Räppeln in Waltrop: Irgendwas zwischen schöner Oster-Tradition und nächtlicher Ruhestörung

Die ‚Räppler‘ bei ihrem Abmarsch an der St. Peter-Kirche in Waltrop. Foto: Robin Patzwaldt

„Ah, endlich ist Ostern! Ein langes Wochenende. Da kann ich fantastisch ausschlafen.‘ Das werden sicherlich auch viele unserer Leser hier vor ein paar Tagen wieder gedacht haben.

Das mit dem Ausschlafen ist allerdings in einigen Gemeinden im Lande an den Ostertagen gar nicht so selbstverständlich. So auch hier bei mir in Waltrop. Gerade an Karfreitag und auch am Ostersamstag ist das bei vielen hier am Ort mal wieder nichts geworden. Zumindest nicht, wenn man wie ich, einen etwas leichteren Schlaf hat.

Für mich persönlich hieß es auch in diesem Jahr wieder, so wie für viele andere in der Stadt eben auch, zwangsweise früh aufzustehen (um ca. 6.30 Uhr), oder aber zumindest erst einmal recht unsanft arg früh geweckt zu werden. Hier am Rande des Ruhrgebiets wird nämlich noch immer eine alte katholische Tradition gepflegt, das ‚Räppeln‘.

Jedes Jahr am Karfreitag und Karsamstag ersetzen dabei katholische Jugendliche das Läuten der Kirchenglocken durch ihre ‚Holzräppeln‘.  Jeweils um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr treffen Sie sich an der alten St.Peter-Kirche in der Stadtmitte und laufen von dort aus laut ‚räppelnd‘ quer durch die gesamte Stadt.

Und weil die Herrschaften dann logischer Weise mit ihren großen Holzrappeln irgendwann auch immer direkt an meinem Schlafzimmer vorbeigehen, ist das mit dem Schlafen dann an diesen Tagen stets unfreiwillig früh vorbei.

Viele Zeitgenossen regt das Prozedere, gerade eben auch der frühe Auftritt am Morgen, inzwischen regelrecht auf. So wurde in den letzten Jahren immer häufiger von sich dagegen wehrenden Mitbürgern berichtet, welche die Jugendlichen regelrecht beschimpfen.

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Alter katholischer Osterbrauch: Waltrop und seine ‚Räppler‘

Räppler. Foto: Immanuel Giel Lizenz: gemeinfrei
Räppler. Foto: Immanuel Giel Lizenz: gemeinfrei

Heute ist Karfreitag, wir haben gerade 7.15 Uhr, und ich bin schon seit  6.58 Uhr wach… Warum? Weil hier gerade zwei Jugendliche mit großen Holzrappeln direkt an meinem Schlafzimmer vorbeigegangen sind und mich der Lärm der sogenannten ‚Räppler‘ recht unsanft geweckt hat.

Und obwohl ich selber gar nicht religiös bin, finde ich dieses alte, kirchliche Brauchtum in meinem Wohnort seit Jahren schon angenehm, irgendwie anheimelnd und vertraut. So richtig dörflich gemütlich, ein wenig altmodisch eben. Denn dieses ‚Räppeln‘ ist hier in Waltrop eine alte Tradition, wie sie nur noch in ganz wenigen, katholisch geprägten Orten und Regionen der Republik gepflegt wird, wie ich sie nun aber auch schon seit 1973 kenne, seitdem meine Eltern damals mit mir aus Dortmund das kurze Stück an den Rand des Ruhrgebiets, nach Waltrop, gezogen sind.

Und da ich jetzt schon einmal an einem Feiertag, wo hier garantiert noch fast jeder Leser gemütlich in seinen Federn liegt, so früh wach bin, nutze ich einfach mal die zusätzliche freie Zeit und schildere Ihnen hier kurz, was und warum hier in Waltrop an Ostern immer so besonderes vor sich geht:

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