12

NRW hatte keinen Platz für Tesla

Baustelle der Gigafactory in Grünheide bei Berlin Foto: Ralf Roletschek Lizenz: CC BY-SA 1.0 fi


Der Automobilhersteller Tesla baut in Rekordzeit sein erstes europäisches Werk in Brandenburg. Auch das Land NRW führte Gespräche über die Ansiedlung von Tesla, hatte aber keine passende Fläche im Angebot.

Ab Sommer werden 8.000 Arbeitskräfte in Grünheide bei Berlin  Model Y von Tesla bauen. Jobs, die eventuell auch nach Nordrhein-Westfalen hätten kommen können. Das zumindest geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine  Anfrage des SPD-Abgeordneten Frank Sundermann hervor. Danach stand das Land über Monate “hochrangig in engem Austausch mit dem Unternehmen Tesla.”

An der Dauer der Genehmigungsverfahren und der Verfügbarkeit von Erneuerbarer Energie  scheiterte die Ansiedlung letztendlich nicht. Zwei Gründe waren nach Auffassung der Landesregierung für das Scheitern ausschlaggebend: “Entscheidend war neben der Verfügbarkeit erheblicher Fördermittel in Brandenburg letztlich insbesondere, dass in Nordrhein-Westfalen keine Fläche von der Größe in Brandenburg angeboten werden konnte.” Die ins Auge gefasste Fläche bei Euskirchen war offenbar zu klein und das für solche Ansiedlungen ursprünglich einmal gedachte Areal NewPark bei Datteln wird nach über 20 Jahren Planung nach wie vor von Kommunalpolitikern und Ökoaktivisten blockiert.

RuhrBarone-Logo

12 Kommentare zu “NRW hatte keinen Platz für Tesla

  • #1
    ccarlton

    Zu wenig Fläche oder nicht genug Subventionen? In jedem Fall kein Verlust, weder für das Land, noch für die Umwelt.

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @ccarlton: 8.000 Jobs sind schon eine ganze Menge – und wir subventionieren auch Tanztheater und Windräder, die Fläche ohne Ende kosten und die Landschaft verschandeln.

  • #3
    Philipp

    @ccarlton: EIn Riesen Verlust.

    8000 Industriejobs im Kr. Recklinghausen + Design Zentrum in Dortmund (evtl. in Kooperation mit dem Fachbereich Objekt+Raumdesign an der FH, siehe https://www.fh-dortmund.de/de/fb/2/studium/studiengaenge/objektundraum_ba/index.php wären ein großer Gewinn gwesen.

  • #4
    ccarlton

    Nur weil wir den einen Kram bzw Mist im Fall von Ökostrom subventionieren, müssen wir nicht auch Tesla Geld in den Allerwertesten schieben. Politiker erzählen zwar bei solchen Gelegenheiten von Anschubfinanzierung, aber man hat bei den Herstellern von Solarzellen gehen, was daraus wird. Und zu guter Letzt sind E Autos nur so sauber, wie der Strom, der sie antreibt. Der ist dank der Abschaltung der AKW hierzulande alles andere als CO2 arm.

  • #5
    Jürgen

    Es gibt doch ausreichend brach gefallene ehemalige Industrieflächen im Ruhrgebiet. Oder nicht? Da hätte das Land NRW wahrscheinlich der verwaltenden Immobiliengesellschaft nur ein ordentlichen Angebot machen können. Denn eins hat das Ruhrgebiet voraus, die gute infrastrukturelle Anbindung. Gab es da Überlungen des Landes NRW, entsprechend zu handeln? Oder musste unbedingt eine unbebaute Fläche zubetoniert werden? Oder war der Zeitplan von Tesla zu eng gestrickt, um so etwas in die Wege zu leiten?

    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, eine Tesla-Ansiedlung im Ruhrgebiet wäre sehr gut gewesen. Nur sehe ich den Umgang mit den nicht mehr genutzten Industrieflächen als ein elementares Hindernis der weiteren Entwicklung des Ruhrgebietes.

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jürgen: Die meisten dieser Flächen müssten erst jahrelang aufbereitet werden. Und auch vielen steht irgendein Industriekulturkram.

  • #7
    ccarlton

    #3: Ein Riesenverlust, wenn es Arbeitsplätze wären, die ohne Subventionen auskommen würden. E Autos aller Art sind von Steuerzahler großzügig bezuschusste Zweit- oder Drittwagen, für Wohlhabende, die damit ihr ökologisches Gewissen beruhigen.

  • #8
    Philipp

    @ccarlton

    Subventionen sind gang und gäbe, um neue Industriezweige anzuschieben. Dass uns China bei den Solarsubventionen überboten hat, ist für Städte wie Gelsenkirchen oder Bitterfeld sch*iße gelaufen, aber es war auch nicht erwartbar, dass ein 80 Millionen-Land Weltmarktführer für Solar- und Windenergie wird (bei letzterer sind wir es wenn man die gesamte Lieferkette mit Zulieferern betrachtet)

  • #9
    Hans Meier

    Elon Musk betreibt mit seinen Fahrzeugen ein durch die Klima-Kartell-Politik privilegiertes Unternehmen, das nach marktwirtschaftlichen Maßstäben Kettenbriefe verkauft.
    Die bisherigen Erträge aus seiner Autoproduktion sind negativ, nur der Handelsprofit mit CO2-Zertifikaten die den konventionellen Autoherstellern von den politischen Betrügern aufgenötigt wurden, trägt das intrigante Geschäftsmodell des smarten Investors.
    In Wahrheit sind die Privilegien und Subventionen für E-Fahrzeuge, deren Brauchbarkeit nach circa 8 Jahren mit dem Ausfall der Batteriefunktion enden, ein Riesen-Sondermüll-Problem was politische Betrüger als Umwelt-Säue demaskiert.
    Wen es interessiert findet hier viel Information https://www.servustv.com/videos/aa-2577hvsw51w12/

  • #10
    Jürgen

    #6 Eigentlich gehört es sich nicht, dass jemand seine alten Flächen einfach so irgendwo rumliegen lässt. Wer weiß, was da so alles peu à peu im Boden versickert.

    Das mit dem vielen Industriekulturkram, klar stehen auf etlichen Flächen solche ollen Klamotten. Sind ja oftmals wirklich beeindruckende Bauwerke. Nur sehe ich die nicht unbedingt als Hindernis für eine erneute Verwertung der Flächen als Industriefläche. Mit ein bisschen Fantasie und Flexibilität kann man damit gut umgehen. Aber es ist tatsächlich so, manchmal dient der Denkmalschutz als willkommener Hemmschuh für etwas Neues.

    Dem entgegen steht meines Erachtens vielmehr:
    1. Industrie ist dreckig, wollen wir nicht (egal wie sauber mittlerweile in der Industrie gearbeitet wird).
    2. Die Annahme, dass die Flächen von den besitzenden Immobilienunternehmen (der ehemaligen Industrieunternehmen?) gerne zu Höchstpreisen vermarktet werden (ähnlich wie die Immobilientochter der Deutschen Bahn, die mit diesem Ansatz beispielsweise die Verwertung von nicht mehr betriebsnotwendigen Bahnflächen in Innenstadtbereichen zu Höchstpreisen betrieben hat).
    3. Die Unfähigkeit der Kommunen, eine nachhaltige Bodenvorratspolitik zu betreiben. Das liegt an fehlenden eigenen Finanzmitteln, an aufgerufenen Höchstpreisen, und zu guter Letzt der Gefahr, Flächen aufzukaufen, die aufwendig saniert werden müssen (und der Vorbesitzer ist auf einmal insolvent.

    Und bezogen auf Tesla: Tesla ist wahrscheinlich überfallartig an verschiedene Bundesländer/hochrangige Entscheider herangetreten, hat mit wichtigen Industriearbeitsplätzen und Steuerzahlungen gewunken und die Interessenten gegeneinander ausgespielt (ähnlich hat BMW im Jahr 2000/2001 bei der Standortwahl agiert, Gewinner war Leipzig).

  • #11
    Berthold Grabe

    Aus guter Quelleweis ich, dass NRW bei BMW nie eine Chance hatte den Zuschlag zu bekommen.
    Konzerne wählen für sich den attraktivsten Standort und das bedeutet, es geht um Kosten und potentielle Mitarbeiter.
    In beiden Punkten war Leipzig deutlichattraktiver als ganz NRW.
    Das Reservoir an gut ausgebildeten Arbeitskräften war in Leipzig deutlich höher und gegen die grundsätzlichen Strukturhilfen im Osten kann NRW nicht anstinken.
    Ein Ausspielen von Konkurrenten war gar nicht erst nötig.
    Das spielt bei Konzernen dieser Größenordnung nur eine geringe Rolle.
    Das das Ruhrgebiet als Standort nicht in Frage kommt hängt viel mit Altlasten zusammen und ungeklärten Haftungsfragen dafür.
    Ein weiteres Problem ist die Infrastruktur, In Brandenburg gibt es keine Verkehrsprobleme und keine Massen an Anwohnern die Bedenken tragen.
    Letzteres war überhaupt der Grund warum Euskirchen und nicht Köln als Standort für BMW überhaupt in der Überlegung gewesen ist, weil der Standort Abseits einer Besiedelung mit guter Verkehrsanbindung gelegen ist. Aber nah genug damit städtische Auspendler in problemlos erreichen können.

  • #12
    AndiDo

    Es gibt keinen Platz. An nichts anderem liegt es.
    Die Gigafabrik steht auf 300 Hektar. Der NewPark hat gerademal 150 Ha. Auch keine andere Brachfläche, zumindest im Ruhrgebiet, ist groß genug.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.