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Ohne Atome in die Zukunft!

Aufwachen ist ein Podcast, für den unter anderem Tilo Jung verantwortlich ist. Genau, der Jung von Jung&Naiv, dem niemand vorwerfen kann, seine Gesprächspartner mit allzu viel Hintergrundwissen zu belästigen. Viel Hintergrundwissen braucht es allerdings auch nicht, um zu begreifen, dass die Forderung nach eine „atomfreien“ Welt identisch ist mit dem Wunsch nach dem Ende des Universums. Man hätte nur ein paar Mal nicht vollkommen zugekifft in die Schule gehen müssen. Nun denn: Ich freue mich schon auf die Forderung nach einer gen-, molekül- und hirnfreien Zukunft

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12 Kommentare zu “Ohne Atome in die Zukunft!

  • #1
    Pit

    Recherche-Tipp:
    Frau Chebli (RegPK) hat die Aktien an dem Sologan:
    https://www.youtube.com/watch?v=brI72ArUMLA
    seitdem ein running-gag bei J&N und im Aufwachenpodcast

  • #2
    Helmut Junge

    13 mal 7 plus die 1 natürliche Elemente, die alle aus Atomen bestehen, gibt es. Schon das klingt furchtbar! Ist doch so! Zauberei!
    Das wäre ja schon schlimm genug, aber dazu kommt noch, daß unsere Unis fast nur noch halbfertig Ausgebildete ins Leben schicken, wo sie dann Karriere machen.
    Und ich hatte früher immer über Leute gelächelt, die an Voodoo glaubten. Unter denen war aber nicht Einer, der Angst vor Atomen hatte. Niemals.

  • #3
    Wolfram Obermanns

    Natürlich kann man sich an Begriffe klammern, aber ist es auch klug?
    Genau das ist doch das Problem der PC als Höflichkeit für Dumme. Codes sind kontextabhängig, das sollte jeder Philologe und IT-ler, jeder mit Sprachkenntnis und Medienkompetenz wissen.
    Wenn nun atom- oder auch genfrei gefordert wird, muß man selbst dies nicht mißverstehen. Die spannende Frage, ob die Anwender dieses Mediensprech wirklich wissen was sie sagen, wäre zu klären.
    Die diesem Artikel zugrunde liegende Absicht ist zwar verständlich, denn natürlich wird durch geeignete Wortwahl gerade durch diese Sprachkünstler, gerne die Gegenmeinung lächerlich gemacht, wie z.B. das Wort "Klimaskeptiker" zeigt. Aber ist dies ein ausreichender Grund selbst auf dieses Niveau zu sinken?

  • #4
  • #5
    paule t.

    Hm, OK. Ich finde es gut, wenn jemand gut aufpasst, dass niemand seine Wörters falsch gebraucht.

    Eine kleine Ergänzung deshalb : Nur Menschen können auf jemanden oder etwas treffen, nicht Abstrakta. "Ökologie trifft auf", wie ich es irgendwo las, ist deshalb barer Unsinn. Sollte dem Verfasser dieser Formulierung mal jemand sagen.

    Auch so ein Unsinnswort, dass ich irgendwo öfter lese: "Ruhrpilot". Die Ruhr fliegt nicht und hat deshalb auch keinen Piloten. Weiß jeder Zweitklässler und sogar jüngere Personen, die sie schon mal gesehen haben und wissen, was ein Pilot ist.

    Außerdem las ich mal "Apocalypso". Es heißt aber "Apokalypse". Hat da jemand bei der Rechtschreibung gar nie aufgepasst?

    —————————————————————–

    Oder wir entspannen uns im Wissen, dass Sprache nun mal auch mit Bedeutungsübertragungen, Verkürzungen, Sprachspielen usw. funktioniert und dass das auch keine Problem ist, wenn man’s verstehen kann (und man sich nicht dumm stellt). Was dam Autor ja anscheinend eigentlich auch gelungen ist.

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @paule t.: Apocalypso bezog sich auf den Tanz Calypso – was im Text durch einen Bezug zu einer Band auch deutlich wurde. Es war ein Wortspiel.

  • #7
  • #8
    Gerd

    Ein sehr geschichtsvergessener Mensch. ‚Atom’waffen haben während des Kalten Kriegs den Frieden garantiert und ‚Atom’kraftwerke produzieren auch Dunkelheit und Windstille Strom und das ohne böses CO2 auszustoßen.

  • #9
    Helmut Junge

    "Oder wir entspannen uns im Wissen, dass Sprache nun mal auch mit Bedeutungsübertragungen, Verkürzungen, Sprachspielen usw. funktioniert und dass das auch keine Problem ist, wenn man’s verstehen kann (und man sich nicht dumm stellt)."
    Wäre ich auch für, @Paule, aber wenn das irgendwo nicht klappt, dann bei den Naturwissenschaften.
    Die Naturwissenschaftler sind nur meist nicht an Diskussionen mit Laien interessiert und schreien nicht laut auf, wenn solch ein Unsinn geschrieben wird. Aber wenn sich jemand so unwissend in Bereich der Philosophen wagt, kriegt er er knappe Antwort, die ihn spüren läßt, daß er sich auf Felder wagt, die er nicht versteht. Jetzt macht Stefan Laurin genau das im Bereich der Naturwissenschaften, und schon schreien alle auf, die sich getroffen fühlen.

  • #10
    paule t.

    @ Helmut Junge #9:

    Ganz glücklich bin ich mit der Formulierung "atomfrei" auch nicht, weil sie zu Oberlehrer-Kommentaren wie dem obigen geradezu einlädt. Aber sie ist kein Unsinn, sondern nur eine verkürzte Ausdrucksweise, die jeder versteht – Stefan Laurin ja offenbar eigentlich auch. Und die, die die Formulierung benutzen, wissen natürlich auch, dass die Welt nun mal aus Atomen besteht, und benutzen die verkürzte Formulierung trotzdem – weil sie eben jeder versteht.

    Es ist übrigens genau dieselbe sprachliche Verkürzung, die in den Wörtern "Atombombe" oder "Atomkraftwerk" steckt. Wörtlich genommen, wären sie auch Unsinn, denn jede Bombe und jedes Kraftwerk besteht natürlich aus Atomen. Man müsste also wohl eigentlich von "Kernspaltungsenergiebomben" bzw. "Kernspaltungsenergiekraftwerken" sprechen (oder so ähnlich). Macht aber aus offensichtlichen Gründen keiner, ohne dass den Leuten vorgeworfen wird, nur zugekifft in die Schule gegangen zu sein.

  • #11
    Helmut Junge

    Ich glaube nicht, daß jeder, der ein modernes Schlagwort ausspricht, weiß was er sagt. Es gibt zu viele Bullshitwörter wie z.B. Digitalisierung, die jeder fast jederzeit benutzt. Das Wort hat durch diesen Gebrauch seine Bedeutung deutlich verändert, und meint mittlerweile alles was mit der verarbeitung von Signalen zu tun hat. In der politischen Diskussion geht es aber so gut wie immer darum, daß das Internet überall mit hinreichender Geschwindigkeit zugänglich sein soll. Mehr ist damit nicht gemeint. Diese Verflachung der Sprache erfolgt ja nicht durch Fachkräfte, sondern durch Politiker, die sich in Pose bringen wollen. Soll ich denen abnehmen, daß sie kapieren, worüber sie reden? Ich habe zu viele Politiker persönlich kennenlernen dürfen, daß ich von einer solchen Annahme weit entfernt bin.

  • #12

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