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Rückkehr der IS-Killer: Auf Schwarzer, Mansour und Kelek hören!

Gefangener IS-Terrorist Foto: Tasnim News Agency Lizenz: CC-BY 4.0

Deutschland hat in den vergangenen Jahren Killer exportiert: Sie mordeten unter der Flagge des Islamischen Staates im Irak und in Syrien, vergewaltigten Frauen und Kinder, versuchten einen Völkermord an den Jesiden und schändeten Kulturdenkmäler der ganzen Menschheit. Deutschland hat nicht viel dazu beigetragen, ihr Kalifat zu vernichten. Das war vor allem die Leistung linker kurdischer Organisationen wie der YPG, der USA, Großbritanniens und Frankreichs.  Die Kurden zahlten eine hohen Blutzoll, gedankt hat es ihnen niemand. Nun ist das Kailfat fast ganz zerstört, der Kampf gegen den Islamischen Staat wird weiter gehen. Die gefangenen deutschen Mörder werden zurückkehren – vielfach werden sie hier, wenn überhaupt, nur geringe Strafen erhalten. Die Beweislage ist schwierig, viele werden schon bald wieder, von staatlichen Hilfen durchgefüttert, Hass predigen und sich breit grinsend als Sieger über die dummen Ungläubigen feiern, die unfähig sind, sie in die Schranken zu weisen.

All das ist nur zu ertragen, wenn die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Die Gefahr die von islamistische Gruppen ausging, wurde über Jahrzehnte ignoriert. Der Zentralrat der Muslime und andere Verbände, in denen sich solche Organisationen tummeln, sind bis heute Gesprächspartner der Politik. Eine Szene wurde hofiert, in der Antisemitismus und Hass und Verachtung gegenüber der Aufklärung zum guten Ton gehören. Menschen wie Ahmad Mansour, Alice Schwarzer oder Necla Kelek wurden hingegen mit ihrer Kritik am Islamismus denunziert und in die Nähe von Rechtsradikalen gerückt. Auf sie hätten Medien und Politik wesentlich früher hören müssen, denn ihr Ziel ist mit einem Satz erklärt: Es geht ihnen um die Verteidigung der Aufklärung. Postmoderner Werterelativismus ist ihnen fremd, denn sie wissen, worüber sie reden und kennen die reaktionären Milieus gut, auf deren Gefahr sie immer wieder hinweisen.

Wenn Deutschland, wenn Europa in Zukunft keine Terroristen mehr exportieren will, muss es auf sie hören – und konsequent gegen die Feinde der offenen Gesellschaft vorgehen. Egal ob sie einen Lappen um den Kopf oder ein Thor Steinar-T-SHirt tragen.

 

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16 Kommentare zu “Rückkehr der IS-Killer: Auf Schwarzer, Mansour und Kelek hören!

  • #1
  • #2
    Thommy

    Die Kurden, die USA,GB und Frankreich haben gegen den IS gekämpft? Ja, richtig.

    Die Syrer nicht?

    Und waren da nicht auch noch andere Akteure im Kampf gegen den IS aktiv, die ebenfalls hohe Verluste hinnehmen mussten, die Sie aber aus – in Bezug auf Ihre Person bekannten- ideologischen Gründen mal so eben unerwähnt ließen?

  • #3
    Helmut Junge

    @Thommy, es geht ausschließlich um gefangene IS-Kämpfer, die von Kurden in deren Gebiet festgehalten werden. Diese Gefangenen will niemand haben. Auch Assad nicht. Diese Gefangenen stammen aus europäischen Ländern, auch aus Deutschland. Dorthin gehen sie als freie Männer heimlich zurück, oder sie werden als Gefangene übernommen und den jeweiligen Justizen überstellt. Das hat Trump gesagt, weil die Kurden sie nicht jahrelang bewachen können und sie deshalb freilassen werden,vielleicht sogar müssen. Die Alternative für uns st eindeutig.
    Zur Erinnerung: Bevor diese Kämpfer besiegt wurden, waren sie eine Gefahr nicht nur für den Nahen Osten, sondern auch für europäische Länder. Die Kurden haben auch für diese Länder den opferreichen Kampf geführt. Ob Assad oder wie du sagst, "Die Syrer" auch gegen den IS Krieg geführt haben spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Es geht um die europäischen Länder, die sich aktiv an diesem blutigen Krieg beteiligt haben. Deutschland war nicht dabei, hat allerdings immerhin Luftaufklärung betrieben. Wahrscheinlich ist das auch deshalb gut so, weil der deutsche Spießer seine Soldaten zwar gerne in Kriegsgebiete schickt, dann aber moralische Regeln setzt, die in der rauhen Kriegsrealität von Soldaten und Offizieren nicht eingehalten werden können. Deutsche Offiziere landen dann schon einmal als Folge ihres angeordneten Einsatzes vor Gericht. Das stärkt dann den Gegner, der solche "Feinheiten" nicht kennt. Deutschland ist noch lange nicht soweit, solche Kriege als Kriege zu verstehen, und nicht etwa als Entwicklungshilfe. Aber jetzt geht es darum, daß wir Deutschen diese Gefangenen so oder so bald hier unter uns haben werden. Sie kommen entweder als Häftling oder unerkannt als freie Männer. Und niemand traut unseren Behörden und Gerichten zu, mit dieser Situation fertig zu werden. Daher die Angst.

  • #4
    ellen

    Das predige ich seit Jahren, damit wird man im Juste Milieu schnell seine FreundInnen los. Danke für den Klartext!

  • #5
    Thommy

    @Helmut Junge-Sie schreiben:"auch für europäische Lönder .Die Kurden haben auch für diese Länder den opferreichen Kampf geführt."

    Wie kommen Sie darauf, dass die Kurden in den syrischen Kriegsgebieten auch für europäische Länder Krieg geführt hätten? Die Kurden haben einerseits ums nackte Überleben und politisch für Autonomie gekämpft. Ich bin mir ziemlich sicher, dass kein Kursde angesichts der Kriegssituation daran gedacht hat, Europa zu verteidigen. Warum auch? Das ist doch etwas verklärend und argumentativ zusammengeschustert und schon beim zweiten Hinsehen vollkommen absurd.

    Ferner kritisieren Sie "weil der deutsche Spießer seine Soldaten zwar gerne in Kriegsgebiete schickt, dann aber moralische Regeln setzt, die in der rauhen Kriegsrealität von Soldaten und Offizieren nicht eingehalten werden können."

    Nun-wenn dem tatsächlich so ist, dass der "deutsche Spießer" die -in den meiszen Fällen bestehende – Unvereinbarkeit von Moral und Krieg durch moralisch-ethische Argumentation und Sichtweisen zu überwinden, muss ich mein Bild vom " deutschen Spießer" in diesem Punkt korrigieren.

    Ich verstehe nicht, was es an moralisch-ethischen Bedenken auch im Kriegsfall zu kritisieren gibt.

  • #6
    ke

    Ich kann nicht nachvollziehen, wieso sich die Justiz angeblich so schwer damit tun soll, Menschen, die zu einer Terrorgruppe ziehen und damit aus meiner Sicht auch gemeinschaftlich an Verbrechen dieser Terror-Vereinigungen beteiligt sind, zu verurteilen. Hier müssen notfalls Gesetze kreativ erweitert werden.

    Solche Menschen sollte auch, wenn irgendwie möglich, die Einreise verweigert werden.

    Natürlich muss ein "Wehret den Anfängen" einen 360 Grad Blick haben und alle Feinde der Freiheit bekämpfen.

  • #7
    Gerd

    "Die gefangenen deutschen Mörder werden zurückkehren – vielfach werden sie hier, wenn überhaupt, nur geringe Strafen erhalten. Die Beweislage ist schwierig,…"

    M.A. nix als Ausreden! Man kann, wenn man nur will. Was bei weit über 80 Jahre alten Greisen recht ist, die in ihrer Jugend am flachen Ort gekocht oder Papierkram erledigt haben, sollte bei Mitgliedern einer ausländischen terroistischen Organisation, die vor weniger als zwei Jahren nach allgemeiner Überzeugung einen Völkermord an den Jesiden begangen hat, billig sein.

  • #8
    Achilles

    @Gerd, Sie meinen sicher den SS-Freiwilligen Oskar Gröning, Buchhalter von Auschwitz, verurteilt wegen „Papierkram“ = Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen. Oder meinen Sie den SS-Wachmann im KZ Stutthof Johann R. angeklagt wegen Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen?

    Im Übrigen stellt Ihr Kommentar einen astreinen Whataboutism dar.

  • #9
    Gerd

    Genau die meine ich. Zuerst haben Gerichte die tatsächlichen Mörder absichtlich davon kommen lassen und dann hat die übernächste Generation der Richter Gesetze kreativ ausgelegt und einen Buchhalter zum Mörder deklariert. Und dann noch einen, der seit über 30 Jahren gegen Holocaustleugner aufgetreten ist. Alles, um die Justiz von ihrer braunen Vergangenheit rein zu waschen.

    Derweil die aktuelle Generation der rassistischen Massenmörder aus Mangel an Beweisen frei kommt. Es sei denn die Justiz wird 2060 wieder verspätet aktiv. Aber bis dahin will ich nicht warten.

  • #10
    Helmut Junge

    @Tommy
    "Ich verstehe nicht, was es an moralisch-ethischen Bedenken auch im Kriegsfall zu kritisieren gibt."
    Ganz einfach. Wer die hat, sollte auch niemanden schicken. Beides paßt nicht zusammen.
    Ich selber unterscheide zwei verschiedene Formen von Krieg. Einen, in dem sich reguläre Truppen, die sich deutlich von Zivilpersonen unterscheiden, gegenüber stehen. Und einen, in dem bewaffnete Kämpfer sich unerkannt unter die Zivilisten reihen, um aus dem Hinterhalt zu agieren. Die Regeln, die vereinbart wurden, um Kriege weniger inhuman zu machen, sind für Kriege der ersteren Kategorie ausgedacht worden. Im zweiten Fall schießen dort eingesetzte Soldaten zwangsläufig auf Zivilisten, und das ist ein eindeutiger Regelverstoß, der geandet werden muß. Wer also Soldaten in solche Kriege schickt…..

  • #11
    giftmischer

    Obwohl ich mir schon seit Tagen den Kopf zerbreche, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wo ich eine Kette von Argumenten, die Phrasen wie "zu geringe Strafen erhalten" oder "von staatlichen Hilfen durchgefüttert"‘ enthält, schon mal gehört habe. Vielleicht kommt"s ja wieder.
    Im Übrigen gehört zu den Werten der Aufklärung auch das Recht eines jeden Angeklagten und Verdächtigen, so lange als unschuldig angesehen zu werden, bis er/sie in einem fairen und von politischen oder sonstigen Interessen freien Verfahren als schuldig erkannt und zu einer im Gesetz vorgeschriebenen Strafe verurteilt wird. Montesquieu usw. Das gilt dann auch für Islamitische Faschisten, ihre Unterstützer, Familien und andere extrem unangenehme Zeitgenossen .Keine Ausnahmen, oder wir sind schon da, wo sie uns haben wollen.

  • #12
    Thomas Weigle

    @ Thommy Nun ja, viele Kurden haben in Europa Zuflucht gefunden. Sicher nicht überall gern gesehen, aber sicherer und auch besser als in ihren Herkunftsländern war es für viele Kurden in Westeuropa in aller Regel schon. Lesetipp Mehdi Zana, Hölle Nr.5Da denkt man, man kennt aus den KZs alle Schlechtigkeiten dieser Welt…., der Einfallsreichtum menschlicher Bösartigkeit ist wirklich unendlich.

  • #13
    ke

    @11 giftmischer
    Ich verstehe ihren Einwand nicht.
    Wenn eine Person in das damalige vom IS unterdrückte Gebiet mit erheblichen Terrortaten gezogen ist, um diese Terror-Kämpfer zu unterstützen und andere zu unterdrücken, brauche ich nicht lange über eine Beteiligung/Unterstützung der Verbrechen nachdenken.
    Natürlich kann dann im Einzelfall entschieden werden, wie schwerwiegend ein Urteil ausfällt.

    Aber wenn ich viele Taten, die ich mir vorstelle kann, in Relation setzen soll, gehört die Reise in ein Gebiet um diese Terror-Organisationen zu unterstützen, die unbeschreibliche Verbrechen auf dem Konto hat, in die schwerste Kategorie.

    Falls unsere Gesetze aus irgendwelchen Gründen für solche Fälle nicht gemacht sind und Richter sich nicht in der Lage sehen, solche Täter zu schweren Strafen zu verurteilen, ist die Politik gefragt.
    Und das schon seit Jahren, da die Probleme schon lange existieren.

  • #14
    paule t.

    OK, also jetzt ist schon jede Kopftuchträgerin eine "Feindin der offenen Gesellschaft", und man kann oder will über sie auch gar nicht mehr anders als in Beleidigungen ("Lappen auf dem Kopf") reden.

    Nun, da hat sich jemand aus dem Kreis ernstzunehmender Gesprächspartner verabschiedet.

  • #15
    Arnold Voss

    Paul t, wenn ich den Text richtig gelesen habe, bezieht sich der "Lappen um den Kopf" nicht auf das Kopftuch von Frauen sonder auf den Turban der männlichen IS-Krieger.

  • #16
    Thomas Weigle

    paule t Lesen sie doch mal das, was in Teilen der muslimisch-islamischen Welt und zumindest in den Hinterzimmern deutscher Moscheen über unsere Lebensweise und v.a. die Frauen geredet und geschrieben wird. Dagegen ist "Lappen auf dem Kopf" eine äußerst höfliche Bemerkung. Das wollen Sie nicht wahrhaben und begeben sich deshalb auf diesen windigen Nebenkriegsschauplatz.
    Bereits zu Beginn der 80er hat Horst Bosetzky in dem lesenswerten Plädoyer für die Integration "Heißt Du wirklich Hassan Schmidt?" auf diese Schriften und Reden im Nachwort hingewiesen. Seitdem haben sich diese ja vervielfacht.

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