11

Köln: Herr Pimock trifft ins Schwarze

Boyun Egme – Beuge dich nicht (c) Autor

Ein Wirt verwehrt einem Gast den Eintritt, der sich rassistisch behandelt fühlt und in einem Video bitterlich beklagt. Nur hat der Gast ein Management, das mit ihm um Klicks und Aufmerksamkeit buhlt. Der Gast ist schwarz und tanzt für RTL. Der Gastwirt ist weiß und kurdischstämmig. Was sich nach einem schlechten Sommerloch-Märchen anhört, endet in einer BLM-Demo und einem denkwürdigen Auftritt von Möchtegern-Black Panthern vor Bistrogästen.

Tijan Njie, Kandidat der RTL-Show „Let’s Dance“, wollte am letzten Wochenende mit seinen Freunden einen „coolen und entspannten Männerabend“ verbringen. Zu späterer Stunde kehrte die Truppe bei „Herrn Pimock“ ein. Das ist eine gutbesuchte Bistrobar in der Nähe des „Brüsseler Platz“, auf dem das „Verweilen“ wegen ständigen Verstoßes gegen die Corona-Auflagen von 18 Uhr bis zum nächsten Morgen verboten ist. Seine Kumpels waren schon drin und Tijan und ein weiter Freund wollten zur fröhlichen Runde stoßen. Er betrat die Bar ohne Mundschutz und wollte an den Tisch seiner Freunde. Der Geschäftsführer der Bar, Müslüm Cengiz, verwehrte genervt von den ständigen Verstößen der erlebnisorientierten Jugend  den Nachzüglern den Eintritt  Dabei war er, wie er selbst einräumte, ruppig und sehr bestimmt.

„Ich entschuldige mich mit vollster Überzeugung für meinen groben Umgangston, den ich am Samstagabend Tijan und seinen Freunden gegenüber hab walten lassen! Meine Geste, aber vor allem meine Wortwahl war mehr als unpassend. Stammgast Tijan und ein Freund haben am Samstag ohne Platzzuweisung den Laden betreten und ich habe ihn daraufhin aufgefordert den Laden wieder zu verlassen. Dabei ist es natürlich vollkommen irrelevant, welche Herkunft oder Hautfarbe mein Gegenüber hat.“

Über sein Management ließ Tijan mitteilen, dass er den Abend in anderer Erinnerung habe.

In seinem über 400.000 Mal geklickten Video heißt es:

„Wir haben es krass selbst erlebt.“

Sein Sender und auch andere lokale und überregionale Unterhaltungsmedien berichteten darüber.

Das nahm die Kölner ANTI BLACK RASCISM-Szene zum Anlass ihrem „Bruder*“ beizuspringen und am Donnerstagnachmittag für 16 Uhr eine Demonstration unter Corona-Bedingungen anzumelden.

„Lieber Schwestern(Sternchen), Brüder(Sternchen) und Allies das Maß ist voll! Ein Bruder wurde in der Bar Herr Pimock herabwürdigend und rassistisch behandelt. Wir, die Task Force-Demo werden jetzt aktiv und starten eine Kundgebung mit Marsch am Pimock vorbei. Nehmt eure Plakate in die Hand und erhebt die Stimme gegen Herr Pimock.“

Boyun Egme – Beuge dich nicht!

Der kölsche Ausdruck „Pimock“ geht auf die nach dem 2. Zweiten Weltkrieg nach Köln geflüchteten Zuwanderer aus den vormalig deutsch besiedelten Gebieten im Osten zurück. „Pimock“ ist verballhorntes Polnisch und wurde herabsetzend gebraucht. Die Namenswahl des Bistros nimmt dies auf und setzt dem Pimock ein „Herr“ voran und stellt ihn damit wieder auf. Das wurde mit Bedacht gewählt, denn auch der Geschäftsführer und seine Brüder flohen vor Verfolgung aus der Türkei. Die kurdische Familie erhielt Asyl in Deutschland. Das ist schon länger her, aber nie vergessen. Es selbst vom  Flüchtling zum erfolgreichen Gastronomen geschafft zu haben, macht aus einem Pimock einen Herrn.

Die sozial- und boulevardmediale Jugend bekommt schlechte Vibes und schimpft sich klick-klick, begleitet vom Management, einen ab. Ein paar BLM-Aktivisten nehmen den Ball gerne auf, um einen Boykott gegen „Herrn Pimock“ lauthals zu fordern.

Bitte halten Sie einen Moment inne. Ja, hier stehen sich zwei Verwandte gegenüber, der eine schwarz und der andere weiß und kurdisch. Ein Freund erzählte mir vor nicht allzu langer Zeit, dass er eine weiße US-Amerikanerin traf. Er erzählte ihr davon, dass seine Mutter aus Italien stamme und er häufig allein deswegen rassistische Reaktionen erfahre. Die Amerikanerin verstand nicht, was er meinte, er sei doch weiß. Um ihr dies zu erklären, sagte er, dass es sich in Deutschland mit den Italienern, Polen, Türken, Arabern und Kurden so verhalte wie mit den Mexikanern in US. Oh, yes, entgegnete sie.

Seit an Seit mit Pappe
(c) Autor

 

Die Demo führte nicht an dem Bistro vorbei. Vom Aachener Weiher bis zum Rudolfplatz als Abschluss ging es für die ca. 50 Demonstranten. Der Konflikt zwischen dem C-Promi und dem Geschäftsführer Müslüm Cengiz wurde ohne weiteres als rassistisch angenommen und entsprechend wütend zogen die Demonstranten zum Rudolfplatz. Mit „Boykottiert Pimock“ und „Stop Anti-Black Rascim“ Plakaten schritt man Seit‘ an Seit‘ in gebührendem Abstand und setzte sich für den Bruder* ein, der derweil vom Management begleitet auf seinem Kanal erklärt, es gehe ihm nur um diese eine Person. Das gibt eine glatte Eins für Tijan als Note für klassisches Rückwärtsrudern.

Dass seit Wochen eine „Kein Veedel für Rassismus“-Fahne über der Eingangstür vom Pimock hängt, interessiert die Aktivisten nicht. Die ganze Sache spielt sich im Internet ab und auf der Straße als schlechte Komödie auf die Black Lives Matter-Bewegung in den USA.

 

Die Polizei bekommt ein kühles Getränk
(c) Autor

Das Sommerloch ist schwarz

Hierzulande streitet man über Cancel Culture, Anti-Semitismus und Rassismus – alltäglichen und strukturellen. Die vielen Nazis und ihr parlamentarischer Arm ätzen täglich auf übelste Weise dagegen. Nur die Aktivisten von ANTI BLACK RASCISM haben nichts besseres zu tun, als sich wütend auf die Falschen zu stürzen und eine Existenz zu vernichten, die nach Flucht und Verfolgung mühsam aufgebaut wurde. Ohne Sinn und Verstand wird die Aufregung und die Aktion gesucht. Gefangen im Kokon ihrer Identitätspolitik, die rücksichtslos alles und jeden zum Feind erklärt, ist die Aktion an Absurdität nicht mehr zu überbieten.

 

ABR in der Außengastronomie im kurzen Gespräch
(c) Autor

 

Die Demo sollte vor dem Pimock stattfinden. Das wurde aber nicht genehmigt. Also ließ man über die Polizei anfragen, ob eine Delegation von 3 Personen ins Bistro kommen dürfe. „Herr Pimock“ willigte ein, weil man hoffte, so ins Gespräch zu kommen. Das Management von Tijan Njie war zuvor auf das Gesprächs Angebot von Müslüm Cengiz  nicht eingegangen. Nun sollten die Emissäre der Demonstranten kommen. Die kleine Delegation erschien und nahm draußen vor dem Pimock Platz. Die Einladung in ein Hinterzimmer zum Gespräch wurde aber von ihnen abgelehnt. Sie verlangten, draußen eine Erklärung vor den Gästen zu verlesen. Der  herbeigeeilte Bezirksbürgermeister Andreas Hupke hatte sich bereit erklärt, das Gespräch zu moderieren. Das alles wurde abgelehnt. Nicht das Gespräch, sondern die Bühne suchten die Aktivisten. Nach dem sie den Bereich der Außengastronomie verlassen hatten, stellten sie sich im Mündungsbereich der Brüsseler Straße auf und skandierten ihre Forderung. Die ungläubigen Blicke der übrigen Gäste verrieten, dass sie sich in einem Film wähnten. Während die kleine Nichte von Herrn Pimock auf dem Boden krabbelte.

 

ABR skandiert
(c) Autor

 

RuhrBarone-Logo

11 Kommentare zu “Köln: Herr Pimock trifft ins Schwarze

  • #1
    Helmut Junge

    Wer nicht das Gespräch sucht, sondern die Bühne, mit dem zu reden, ist halt schwierig. Das kenne ich bereits vom Sandkasten, über die Schulzeit, im Berufsleben und aus vielen politischen Diskussionen. Früher gab es das schon häufig, aber heutzutage ist es fast der Standard. Schade.

  • #2
    Kobi

    Der Bericht zu der Demo ist sehr einseitig und voreingenommen verfasst und verhöhnt die Opfer von Rassismus. Es gab in dem besagten Lokal schon oft Fälle von Anti-Schwarzen Rassismus, da hilft auch die Flagge nichts. Habe schon von mehreren Vorfällen aus vertraulichen Quellen gehört, nur hat das letzte Opfer viel Reichweite. Übrigens werden die vielen Fälle nun überprüft und mal schauen wie lange die Flagge da noch hängen darf. Schön, dass sich wenigsten ein paar Menschen gegen Rassismus einsetzen, die ihr so schän als Möchtegern-Black-Panther verhöhnt.

  • #3
    Helmut Junge

    @Kobi, im Artikel steht, daß Tijan Njie nach Aussage des Wirtes Stammgast ist. Ich kenne mich in köln nicht aus, aber Stammgast heißt in meiner Gegend, daß er häufiger im Lokal verkehrt hat. Kann das sein?

  • #4
    nussknacker56

    Gruselig, wie manche versuchen, in immer mehr Bereichen die Realität auf den Kopf zu stellen und überall „Rassismus“ entdecken. Dabei wäre die Frage zu stellen, ob es sich hier womöglich um umgepolte Rassisten handelt. Parolen, Verhalten und rudimentäre Reste einer Argumentation sprechen allemal für eine höchst einfach strukturierte Sicht auf die Welt.

  • #5
    Barin

    Die Afd-Anhänger und "home made " Rassisten Deutschlands haben nun Schadenfreude,dass zwei Bürger dieses Landes mit internationalem Hintergrund ihre Energie vergeuden und Wasser auf die Mühlen der Neofaschisten Deutschlands tragen. Diese Demo ist unverhältnismäßig.
    Das ein Bisschen "Pulver"‘ ,das man hat sollte man nichts ins Blaue schießen. "Zusammen kommen, Missverständnisse klären und zusammenhalten " lautet meine Devise…

  • #6
    Robert Müser

    Ein Trauerspiel,
    eine kleine Aktivistenschar auf dem enthemmten Trip, die ein wichtiges Anliegen durch ihr sektenhaftes Verhalten und ihre rätselhafte Sprache entwerten. Besonders in diesem Fall wird es surreal, da halte ich es wie @ Barin #5:

    "Die Afd-Anhänger und ‚home made‘ Rassisten Deutschlands haben nun Schadenfreude,dass zwei Bürger dieses Landes mit internationalem Hintergrund ihre Energie vergeuden und Wasser auf die Mühlen der Neofaschisten Deutschlands tragen."

  • #7
    Kobi

    Hallo Helmut,
    ich habe keine Information, dass Tijan ein Stammgast war. Wäre er einer, dann hätte der Inhaber ihn sicherlich namentlich angesprochen und ihn nicht wie Ungeziefer weggescheucht. Zumindest macht man das bei uns so in Köln. Sein Freund Louis ist allerdings nach eigenen Angaben Stammgast. Sicher hast du da was verwechselt und das verallgemeinert. Du solltest dir den Beitrag nochmal anhören. Es ist ja nicht der erste Fall von Rassismus in dem Laden und am Ring gibt es viele solcher Vorfälle an der Tür – Nur sind das Diskotheken und keine Restaurants, was die Sache nicht weniger schlimm macht. Die Strategie, mit einem solchen journalistischen Beitrag, das ganze herunterzuspielen, das Opfer zum Täter zu machen und Menschen zu denunzieren, die sich gegen Rassismus einsetzen finde ich allerdings höchst bedenklich. Das ist nicht mehr objektiver Journalismus.

  • #8
    Carlos

    Es ist und war Schon immer so, Reichweite als Instrument zu benutzen, leider auch um eine Wahrheit zu definieren.
    Könnte dies bei diesem tendenziösen Artikel vielleicht auch sein?!
    Ohne es vermutlich zu wollen wird hier das Thema Rassismusdiskussion herabgewürdigt und alle, die sich gegen Rassismus einsetzen lächerlich gemacht. So in etwa: Ihr übertreibt und stärkt damit nur die echten Rassisten?Bravo.
    Was halten Sie ( der Verfasser des Artikels ) davon, wenn ich Ihnen Jetzt sage, dass ich annehme Sie sind ein Rassist ?
    Um Himmels Willen werden Sie sagen.
    Doch werde ich Ihnen das versuchen etwas näher zu bringen.
    Denn dies ist meine Aufgabe als „Weißer“ und nicht die Aufgabe von „Schwarzen“, die das lange genug versucht haben und nun schlicht und einfach darauf bestehen, dass wir endlich unseren Beitrag leisten.

    Ist es nicht verständlich, dass wenn man nichtsahnend schlecht behandelt wird, dies nicht versteht?
    Und da es keine Unmittelbare Gelegenheit zur Korrektur der Situation gab, darf der Betreiber sich nicht darüber beklagen, wenn sein unangemessenes Verhalten Konsequenzen nach sich zieht, die sich seines Eingriffs entziehen.
    Und habe Ich das Recht zu beurteilen was eine verfehlte Anti Rassismus Aktion ist, wenn ich mich dadurch auszeichne offenkundig von der Debatte nichts verstanden zu haben ?
    Ich glaube nein.
    Das widerspräche wohl unserem eigenen Anspruch daran unparteiisch zu sein.
    Doch dieser Artikel beweist das Gegenteil und gibt sich dabei auch noch Anti Rassistisch.
    Das Ziel leider verfehlt. Hinsetzen, lernen.

    Vielleicht geht es nicht nur um Recht und Unrecht.
    Vielleicht geht es auch darum, es erstmal als etwas gutes anzusehen, wenn etwas nicht toleriert wird.

    Und wir wissen ja, wir sind alle keine Rassisten aber …
    Es wundert mich nicht, festzustellen, dass selbst „Weiße“ Menschen, die rassistisch herabgewürdigt wurden trotzdem rassistisch sein können.
    Und zwar in besonderem Maße gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe.
    Das ist ein Problem welches gewissermaßen auf Platz 1. Thront.

    Das hat viel mit unserem internalisiertem Rassismus zu tun und ist ein sehr wichtiger Teil der Anti-Rassismus Debatte.
    Wenn nicht überhaupt der wichtigste, wie ich finde.
    Denn er strahlt soweit aus, dass institutionaler Rassismus erst möglich ist.
    Wenn ich durch Dreck Laufe und ihn sehe, dann weiß ich, ich kaufe durch Dreck.
    Wenn ich aber meine Augen verschlossen habe weiß ich nicht das es Dreck ist, durch den ich da laufe.
    Es fühlt sich vielleicht sogar irgendwie bequem an.
    Dann kommt jemand und sagt:
    Hey, du läufst durch Dreck und machst hier alles schmutzig, würde ich dann nicht meine Augen öffnen ?
    Wir aber behalten die Augen geschlossen und sagen: ich bringe keinen Dreck mit ins Haus.
    In der Verfassung steht: es gibt keinen Dreck mehr auf der Straße. Dreck ist weg. Alles gut.

    Rassismus den wir, aus der Wiege der Rassentheorien, mit all ihren verdeckten üblen Auswüchsen in uns aufgesogen haben, ob wir nun wollen oder nicht klebt an unseren Füßen.
    Ob wir uns nun für rassistisch halten oder nicht. Wir sind es einfach.
    Und das solange wir uns empört erheben und leugnen, das wir Teil des Problems sind.

    Es gibt vielmehr Gegebenheiten, die uns zeigen das Rassismus in Deutschland ein Problem ist das von vielen weißen noch nicht richtig verstanden worden ist.

    Es lohnt sich hierfür zu recherchieren.
    Da geht es weniger um das simple umdrehen von Verhältnissen.

    So banal und ignorant sind wir weißen doch nicht oder ? Oder vielleicht doch?

    Es geht darum, dass wir selbst verantwortlich sind, unseren Beitrag zum Rassismus zu erkennen und zu hinterfragen.

    Denn wir tragen alle Bilder in uns, welche durch unsere Kultur geprägt sind.
    Doch egal aus welcher „ Weißen“ Kultur wir stammen, Schwarze kommen in diesen Geschichtsbüchern nicht als gleichwertige Menschen vor.

    Selbst wenn unsere Verfassung und unsere Gesetze uns das sagen, Gleichberechtigung findet immer noch nicht statt.
    Und das auch in anderen Bereichen nicht. Selbst beim Thema Sexismus und freier sexueller Orientierung war und ist es heute noch ein schwieriger Kampf, den noch mancher Mann/Frau belächelt.

    Bei Rassismus aber haben wir die Idee hinter der Lösung selbst noch nicht verstanden, auf die wir in regelmäßigen Abständen, nicht zuletzt durch die Black Lives Matter Bewegung aufmerksam gemacht werden.

    Es braucht Wohl diesen Druck damit wir unseren eigenen Teil beitragen.
    Und es wird endlich Zeit dafür.
    Denn unsere Ignoranz wird nicht mehr toleriert.

    Es ist völlig unwichtig, wie prominent jemand ist, denn Rassismus ist nicht zu tolerieren. Punkt.
    Widerspreche ich dem nicht, muss ich mich nicht wundern.

    Selbst wenn der ein millionste Gast hereinkommt habe ich, als Betreiber voran, die Pflicht Missverständnisse aufzuklären.
    Komme ich dem nicht nach, muss ich mich nicht wundern, wenn mein Verhalten anders gedeutet wird.

    Warum sollte man seine Reichweite nicht nutzen um auf ein Problem aufmerksam zu machen, was offenkundig vor Ort nicht aus der Welt gebracht wurde.
    Karma is a bitch if you are.
    Wir wir sollten daraus lernen und den Finger zuallererst einmal auf uns selbst richten.
    Menschen haben solidarisch Partei ergriffen.
    War der Betroffene dabei und hätte es zu einem Treffen kommen können?

    Es wäre zu wünschen dass das passiert, was sich alle wünschen.
    Wiedergutmachung oder Verstehen, Respekt zeigen und sich die Hände reichen?
    Oder wollen einige einfach nur alles kommentieren ? Wie das lauteste Huhn auf der Stange ?

    Zu diesem Artikel muss ich sagen, dass ich glaube, dass der Verfasser die Problematik der Rassismus Debatte noch nicht verstanden hat.
    Denn Er hat ja offensichtlich verstanden, was das Problem ist, ohne sich genau zu informieren und trotzdem das Recht sich parteiisch zu positionieren.
    Er hat einen Weg gefunden einem „C Promi“ ( Ironie an, die nehmen sich ja immer so wichtig, Ironie aus) zu zeigen, dass er eine Situation zu seiner eigenen Publicity nutzt.
    Er versucht ihm Glaubwürdigkeit abzusprechen anstatt mit deinem Beitrag, diese Situation zu etwas gutes zu wandeln oder auf die tatsächlich bestehende Empfindlichkeit des Themas Hinzuweisen.
    Das ist dem Verfasser jedenfalls nicht gelungen.
    Um ehrlich zu sein ist es in meinen Augen genau das, was internalisierter Rassismus ist. Klingt völlig daneben?
    Richtig recherchieren und verstehen.
    Das hilft.
    So kann der Journalist Und wir alle unsere Arbeit besser machen.
    In diesem Sinne gibt es für mich nur eine Lösung.
    Brücken zu bauen anstelle von Gräben.
    Wir haben alle noch viel zu lernen.

  • #9
    Karla

    @Carlos, das Problem ist, daß beide genannten Personen Migranten sind, unterschiedliche Interessen und Ansichten haben, Sie aber uns sogenannten Biodeutschen dafür eine Verantwortung zuschieben, und das direkt mit dem Vorwurf, daß wir, also die indigene Bevölkerung hier in Mitteleuropa, Rassisten sein müssen, weil wir das nicht unter Kontrolle bringen. Gehts noch?

  • #10
  • #11
    noaak

    Rassismus darf niemals ungesühnt bleiben, klar. Und es gibt auch Rassismus unter Minderheiten, das ist auch klar. Außerdem sollte sich jeder in diesem Lande frei fühlen, zu äußern, wenn er*sie sich ungerecht behandelt fühlt. Ich bin PoC (Person of Colour) und habe eine sehr dunkle Hautfarbe. Meine Eltern und ich haben sehr viel Rassismus erlebt. Rassismus tritt leider in vielen Farben und Formen auf. Es gibt auch Rassismus, der nicht so offensichtlich ist. Man kann sogar so weit gehen, dass es in manchen Fällen subjektiv ist, was man als Person of Colour rassistisch empfindet oder nicht.

    ABER:

    Diesen Vorfall als rassistisch zu bezeichnen und alles, was es nach sich zog und ist einfach nur lächerlich.

    Ich wohne seit über zehn Jahren in Köln und habe noch NIE erlebt, dass jemand im Pimock rassistisch angegangen wurde. NIE. Weder ich noch meine anderen PoC-Freund*innen.
    Selbst nicht von der als rassistisch betitelten Person in diesem Konflikt. Natürlich können meine Erfahrungen nicht jemandem das Recht absprechen sich ungerecht behandelt zu fühlen. Aber das riecht alles danach, dass der Inhaber super gestresst war, den Typen ruppig zurechtgewiesen hat und dieser jetzt die Rassismus-Karte spielt, um sich zu rächen.

    Mich nervt das einfach, dass wichtige Debatten als Schutzschild genommen werden, um dämliche Taten zu rechtfertigen. Ich brauche diese Debatten, meine Familie braucht diese Debatten in Deutschland. Ich will nicht, dass der Anti-Rassismus-Kampf wegen solcher Lapalien einen Knacks bekommt und nicht mehr ernst genommen wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.