
Früher waren Ehen eine Möglichkeit, die Grenzen zwischen den gesellschaftlichen Schichten zu überwinden. Die Ehe zwischen dem Arzt und der Sprechstundenhilfe sorgte auch für engere Familienbande über Klassengrenzen hinweg. Doch solche Partnerschaften werden seltener.
Menschen wählen mehrheitlich eine Partnerin bzw. einen Partner mit gleichem Bildungsniveau. Wie Information und Technik als Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen anlässlich des Valentinstages am 14. Februar 2026 auf Basis von Endergebnissen des Mikrozensus mitteilt, hatten im Jahr 2024 bei rund 61 % der gemischtgeschlechtlichen Paare in NRW beide Personen einen gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss. Bei gut jedem zehnten Paar (11 %) verfügte sowohl der Mann als auch die Frau über ein formal niedriges Bildungsniveau. Bei rund einem Drittel der Paare (32 %) hatten beide einen mittleren Bildungsabschluss und rund 17 % der Paare bestand aus zwei formal hochqualifizierten Personen. Knapp 39 % der Paare in NRW hatten 2024 ein unterschiedliches Bildungsniveau. Bei insgesamt knapp 26 % der Paare hatte der Mann ein höheres Bildungsniveau als seine Partnerin, bei rund 13 % war die Frau formal höher gebildet als ihr Partner.
Bei jüngeren Paaren in der Altersgruppe 18 bis 44 Jahre war der Anteil der Paare mit gleichem Bildungsniveau im Jahr 2024 mit 64 % etwas höher als bei älteren Paaren mit knapp 60 %. Auch weisen jüngere Paare in NRW mit gleichem formalem Bildungsstand häufiger ein hohes Bildungsniveau auf als ältere Paare: Bei rund jedem vierten jüngeren Paar (25 %) hatten beide einen hochqualifizierten Bildungsabschluss, bei den älteren Paaren war es nur gut jedes siebte (14 %).
Jüngere Paare haben nicht nur mit 36 % seltener ein ungleiches Bildungsniveau als ältere Paare mit rund 40 %. Auch das Geschlechterverhältnis bezüglich der Personen mit dem jeweils höheren Bildungsniveau ist bei den Jüngeren ausgeglichen. So haben bei den Paaren im Alter von 18 bis 44 Jahren in jeweils rund 18 % der Fälle der Mann bzw. die Frau den höheren Bildungsstand. Bei den älteren Paaren hat in 11 % der Fälle die Frau, aber in rund 29 % der Fälle der Mann eine formal höhere Qualifikation.u
Die Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Paaren sind Folge der Angleichung des Niveaus bei den Bildungsabschlüssen von Männern und Frauen: In der Altersklasse der 18- bis 44-Jährigen sind die Bildungsunterschiede zwischen den Geschlechtern deutlich geringer als bei Personen ab 45 Jahren. Die jüngeren Frauen weisen insgesamt gesehen einen höheren formalen Bildungsstand auf als die älteren. So verfügten in 2024 rund 30 % der 18- bis 44-jährigen Frauen in NRW über einen hohen Bildungsabschluss gegenüber gut 18 % der älteren Frauen.
