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Update: Aus für die Redaktionen der Westfälischen Rundschau – Klagt SPD Medienholding?

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Das Zeitungssterben geht weiter: Die Westfälische Rundschau wird künftig keine eigenen Redaktionen mehr haben. 120 Stellen werden wegfallen. Das gab nach übereinstimmenden Medienberichten heute die WAZ-Verlagsleitung bekannt. Den Namen „Westfälische Rundschau“ wird es jedoch weiterhin geben: Der  Mantel kommt aus der Zentralredaktion in Essen, die Lokalteile Dortmund, Lünen und Schwerte werden künftig von den Ruhr Nachrichten kommen – dem bislang größten Konkurrenten der Rundschau. Die Lokalteile Arnsberg und Hagen übernimmt wir die zur WAZ-Mediengruppe gehörende „Westfalenpost“ übernehmen. Eine traurige Entwicklung. Dortmund, die drittgrößte Stadt Nordrhein Westfalens hat damit nur noch einen Lokalteil.

Mal schauen was das für Bochum bedeutet: Es wäre nicht überraschend, wenn die Ruhr Nachrichten bald bekannt geben würden, dass die Lokalredaktion Bochum eingestellt wird und künftig ihre Inhalte von der WAZ bezieht. Auch die kleine Rumpf-Redaktion der WAZ in Dortmund wird es künftig nicht mehr geben.

Eine sehr traurige Entwicklung geht damit weiter.

Update: Newsroom meldet gerade:

Völlig überrascht von der WAZ-Entscheidung zeigen sich die Entscheider der SPD-Medienholding DDVG, die über die Westfälische Verlagsgesellschaft (WVG) 13,1 Prozent der Anteile an der Zeitungsverlag Westfalen KG (ZVW) hält, die die Westfälische Rundschau herausgibt. Sie will sogar rechtliche Schritte prüfen!

Mehr bei Newsroom

Siehe auch:

Welt: WAZ streicht 120 Stellen bei „Westfälischer Rundschau“ – Sozialplan

Kress: 120 Redakteure und Redaktionsmitarbeiter betroffen: Aus für die Redaktion der „Westfälischen Rundschau“

RuhrBarone-Logo

37 Kommentare zu “Update: Aus für die Redaktionen der Westfälischen Rundschau – Klagt SPD Medienholding?

  • Pingback: Links anne Ruhr (15.01.2013) » Pottblog

  • #2
    Mao aus Duisburg

    SPD sieht Verhältnis zur WAZ als „zerrüttet“ …

    Die SPD hat die WAZ-Gruppe scharf für die Kündigung der Redaktion der Westfälischen Rundschau kritisiert. Die ddvg, die Medienholding der Partei, ist Mitgesellschafterin der Zeitung. „Die Entscheidungen der WAZ sind gegen und ohne uns gefallen“, sagt die Schatzmeisterin der SPD, Barbara Hendricks. „Das Vertrauensverhältnis zum Mehrheitsgesellschafter ist zerrüttet“, so Hendricks. Die ddvg prüfe rechtliche Schritte, denn man habe der WAZ-Gruppe keine „freie Hand“ geben wollen.

    http://meedia.de/print/spd-vertrauen-zur-waz-zerruettet/2013/01/15.html

  • #3
    Jan W.

    Das ist also der vielbeschworene Qualitätsjournalismus: die WR steht also für gar nichts – sie hat nur willkürlich zusammengeflickten eingekauften Content.
    Eigene Wertschöpfung: Null!

  • Pingback: Aufgelesen … Nr. 13 – 2013  | Post von Horn

  • #5
  • #6
    68er

    Wenn ich mal den sonst hier vorherrschenden Ton im Blog übernehmen wollte, würde ich sagen, die SPD hat sich im Bereich der Medien einfach rauszuhalten, das geht die gar nichts an!

    Wenn die Kollegen wirklich was auf dem Kasten haben, wird sich für die in der freien Medienlandschaft schon ein Arbeitsplätzchen finden. Denn wer arbeiten will, der findet auch eine Arbeit.

    Es lebe der Spirit der freien Markt- und Medienwirtschaft!

    Oder habe ich da irgend etwas falsch verstanden?

  • #7
    Stefan Laurin Artikelautor

    Pressemitteilung des DJV zum WR-Ende:

    DJV-NRW entsetzt über erneuten Kahlschlag bei der WAZ-Gruppe

    Die WAZ-Mediengruppe verkauft das Einstellen der Redaktion der Westfälischen Rundschau (WR) als „Sanierung“. Für den DJV-NRW ist der erneute Kahlschlag zu Lasten der Mitarbeiter ein Desaster. 120 Redakteure sind betroffen, eine echte Chance hat der Verlag ihnen nicht gegeben.

    Selbst der Betriebsrat der Westfälischen Rundschau erfuhr erst kurz vor der heutigen Mitarbeiterversammlung in Hagen von den Plänen der Geschäftsführung: Die Redaktion der WR wird abgewickelt. „Wir sind entsetzt“, erklärt der Landesvorsitzende des DJV-NRW, Helmut Dahlmann. Offensichtlich seien andere Optionen nicht ernsthaft ins Auge gefasst worden. „Hier wird die Medienkrise für einen weiteren Kahlschlag in der nordrhein-westfälischen Medienszene benutzt.“ Erstaunlich sei auch, dass die Maßnahmen nicht mit der SPD-Medienholding ddvg als Mitgesellschafterin abgestimmt waren.

    Den Titel Westfälische Rundschau will die WAZ-Gruppe auch ohne eigene Redaktion nicht aufgeben: Wie ein leeres Gefäß soll die WR mit den Inhalten anderer Verlage ge-füllt werden – Kooperationen sind bereits ab Februar 2013 mit den Ruhr Nachrichten, dem Hellweger Anzeiger, dem Märkischen Zeitungsverlag und der verlagseigenen Westfalenpost geplant. „Eine Zeitung ohne Redakteure – wo gibt es das denn?“, fragt Dahlmann bitter. Es zeige die ganze Armseligkeit und Einfallslosigkeit der WAZ-Manager, wenn jetzt gerade in Dortmund, wo die Westfälische Rundschau eine Traditionszeitung mit sozialdemokratischer Ausrichtung gewesen sei, die Inhalte von den konkurrierenden Ruhr Nachrichten übernommen würden.

    Der DJV-NRW-Landesvorsitzende ist geschockt, dass die WAZ-Gruppe ihre Mitarbeiter vor vollendete Tatsachen stellt und sie erneut ausbaden lässt, was die Führungsebene verbockt. „Wir beklagen schon seit der großen Entlassungswelle 2009 die eklatanten Fehlentscheidungen in diesem Medienhaus“, sagt Dahlmann. Inzwischen bestimmten wohl nur noch die Kosten das Konzept, spätestens seit im September 2012 das Sparziel „minus 20 Prozent über alle Bereiche” ausgerufen wurde. Wahrscheinlich, so Dahlmanns Mutmaßung, habe auch die neue Gesellschafterstruktur zum Aus der WR beigetragen. Es stellt sich jedenfalls die Frage, welche Rolle in diesem Zusammenhang die Banken spielen.

  • #8
    Stefan Laurin Artikelautor

    Pressemitteilung der SPD Landtagsfraktion:

    Norbert Römer:
    „Entlassungen bei der Westfälischen Rundschau sind ein schwerer Schlag für die Meinungsvielfalt in NRW“

    Zu der angekündigten Entlassung von 120 Redakteuren bei der Westfälischen Rundschau erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Römer:

    „Die Nachricht von dem beabsichtigten Stellenabbau im WAZ-Konzern hat mich geschockt. Nicht nur die Öffentlichkeit, auch die Belegschaft ist offenbar sehr kurzfristig von diesen einschneidenden Maßnahmen informiert worden. Auch wenn der Titel „Westfälische Rundschau“ zunächst beibehalten werden soll, ist das ein schwerer Schlag für die Meinungsvielfalt in NRW. Unsere Gesellschaft braucht unabhängigen Journalismus gerade auch in den Lokalausgaben – und kein Meinungsmonopol.

    Ich erwarte von der WAZ ein klares Signal an die betroffenen Journalisten und Mitarbeiter, dass der Verlag seiner sozialen Verantwortung gerade jetzt gerecht wird.
    Es darf keine Entlassungen in die Arbeitslosigkeit geben!

    Um die Auswirkungen auf die Medienlandschaft in unserem Land diskutieren zu können, hat meine Fraktion die jüngste Entwicklung kurzfristig auf die Tagesordnung des Kultur- und Medienausschusses am Donnerstag gesetzt.“

  • #9
    Torti

    Schade, aber was soll das Geschrei ?

    Im digitalen Zeitalter haben Holzverkäufer, Schallplattendrucker und Fotolabore kein Geschäftsmodell.

    Fragt doch mal die Berufe die durch die Digitalität wegefallen sind, wie sich das anfühlt liebe Journalisten…..

    Willkommen im 21. Jahrhundert…..

  • #10
    Stefan Laurin Artikelautor

    Pressemitteilung Verdi:

    ver.di kritisiert Schließung der WR-Redaktion als fragwürdig und nicht nachvollziehbar
    15.01.2013
    Als „fragwürdig und nicht nachvollziehbar“ hat der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, die Entscheidung der WAZ-Mediengruppe kritisiert, die Redaktion der Westfälischen Rundschau (WR) zu schließen und 120 Beschäftigte zu entlassen. Die WR selber soll weiter erscheinen, ihr Inhalt von konkurrierenden Verlagen und anderen WAZ-Titeln produziert werden. „Die WR hat ihren guten Namen daher, dass sie über eine hervorragende Redaktion verfügt, die in der Region fest verwurzelt ist, die Zusammenhänge aber auch darüber hinaus einordnen kann. Das lässt sich nicht so einfach von heute auf morgen durch Inhalte von außen ersetzen, geschweige denn lässt sich diese Entscheidung betriebswirtschaftlich vernünftig erklären“, sagte Werneke. Der Inhalt der Konkurrenz müsse teuer bezahlt werden, während die WAZ-Mediengruppe eine Stimme verliere, die in der Region von Gewicht sei. „Durch die Übernahme von Inhalten aus anderen Häusern wird der journalistischen Vielfalt gerade im regionalen Bereich ein weiterer schwerer Schlag versetzt“, unterstrich Werneke und bemängelte die „publizistische Mutlosigkeit“ der WAZ-Mediengruppe als „fatal“. Der Konzern sei keineswegs ein Sanierungsfall, die Entscheidung diene offenbar ausschließlich dem Zweck, den nicht schlechten Renditen des Konzerns einen weiteren Schub zu verleihen: „Statt in die Zukunft des Journalismus zu investieren, in den Ausbau von Online-Angeboten, in exklusive, gut recherchierte Geschichten, wird kurzfristig gedacht und entsprechend gehandelt“, kritisierte Werneke.

  • #11
    Paul

    Die Schweinerei ist folgende:
    Die WAZ gibt der Westfalenpost nun die Möglichkeit, in EN-Süd sowie in Herdecke und Wetter neue Redaktionen aufzubauen, wo sie vorher gar nicht wahr. Hier hatte die WR ein Alleinstellungsmerkmal. Ich frage mich: Warum wird die WR hier geschlossen? Das kann nur mit dem Wechsel der Eigentümerverhältnisse zu tun haben. Die Anteile der SPD-nahen Brost-Familie sind ja an die CDU-nahen Funke-Erben abgegeben worden. Nun ist das halt so, dass die konservative WP davon profitieren soll und die traditionell eher sozialdemokratische WR den Kürzeren zieht.

    Dabei wird vergessen, dass diese ganzen Zeitungen unter anderem deswegen gegründet wurden durch die Eigentümerfamilien, weil die SPD entsprechende Lizenzen durch die britische Militärregierung weitergegeben hat. Wie auch immer: Eine riesige Sauerei gegenüber den Redaktionen, die bis heute nichts genaues wussten, während die lokalen Konkurrenten sich schon auf den Wechsel vorbereitet haben. Da muss man sich auch fragen, welche Journalisten-Kollegen/-Konkurrenten man da eigentlich hat…

    Es ist an der Zeit, dass man über eine andere Form der Medienfinanzierung nachdenkt. Sonst sterben weitere Zeitungen.

    Und die SPD sollte sich fragen, ob sie ihr Beteiligungsmanagement noch ernstnimmt.

  • #12
    der, der auszog

    Eine Zeitung ohne Redaktion ist wie ein Ozeandampfer ohne Kapitän. Die Lokalredaktionen der Mitbewerber, die eingesetzt werden, um den Kahn irgendwie noch manövrierfähig zu halten, wirken wie Lotsenboote. Fahren wird die WN auch weiterhin können, aber ihre Leistungskraft und ihre Qualität ist ein für alle mal hin. Die Entscheidung ist sicherlich bitter. Die Mitarbeiter der WN müssen von Bord gehen. Als Rettungsboote dienen ihnen die klassischen Sozialpläne, die man in Deutschland in solchen Fällen aus der Tasche holt.

    Aber auch der interessierte Zeitungsleser wird um eine Informationsquelle ärmer. Man kann nur hoffen, dass in Städten, in denen es in Zukunft nur noch eine Lokalredaktion geben wird, weil die der WN weggefallen ist, die Qualität zumindest dieser verbleibenden Redaktion erhalten bleibt. In Gelsenkirchen beispielsweise ist das seinerzeit, als die Buersche Zeitung eingestampft wurde, leider nicht der Fall gewesen. Die Gelsenkirchener WAZ-Lokalredaktion, seit einigen Jahren ohne Mitbewerber allein auf breiter Flur, ist grottenschlecht geworden. Das Ende der WN könnte sich somit auch negativ auf diverse Lokalredaktionen der WAZ Medien auswirken.

    So tragisch das Ausmaß dieser Entscheidung auch ist, stellt sich jedoch die Frage: Was hat die SPD damit zu tun. Die SPD hält über ihre ddvg zwar 13,1 % der Aktien an der WN. Aber um in dieser Angelegenheit mitreden zu können, reichen 13,1% einfach nicht aus. Entscheidungen kommen in Deutschland durch Mehrheiten zustande. Der SPD wird nichts anderes übrig bleiben, als zuzuschauen, wie sich auch ihre ddvg dieser Mehrheit wird fügen müssen.

    Bei dem Protest der ddvg geht es augenscheinlich um mehr. Die Sozialdemokraten sehen ihre Einflussmöglichkeiten schwinden, direkt in Bezug auf den Konzern, indirekt aber auch auf den Leser, wobei dieser sich durchaus fragen sollte, was eine Partei denn überhaupt in den Zeitungshäusern zu suchen, mitzureden und rumzuwurschteln hat.

    Die hohe Beteiligung der Deutschen Sozialdemokratie an Verlagen hat eine lange Tradition und reicht zurück in die Kaiserzeit. Damals beherschten liberale und nationalkonservative Zeitungen die Medienlandschaft. Für sozialdemokratische Ideen, die von allen Seiten bekämpft wurden, war bei ihnen kein Platz. Die Presse damals war nicht unabhängig. Aber wir leben heute nicht mehr im Kaiserreich. Die Zeiten haben sich geändert und wir brauchen meiner Meinung nach in unserer Demokratie keine sozialdemokratisch beeinflusste Presse mehr.

    Vielleicht ändert sich derzeit ja auch der Charaker der WAZ ein wenig. Das Medienhaus hatte immer den Ruf, ein sozialdemokratisch kontrollierter, zumindest der SPD nahestehender Konzern zu sein, bis zuletzt durch einen Bodo Hombach an seiner Spitze. Aber vielleicht wird dieser Konflikt innerhalb der WAZ derzeit ein wenig zu Gunsten von mehr Unabhängigkeit korrigiert. Dann hätte die Geschichte zumindest auch was positives.

  • #13
    Bochumer

    Interressantes geschaeftsmodell: warum abonnieren kunden lokalzeitungen? Richtig, wegen des lokalteils. Wenn der konzern so mit dem kern des produktes umgeht, kann er den betrieb bald eibstellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch lange dauert.

  • #14
    Michael Blatt

    „Selbst der Betriebsrat der Westfälischen Rundschau erfuhr erst kurz vor der heutigen Mitarbeiterversammlung in Hagen von den Plänen der Geschäftsführung:“

    Das mag z.T. zutreffen, aber so ganz aus dem Nichts kann dieser Kahlschlag nicht gekommen sein. Dass mindestens kleinere Redaktionen vor dem Aus standen, pfiffen die Spatzen bereits vor Weihnachten von den Dächern. Dortmund ist natürlich krass.

    Nienhaus hat übrigens ggü. meedia gesagt, dass DDVG informiert gewesen sei.

  • #15
    Dortmunder

    Die entscheidende Frage bleibt die: Wer soll eine Dortmunder „Westfälische Rundschau“ kaufen, die den Mantel der WAZ und den Lokalteil der Ruhrnachrichten hat?

    Mein Mercedes hat auch nicht die Karosserie eines miefigen BMW und vor allem nicht einen langweilig zuverlässigen Skoda-Motor.

  • #16
    Rettich

    Tragisch, keine Frage. Bittere Zeiten in der Medienlandschaft in NRW – es erinnert ein bisschen an Hamburger Verhältnisse: MoPo (Bild-/Express-Verschnitt), Bild, Abendblatt (Welt-Verschnitt aus dem Springer-Verlag), Welt, dürftiger taz-Lokalteil. Gruselig.

    Aber auch vorher war’s kein Idyll: Der gesamte WAZ-Konzern mit seinen Erzeugnissen von der WP über die WAZ bis zur WR hat in den letzten zehn Jahren immer mehr auf „Menschelndes“ und Boulevard gesetzt. Beiträge, die noch wirklich recherchiert sind, die kritisch hinterfragen oder wenigstens mal etwas quer zum Mainstream liegen, muss man mit der Lupe suchen. Wenn in den lokalen Beiträgen zur noch aus den Polizei- und Rathaus-Pressemeldungen abgeschrieben wird, habe ich davon genau gar nichts, und deshalb ist mein letztes Abo aus diesem Laden auch schon ein paar Jahre her. Die Pressemitteilungen kriege ich schneller online im Original.

    Das wird eine schlimme Medienlandschaft: Nur noch wenige, dafür gerne mal stramm konservative, Lokalzeitungen vor allem in den ländlicheren Ecken. Eine völlig abgespeckte WAZ-Klamotte, die eher den billigen Schülerpraktikanten (ab-)schreiben lässt als Redaktionen zu unterhalten. Der Lokalradio-Dudelfunk. Und der grandiose WDR, der sich mit seiner Intendanz nun wirklich als kritische und seriöse Institution positioniert. Pffff, abschalten.

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  • #19
    Walter Stach

    1.
    Kann die Misere der regionalen Zeitungen, konkret die ihrer Ortsteile, auch damit zu tun haben, daß wir, die Leser, als solche immer weniger werden?
    Gibt es dazu Statistisches?

    2.
    In Teilen des nörd. Ruhrgebietes hat des schon vor einiger Zeit per Vereinbarung zwischen dem WAZ-Konzern und dem Bauer-Verlag -sh.ua.Waltroper Zeitung, Datteln-Morgenpost u.ä-eine Flurbereinigung gegeben.

    In meiner Heimatstadt Waltrop gibt es nur noch eine Lokalredaktion, nämlich die der Waltroper – Zeitung.
    Die WAZ hat „nur“ noch einen sog.Orts-Teil, der über den gesamten Kreis Recklinghausen berichtet -weit weg vom örtlichen Geschehen in den einzelnen Kommunen.

    Und dieses Monopol der Waltroper-Zeitung (des Bauer-Verlages)hat zwangsläufig zur Folge, daß einseitig berichtet und kommentiert wird, Früher -bei noch eigener Lokalredaktion-war die WAZ darum bemüht, z.B. in kommunalpolitischen Fragen, eine zur Waltroper-Zeitung gegensätzliche Position aufzubauen und zu begründen. Und das hat nicht nur der Informationsvielfalt vor Ort gedient, sondern letztlich dem Absatz beider Zeitungen gefördert.

    (Und noch ‚was Nostalgisches:

    Meine Eltern wohnten zur Miete.

    „Ihre“Zeitung war seinerzeit die Westfälische Rundschau -für meinen Vater als SPDler selbstverständlich .

    Die Vermieterin -„geborene“ CDUlerin“ abbonierte- ebenso selbstverständlich- die Ruhr-Nachrichten.

    Und im Laufe des Tages tauschten beide Parteien ihre Zeitungen aus!!)

    3.
    Ich will auch hier, wie schon mehrfach in diesem Blog geschehen, daran erinnern, daß die Verluste örtlichen Redaktionen, der Ortsteile der Zeitungen, nicht generell gleichgesetzt werden können mit einem drastischen Einbruch an Medienvielfalt.
    Jeder hat weiterhin die Möglichkeit, sich vielfältig und umassend -über das kommunale Geschehen hinausgehend- zu informieren, -iin den Printmedien, im Fernsehen, im Internet.
    Auch nach der Einstellung von Frankfurter Runschau und Financel Times Deutschland kann ich die Südd.Zeitung, die Frankfurter Allgemeine, die TAZ, die WELT u.a.lesen, auch regional z.B. WAZ und die Zeitungen des Bauer-Verlages und z.B.,was bei mir der Fall ist, stets aktuell SPIEGEL-online -und mich informieren und einbringen hier im Blog.Insofern sehe ich keine für mich gravierende Einschränkung meiner Informationsmöglichkeiten. Und wöchentlich kann jeder……sh.SPIEGEL, sh.ZEIT,sh.FOCUS,sh.die Sonntagszeitungen.

  • #20
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Walter: Bundesweit gibt es natürlich eine große Menge an Informationsangeboten und das ändert sich auch nicht durch das Aus der FTD und das nicht unwahrscheinliche Ende der Rundschau.
    Wenn es aber vor Ort nur noch eine Tageszeitung gibt, ist das schon eine Einschränkung der lokalen Informationsmöglichkeiten. Aber klar: Würden alle Zeitungen abonnieren oder kaufen gäbe es das Problem nicht . tun aber immer weniger, vor allem in wirtschaftlich schwachen Regionen wie dem Ruhrgebiet. Und auch klar ist: Wenn es keinen Wettbewerb mehr gibt, geht die Qualität runter.

  • #21
    Arnold Voß

    Mit Bodo wars schon schlimm. Aber wer hätte gedacht, dass es ohne Bodo noch schlimmer wird.

  • #22
    Gregor Sommer

    Was haben die ganzen „Parteizeitungen“ noch mit neutraler Berichterstattung zu tun?
    Es müsste bei den Zeitunen viel mehr journalistische Freiheit erlaubt sein. Das finden wir zum Teil „noch“ im Internet. Leider ist die Flut der Texte enfach so groß, dass man dort die Schwierigkeit der Selektion hat. Wenn die Selektion irgendwann von irgendwo koordiniert wird..
    Die WAZ-Gruppe ist (insbesondere in Bochum) so sehr unter der SPD-Knute, dass die Ruhrnachrichten als recht neutral und journalistisch fair eingestuft werden muss, obwohl das wohl kaum möglich ist, bei den ganzen Ungerechtigkeiten, die um uns herum so passieren.

    Vielleicht kann man die GEZ verpflichten den Journalismus bei den Verlagen einen „Neutralitätszuschlag“ zu bezahlen, statt z.B. ca. 400 Journalisten hinter ca. 300 Athleten zur Olypiade zu schicken!? UmFAIRteilen ist auch hier angesagt!

  • #23
    Klaus Lohmann

    @#15 | Dortmunder:

    Es ist relativ einfach, wer jetzt in Dortmund/hagen/Schwerte etc. noch weiter die WR lesen/abonnieren wird – die immer kleiner werdende Anzahl SPD-Stammwähler, die wahrscheinlich auch nach Jahren nicht blickt, welche Inhalte ihr geliebtes Rotblättchen denn nun wirklich transportiert. Das hat auch nach dem ersten Kahlschlag bei den WAZ-Titeln vor ein paar Jahren funktioniert und ist wohl der einzige Grund, warum der tote Mantel beibehalten wird.

    Und der Grund für das Sterben der WR ist ebenso einfach – einen Titel komplett plattzumachen ist arbeitsrechtlich wesentlich einfacher zu managen als in mehreren Titeln (aka eigenständige GmbHs) immer nur eine kleinere Anzahl Mitarbeiter freizusetzen.

  • #24
    Walter Stach

    -2-Stefan,

    1.
    wenn der Eindruck entstanden ist, daß ich mit meiner Bemerkung -19.Ziffer 3- zur weiterhin bestehenden Medienvielfalt in Deutschland die Problematik des starken Rückganges an örtlichen Zeitungen bzw. an Ortsteilen von…..und die Problematik des Verschwindes örtlich selbständiger Redaktionen bagatalisieren wollte, dann bedaure ich das, weil es so nicht gemeint ist.

    2.
    Wir diskutieren hier im Blog aus unterschiedlichen Anlässen immer wieder über Probleme der örtlichen Demokratie, über Gefahren für den noch vorhandenen Rest an kommunaler Selbstverwaltung, nicht nur, aber besonders mit Blick auf die Ruhrgebietskommunen. In die Diskussion über diese Probleme und Gefahren einzubeziehen ist auch das Veschwinden an Vielfalt konkurrierender örtlicher Tageszeitungen bzw.selbständiger Ortsteile von Zeitungen und damit einhergehend das Verschwinden eigenständiger örtlicher Redaktionen;hier geht es also um weit mehr als um Medienvielfalt vor Ort.

    3.
    Ist „meine“ SPD auch hier wieder einmal „an allem Schuld“?

    Mich wundert, daß diese, ich finde irren Versuche, die SPD auch hier verantwortlich zu machen, noch nicht dazu geführt haben, daß „man“ irgend wie, irgend wo Peer Steinbrück ausmacht, der in personam mindestens als „mit-„schuldig zu gelten hat.

    (Wenn Gregor Sommer -22-in diesem Zusammenhang die Ruhr-Nachrichten „als recht neutral“ einstuft, dann ist das Ausdruckes seines Verständnisses von journalistischer Neutralität, dem ich -bei bestem Willen- nicht folgen kann.)
    4.
    Wenn immer mehr örtliche Zeitungen bzw.die Ortsteile von Zeitungen aufgegben werden, wenn immer mehr selbständige Ortsredaktionen aufgegeben oder personell so stark reduziert werden, daß die Redaktionen nicht in der Lage sind, ihre „Job“noch einigermaßen ihrer Aufgabenstellung gemäß zu erledigen, dann hat das letztlich mit u n s e r e m Verhalten zu tun, nicht primär mit dem der Anderern-der Verleger,der Herausgeber, der „SPD“, mit Bodo Hombach und,und……

    Und wenn w i r Bürger -speziell im Ruhrgebiet- aus unterschiedlichsten Gründen zunehmend kein Interesse an dem Kauf der Ortszeitugen haben bzw. an dem Kauf regionaler Zeitungen mit einem speziellen, ausführlichen Ortsteil haben, dann sind w i r dafür verantwortlich, wenn der Verlage, wenn die Herausgeber daraus Konsequenzen ziehen, wirtschaftlich-finanziell zwingende.

    5.
    Und jetzt könnte ich meine Anmerkungen zu 2. und 4. zusammenfassen und die Frage stellen, ob w i r Bürger auch diesbezüglich Anlaß haben könnten, über
    u n s e r e n Eigenanteil an den Problemen der örtlichen Demokratie, an den Gefahren für die kommunale Selbstverwaltung nachzudenken, einschließlich der Frage nach seinen Gründen.

    6.
    Ideen, die dazu beitragen könnten, die Medienvielfalt vor Ort wieder herzustellen?

    6.1.

    Ich habe bekanntlich hier im Blog entgegen der Mehrheitsäußerungen die Meinung vertreten, die seit einigen Wochen in NRW diskutiere neue „Medien-Stiftung“ nicht von vornherein als indiskutables „Teufelszeug“ zu verwerfen.
    Auch mit Blick auf das hier angesprochene Problem erschien mir eine solche Diskussion sinnvoll -ergebnisoffen! Steht die Idee noch in der Diskussion oder ist sie schon beerdigt, nicht zuletzt wegen der m.E.unseligen Verquickung mit der Personalie Eymann?

    6.2.
    Sollten die Kommunen selbst über Projekte nachdenken mit dem Ziel, die Berichterstattung, die Kommentierung, den Dialog mit den Bürgern und zwischen den Bürgern über das Kommunale neu, anders als bisher zu gestalten -nicht anstelle privatwirtschaftlich betriebener Medienunternehmen, aber ergänzend dazu und zur Vielfalt beitragend?

    Ansätze dazu gibt es;ich verweise u.a.auf ein neueres Projekt dazu in einem Landkreis in Niedersachsen -Friesland-, von dem ich gehört, aber nur oberfläche Kenntnis habe.

    Nachvollziehen kann ich, daß ein solcher gedanklicher Problemlösungsansatz bei Journalisten von vornherein auf erhebliche Vorbehalte stößt, denn ein kommunales Medienprojekt steht immer im Verdacht einer interessensbestimmten,interessengesteuerten Berichterstattung,Kommentierung durch Politik/Administration in der Kommune.

    Andere Ideen zur Problemlösung?
    -Jammern und kritisieren;das reicht nicht.-

  • #25
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Walter: ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Kommunen versuchen werden in die zunehmende Lücke hineinzukommen, die die Medien hinterlassen. Sie können schon heute ohne Probleme Online-Medien gründen – nur hat das alles nichts mit Journalismus zu tun sondern ist reinen PR.

  • #26
    Walter Stach

    Nachtrag -sh.auch zu Stefan -25-:

    Ich habe unter 24 im drittletzten Absatz auf ein für mich in diesem Zusammenhang interessantes kommunales Projekt des Landkreises Friesland hingewiesen;konkret -via Google-:

    „Mitmach-Demokratie“ -Erster Landkreis führt Liquid Feedback ein-„.

    Ich denke, daß das zumindest ein bedenkenswerter Versuch ist, anders als bisher und unabhängig von herkömmlichen,privatwirtschaftlich organisierten Medien die Information und die Kommunikation über das Kommunale zu gestalten; notwendig vor allem dann, wenn privatwirtschaftlich organisierte Medien nicht mehr vor Ort existent sind, aber der Bürgerwunsch und der politische Wille da sind, die Bürgerschaft über das Kommunale umfassend, aktuell, jederzeit zu informieren und einen ständigen Dialog zwischen den Bürgern und der „verfaßten“ Kommune zu organisieren.

    Stefan,andere Ideen zur Problemlösung?

    -Dieser Blog ist unstrittig ein wesentlicher Beitrag zur Problemlösung im Ruhrgebiet,sh. die vielen Kommentare, die vielen Beiträge zu kommunalen und regionalen Themen.
    Bedarf, Wille, Fähigkeit zum „Ausbau der Ruhrbarone“?

  • #27
    Abnick Grabotki

    Ein Brocken vom GEZ -kuchen sollte auch Zeitungsverlagen zustehen. Natürlich nur für die unabhängige Berichterstattung wie es sie beim „ZDF, WDR“ usw gibt. Auf in den Kampf.

  • #28
    Jan W.

    @Walter Stach
    Wie sollte eine solche Stiftung denn aufgebaut sein, damit hier nicht der Eindruck einer Staats- oder staatsfinanzierten/-abhängigen Presse entsteht?
    Eine solche Stiftung wird vermutlich mehr Anträge auf Förderung bekommen, als sie am Ende Geld verteilen kann: aus verschiedenen Antragstellern mit verschiedener politischer Positionierung werden sich dann zwangsläufig unterschiedliche Erfolgschancen ergeben. Und keine „fütternde Hand“ wird sich neutral verhalten, angesichts der „Bisse“ gegen sie selbst oder auch mal den roten/schwarzen/grünen/gelben Körper, an dem sie hängt.
    Staatsferne hat schon ihren Sinn!

  • #29
    Walter Stach

    -2O- Jan W.

    Eine Antwort auf Ihre Frage und einschlägige andere, die so oder so ähnlich hier im Blog ja schon gestellt wurden, sind immer dann angebracht und sie sind aufgrund des selbstverständlichen Mißtrauens von Machern und Nutzern staatsfreier Medien immer dann naheliegend, wenn Medienmacher und Mediennutzer auch nur ansatzweise etwas hören, etwas erahnen von einer wie auch immer gedachten staatlichen Aktivität im Medienbereich.

    Aber eine Antwort auf Ihre und vergleichbare Fragen setzt voraus, daß über die Idee -hier die einer Stiftung-, über ihre Ausgestaltung, über denkbare Varianten geredet wird, mit allen und unter allen Betroffenen/Beteiligten.

    Nur das halte ich nach wie vor für wünschenwert, mehr nicht.

    So sehr ich mir weiterhin diese Diskussion wünsche, so selbstverständlich ist es für mich zugleich, nach wie vor eine Medienlandschaft ohne jegliches staatliches,ohne jegliches kommunales (Zu-)Tun ideal zu nennen.

    Wenn eine solche ideale Medienlandschaft in all ihrer Vielfalt -vor allem vor Ort- „aus sich selbst heraus“ allerdings als nicht mehr zu halten, sondern als konkret gefährdet erscheint, liegt es nahe, darüber nachzudenken, ob und wie dem begegnet werden kann.

    Wenn sich dann auch der Staat in diesen Prozeß des Nachdenkens einbringt, z.B. mit der Stiftungsidee, dann ist das für mich im Gegensatz zu der Mehrheit der hier im Blog geäußerten Meinungen nicht kategorisch abzulehnen, nicht a priori indiskutabel.

  • #30
    Horst Delkus

    Mal laut gedacht: Was wäre, wenn aus dem Kreis der 115.000 AbonnentInnen lokale Initiativen entstehen für den Fortbestand einer eigenständigen „Westfälischen Rundschau“? Was, wenn sich aus dem Kreis der rund 120 festangestellten Kolleginnen und Kollegen eine Truppe zusammenfindet, die – vielleicht mit dem Know how und sozialen Kapital des Instituts für Journalistik der Uni Dortmund – ein tragfähiges Konzept für die Fortführung einer eigenständigen „Westfälischen Rundschau“ entwickelt? Was, wenn man Sozialplan- und andere Gelder für ein solches Konzept aktivieren könnte? Alles Utopie? War die „taz“ auch. Die gibt es jetzt seit über dreißig Jahren. Mit ihren Abonennten und einer Genossenschaft als wirtschaftlicher Basis. Malte, Lars, ruft mal den Kalle an (Karl Ruch, Geschäftsführer der „taz“) …

  • #31
    Jan W.

    @Walter Stach
    Das Problem ist: ein Wegbrechen der Staatsferne kann zu Kettenreaktionen führen, wenn angefangen wird, mit Steuergeldern solchen Publikationen Konkurrenz zu machen, die keine Förderung erhalten.
    Es wäre ein Albtraum, wenn die Ruhrnachrichten plötzlich in eine Schieflage gerieten, weil Dortmund ein stiftungsfinanziertes Lokalblatt bekäme …

    Und ich sehe bisher keine Möglichkeit, wie eine unkritische Ausgestaltung einer solchen Stiftung aussehen könnte – wer so eine Stiftung will, muss diese vorschlagen. Sie darf weder politisch ausgerichtet sein, mit einem Stiftungsrat, der wohl den Rundfunkräten ähnlich wäre, noch darf sie Steuergelder in einen Bereich verschieben, in dem nicht demokratisch legitimierte Akteure die Gelder verteilen. Ich halte diese Zwickmühle für unauflösbar, deshalb sollte sie dadurch vermieden werden, dass eine solche Stiftung gar nicht erst gegründet wird.
    Die überschaubare Riege der Befürworter der Idee müsste erstmal eine Lösung für dieses Problem finden – das ist eine Bringschuld. Die Gegner der Idee haben nicht die Aufgabe, die Stiftungsidee gesund zu beten …
    Parallel muss übrigens in der Vielfaltsfrage auch das WDR-Monopol hinterfragt werden, das sogar bis zu einer Sperrminorität bei Radio NRW reicht, dem Hersteller des Rahmenprogramms der NRW-Lokalradios (dort sind übrigens Stadtwerke of Anteilseigner). Ein landesweiter privater Radiosender wäre kein Teufelszeug.

  • #32
    Jan W.

    @Horst Delkus
    Also die Markenrechte für die WR liegen beim WAZ-Konzern, sie werden künftig für den Print-Bastard aus WAZ-Mantelteil und wahllos zusammengekauften Lokal-Content verwendet. Und vermutlich werden die Abonnenten nur zum nächstmöglichen regulären Termin aus ihrem Vertrag gelassen und bis dahin mit dem Ding zwangsbeliefert.

    Was Sie beschreiben wäre halt ein Start-Up, also eine Neugründung, und ob sich dafür entsprechend viele Menschen mobilisieren lassen, ist mehr als fraglich.

  • #33
    Horst Delkus

    @ Jan W.: Klar wäre das eine Neugründung. Und ob`s Erfolg haben könnte? Weiß der Geier! Aber ein`s weiß ich, aus Lebenserfahrung: Man muß gelegentlich schräg denken und den Mut haben, unkonventionelle Ideen umzusetzen.
    Die alten Pfade des Journalismus, die alle aus dem 19. Jahrhundert stammen, werden im 21. Jahhundert, wo wir uns mit den Folgen der digitalen Revolution auseinander setzen, nur noch bedingt funktionieren. Die Frage die sich immer aktueller stellt, ist, wie es Herr Lensing-Wolff, Verleger der Ruhr-Nachrichten, vor einigen Wochen auf einer Veranstaltung in Dortmund richtig formulierte: Wer bezahlt heute Journalismus?

  • #34
    Walter Stach

    -33-Horst Delkus,
    ich denke, Lensing-Wolf hat d i e Frage gestellt!
    Und die Antwort(en) darauf?

    Ich gehöre zu denen, die dann, wenn Exitentielles ansteht, stets eine Diskussion gefordert und soweit zuständig auch durchgesetzt haben, die an keinerlei Vorgaben gebunden, von keinerlei Tabus belastet sein sein durfte.

    Und deshalb gilt für mich, z.B. auch die Ideen von Gregor Sommer-22- und von Horst Delkus -30- aufzugreifen, über sie nachzudenken, sie evtl. zu ergänzen, zu konkretsieren und nicht von vorherein zu verwerfen.
    Es geht hier um Existentielles für die freiheitliche Demokratie, nämlich um die Pressefreiheit, die es ohne Pressevielfalt nicht geben kann, und das gilt ganz wesentlich auch für die Bürgergesellschaft in den Kommunen.

    Daß ich mir Ähnliches gewünscht hätte, nämlich ein tabulose Aufnahme der sog.Stiftungsidee der NRW-Landesregierung in die Diskussion über die Zukunft der Pressefreiheit, manifestiert durch Pressevielfalt, auch vor Ort, habe ich mehrfach erklärt, nicht, weil ich im Ergebnis zu dieser Stiftungsidee stehe, sondern nur, weil ich es für notwendig halte, auch sie in eine tabulose Diskussion einzubeziehn.

    Sollte die Stiftungsidee mittlerweile beerdigt sein oder derzeit beerdigt werden, dann habe ich das zu akzeptieren, dann ist das eben so, dann gilt umso mehr: “ ‚Ran an andere Ideen“!

  • #35
    Walter Stach

    Da wir mittlerweile unter 3 Kommentaren in der Substanz Gleiches diskutieren -Weniger Printmedien insgesamt, Ende der Westf.Rundschau -Auswirkungen auf die Medienlandschaft im Revier, persönliche Betroffenheit, Fehlen Medienvielfalt vor Ort-wäre es -jedenfalls für mich-wünschenwert, wenn wir das Problem mangelnder Medienvielfalt vor Ort -Ursachen, Folgen-nciht weiter hier ansprechen würden, sondern darüber zum speziellen Kommentar von Stefan Laurin diskutieren.

    Zumal ich weiterhin meine, daß wir überörtlich deutschlandweit -noch-keine relevanten Probleme in Sachen Medienvielfalt haben -weder in der Quantität noch in der Qualität, aber zunehmend Bereich der Berichterstattung, Kommentierung des Geschehens „vor Ort“.

  • #36
    Achim

    Irgendwann suchte ich Zeitungen im Internet. Ich fand sie Alle.
    Dann suchte ich die Westfälische Rundschau.
    Ich fand sie nicht.
    Ich fand nur „derwesten“
    Da wurde mir klar, dass die WAZ-Gruppe irgendwann die
    Zahl ihrer Zeitungen reduzieren wird.
    Eigentlich hätten dies die Verantwortlichen der SPD auch irgendwie
    merken müssen…

    BTW: Ich kenne da eine Theke. Auf der liegt immer eine WR und eine WP. Ich glaube nicht, dass der Wirt in Zukunft zwei WP auf die Theke legen wird…

    Früher war in die Parteibücher eingedruckt.
    „Der Genosse bezieht die Westfälische Runfschau.“
    Aber dann kam Bodo Hombach und der spendete an Kohl…

    Achim

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