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Srebrenica: Die Wunde, die nicht verheilt

(c) ŠTO TE NEMA

(c) ŠTO TE NEMA

Es ist das schlimmste Verbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Völkermord in Srebrenica. Im Juli 1995 ermordeten Soldaten der Armee der Republika Srpska 8.372 Muslime. Der Opfer haben am Jahrestag des Völkermords weltweit zahlreiche Menschen gedacht. Auch in Wien.

Wenn Ihr beitragen wollt, dass der Völkermord von Srebenica und seine Opfer nicht in Vergessenheit geraten, könnt ihr unter anderem diese Projekte unterstützen.

Das Center for Civil Courage sammelt bosnische Kaffeetassen für ein Gedenkprojekt. Die Tassen, genannt Fildžani, zu sehen im Titelbild, sind ein Symbol für die Opfer von Srebrenica. Mehr erfahrt ihr HIER.

Der deutsche Fotograf Sven Ellerbrock hat mit einem Fotoband die Hinterbliebenen des Völkermords und ihr Leben nach dem Massaker sichtbar gemacht – und die Orte aufgespürt, an denen das Verbrechen stattgefunden hat. Ein Crowdfundingprojekt soll die Veröffentlichung ermöglichen und Spenden für weitere Gedenkprojekte und Hinterbliebene auftreiben. Mehr erfahrt ihr HIER und HIER.

Unterstützung brauchen auch die Frauen in Schwarz in Serbien. An Srebrenica zu erinnern, ist dort weitgehend noch Tabu. Bis heute weigert sich die serbische Politik, den Massenmord als Völkermord zu bezeichnen. Jahr für Jahr halten die Frauen in Schwarz mit öffentlichen Aktionen das Gedenken an die Opfer aufrecht – trotz des hohen sozialen Drucks, dem sie ausgesetzt sind. HIER könnt ihr Kontakt mit ihnen aufnehmen.

Das Titelfoto stammt vom Erinnerungsprojekt ŠTO TE NEMA der Künstlerin Aida Šehović. Seit 15 Jahren organisiert sie Gedenkfeiern für die Opfer in Städten auf der ganzen Welt. Mehr über das Projekt, und wie ihr es unterstützen könnte, erfahrt ihr HIER.

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7 Kommentare zu “Srebrenica: Die Wunde, die nicht verheilt

  • #1
    thomas weigle

    Dieses Massaker ist u.a. zumindest auch für die bundesdeutsche Linke ein moralisches Desaster, denn sie hat es dröhnend beschwiegen, ich leider auch. Lag wohl daran, dass die Serben auf Grund ihres Widerstandes gegen die Nazibesatzer in WK2 bei der Linken eine ziemliche Wertschätzung besaßen.
    Israel hat übrigens Serbien im Natokrieg 99 und zuvor schon unterstützt. Solidarität unter Naziopfern. Wohl aber auch eine Reaktion auf die, nun ja, vorsichtig ausgedrückt,widerspruchsvolle Haltung der Europäer im Palästinakonflikt.

  • #2
    Berthold Grabe

    Srebenica ist das Menetekel des Pazifismusses, dem zu verdanken war, daß das Mandat der Niederländer über Symbolkraft nicht hinausreichte.
    Die Verantwortung dafür trägt die Politik nicht nur in den Niederlanden, was mal wieder beweist, das nicht Soldaten "Mörder" sind,sondern deren Auftraggeber.
    Nur Waffen hätten das Massaker verhindern können, das ist eine feststehende Tatsache.
    Udes wäre noch schlimmer gekommen, wenn der Pazifismus sich damals durchgesetzt hätte und jede Intervention verhindert hätte.
    Das ist die eigentliche Lehre aus der Katastrophe,die bis heute verdrängt wird und verhindert das Militär sowohl als Risiko, aber auch als Notwendigkeit akzeptiert wird.
    die Verantwortung für das Leid im Kriege trägt die Situation oder der der sie mutwillig oder vorsätzlich herbeigeführt hat, nicht aber das Militär, solange die Regeln militärischer Operationen eingehalten werden.

  • #3
    Peter Müller

    Es ist das schlimmste Verbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg: Der völkerrechtswidrige Krieg der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, der hunderttausend Menschen das Leben gekostet hat.

  • #4
    thomas weigle

    #3 Wo haben sie diese Zahl denn her? Aus der UZ oder der Roten Fahne? Die Toten von Sebrenica aber haben die Linken bis heute hierzulande nie interessiert. Obwohl sie sich sonst gerne für muslimische Halsabschneiderstaaten stark machen, um mal den Iran und Syrien zu nennen. Ebenso wenig interessierten sie die Opfer der serbischen Heckenschützen,die jahrelang von den Hügeln Passanten in Sarajewo abschossen. Ich erinnere mich genau,denn ich habe auch den Mund gehalten( siehe#1)

  • #5
    thomas weigle

    Das eigentliche Drama der 10 Jahre kriegerischerAuseinandersetzungen in ehemals Jugoslawien ist doch die Tatsache, dass Menschen, die angeblich oder tatsächlichim sozialistischen Jugoslawien fast 45 Jahre friedlich miteinander gelebt haben, sich von jetzt auf gleich an die Kehlen gegangen sind. Eine Entwicklung, die man ja auch beim zerfall der SU tw. erlebt hat. Da haben sie über 70 Jahre vom Internationalismus,dem proletarischen gesprochen, da hätte man doch meinen können, dass man sich beim Auseinandergehen leise Servus sagt und alle friedlich ihrer Wege gehen. War wohl nix,auch bei der Friedenserziehung im eigenen Lager hat der Murxismus-Leninismus auf ganzer Linie versagt. Da hat man nicht mehr "das Weiße im Auge des Klassenfeindes" gesehen, wie es in der NVA gelehrt wurde, sondern das im Auge des auf einmal feindlichen Nachbarn. Und entsprechend gehandelt.

  • #6
    Berthold Grabe

    Es stellt sich dann doch die Frage, wie viele Massaker es wohl ohne das militärische Eingreifen der Westmächte gegeben hätte.
    Auf diesem Auge sind die Kritiker des Eingreifens absolut blind und taub.

  • #7
    nussknacker56

    Der Eingriff der NATO zur Verhinderung weiterer Massenmorde wie Sebrenica war das erste Mal, dass ich diesem westlichen Militärbündnis dankbar war und meine Einstellung dazu geändert habe. Das, und die hasserfüllte Einstellung fast der gesamten Linken zu Israel, führte bei mir zur Erkenntnis, dass selbst die undogmatische Linke jede Menge Dreck am Stecken hatte. Leider habe ich das viel zu spät begriffen.

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