Krisenkampagne im Ruhrgebiet: „Kochen ohne Strom? So geht’s“

Schöner frieren: Motiv der Ruhrgebietskampagne


Vorbei die Zeit, als man im Ruhrgebiet Energie produzieren wollte. In Zeiten des Ausstiegs aus fast allem, mit dem man sicher und planbar Energie erzeugen kann, setzt die Region auf Agitation und Propaganda statt auf Strom und Gas.

Kernkraft? Nicht gewollt. Fracking? Bitte nicht in Deutschland. Kohle: Möglichst schnell aussteigen. Auch angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und den damit verbundenen Energiemangel hält Deutschland an grünen Illusionen fest. Und wenn es um Träumereien geht, ist das Ruhrgebiet immer vorne mit dabei. Und so haben sie die 53 Ruhrgebietsstädte, der vier Kreise und des Regionalverbandes Ruhr (RVR) zusammengeschlossen, um die Menschen auf den Blackout und den Gasmangel vorzubereiten anstatt eine realistische Energieversorgung ohne Putins Despotengas zu fordern: Die gemeinsame Kampagne #besserbereit startet Ende September. Sie informiert über Maßnahmen der Kommunen und soll  praxisnahe Tipps und Checklisten liefern, um auf künftige Krisen- oder Notfallsituationen besser vorbereitet zu sein. Initiiert wurde sie vom Kommunalrat, der Runde der Oberbürgermeister und Landräte im RVR. „Durch die multiplen Krisen dieser Zeit kommen wir nur gemeinsam, im Zusammenspiel zwischen staatlichen Institutionen und Bevölkerung. Dafür müssen wir gut vorbereitet sein. Das gilt für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Kommunen. Also sind wir: besserbereit“, sagt Thomas Eiskirch (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Bochum und Vorsitzender des Kommunalrats. Thomas Kufen (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Essen und stellvertretender Vorsitzender des Kommunalrats, ergänzt: „Das Thema Vorsorge geht uns alle an und wir wollen es gemeinsam angehen. Und mit der nun initiierten Kampagne wollen wir die Menschen im Ruhrgebiet weiter aktivieren, motivieren, sich auch in der Krise solidarisch zu zeigen.“

Zentrales Element der Kampagne ist die Website besserbereit.ruhr: Sie informiert die Menschen im Ruhrgebiet ausführlich zu den Themen Selbsthilfe, staatliche Vorsorge sowie zur Gasversorgungslage. Perspektivisch kann die Website zur Vorbereitung auf weitere Krisensituationen ausgeweitet werden. So sollen sich die Bürgerinnen und Bürger langfristig und nachhaltig auf unterschiedliche Notfallszenarien einstellen können. Die Inhalte der Website gibt es im Laufe der Kampagne auch in den Fremdsprachen Türkisch, Arabisch, Englisch und Russisch sowie in Leichter Sprache. Der doppelseitige Infoflyer ist ein weiterer Baustein der Kampagne und wird in insgesamt elf Sprachen übersetzt.

In den kommenden Tagen und Wochen wird #besserbereit mit Headlines wie „Damit wir nicht kalt erwischt werden“ oder „Sei kein Hamster, sei ein Fuchs“ sichtbar – durch Außenwerbung in den Kommunen, durch Online- und Social Media-Anzeigen und auf den Internetseiten der Städte. Der RVR hat die Kampagne mit der Agentur Scholz & Friends Berlin GmbH konzeptioniert und umgesetzt.

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2 Kommentare

  1. #1 | paule t. sagt am 26. September 2022 um 20:47 Uhr

    Also im einen Beitrag wird darüber gejammert, dass das Land zu schlecht auf evtl. Notlagen im Energiebereich vorbereitet sei.
    Im nächsten Beitrag wird darüber geklagt, wenn eine Kampagne zur Vorbereitung auf evtl. Notlagen im Energiebereich aufruft.

    Geht das jetzt immer schön abwechselnd so weiter, Hauptsache jedes Mal auf die Grünen geschimpft?

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 26. September 2022 um 23:14 Uhr

    @paule t.: Die Abhängigkeit vom Gas kam durch die Energiewende – und die haben CDU und FDP beschlossen. Auch die massive Abschaltung von Kohle- und Kernkraftwerken, die nun fehlen, ist eine Folge dieser Politik. BTW: Keiner der beiden zitierten Politiker ist bei den Grünen. Im Ruhrparlament gibt es eine große Koalition. Unfähigkeit in der Energiepolitik ist kein grünes Privileg. Davon ab: Der beste Schutz vor einem Blackout ist, mehr Strom zu produziere. Und da ist jetzt Habeck das größte Problem – allerdings auch der Kanzler, der hat Richtlinienkompetenz. Mit Kriegsbeginn hätten die drei abgeschalteten Reaktoren wieder hochfahren müssen, die drei aktiven hätten weiterbetrieben werden müssen. Mal schauen, vielleicht tut sich ja was nach der Niedersachsenwahl.

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