Wir sind sexuell dimorph – es gibt kein Spektrum

Den Aliens muten wir keine postmodernen Spinnereien zu: Darstellung der Menschenheit mit zwei Geschlechtern auf der Pioneer-Plakette Bild: Vectors by Oona Räisänen (Mysid); designed by Carl Sagan & Frank Drake; artwork by Linda Salzman Sagan Lizenz: Gemeinfrei


Die Entscheidung des IOC für Geschlechter-Tests bei Frauen zeigt, dass die Existenz von genau zwei biologischen Geschlechtern wieder eine Selbstverständlichkeit in unserer Gesellschaft werden wird.

Das IOC verlangt zukünftig einen Geschlechtertest für die Teilnahme in der Frauenkategorie.  Um zu vermeiden, dass biologische Männer am Frauensport teilnehmen, wird nun jede Teilnehmerin einen Gentest, der ihre Weiblichkeit beweist, vorlegen müssen. Für einen SRY-Test reicht ein Wangenabstrich oder eine Blutabnahme. Hier wird der entsprechende Teil des Y-Chromosoms (SRY-Gen) nachgewiesen, der für die Entstehung der männlichen Geschlechtsmerkmale notwendig ist. Nur XY-Frauen, die nicht von einem erhöhten Testosteronwert profitieren, z. B. Menschen mit Swyer-Syndrom oder CAIS (komplette Androgeninsensitivität), dürfen als Ausnahmefälle teilnehmen. Das bedeutet, Transfrauen und Menschen mit Formen einer Intersexualität, die eine Testosteronausschüttung aufweisen, die der männlichen entspricht, dürfen nicht mehr in Frauenkategorien starten.

Insbesondere Menschen mit 5-Alpha-Reduktase-Mangel wie die Läuferin Caster Semenya oder die Boxerin Imane Khelif waren durch ihre Erfolge im Sport aufgefallen. Biologisch handelt es sich um Männer mit abweichender Geschlechtsentwicklung. Ihr Wettbewerbsvorteil durch Testosteron war offensichtlich.  Aber auch Transfrauen wie z. B. Lia Thomas hatten nach Hormontherapie und bei aktuell niedrigem Testosteronspiegel durch ihren männlichen Körperbau, der in ihrer Entwicklung als biologischer Mann begründet ist, einen deutlichen Vorteil im Sport.

Der eingeführte Geschlechtertest ist nicht nur eine gute Nachricht für die Sportlerinnen, denen so ein fairer Wettkampf ermöglicht wird, auch ist er ein klares Zeichen dafür, dass die Binarität (Zweiteiligkeit) der Geschlechter wieder als Normalität in der Gesellschaft anerkannt wird. Das durch Transaktivisten geschickt verbreitete Märchen, dass es biologisch mehr als zwei Geschlechter gäbe, scheitert immer öfter an der Realität. Das kann man an der Entscheidung des IOC gut erkennen.

Nun hat auch der Evolutionsbiologe Colin Wright im November 2025 einen ausführlichen Fachartikel in einem renommierten Wissenschaftsmagazin veröffentlicht, der die seltsamen Theorien von der Vielgestaltigkeit des biologischen Geschlechts klar widerlegt. Die GWUP führte mit ihm dazu ein ausführliches, sehr aufschlussreiches Interview.

Wenn die Erzählung richtig wäre, dass Geschlecht ein Spektrum sein soll, dürfte es im Sport gar keine Frauenwettkämpfe geben. Denn es würde keine Männer und Frauen geben und die Übergänge wären fließend. Dem ist aber nicht so. Die Biologie hat sich nicht, wie oft behauptet, weiterentwickelt. Naturwissenschaften beobachten lediglich die Natur, sie beschreiben Phänomene und ergründen Zusammenhänge. Laut Colin Wright gibt es diese Diskussion um die Binarität des Geschlechts nur, weil durch Ideologen in den Reihen der Biologen die gesellschaftswissenschaftliche These von der Überwindung der Bedeutung des Geschlechts, die auf Judith Butler zurückgeht, in die biologischen Zusammenhänge eingepasst werden sollte. Da Kritiker wie er der Gefahr der gesellschaftlichen Ächtung ausgesetzt sind und viele Biologen schlicht Besseres zu tun haben, als sich mit einfachen biologischen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, sind solche Texte in der wissenschaftlichen Literatur eher selten. Das bedeutet aber nicht, dass die Existenz von zwei biologischen Geschlechtern eine seltene Ansicht unter Biologen ist. Im Gegenteil, der Evolutionsbiologe spricht bezüglich der Binarität des Geschlechts von „überwältigendem Konsens“ unter „Forschern, die sich mit der Evolution des biologischen Geschlechts und der sexuellen Fortpflanzung beschäftigen.“ Die ganze Kontroverse ist im Prinzip eine Farce und wurde „weitgehend konstruiert, obwohl sie sachlich kaum begründet ist und nur einen begrenzten Bezug zur einschlägigen Forschung aufweist.“

Wright kann in seinem Artikel im Fachjournal Archives of Sexual Behavior alle fünf Theorien, die die Geschlechterbinarität bestreiten, widerlegen. Denn am Ende zählt für die Definition des Geschlechts nur die Geschlechtszelle und der Organismus, der zu deren Produktion angelegt ist. Und es gibt eben unter allen Organismen, die sich anisogam geschlechtlich fortpflanzen, nur zwei Arten von Geschlechtszellen. Das betrifft Pilze, Pflanzen und Tiere, also auch uns Menschen. Bei Schleimpilzen gibt es im Übrigen auch nicht 30000 Geschlechter, sondern lediglich entsprechend viele Paarungsformen, da die bei der Befruchtung verschmelzenden Zellen isogam (gleich groß) und nicht wie bei den meisten Organismen anisogam (ungleich groß) sind.

Die Binarität der Menschen ist im Prinzip auch nicht wirklich kompliziert und genauso, wie wir es im Biologieunterricht gelernt haben. Wir sind dimorph, Männer und Frauen unterscheiden sich, weil sie zur Produktion einer bestimmten Art von Geschlechtszelle angelegt sind, grundsätzlich in ihrem Körperbau. Die Sexualorgane unterscheiden sich, da sie bei Männern kleine und bei Frauen große Geschlechtszellen produzieren können. Frauen sind zudem im Gegensatz zu Männern in der Lage, ein Kind in sich wachsen zu lassen. Es gibt weder eine dritte Art Geschlechtszellen noch einen menschlichen Organismus, der in der Lage wäre, beide Geschlechtszellen zu bilden. Das herbeigeschriene Spektrum ist ein Märchen, genauso wie all die anderen Theorien, die nur dazu dienen sollen, eine Ideologie in die Biologie hineinzutragen.

Auch die als Begründung gern ins Feld geführte Intersexualität taugt nicht dazu, die Binarität des Geschlechts zu widerlegen. Wie ich selbst auch immer wieder betone, sind es nicht nur Ausnahmen, sondern sie sind auch extrem selten. Medizinisch wird momentan jedoch leider jede noch so unbedeutende Abweichung unter DSD (Differences of Sex Development) gefasst. Wobei die allermeisten dieser Fälle phänotypisch und auch psychisch eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden können. Uneindeutigkeit beim Geschlecht ist extrem selten. Ich fand die im Interview erwähnte biologische Definition der Intersexualität von Leonard Sax deshalb sehr sinnvoll: „Wenn Intersexualität klinisch bedeutsam bleiben soll, sollte der Begriff auf Fälle beschränkt werden, in denen das chromosomale Geschlecht nicht mit dem phänotypischen Geschlecht übereinstimmt oder der Phänotyp als sexuell ambivalent erscheint.“ Laut Wright liegt unter dieser engen Definition die Schätzung bei etwa 0,018 Prozent statt bei rund 2 Prozent wie unter der sehr weit gefassten gegenwärtigen medizinischen Definition. Das bedeutet also, nur DSD mit sehr krassen Abweichungen in der geschlechtlichen Entwicklung bzw. tatsächlicher Uneindeutigkeit gelten als Intersexualität. Dazu zählen nur extrem seltene Fälle von gemischter Gonadendysgenesie (bei uneindeutiger Genetik), CAIS, PAIS (partielle Androgeninsensitivität), Swyer-Syndrom oder ovotestikuläres DSD. Im Vergleich dazu häufigere DSD, die trotzdem im Ganzen noch recht selten sind, wie Klinefelter-Syndrom, Turner-Syndrom oder AGS (Androgenitales Syndrom), aber auch der erwähnte 5-Alpha-Reduktase-Mangel gelten dann nicht als intersexuell. Es handelt sich im Prinzip um Männer und Frauen mit geringeren Abweichungen in der Geschlechtsentwicklung, die dem jeweiligen Geschlecht klar zuzuordnen sind.

In Situationen, wo es relevant ist, wird die Gesellschaft an der Existenz von zwei biologischen Geschlechtern nicht vorbeikommen. So z. B. in der Medizin, im Sport, aber auch wenn es um Familiengründung geht. Es wird Zeit, dass Medien, Politik und NGOs, die den Unsinn von mehr als zwei biologischen Geschlechtern unter dem Vorwand der Toleranz und gegen Diskriminierung zu sein weiterverbreiten, endlich einmal damit aufhören. Vor einigen Jahren hätte ich Thesen wie die vom Geschlechterspektrum mit so vielen Geschlechtern, wie es Menschen gibt, noch für einen Aprilscherz gehalten. Leider ist so etwas aber vollkommen ernst gemeint und man muss sich auch heute noch in Diskussionen beleidigen und bedrohen lassen, wenn man die Wahrheit, dass es nur zwei biologische Geschlechter gibt, laut ausspricht.

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