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Tattoo-Petition gegen EU-Verbot knackt Hürde in weniger als 12 Stunden

Mark Benecke Foto: Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)


Die EU-Behörde ECHA plant Verbot blauer und grüner Tattoofarbe. Riesen Aufschrei der Tattooszene durch Petition. Prominente Unterstützung durch Fußball- und Serienstars. Über 65.000 Unterschriften in 12 Stunden.

Berlin, 15.01.2020. Deutschlandweit nehmen Menschen aus der Tattooszene und Prominente mit einer Petition die Bundesregierung in die Pflicht. Denn ein Leben ohne Tätowierungen könnte bald Realität werden. Die Initiative „Tattoofarben retten“ kämpft mit einer openPetition gegen ein drohendes EU-Verbot zweier Pigmente, die für die Herstellung grüner und blauer Tätowierfarbe von essentieller Bedeutung sind.

So etwas hat es noch nie gegeben: Wegen technischer Schwierigkeiten auf der Seite des Bundestages scheiterte der Versuch, dort eine ePetition zu erstellen. Deshalb startete die Initiative eine Petition auf der gemeinnützigen Plattform openPetition. Mit überragendem Erfolg.

In weniger als 12 Stunden haben Menschen aus Deutschland das Quorum der openPetition „#TATTOOFARBENRETTEN – 2020“ geknackt. Tätowierer und Kolumnist Jörn Elsenbruch aus Nordrhein-Westfalen hat die Petition erst heute gestartet und ist überwältigt von der Unterstützung. Jörn und sein Team wollen erreichen, dass sich Bundestag und Bundesregierung mit dem Thema auseinandersetzen und Druck auf die Europäische Behörde ausüben, um ein Verbot abzuwenden.

Prominente Unterstützung erhält die openPetition von M’Gladbach Co-Trainer Oliver Neuville, den Ex-Gladbachern Martin Stranzl und Eugen Polanski, Star Tätowierer Randy Engelhardt, Forensiker Dr. Mark Benecke sowie Serien-Star Daniel Krause (Berlin Tag & Nacht).

„So ein geballtes Engagement in so kurzer Zeit ist bisher einmalig in der Geschichte der deutschen Petitionen! Diesen Rede- und Handlungsbedarf kann der Bundestag nicht ignorieren“, erklärte Jörg Mitzlaff, Geschäftsführer von openPetition. Jetzt gelte es eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss zu erwirken – diese Menschen haben es verdient, gehört zu werden, so Mitzlaff weiter. openPetition wird in den nächsten Tagen Stellungnahmen der Fraktionsvorsitzenden des Deutschen Bundestages zu diesem Thema einholen.

Hintergrund: Die Europäische Chemiekalienagentur (ECHA) empfiehlt die Farbpigmente „Blue15 (74160)“ und „Green 7 (74260)“ zu verbieten. Laut „Bild“ beruht die Empfehlung der ECHA darauf, dass die Pigmente in der Kosmetikverordnung für Haarfarben verboten sind. Weil Tattoofarben auch als Kosmetika gelten, sollen die Pigmente nach Ansicht der ECHA auch nicht erlaubt sein.

Die Folgen für die gesamte Tattooszene wären gravierend. Expertinnen und Experten befürchten, dass es durch ein Verbot der besagten Pigmente zu Problemen kommt. Zu viele Kundenwünsche oder auch Motive wären ohne diese Farben nicht mehr umsetzbar und würden einen tiefen Einschnitt in der Szene bedeuten. Somit würden Tätowierer nahezu gezwungen werden, Farben aus dem Ausland und vom Schwarzmarkt zu beziehen, welche keiner Kontrolle oder Regulation unterliegen sowie ein größeres gesundheitliches Risiko innehaben.

Kurzlink zur Petition: www.openpetition.de/!tattoofarbenretten

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4 Kommentare zu “Tattoo-Petition gegen EU-Verbot knackt Hürde in weniger als 12 Stunden

  • #1
    Emscher-Lippizianer

    Das Ganze ist ja auch ein Klassiker in Sachen EU-Regelungswahn. Es wundert mich nicht, daß gegenüber solch undemokratisch zusammengewürfelten Gremien der Wunsch nach "take back control" aufkommt.

  • #2
  • #3
    Andi

    <blockquote>"Wegen technischer Schwierigkeiten auf der Seite des Bundestages scheiterte der Versuch, dort eine ePetition zu erstellen. Deshalb startete die Initiative eine Petition auf der gemeinnützigen Plattform openPetition."</blockquote>

    Weil die Zapfsäule außer Betrieb war, habe ich einfach das danebenstehende Scheibenwischwasser in den Tank gekippt. Wenn mein Auto nicht fährt, gebe ich dann VW die Schuld, denn ich habe doch schließlich vollgetankt!

  • #4
    Emscher-Lippizianer

    @ #5 Andi
    Vielleicht ist für den Bundestag, in dem das Robotron-Mädchen der Regierung wenigstens auf dem Papier vorsteht, das Internet (ebenso wie Digitalisierung, 5G, …) noch Neuland. Und das ist gut so…. Wer weiß, was das alles an Strom verbrauchen würde….

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