Mogelpackung Ostermarsch: Demonstrieren mit Putin-Freunden

same procedure as every year: Ostermarsch Ruhr in Duisburg
Same procedure as every year: Ostermarsch Ruhr in Duisburg

In wenigen Tagen beginnen wieder die Ostermärsche. Wer gegen den Krieg in der Ukraine demonstrieren will, sollte sie meiden.

Für den Frieden zu demonstrieren gilt als ein ehrenwert und so haben die bald wieder beginnenden Ostermärsche bis heute einen guten Ruf. Zu Unrecht: Ziel der Ostermärsche und der meisten ihrer Unterstützer war nie der Frieden. Den Westen und die NATO als Kriegstreiber darzustellen war immer ihr zentrales Anliegen. Man stand treu an der Seite von DDR und Sowjetunion. Beide Staaten sind längst untergegangen. In diesem Jahr versucht die sogenannte Friedensbewegung,  sich an die Proteste gegen den Krieg in der Ukraine zu hängen:  „Wir verurteilen die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine. Für Krieg gibt es keine Rechtfertigung.“ heißt es in einer Ergänzung zum schon im Januar veröffentlichten Ostermarsch-Aufruf. Aber schon im nächsten Satz zeigt sich, welch ideologisches Kind man ist: „Die Mitschuld des Westens besonders der USA und der NATO rechtfertigen keinesfalls diese militärische Aggression.“ Russland hat die Ukraine überfallen. Ihr Wunsch, der NATO beizutreten wurde abgelehnt – es wäre der beste Schutz gewesen, den man ihr hätte gewähren können. Es gibt schlicht keine Mitschuld  „des Westens besonders der USA und der NATO“. Schuld ist Russland und sein Präsident Wladimir Putin.

Wirft man einen Blick auf die Unterstützer des Ostermarsches Ruhr, wundert einen nicht, dass es ohne Hetze gegen den Westen nicht geht: Da ist das „DDR-Kabinett-Bochum“, das stolz ein Grußwort des ehemaligen SED-Chefs Egon Krenz auf seiner Webseite veröffentlicht hat.

Auch vier DKP-Verbände sind dabei. Die linksradikale Kleinpartei übernimmt die Parolen Putins und spricht in einer „Erklärung des Sekretariats des Parteivorstands der DKP vom 25.2.2022“ von „Spezialoperationen“: „Am frühen Morgen des 24. Februar hat der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, den Beginn einer „militärischen Spezialoperation der Streitkräfte der RF zur Unterstützung des Donbass und zur Entmilitarisierung der Ukraine“ angekündigt. Am Abend zuvor hatten die am 21. Februar von Russland anerkannten Republiken des Donbass, die Donezker und die Lugansker Volksrepublik, im Rahmen der bestehenden Freundschaftsverträge angesichts der stärker werdenden Angriffe und Terroranschläge der ukrainischen Armee vor allem auf die Zivilbevölkerung und Infrastruktur um militärische Unterstützung gebeten.“

Auch die Jugendorganisation der DKP, die SDAJ, wird an Ostern mitmarschieren. Auch sie  hat in einer Stellungnahme klar gemacht, wo sie steht: „Unsere Aufgabe ist, hier in Deutschland gegen den Krieg zu kämpfen. Wir bekämpfen dabei die NATO, weil von ihr die Hauptaggression ausgeht, weil sie seit Jahren und Jahrzehnten auf Osterweiterung und Krieg drängt, weil sie den Krieg in der Ukraine provoziert und mit der Unterstützung des Putsch 2014 begonnen hat.“

Unterschrieben ist der Aufruf des Ostermarsches auch von zahlreichen Anhängern von DKP, Linkspartei und MLPD.

Es ist gut, gegen Russlands Krieg zu demonstrieren und Solidarität mit der Ukraine zu zeigen. Der Ostermarsch der Putin-Freunde eignet sich dafür allerdings nicht.

 

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8 Kommentare

  1. #1 | Pazifist sagt am 11. April 2022 um 12:53 Uhr

    In der Friedensbewegung waren immer schon Kommunisten mit Pazifisten in einem fragilen Bündnis zusammen aktiv. Zur Zeit des kalten Krieges gab es die Moskautreuen, aber auch viele aus grünen und kirchlichen Kreisen die sich mit der Friedensbewegung im Osten verbunden waren und dort auch rege Kontakte gepflegt haben. Als Resultat hatten diese sowohl eine Verfassungsschutz- als auch eine Stast-Akte.
    Und auch heutzutage gibt es in der Friedensbewegung ehrliche Pazifisten als auch welche die zuviel RT konsumieren. Der Fehler ist, dass die Pazifisten es nicht schaffen mit den RT-Anhängern zu brechen. Jahrzehntelange Bündnisse sind halt schwer aufzugeben.

  2. #2 | thomas weigle sagt am 11. April 2022 um 12:55 Uhr

    Da werden wir wieder die berühmt-berüchtigte Frage hören oder lesen: "Glaubst du, die Russen wollen Krieg?" Zwei Buchstaben,ein Wort: "JA!!"

  3. #3 | Bülent Zünbüldere sagt am 12. April 2022 um 18:05 Uhr

    Alles Fälle für die Psychatrie.Hier im Westen hocken,alle Freiheiten einer Demokratie quasi mitnehmen und ohne einen Verurteilung der grausamst niedergemetzelten völlig Unschuldigen,für eben diese Freiheiten kämpfenden armen Ukrainer nicht einmal irgendeine Beileidsbekundung abzugeben deutet für mich auf absolut unzurechnungsfähige Menschen hin.Die Ukrainer haben ein Recht auf Selbstverteidigung.Wer in dieser Lage den Ukrainer Munition und Waffenlieferungen verweigert,der muss sich nicht wundern wenn Er demnächst selber als Sklave von Putins Mörderregime vor sich hinvegetieren kann.

  4. #4 | Böser Kommunist sagt am 12. April 2022 um 23:44 Uhr

    Wow, schon lange nicht mehr so einen hetzerischen und unreflektierten Beitrag gelesen. ^^ Hat fast schon was McCarthy-esques. "Du willst keine Eskalation und Krieg? WOW RUSSISCHER PROPAGANDIST". Bin mir nur nicht sicher, wer hier ideologischer unterwegs ist, der Autor oder die kommentator:innen.

  5. #5 | thomas weigle sagt am 13. April 2022 um 12:25 Uhr

    #4 Sehen sie, ihr Beitrag wird hier gepostet, eine Ehre,die dem obigen Artikel von @ Stefan Laurin in der roten Diktatur nicht wiederfahren wäre. Eher ist anzunehmen,dass Herr Laurin sich dort für lange Zeit in der Obhut staatlicher Unterdrückungsorgane befunden hätte Und wäre es nicht selbst für einen Kommunisten angemessener und v.a. glaubwürdiger,sich über den Umgang mit Friedensdemonstranten in Putlers Reich zu äußern? Oder besser noch auf dem Roten Platz für Frieden zu demonstrieren. Vllt gar mit Aufnähern und Plakaten, auf denen "Schwerter zu Pflugscharen" zu lesen ist. Ihre russ. Gesinnungsgenossen demonstrieren allerdings für Putlers "Spezialoperation"-sogar mit alten Sowjetfahnen.
    BTW Warum nennen sie sich "böser Kommunist"? Das ist doch genauso sinnvoll wie die Bennenung eines Schimmels als weiß- also eine Tautologie.Schmunzel

  6. #6 | John Boy sagt am 14. April 2022 um 17:00 Uhr

    Irgendjemand hat einmal gesagt, Pazifismus sei eine Humanitätsduselei, Ausdruck einer Mischung von Dummheit, Feigheit und eingebildetem Besserwissen.

  7. #7 | SvG sagt am 15. April 2022 um 08:42 Uhr

    @5; thomas weigele: "Vllt gar mit Aufnähern und Plakaten, auf denen "Schwerter zu Pflugscharen" zu lesen ist."
    Die schönen lila Halstücher nicht vergesen.

  8. #8 | Ostermarsch-Teilnehmer in Duisburg einig mit Putin: "Keine Waffen in die Ukraine" | Ruhrbarone sagt am 16. April 2022 um 18:02 Uhr

    […] zusammen. Der Verfassungsschutz hatte im Vorfeld dieser Events vor einer Vereinnahmung durch Putin-Freunde gewarnt. In dieser Hinsicht Entwarnung für Duisburg: Putins Propaganda funktioniert subtiler. Der […]

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