Werder Bremen im Nationalsozialismus: Lebensgeschichten jüdischer Vereinsmitglieder

Das Weserstadion in Bremen | Foto: Peter Hesse

Vor zwei Jahren habe ich hier in den Ruhrbaronen über den Werder Präsidenten Alfred Ries geschrieben. Der Titel lautete: „Eine nicht abgeschlossene Geschichte über deutschen Neid und Antisemitismus.“ Nun darf ich mit Freude verkünden, dass seine Geschichte quasi abgeschlossen ist.

Wie in dem Artikel angekündigt, ist endlich ein Buch erschienen, dass nun sein Leben und Wirken umfassend darstellt. Das schöne daran, den Autoren ist es gelungen, die bis heute andauernden Vorwürfe, dass Ries mit den Nazis kollaboriert hätte, zu widerlegen und zu zeigen, dass es eine zweite und sogar dritte Verfolgung von Juden nach Auschwitz gegeben hat.

Aber in dem Buch geht es nicht nur um Ries, sondern auch um die Geschichten der anderen, nicht so bekannten jüdischen Werderaner aus dieser Zeit. Wie beispielsweise Leo Weinstein, der rechtzeitig in die USA flüchten konnte und dort den Fußball populär machte, oder dem „Halbjuden“ Hansi Wolff, der für den SV Werder nach dem Krieg eine wichtige Rolle spielte. Aber nicht alle jüdischen Werdermitglieder konnten sich retten, einige von ihnen wurden von den Nazis ermordet, hier findet man ihre teilweise vergessene Historie.

Eigentlich ist die Geschichte von Ries doch noch nicht ganz abgeschlossen. Wie ich auch geschrieben habe, hatte Radio Bremen vor zwei Jahren eine tendenziöse Reportage über Alfred Ries produziert und versendet, die das Kollaborationsgerücht wieder aufkochte. Nun werden sich die Macher des Buches mit dem Bremer Rundfunksender ins Benehmen setzen, um Ries Ehre wieder herzustellen. Darüber demnächst mehr. Ansonsten möchte ich allen die Lektüre dieses tatsächlich mitreißenden Buches empfehlen. Hier kann man es bestellen:

https://www.werkstatt-verlag.de/buecher/fussballgeschichte/werder-im-nationalsozialismus-lebensgeschichten-juedischer

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