Stadtwerke Bochum-Chef Spohn: „Die Industrieunternehmen verlegen wegen der hohen Energiekosten Teile der Produktion ins Ausland“

Dieter Spohn Foto: Stadtwerke Bochum


Dieter Spohn, der Chef der Stadtwerke im rot-grün regierten Bochum, sorgt sich um die Sicherheit der Energieversorgung. Im Pioneer-Podcast „Morningbriefing“ spricht er Klartext.

Bochums Stadtwerkechef Dieter Spohn ist kein Lautsprecher, der ständig die Öffentlichkeit sucht. Die Not muss also groß sein, wenn einer wie er sich bundesweit im Podcast Morning-Briefing von The Pioneer zu Wort meldet. Und das tut Spohn im Gespräch mit Michael Bröcker sehr deutlich. In gut zehn Minuten zerstört er die Illusionen der deutschen Energiepolitik: „Wir müssen auf den nächsten Winter aufpassen, der wird eine Herausforderung“, sagt Spohn. Es sei nicht gelungen, das Russengas durch LNG-Gas zu ersetzen. Wenn der kommende Winter mild wird, müsse man sich keine Sorgen machen. Anders sähe es aus, wenn es ein kalter Winter werden würde. Den Wohlstand in Deutschland sieht der Stadtwerkechef durch die hohen Energiepreise in Gefahr: „Die Industrieunternehmen verlegen wegen der hohen Energiekosten Teile der Produktion ins Ausland.“

Spohn hofft, dass das Gebäudeenergiegesetz nicht wie von der Ampel in Berlin geplant am 1. Januar 2024 in Kraft tritt. Die Telefone würden zurzeit bei den Stadtwerken nicht stillstehen. Kunden wüssten nicht, wie sie künftig heizen sollen. Viele Ältere würde überlegen, ihr Häuschen zu verkaufen, weil sie sich eine Umrüstung nicht leisten können.

Auch auf sein Unternehmen sieht er große Herausforderungen zukommen: Damit Wärmepumpen und Elektroautos sicher versorgt werden können, müsste es 600 bis 700 Millionen Euro investieren. Sollten die Baumaßnahmen schnell umgesetzt werden müssen, würde ganz Bochum durch Baustellen lahmgelegt werden.

Bochum ist überall: Was Spohn sagt, werden andere Stadtwerkechefs auch denken.

Hier der ganze Podcast.

 

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