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Essen: Vorführung des Films „Blut muss fließen“ verhindert

Nach einem Bericht des Stadtmagazins Coolibri haben gestern 20 Personen die Vorführung des Films  „Blut muss fließen“ beim AWO‐Fanprojekt in Essen verhindert. Der Film schildert die Naziszene von innen, der Autor Thomas Kuban hatte jahrelang Undercover recherchiert. Die Personen sollen aus der Hooligan-Szene stammen und damit gedroht haben, mit über 40 Mann wiederzukommen und „den Laden auseinanderzunehmen“, falls der Film trotz ihrer Drohung gezeigt wird. Die Vorführung wurde dann abgesagt.  Es war das bislang einzige Mal auf der laufenden Tour des Films, das eine Vorführung nicht stattfand.

Zu sehen war der Film gestern in Essen trotzdem – die zweite geplante Aufführung an der Uni lief Problemlos: 150 Studierende schauten sich den Film an, wegen des großen Andrangs  musste die Vorführung in einen größeren Hörsaal verlegt werden. Daniel Lucas, Referent für Hochschulpolitik des AStA der Universität Duisburg-Essen: „Die Studierenden, die gestern an unserer Veranstaltung teilnahmen, und vom Regisseur über die Vorfälle in Kenntnis gesetzt wurden, zeigten sich genauso geschockt wie wir über diesen Vorgang. Wir fordern eine Aufklärung des Vorfalles und eine Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus in unserer Universitätsstadt. Den Bekenntnissen zu Offenheit und Toleranz müssen jetzt Taten folgen.“

 

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8 Kommentare zu “Essen: Vorführung des Films „Blut muss fließen“ verhindert

  • #1
    Hanfred

    Mehr auch hier: http://akduell.de/2013/10/kritische-filmvorfuehrung-durch-hooligans-verhindert/

  • #2
    Max adelmann

    Pressemitteilung des Veranstalters „Essen stellt sich quer“:

    Aktionswochen gegen Neonazis und Rechtspopulisten
    beginnen mit Verhinderung einer Filmvorführung durch
    sogenannte „Fans“ von Rot-Weiss Essen

    Essen, 17. Oktober 2013

    Gestern und heute sollte insgesamt vier Mal der Film „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ in Essen vorgeführt werden. Die Vorführungen am 16. Oktober in der Universität (Saalwechsel wegen großer Zuschauerzahl) und im Filmtheater Astra sowie die Schülervorstellung heute Vormittag (ebenfalls im Astra) waren sehr gut besucht. Die Zuschauerzahl von 500 hätten wir bestimmt übertroffen, wenn wir nicht genötigt worden wären die Filmvorführung mit dem AWO-Fanprojekt gestern Abend abzusagen.

    Cirka 20 Personen, nach eigener Aussage Fans von Rot-Weiss Essen, kamen in die Räume des AWO-Fanprojekts und forderten ultimativ das Absetzen der Filmvorführung, da Politik bei Rot-Weiss Essen nichts zu suchen habe. Die sogenannten „Fans“ waren der Meinung das die Räumlichkeiten nicht dem AWO-Fanprojekt gehörten, sondern, gekennzeichnet durch das Vereinslogo, den Fans von Rot-Weiss Essen.
    Uns und dem AWO-Fanprojekt gegenüber wurde dadurch eine Drohkulisse aufgebaut. Der Hinweis auf vorhandenes Hausrecht und dessen Durchsetzung mittels der Polizei wurde damit abgetan dass „dann in einer Stunde 30 bis 40 Leute da seien um den Laden aufzuräumen“.
    Da auch Sachbeschädigungen stattfanden (Zerreißen von Infomaterial und ausgehängten Plakaten) nahmen wir die Gewaltandrohungen ernst und sagten gemeinsam mit dem AWO-Fanprojekt die Filmvorführung ab. Auch um die rund 15 jetzt noch anwesenden Jugendlichen, die den Film sehen wollten, nicht zu gefährden.

    Essen stellt sich quer stellt fest, dass es in Essen erstmals (nach ca. 500 Vorführungen) gelungen ist die Vorführung des Films „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ zu verhindern. Auch in anderen Städten wurde der Film bereits erfolgreich in Fußball-Fankreisen gezeigt. So z. B. in Mainz, Augsburg, Münster und am 10. Oktober auf Schalke. Der Regisseur Peter Ohlendorf und der Sprecher von Essen stellt sich quer, Max Adelmann fordern Aufklärung über die Fan-Strukturen bei Rot-Weiss Essen. „Es kann nicht sein, das sogenannte „Fans“ ihre obskuren Vorstellungen davon wer im Verein und im Umfeld das Sagen hat dauerhaft durchsetzen können. Gerade solche Vorkommnisse mit Androhung von Gewalt und Sachbeschädigungen müssen auch im Verein Rot-Weiss Essen geahndet werden. Besonders wenn diese angeblichen „Fans“ Meinungen, die sie nicht teilen, durchdrücken wollen, sollte der Verein dagegen auch ein Zeichen setzen.“
    Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ schlägt deshalb dem Verein Rot-Weiss Essen vor eben, diesen Film „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ in den Räumen des Stadions unter Verantwortung des Vereins öffentlich zu zeigen. Nach Auskunft des Verleihs ist Regisseur Peter Ohlendorf gerne bereit dazu nochmals nach Essen zu kommen

    Mit der freundlichen Bitte um baldige Veröffentlichung.

    Max Adelmann
    Sprecher des Bündnisses
    Essen stellt sich quer

  • Pingback: Rot-Weiss Essen distanziert sich von Vorkommnissen beim AWO-Fanprojekt | Ruhrbarone

  • #4
    der, der auszog

    @Max Adelmann

    Du kannst die Anführungszeichen bei „Fans“ ruhig weglassen. Diese Bekloppten, die da gestern das AWO Fanprojekt tyranisiert haben, sind Fans wie alle anderen Fußballbegeisterten auch, nur dass sie darüber hinaus auch gerne zuschlagen und Rechte Scheiße blöken. Durch Anführungszeichen stellst Du in Frage, ob es sich bei den Hooligans wirklich um Fans handelt und genau darin sehen die Fußballvereine gerne die Lösung des Problems. Eine äußerst billige Lösung, denn eine bloße Ausgrenzung kostet weder Geld noch Engagement.

    So einfach sollte man es den Verantwortlichen von Rot-Weiss Essen allerdings nicht machen, denn der Vorfall zeigt, dass es unter den Fans des Vereins ein rechtsradikales und gewaltbereites Potenzial gibt, was nicht zu übersehen ist.

  • #5
    Max adelmann

    # 4 Der, der auszog

    „Fans“ deshalb, weil Fans die gewaltbereit im Umfeld eines Vereins agieren, den Verein, das AWO-Fanprojekt, anwesenden Fans, die den Film sehen wollten, ihre „Meinung“ aufdiktieren wollen, sind keine Fans. Deshalb die „“.
    Wer Aufklärung über Neonazis be- oder verhindert unterstützt dadurch die Neonazis, also betreibt ihr dreckiges braunes Spiel.

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  • #7
    der, der auszog

    @Max Adelmann

    Darüber, ob Hooligans Fans sind oder keine Fans sind, lässt sich sicherlich streiten. Ansatzweise haben wir das hier im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen Schalke und Dortmund, deren gewaltbereite Fans ja auch immer mal wieder für Schlagzeilen sorgen, schon versucht.

    Für mich persönlich sind Hooligans genauso Fußballfans, wie alle anderen auch, immerhin schmücken sie sich mit denselben Insignien (Trikots, Schals Mützen etc.) und pflegen auch dieselben Rituale und Fangesänge, wenn es darum geht, die Mannschaft oder einzelne Spieler zu verehren und zu feiern. Die Gefahr, den Hooligans ihre Fan-Berechtigung abzusprechen, sehe ich da, wo sie anschließend auch nicht mehr als Gefahrenpotenzial wahrgenommen werden. Die WAZ titelte heute über das konkrete Ereignis wie folgt:

    „Trotz Hooligan-Eklat sieht Polizei keine rechte Szene bei RWE“

    Ich sehe das komplett anders, weil ja gerade das erfolgreiche Verhindern der Filmvorführung beim AWO Fanprojekt zeigt, wie unbehelligt diese Hooligans mittlerweile im öffentlichen Raum agieren können. Wenn aber solche Spinner offiziell und auch von Seiten der Fangruppen gar nicht mehr der Fangemeinde zugerechnet werden, wundert es nicht, dass niemand die rechte Szene innerhalb der Anhängerschaft von Fußballvereinen wahrnimmt.

    Was mich darüber hinaus irritiert: Warum habt ihr eigentlich keine Anzeige gegen dieses rechtsradikale Pack gestellt? Habt ihr Angst vor weiteren gewalttätigen Aktionen, oder seht ihr vielleicht keinen Sinn darin, weil das eh nicht sonderlich erfplgsversprechend ist? Oder ist vielleicht das Gefahrenpotenzial der Hooligans bei RWE gar nicht so groß, wie es derzeit in der Öffentlichkeit erscheint?

    Ich finde übrigens die Reaktion von RWE auf den Vorfall verdammt gut, weil der Verein nicht nur die Gewalt der Hooligans gegenüber dem AWO Fanprojekt verurteilt, sondern dafür Sorge trägt, dass der Film nunmehr einem noch größeren Publikum vorgestellt werden kann.

  • #8
    der, der auszog

    Laut WAZ hat das Bündnis ‚Essen stellt sich quer‘ jetzt doch Anzeige wegen Nötigung, Bedrohung und Sachbeschädigung erstattet. Zu diesem mutigen Entschluss kann man nur gratulieren und viel Erfolg wünschen.

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/essen-stellt-sich-quer-stellt-anzeige-gegen-rwe-fans-id8580108.html

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