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Der Presserat und der Verband der fliegenden Elefanten

Der Presserat hat uns zu einer Stellungnahme zu einem Artikel von Sebastian Bartoschek über den Tod des Homöopathie-Lobbyisten Claus Fritzsche auf diesem Blog und mehreren angeschlossener Kommentaren aufgefordert. Dieser Aufforderung war eine Beschwerde des Deutschen Zentralvereins homoöpathischer Ärzte vorausgegangen.   Obwohl wir mit dem Presserat nichts zu tun haben und für uns homöopathische Ärzte so etwas wie fliegende Elefanten sind, haben wir heute auf den Brief des Presserates reagiert.  

Ende Februar veröffentlichte Sebastian Bartoschek auf diesem Blog einen Artikel über den Tod von Claus Fritzsche. Fritzsche war ein Homöopathie-Lobbyist und beging im Februar Selbstmord:

Als Homöopathie-Lobbyist führte er harte Auseinandersetzungen v.a. mit der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) und dem Esowiki Psiram. Fritzsche war dabei dafür bekannt, vor namentlicher Benennung bzw. Anprangerung seiner Kritiker nicht zurückzuschrecken.

Mitte 2012 wurde öffentlich, dass Fritzsche von verschiedenen Homöopathie-Konzernen Zahlungen für seine Tätigkeiten erhielt – der Begriff „CAMgate“ bezeichnete diese Causa. Viele Fördermittelgeber distanzierten sich nun von Fritzsche.

Laut seinem Weggefährten Professor Harald Walach, Universität Viadrina, war dies ein Schlag von dem Fritzsche sich nicht erholte. Wie Walach heute mitteilte:

Seine wirtschaftliche Basis war schwach, seine Schulden nahmen zu, eine Perspektive war nicht in Sicht. Ein anderer hätte sich vielleicht eine andere Aufgabe gesucht. Claus Fritzsche nahm sich am 14.1.2014 das Leben.

Dem Artikel schlossen sich mehrere Kommentare an, Der  Zentralverein homoöpathischer Ärzte hat sich beim Presserat darüber  beschwert, dass wir den Namen Fritzsches und seine Todesursache erwähnten. Auch an mehreren Kommentaren nahmen die Globuli-Jongleure Anstoss:

Martin Kaysh, bei den Ruhrbaronen seit Jahren dabei, fragte „Er hat das aber nicht mit Globuli gemacht?“ und gab in einem zweiten Kommentar einen Schwank aus Fritzsches Jugend zu Besten:

Er war kein Jugendfreund von mir. Er wohnte im Nebenhaus, pirschte als Zehnjähriger mit der Armbrust durch die Gegend und erklärte mir, zwölfjährig, dass die Juden den Krieg begonnen hätten und mein Willy Brandt ein Verbrecher sei, der Verrat begangen hat am deutschen Volk. Ich war, soweit es der Verstand schon hergab, schockiert und außerdem persönlich äußerst beleidigt.

Bemängelt wurde auch der Kommentar von „Heulpraktiker“ als Antwort auf Martin: “

Doch! Er hat es mit Globuli getan! Er hat sich mit einer Platzpatrone erschossen!

Auch Wilhelm Leonhard Schusters Kommentar „Viele Hunde sind des Hasen Tod!“ war ein Grund zur Beschwerde.  Ihr könnt alles hier nachlesen.

Der Vorwurf: Wir hätten Fritschzes Menschenwürde nicht beachtet.

Um Fritzsche gibt es zur Zeit viel Aufregung in der Esoterik-Szene: Er gilt als Opfer von Cyber-Mobbing und wird zum Märtyrer hochstilisiert. Dabei war er nicht mehr als ein Lobbyist, den die Süddeutsche hat auffliegen lassen.

Wir haben heute dem Presserat geantwortet.

Bochum, 22. April 2014
Deutscher Presserat
Fritschestr. 27/28
10585 Berlin
Sehr geehrter Herr XXX,
vielen Dank für Ihren Brief vom 15. April 2014, in dem Sie uns über die Beschwerde von Herrn XXX vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte informiert haben.

Ein wenig hat uns Ihr Schreiben verwundert, da wir ja im vergangenen Jahr nicht auf Ihr Angebot eingegangen sind, die Selbstverpflichtungserklärung des Presserates zu unterzeichnen. Wie ein Verstoß unsererseits gegen eine Selbstverpflichtungserklärung, die wir nicht unterzeichnet haben, möglich ist, erschließt sich uns auf Anhieb nicht.

Auch haben wir Probleme mit der Seriösität des Antragstellers: Ein „Zentralverein homöopathischer Ärzte“ wirkt auf uns wie die „Gemeinschaft steppender Wale“, der „Verband der fliegenden Elefanten“ oder die Organisation der „Nicht alphabetisierten Schriftsteller“.   Homöopathie ist in seiner Wirkung nicht belegbarer Unsinn, mithin Scharlatanerie. Ein Arzt dagegen sollte ein Vertreter der wissenschaftlich belegbaren Medizin sein.  Homöopathische Ärzte sind ein Widerspruch in sich.   Vielleicht gibt es Heilpraktiker, die sich Homöpathen nennen. Aber Ärzte? Das ist lächerlich.
Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg verwarf die Homöopathie 1992 im Rahmen der „Marburger Erklärung zur Homöopathie“ als „Irrlehre“.

Aber obwohl wir keine Zuständigkeit Ihrerseits für das Blog ruhrbarone.de erkennen können und den Beschwerdeführer als obskur empfinden, möchten wir uns für Ihr Interesse bedanken und eine Stellungnahme abgeben.

Wir sehen durch keinen der Kommentare die Menschenwürde von Herrn Fritsche beeinträchtigt. Herr Fritzsche hat seine Positionen immer offensiv und streitbar vertreten – entsprechend offensiv und streitbar waren dann auch die Reaktionen, die er erhielt. Der zweite Kommentar von Herrn Kaysh gab zudem einen Einblick in die Jugendzeit von Herrn Fritzsche. Auch das ist bei einer Person der Zeitgeschichte, um die es sich bei Herrn Fritzsche handelte, legitim. Mehr noch: Es stellt eine wichtige Information zum Werdegang seiner Person dar.  Das Andenken eines Verstorbenen wird nicht verletzte, genausowenig wie die Würde eines Menschen.  Wir sehen daher keine Anlass, irgendetwas zu löschen oder zu verändern.

Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Laurin, Sebastian Bartoschek

Nun warten wir auf die Reaktion.

RuhrBarone-Logo

25 Kommentare zu “Der Presserat und der Verband der fliegenden Elefanten

  • #1
  • #2
    Peter Ofenbäck

    Man wünscht es keinem Menschen, dass für sich keinen Ausweg mehr sieht als sein Leben zu beenden. Fritzsche war eine extreme Persönlichkeit und welcher Aspekt seiner Persönlichkeit ihn nun scheitern ließ, werden wir nicht erfahren. Auch mir gegenüber hat er sich unaufrichtig verhalten, wenn auch in einem eher geringfügigen Fall. Die meisten Kommentare zu Fritzsches Tod sind von erheblich mehr Respekt getragen als er seinen Gegnern gegenüber hat walten lassen. Wir sollten wohl das Kapitel C. F. einfach beenden und uns wichtigeren Dingen zuwenden.

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  • #5
    der, der auszog

    Sebastian Bartoschek liefert mit seinen Artikeln bei den Ruhrbaronen einen bemerkenswerten Beitrag zum Verbraucherschutz, in dem er aufzeigt, mit welchen windigen Mitteln und Tricks die Esoterikbranche arbeitet, um ahnungslosen und oft leider auch kranken Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. In Zeiten, in denen sich Verbraucherschutz darauf konzentriert, über die Einführung von Vegiedays zu diskutieren und Kalorientabellen völlig unleserlich, dafür aber in 30 verschiedenen Sprachen auf die winzige Verpackung eines Schokoriegels zu drucken, finde ich die Arbeit von Sebastian überaus lobenswert.

    Das es zum Tode des umstrittenen Esoterikgurus Claus Fritzsche ebenfalls einen kleinen Beitrag gegeben hat, erklärt sich über den Themenschwerpunkt von Sebastian und ist im Endeffekt nur konsequent. Was an dem Text über Fritzsche zu beanstanden ist, kann ich trotz mehrmaligen Lesens nicht nachvollziehen, zumal am Ende des Artikels das Bedauern des Autors zum Ausdruck gebracht wird.
    Zitat: „So sehr man als Anhänger des naturwissenschaftlich-kritischen Denkens die Meinungen und Handlungen des Journalisten Fritzsche ablehnen mag, so traurig ist es gleichwohl, dass der Mensch Fritzsche den Freitod gewählt hat.“
    Fairer kann man das Ableben eines Menschen gar nicht würdigen, dessen Wirken man zu seinen Lebzeiten mehr als nur in Frage stellte. Auch dafür verdient Sebastian Respekt.

    Hätte es die hier veröffentlichte Aufforderung zu einer Stellungnahme nicht gegeben, wäre ich, (vermutlich auch andere) nie auf die Idee gekommen, mir den Artikel der Ruhrbarone zum Tode Claus Fritzsches noch einmal durchzulesen. Tote soll man in Frieden ruhen lassen, auch wenn sie zu Lebzeiten recht dubiose Gestalten gewesen sind.
    Allerdings scheint es einige Zeitgenossen aus dem Umfeld des Verstorbenen zu geben, die das anders sehen und seinen Suizid nutzen wollen, um auch über dessen Tod hinaus gegen die Kritiker eines Irrglaubens zu Felde zu ziehen.

    Es wäre bedauernswert, wenn sich der Deutsche Presserat von den Scharlatanen und Quaksalbern, denen der Artikel von Sebastian Bartoschek ein Dorn im Auge zu sein scheint, instrumentalisieren ließe.

    J. Fischer

  • #6
    Max

    Recht habt ihr! Wenn ihr aber schon so ausführliche Zitate bringt, warum habt ihr dann die echten Pointen ausgespart? Ihr werdet Martin Kaysh nicht gerecht, denn der geht so. Zitat:
    „Oh Gott. Ich fragte mich noch lapidar und fies, ob er sich denn mit Globuli getötet habe.
    Dann beschlich mich ein merkwürdiges Gefühl. Nach ein bisschen Google und Wiki bin ich mir sicher: Er war kein Jugendfreund von mir. Er wohnte im Nebenhaus, pirschte als Zehnjähriger mit der Armbrust durch die Gegend und erklärte mir, zwölfjährig, dass die Juden den Krieg begonnen hätten und mein Willy Brandt ein Verbrecher sei, der Verrat begangen hat am deutschen Volk. Ich war, soweit es der Verstand schon hergab, schockiert und außerdem persönlich äußerst beleidigt. Sein Vater, ein offensichtliches Arschloch und Altnazi, hatte den Jungen schon in dem Alter ruiniert. Das ist ein scheiß Leben, dachte ich dann etwas später über Klaus.
    Das ist jetzt zu Ende gegangen, unschön.“
    Und so:
    „Noch ganz erschüttert, mal ganz neugierig gefragt. Er hat das aber nicht mit Globuli gemacht?“
    Ich halte nichts davon, dass ihr Spitzen absägt.
    …Und eine andere Frage: Warum haben die Ruhrbarone eigentlich nicht die Selbstverpflichtungserklärung des Presserats unterschrieben?

  • #7
    Stefan Laurin

    @Max: Hätten wir die Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben, hätten wir nach der Entgelt-Staffel zwischen 400 und 1000 Euro (je nachdem wie man Visits definiert) an den Presserat überweisen müssen. Wir wollten dafür keinen Kredit aufnehmen, zumal uns nicht klar war, was wir davon haben. Für uns gelten die Gesetze wie für alle anderen auch. Warum sollen wir für eine Extra-Kontrolle auch noch bezahlen?

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  • #11
  • #12
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  • #14
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  • #16
    Cornelia Bajic

    “ Ein „Zentralverein homöopathischer Ärzte“ wirkt auf uns wie die „Gemeinschaft steppender Wale“, der „Verband der fliegenden Elefanten“ oder die Organisation der „Nicht alphabetisierten Schriftsteller“. Homöopathie ist in seiner Wirkung nicht belegbarer Unsinn, mithin Scharlatanerie. “
    Ich bin entsetzt über derartige Ignoranz, Unwissen und Polemik zum Thema ärztliche Homöopathie, so dass auch vor der Würde eines Toten nicht halt gemacht wird.
    Hier wäre jetzt mal eine kritische Betrachtung der „Ruhrbarone“ mit ihrer Umgehensweise mit Andersdenkenden gefragt. Was hier abläuft unter dem Deckmäntelchen des freien Journalismus ist vollkommen peinlich.
    Schade, dass solche Medien mit Halb- und Falschinformationen Meinungsmache betreiben und der Leser sich auch noch darauf verlässt, dass alles gut recherchiert ist.
    Ich hoffe nur, dass es genügend kritische Köpfe gibt, die solchen Journalismus durchschauen.

  • #17
    Stefan Laurin

    @Cornelia Bajic: Ich finde, das war noch seht zurückhaltend formuliert. Homöopathie ist nicht belegbarer Unsinn. Aber ein Unsinn, mit dem man eine Menge Geld verdienen kann.

  • #18
    C. Bajic

    Sorry, das ging aus Versehen zwei mal weg.
    @ Stefan Laurin: So ein Quatsch, machen Sie mal Ihre Hausaufgaben und recherchieren ordentlich!

  • #19
    Stefan Laurin

    @C. Bajic: http://www.tagesspiegel.de/wissen/wirksam-oder-nicht-das-zaehe-ende-der-homoeopathie/1882928.html
    http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/studie-aus-australien-homoeopathie-nicht-besser-als-placebo-12887980.html
    http://www.spiegel.de/thema/homoeopathie/

    Aber klar – verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen oder Idioten anzuziehen wird natürlich weiterhin ein attraktives Geschäfstmodell bleiben. Manche Ärzte orientieren sich nun einmal noch immer an denjenigen ihrer Vorgänger, die im Mittelalter über die Jahrmärkte zogen.

  • #20
    C. Bajic

    Ich meinte, ordentlich recherchieren, nicht tendenziöse Sekundärliteratur.

  • #21
  • #22
  • #23
    excanwahn

    Oh! Hallo, Frau Bajic,

    selten genug, dass mal jemand aus dem homöopathischen Elefantenhangar, nein, Verzeihung, ich meine natürlich, aus dem homöopathischem Elfenbeinturm zu einem Geplänkel mit militanten dogmatischen Skeptikern (wie es der verblichene Claus, auch während seiner Zeit in Euren Diensten, so unnachahmlich formulierte) herablässt.

    Aber wo Sie schon gerade hier sind, könnten Sie doch mal kurz erklären, was die „ärztliche Homöopathie“ so besonders, quasi sakrosankt macht?

    Worin unterscheidet sich die Verordnung eines Arztes, der den Kent oder den Boericke aufgeschlagen hat, und darüber nachdenkt, was den nun aus den nun aus den vielfältigen Lebensäußerungen des naiven Klienten wohl ein verwertbares Leitsymptom sein könnte, von den Überlegungen des HP von der nächsten Ecke, der doch genau den gleichen Unsinn macht?

    Gut, ja, es könnte möglich sein, dass der akademische Arzt sich noch dunkel an die eine oder andere Pathologie-Vorlesung erinnert, und es schafft, im Ernstfall zu memorieren, dass das miasmatische Krankheitsmodell bei ´ner Hüftluxation oder ´nem HbA1c von 10,2 keine richtig befriedigenden therapeutischen Optionen offeriert.

    Andererseits: Hat konventionelles ätiologisches Wissen den Herrn Dr. med. Eberle von der Therapie eines Morbus Chron mittels Hundescheiße abgehalten? Nö.
    Oder den Brunke, den Dauerkommentator auf Eurem überaus populären DTVHÄ-Blog, von seinem Glogoinum gegen Alles? Nö.
    Oder Dr. Veronika Carstens von ihrer (wohl nicht so ganz korrekten) Okoubaka-Verordnung? Nö.

    Hat das Studium der Humanmedizin den Herrn Dr. med. Jens Wurster davon abgehalten, mit geflecktem Schierling Brustkrebs zu behandeln, weil das Leitsymptom des Schierlings, zusammenphantasiert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die Unterdrückung sexueller Lust ist, die dann zu „panzerartigen Verhärtung, nicht nur auf Gemütsebene (Symptome: unbarmherzig; hartherzig; gefühllos, hart), sondern auch physisch, offenbart durch harte Schwellungen von Achsel- o. Leistendrüsen , Hoden, Prostata, Mammae, vor allem nach Stoß, Schlag, Quetschung (Symptome: Verhärtungen; Verhärtung von Drüsen) führt? Nö.

    Und was ist mit Dr. med. Michael Teut (dürfte Ihnen bekannt sein), der sich ebenfalls mit dem gefleckten Schierling beschäftigt, sich damit zwar nicht an Krebs heranwagt, dafür aber Omas Tüdeligkeit ans Leder will, weil achtzehnhundertdräufzig der Irre H.C. Allen mal vor sich hin faselte, dass Conium „Balsam für Krankheiten alter Jungfern im und nach dem Klimakterium“ sei?

    Darf man – angesichts der normalweltlichen Eigenschaften des hochgiftigen Schierlings – bei solchen Absonderungen nicht mal den Kopf schütteln, weil auch der Allen Arzt war?

    Oder was ist mit Dr. Jan Scholten, der der Überzeugung ist, man, oder besser, er könnte homöopathische Arzneimittelwirksamkeit aus dem Periodensystem der Elemente ableiten, und auf jede systematische Prüfung seiner mittels dieser extraordinären Technik entdeckten „Arzneien“ scheißt?

    Darf man da nicht polemisieren? Nicht wenigstens ein bisschen, wenn sich jemand so ganz und gar über medizinethische Prinzipien hinwegsetzt?

    Wissen Sie, Frau Bajic, solange nichts auch nur ansatzweise darauf hindeutet, geschweige denn eindeutige Studie vorliegt, die zweifelsfrei belegt, dass die „ächten Heilkünstler“ mit Hochschulstudium, vom Behandlungsergebnis her größere Erfolge haben, als die arztimitierenden Laienheilern, sollte man, finde ich jedenfalls, die Approbation eher als Aufforderung nehmen, noch ein paar rhetorische Schippen Kohle aufzulegen.

    Denn schließlich seid Ihr homöopathischen Ärzte die schlimmeren Quacksalber. Viel schlimmer, als jeder HP. Der hat nämlich nur gelernt, wovon er gefälligst die Pfoten zu lassen hat, ihr dagegen wisst ganz genau, welchen Unsinn Ihr macht. Und Ihr macht ihn trotzdem.

  • #24
  • Pingback: Sie benehmen sich wie Scientology | Der gesunde (T)humor

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