Der Autopapst

Foto: idw-online.de

Wenn Opelaner sich informieren
und Rüsselsheimer sich blamieren,
sie vor dem Ford-Werk demonstrieren:
Wer weiß wieso warum?
Der Autopapst.

Wenn Börsenkurse explodieren
weil Porsches kräftig spekulieren,
die Daimlers Chrysler amputieren:
Wer weiß weshalb wohin?
Der Autopapst.

Dass Zulieferer nun frieren,
weil sie bei Audi keine Türen,
Dächer und Konsolen installieren.
Wer weiß es besser als –
der Autopapst.

Die Wirtschaft steht vorm Kollabieren,
die Autobosse sich massakrieren,
die Branche muss im Blut marschieren –
wer hats gesehen? 
Der Autopapst.

Ein Autopapst wird nicht gewählt,
er wird uns auch nicht vorgestellt.
F. Dudenhöffer heißt kein Held.
Dann doch lieber:
Autopapst. 

Heimat, Deine Lieder IV

Kinder in Gelsenkirchen haben manchmal komische Vornamen. Endlich nimmt sich jemand dieses Problemes an.

Dass Namen eine Waffe sein können, dass sie über Kinder herfallen können wie die heidnischen Heere Gog und Magog über die Christenheit, das ist ein  nicht allzu beliebtes, jedoch auch nicht vollkommen ignoriertes Phänomen in der Geschichte der populären Musik. Schon Johnny Cash widmete sich  mit dem Stück  "A Boy  Named Sue"  dem Schicksal eines jungen Mannes, dessen Vorname für Spott und Erheiterung sorgte. Auch die aus Hamm stammende Kapelle Petra hat sich mit der Frage des Vornamens als Mittel zur Demütigung des Nachwuchses auseinander gesetzt. In dem schönen Stück " Curley Sue" (ist kein Name für ein Kind aus Gelsenkirchen)  engagieren sich die Musiker für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Wahl des Vornamens für noch wehrlose Kinder.

Hardrockende Pandabären

 

Der will nur spielen ..."Jazz, Jazz, Jazz" ließ Helge Schneider einst im sinnigerweise "Jazz" betitelten Film skandieren und Jazz, Jazz, Jazz – ich kann es nicht mehr hören und lesen. Scrollt man diese Seite entlang erschlägt das Moerser Jazzfestival den Ruhrbaron. Deshalb soll das Kontrastprogramm am Pfingstwochenende nicht zu kurz kommen: Im Gelsenkirchener Amphitheater setzte das RockHard-Festival an drei Tagen lautstarke Kontrapunkte zum Gefiedel am Niederrhein. Und, mal ehrlich: Als Ruhrbaron muss man sich die Finger schmutzig machen dürfen, Jazz ist was für feine Damen, für Bayern-Fans, für Kaufhausdetektive.

Drei Tage schmutzige lange Haare, Jeanskutten, Bikerboots, schwarze Hosen, schwarze T-Shirts, schwarze Fingernägel – das war das RockHard-Festival, in dessen Verlauf rund 6000 Metalanhänger in Gelsenkirchen feierten, als seien 50 Jahre ohne Meistertitel ein Klacks. Als sei es ein Signal mussten die in Originalbesetzung reformierten Thrash-Metaller von Testament zum Auftakt am Freitagabend auf ihren begnadeten und in seinem anderen Leben als Kopf eines Jazz-Trios agierenden Gitarristen Alex Skolnick verzichten. Der Gute war irgendwie abhanden gekommen, auf dem Jazzfestival soll er aber nicht gesichtet worden sein. Am Samstag dominierte dann zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal der 80er Metal (Helstar / Exciter) und die Pandabärenschau von Immortal, die mit ihren weiß-schwarz geschminkten Gesichter im Duisburger Zoo für eine Knut-Mania gesorgt hätten. Am Sonntag ging es schließlich gemäßigter zu und lediglich die Dauerproleten von Napalm Death ließen Jazzatmosphäre aufkommen. Ihre (De-)Kadenzen hätten einem Freejazzer a la Ornette Coleman zur Ehre gereicht. Alle Musiker spielten unterschiedliche Stücke in unterschiedlichen Tonarten – zusammen. Klingt komisch, war aber so. Besser machten es die Skandinavier Volbeat, deren "We love the sun"-Rufe vor allem den Dunkelmetallern übel aufgestoßen sein dürften – wenn diese just in dem Moment aus ihren Särgen geblinzelt hätten. Haben Sie aber nicht und so ging mit lautem Getöse von Iced Earth einmal mehr ein friedliches, ja familiäres Hardrockfestival zu Ende, bei dem erneut galt, dass bei diesem stimmungsvollen Event die Musik prinzipiell egal ist – wenn es kein Jazz ist natürlich. Fotoimpressionen zum Festival gibt es auf hier!

 

 

 

 

 

 

 

Gute Ideen gegen Vandalismus

Foto: bogestra.de 

Die Stadt Gelsenkirchen hat ja dieses Image-Problem klick, ist immer noch das Schlusslicht in der NRW-Arbeitslosenstatistik klack. Und nachdem jahrelang mit dem Arsenal der PR-Arbeit klick nicht besonders erfolgreich gegen den Mythos von der sterbenden Stadt angearbeitet wurde, fand die Emscher-Metropole jetzt endlich eine kreative Lösung. Und zwar im Straßenverkehr.

Um den allgemeinen Vandalismus gegen Gelsenkirchen zu stoppen, wollen sie jetzt auf ein bewährtes Mittel aus dem Öffentlichen Nahverkehr zurück greifen: Seitdem die Bogestra königsblaue Schalke-Züge einsetzt, sind Zerstörungen in den Bahnen um mehr als 80 Prozent zurückgegangen. Nach diesem Vorbild werden nun auch 60 blindengerechte Ampeldrücker in der Gelsenkirchener Innenstadt
mit Schalke-Emblem versehen –  Motto: Welcher Passant tritt schon gerne gegen sein Vereinslogo!? klick

Wir finden, das ist noch zu klein gedacht: Bewährt sich der Einsatz der Ampel-Bügel mit Vereinswappen im Kampf gegen Fußtritte und Vandalismus, was spricht dagegen, gleich die ganze Stadt mit Vereinslogos zu versehen und schließlich umzubenennen – in Schalke 04. Dann klappts auch mit dem Image. 

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Neues aus dem Fahrerlager

Rettet die Winterpause: Lars Laser (5. v. links)  Rettet jede Winterpause: Lars Laser (5. v.l.)
 
 
 

Schöne Scheiße, es ist Anfang Januar, kein Fußball außer klick und klick. Stattdessen laufen Randsportarten mit pseudoakademischen Titeln: Kombinierer, Biathlon, Klassischer Stil.

Wie gut, dass es wenigstens Trainingslager gibt, denn da passieren die dollsten Dinger . . .

"Unterschiedliche Reaktionen löste dann gestern vormittag das Missgeschick von Lars Laser aus, als die Spieler schon auf dem Rasen waren. Der 33-jährige Fahrer des Mannschaftsbusses, der sich schon am vergangenen Mittwoch auf den 3500-Kilometer-Weg in die Türkei gemacht hatte, übersah beim Wendemanöver den Basketball-Korb auf dem Parkplatz des Arcadia-Football-Centers. "Korb im Bus", rief ein Fan. Und die Reste der Heckscheibe, die Lars Laser komplett herausschlug, ehe er lächelnd zum Staubsauger griff, waren beliebt – vor allem die des Schriftzuges FC Schalke 04. "Ich habe die 0", sagte die Düsseldorferin Anne Bühner. "Er hat die 4." Er ist Marc Alexander und Schalke-Fan aus Weyhe bei Bremen.
Die Fahrt zum Spiel gegen den SC Freiburg in Kundu wollten die Schalker erst mit einem Ersatzbus bestreiten. Laser ahnte, dass das Warten auf die neue Heckscheibe länger dauern würde. Das Mercedes-Werk in Istanbul wurde informiert. Aber nach notdürftigem Herrichten des Gefährtes ging es dann zur Partie.
copyright derwesten.de klick

 

"Ich habe die Null, er hat die vier!" Aber sonst geht’s noch!

Ach ja, Lieblingsreiseziel der Erstligisten ist diesmal wieder Spanien mit sieben Clubs, vor der Türkei (5), Portugal (4) und Dubai (3).

Mannis Schwäche

Nicht wenige der Autoren in diesem Blog interessieren sich für Fußball. Einige der Kollegen können sogar trefflich Fußballspiele analysieren – zu denen gehöre ich sicher nicht. Das macht die Anhängerschaft zu Schalke 04 vielleicht leichter, ist jedoch wohl keine Bedingung, wie ein sehr schönes Interview mit Manni Breuckmann in der Welt zeigt, der Mann, mit dem ich an einem Tag im Sommer 2001 die wohl dramatischsten Augenblicke meiner bisher 20jährigen Schalker Zeit erleben durfte.

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