein Erdogan Problem bzw. ein AKP Problem.

    6.)Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht. Auch für eine nicht militärische Vernichtung der Islamistenbrut in Deutschland braucht es sehr sehr viel Personal. Ich hoffe die Polizei hat schon vorsorglich Personalakten über politisch gut gebildete Aktivisten der PKK angelegt,

    7.)No Paseran!

  • #16
    Helmut Junge

    Gerd, der islamische Staat ist nach den früheren Taliban, zur Zeit die einzige islamistische Terrorgruppe, die es geschafft hat, einen STAAT mit eigenem Territorium und eigener Verwaltung, sowie Gerichtsbarkeit zu etablieren.
    Im Krieg gegen die Syrische Armee unter Assad, die ihn mit russischer Luftunterstützung bekämpft, handelt sie aber in erster Linie nicht als Terrorgruppe, sondern verteidigt jeden Zentimeter Boden, wie Staaten das nun mal tun. Darum kann der IS auch kriegsmäßig genau so bekämpft werden wie andere Staaten auch. Allerdings sind die Kämpfe innerhalb der Ortschaften für die Angreifer sehr verlustreich, weil die IS-Kämpfer wegen des ungeheuren Zulaufs schnell ersetzt werden können. An Menschen mangelt es dem IS nämlich am wenigsten. Folglich besteht der russische Plan darin, ihnen zuerst die Versorgungswege abzuschneiden und möglist viel militärisches Material zu vernichten. Wenn das mit zum Kampf bereiten Bodentruppen kombiniert wird, müssen die IS-Kämpfer die Stellung trotz Bombardement halten und haben Verluste. Und wenn der eigene Nachschub rollt, ist der Sieg Schritt für Schritt erreichbar. Seit Palmyra von 3 Seiten eingekreist ist, sind heute mal locker 500 neue Kämpfer aufgefrischt worden. Jetzt wird die Stadt vermutlich erst einmal bombardiert, die Verteidiger keine Munition mehr haben. Große Kriegsmaschinen kommen aber nicht mehr durch. Die Hoffnung der Verteidiger beruht einzig auf einen Durchbruch mit leichten Waffen, wenn sie sich trauen. Und das werden sie. Aber den IS Truppen fehlen mittlerweile viele gefallenen Anführer. Die bluten langsam leer. Ich denke, daß sie Palmyra in 10 Tagen aufgeben müssen.
    Wenn später der IS als STAAT militärisch vernichtet ist, läuft der Krieg natürlich als Terror unterhalb der Kriegsschwelle weiter. Das wird weltweit, und auch in Europa geschehen, geschieht ja jetzt schon. Ob das schlimmer wird, oder nachlassen wird, hängt einzig davon ab, wie die zivilisierte Welt damit umgeht. Da werden wir nicht weinerlich sein dürfen, denn, wer hofft mit Weinen könnte man diese Typen beschwichtigen, wird nach meiner Einschätzung manchmal sogar zuerst geschlachtet. Das entspräche übrigens nicht der Appeasertheorie von Churchill, wohl aber meiner persönlichen Lebensbeobachtung.

  • #17
    Alreech

    Ich bin dafür den Islamischen Staat diplomatisch anzuerkennen.
    Schließlich braucht man einen offiziellen Ansprechpartner auf dieser Seite dem man Ultimaten schicken kann. Das dritte Reich war auch diplomatisch anerkannt, das hat seine Gegner nicht daran gehindert Krieg zu führen.
    Solange die Fiktion besteht das die vom Islamischen Staat kontrollierten Gebiete Teile des Iraks und Syriens sind, ist ein richtiger Krieg gegen den IS nicht möglich.

    Ich sehe auch keinen Grund, warum ein militärischer Sieg über den IS unmöglich sein soll. Das Gelände das der IS Kontrolliert wurde im Golfkrieg 2003 innerhalb kürzester Zeit von westlichen Armeen überrannt.
    Das Problem begann mit dem Abzug der westlichen Truppen. Wären die Alliierten schon zehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg aus Deutschland abgezogen würden wir vermutlich wieder deutsch Grüßen und braunen Uniformen tragen.
    Wenn man einen Krieg gegen den IS führt, dann sollte einem auch klar sein das diesmal die Truppen länger als zehn Jahre bleiben müssen – da geht es dann mehr um 20 bis 30 Jahre Besatzung.
    Falls das den Linken Friedensfreunden nicht passt, kann man ja auf das Vorbild der Roten Armee verweisen… die haben mit ihren Gegnern nicht gebetet…

  • #18
    discipulussenecae

    #16 Alreech: "Das Problem begann mit dem Abzug der westlichen Truppen. Wären die Alliierten schon zehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg aus Deutschland abgezogen würden wir vermutlich wieder deutsch Grüßen und braunen Uniformen tragen."

    Was für ein dummes Zeug!

    ‘Deutschland’, das es damals eigentlich gar nicht mehr gab, hatte von allem die Nase voll. Mann wollte nach vorne schauen, sowohl im Westen, als auch im Osten. Und dazu mußte mann die Nazis irgendwie integrieren und damit gleichzeitig kalt stellen. Was mal mehr oder weniger gut gelang. Sowohl im Osten, als auch im Westen.

  • #19
    discipulussenecae

    "Gerd, der islamische Staat ist nach den früheren Taliban, zur Zeit die einzige islamistische Terrorgruppe, die es geschafft hat, einen STAAT mit eigenem Territorium und eigener Verwaltung, sowie Gerichtsbarkeit zu etablieren."

    #15 Helmut Junge: Der ‘IS’ ist kein Staat, weil er völkerrechtlich nicht anerkannt ist!

    https://www.juwiss.de/6-2015/

  • #20
    Helmut Junge

    @discipulussenecae (19), ok, denken Sie sich den Satz dann so, daß statt STAAT stehen müßte, " eine staatsähnliche Struktur".
    Bei meinem Vergleich geht es mir um die militärische Verteidigung eines Territoriums, die sich anders darstellt, als getarnt aus dem Hinterhalt angreifen und sich dann wieder verstecken, wie man es von kleineren Terrorgruppen kennt. Das macht der IS auch noch zusätzlich. Aber in Syrien verteidigt er Städte und strategische Positionen. Dort findet ein richtiger Krieg statt. Antiterroraktionen gibt es nur dort, wo der IS schwach ist. Krieg und Antiterroraktionenen unterscheiden sich gewaltig.
    @Alreech, die Anerkennung kann der IS schon deshalb nicht kriegen, weil er sich auf dem Territorium zweier, von der UNO anerkannten Staaten eingenistet hat. Und die würden wohl heftig protestieren. Und was die im Artikel erwähnten friedensbewegten Diskutanten betrifft, diskutieren die darüber, ob man einem Regime, das sich mit militärischen Mittel ein Volk erobert hat, diese Menschen quasi schenken will, oder nicht. Das ist mal so einfach durchgedacht, wenn man selber doch so gerne friedensbewegt sein möchte.
    Und dann wundern die sich, wenn es außerhalb ihres Dunstkreises Menschen gibt, die sich angesichts solcher Debatten vor Entsetzen schütteln.
    Ich weiß, daß solche Leute oft nicht über Argumente erreichbar sind. Deswegen formuliere ich das noch mal mit Gedanken aus der Kinderwelt.
    Also: Ihr lieben Friedensbewegten würdet dem Drachen seinen jährlichen Tribut an Kindern zollen, weil ihr nicht kriegerisch tätig sein wollt. Und das aus Prinzip. Alles klar?

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