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„Wir begrüßen Sie an Bord der Stalinstadt“

Flugplatz Stölln Rhinow, Iljuschin Il-62 Foto: Wolkenkratzer Lizenz: CC BY-SA 3.0

Flugplatz Stölln Rhinow, Iljuschin Il-62 Foto: Wolkenkratzer Lizenz: CC BY-SA 3.0

Andreas Hahn, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei, hat ein Problem: Als Mitglied im Sportausschuss geht er einer politischen Tätigkeit nach, welche die meisten Menschen so aufregend finden wie Hahns Hobby: Angeln.

Wie gut dass es eine Jahreszeit gibt, in der auch das Licht des kleinsten Hinterbänklers ein wenig helle leuchtet: Den Sommer. Das dachte sich auch Hahn und ging mit einer Idee an die Öffentlichkeit:

„Insgesamt gibt es 184 Flugzeuge der Lufthansa, die eine deutschen Stadt oder Gemeinde als Taufnamen tragen. Davon sind 167 westdeutsch und 17 ostdeutsch (einschließlich Berlin). Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings sieht es nicht viel besser aus. (…)André Hahn weiter: “Das gegenwärtig festzustellende Ungleichgewicht zwischen Ost- und westdeutschen Städten hinsichtlich der Taufnamen ist im 25. Jahr der deutschen Einheit völlig indiskutabel und dringend korrekturbedürftig. Flugzeuge sind ebenso wie die ICE-Züge der Deutschen Bahn gute Werbeträger für Städte und Regionen der Bundesrepublik Deutschland. Da der Bund bei beiden Unternehmen auch Eigentümer ist, sollte er dringend seinen Einfluss für eine regionale Ausgewogenheit geltend machen.”

Gute Idee von Genosse Hahn. Die Ruhrbarone, das Blog, das sich wie kein Zweites für das Zusammenwachsen der Ostzone mit der Bundesrepublik einsetzt, haben auch schon ein paar Namensvorschläge: Freital, Stalinstadt, Karl-Marx-Stadt,Hoyerswerda, Lichtenhagen – Namen, die nicht nur die autoritäre Tradition der Zone in die ganze Welt tragen, sondern auch eine Brücke zur gewalttätigen und rassistischen Gegenwart schlagen.

RuhrBarone-Logo

9 Kommentare zu “„Wir begrüßen Sie an Bord der Stalinstadt“

  • #1
    Andreas

    versteh‘ ich nicht:

    was spricht dagegen, einen Flieger "Chemnitz" zu nennen ?

    und ich verstehe auch nicht, was die Adjektive "autoritär", "gewalttätig" und "rassistisch" suggerieren sollen – vielleicht geht es um die Vergangenheit der Lufthansa?

    Die Vergangenheit der Lufthansa mit dem Slogan:

    "Fliegen heißt Siegen"

  • #2
    keineEigenverantwortung

    Das Flugzeugbild weckt Erinnerungen. Damals, als es noch richtige Grenzkontrollen und Einreisekontrollen gab. Wir werden sehen, ob die Ungarn wieder Vorreiter in Sachen Ab- bzw. Aufbau von Grenzanlagen sind.

    Es ist wichtig, dass in allen Bereichen Statistiken geführt werden und genau geprüft wird, dass alles schön gleich verteilt ist. Warum sollen sich Politiker auch mit wirklich komplexen Problemen beschäftigen. Flugzeug- und Zugnamen-Zählen bringt uns weiter.

    Nur warum wird Berlin dem Osten zugeordnet? Wir sollten die Stadt teilen.

    Wir in NRW sollten auch mal öfter darauf hinweisen, dass ca. 18 Mio Einwohner bspw. nur 6 Stimmen im Bundestag haben

    BTW: Chemnitz ist für mich immer noch die häßlichste Stadt, die ich bisher in Deutschland gesehen habe (ich kenne auch DU und GE). Ich würde den Stadtnamen nicht wählen.

  • #3
    abraxasrgb

    Warum sind eigentlich noch nicht alle Stadtnamen gegend*x*t ? 😉
    Das ist doch der wahre Skandal!

  • #4
    John Matrix

    @keineeigenverantwortung: Moment mal! Was heißt hier: ‚ich kenne auch GE‘? GE wird vollkommen unterschätzt, nur weil viele aus Richtung E und BO immer die Straßen um den HBF als erstes sehen. Noch viel schlimmer als Chemnitz m.M. nach: BO Hamme, speziell Dorstener Straße.

  • #5
    PK

    Aufgrund meiner westlichen Sichtweise ist mir das Problem bislang noch nicht bewusst worden. Aber die armen Menschen im Osten haben schon allen Grund sich zu beklagen. Nur wenig aus dem DDR-Alltag konnte rübergerettet werden in die Zeit nach der Wiedervereinigung: das Ampelmännchen zum Beispiel und daneben noch ein paar Hampelmännchen aus der mehrfach umbenannten Partei.

    Da wir ja jetzt nicht alle Flieger der Lufthansa und die ICEs der Bahn AG mit neuen Namen versehen können wie "Wilhelm-Pieck-Stadt Guben", könnten wir ja alternativ die Notbremsen in den Zügen mit einem Slogan aus der Arbeiterbewegung versehen: "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!"

  • #6
    GJ

    Achja der Laurin, mit seinem Hass auf alles (vermeintlich) linke. Es wäre ja fast putzig, wenn es nicht so schrecklich deutsch wäre…

  • #7
    Thomas

    In Zusammenhang mit der SED/Linkspartei würde mir folgender Name für einen Jet gefallen:
    "Bautzen-Gelbes Elend"

    Thomas

  • #8
    Alreech

    warum eigentlich nur die Namen deutscher Städte ?
    Ist das nicht furchtbar nationalistisch ? Ich finde Lufthansa und deutsche Bahn könnten sich ruhig internationaler aufstellen. Straßburg, Wien, Meran und Danzig sind ja auch schöne Städte… 😉

  • #9
    Sebastian

    Ich würde noch Athen und Thessaloniki dazunehmen, damit die Griechen nicht nur deutsche Städte auf den Flughäfen sehen.

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