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Nordstadt: Das „Getto“ ist eine mittlere Wohnlage

Nordstadt Ausriss: Capital Immobilienkompass

Nordstadt Ausriss: Capital Immobilienkompass

Getto-Nordstadt – ein Artikel auf faz.de beschäftigt sich mit der Nordstadt und der Lage in Duisburg-Hochfeld und Rheinhausen. 

Natürlich wäre es gelogen so zu tun, als ob die Welt in der Nordstadt in Ordnung wäre: Der Stadtteil ist arm, die Arbeitslosigkeit und die Kriminalität sind hoch. Die Probleme sieht jeder, der durch das Quartier fährt: Erwachsene stehen tagsüber auf der Straße herum – ein deutlicheres Zeichen für mangelnde Beschäftigung gibt es nicht. Aber den Stadtteil als Getto zu bezeichnen, wie es ein Artikel auf faz.de tut, ist kaum mehr als Polemik. Die Nordstadt war historisch immer der erste Anlaufpunkt Dortmunds für Einwanderer: Das war so vor über 100 Jahren, als zahlreiche Polen nach Dortmund zogen, das war so in den 60er und 70er Jahre, als die Zuwanderung aus Südeuropa kam und das ist heute so, wo Menschen aus Südosteuropa nach Dortmund kommen – zuerst sind sie in der Nordstadt. Das sorgte dafür, dass das Quartier in den bürgerlichen Kreisen traditionell einen schlechten Ruf hatte: „Im Norden wohnen die Horden“ –  der Satz stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Rumänen und Bulgaren wird es damals nur sehr weniger nördlich des Bahndamms gegeben haben.

Alle Einwanderung im Ruhrgebiet war immer Armutseinwanderung – wer ins Ruhrgebiet kam, wollte zu jeder Zeit noch elenderen Lebensbedingungen in seiner Heimat entfliehen. Das Ruhrgebiet ist nicht die Schweiz und Dortmund nicht Lugano – hier zog man noch nie hin, um es sich gut gehen zu lassen, man wollte es nur ein wenig besser haben.

Die Nordstadt ist arm, aber sie ist wesentlich weniger elend als so mancher andere Stadtteil im Ruhrgebiet. Sie hat eine wunderbare Bausubstanz, nirgendwo im Ruhrgebiet gibt es mehr Gründerzeithäuser als hier, und das spannendste Kulturangebot im östlichen Ruhrgebiet: Subrosa, Sissikingkong, Depot, Roxy – ohne die Nordstadt wäre Dortmund ein Kaff. Wäre sie ein Getto, ein Slum. Gäbe es all das nicht , gäbe es nur heruntergekommene Häuser, Verwahrlosung und Elend.

Zur Situation auf dem Immobilienmarkt  wurde in dem FAZ-Artikel eine einzige Expertin gefragt: Marita Hetmeier, Maklerin. Dass die einmal für die SPD im Rat saß, erfährt der Leser aus dem Text, dass sie versuchte in den Bundestag zu kommen und dabei mit einer Kampagne gegen Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien schon innerhalb ihrer eigenen Partei scheiterte, nicht. Für Hetmeier stellt sich die Lage wie folgt da:

Hetmeier vermietet 70 Wohnungen in Dortmund, auch im Quartier. „Ins Elend will ich nicht ziehen“, sagen die deutschen Kunden. Hetmeier wohnt gerne hier. Für ihr Viertel und die SPD saß sie im Stadtrat. Wenn sich mehr Roma in der Nordstadt ansiedelten, werde das Viertel irgendwann kippen, fürchtet die SPD-Frau: „Die werden hier gettoisiert.“

Die Logik von Gettos ist: Armut zieht Armut hinterher. Eigentlich ist die Nähe der Nordstadt zum Dortmunder Zentrum unschlagbar. Es gibt viele Altbauten im Viertel. Doch die Studenten, die bei Hetmeier nach Wohnraum suchen, haben die Gettogrenzen längst markiert: „In Frage kommt nur westlich der Schützenstraße.“

Das kann nicht stimmen. Ein Blick in den Immobilienkompass der Zeitschrift Capital hätte ausgereicht, Hetmeiers These zu widerlegen: Capital schätzt große Teile der südlichen und östlichen Nordstadt als mittleres Wohnquartier und gerade den Bereich westlich der Schützenstraße als einfaches Wohnquartier ein. Capital erhebt seine Daten durch die Befragung mehrerer Makler, entscheidend sind die Preise der von ihnen vermittelten Wohnungen und ihre Einschätzung des Marktes. Ich habe früher für den Immobilienkompass von Capital geschrieben – die Vorgabe war,  fünf Makler pro Stadt  zu befragen und ich glaube nicht, dass sich das geändert hat. Die Datengrundlage von Capital ist also deutlich höher als die von Marita Hetmeier und somit auch des FAZ-Textes, der nur diese eine Quelle zum Immobilienmarkt nennt.

Und das niemand in das liebevoll renovierte Schüchtermannkarree oder rund um den Langen August in die Braunschweiger Straße ziehen möchte, entspricht nicht der Realität.

Armut zieht Armut hinterher? Das ist kein Nordstadt-Phänomen, sondern ein Ruhrgebiets-Phänomen, das in Quartieren wie Hochfeld oder der Nordstadt nur deutlicher zu Tage tritt. Der Grund dafür sind die hohe Arbeitslosigkeit in der Region und eine Bevölkerung, die sich zunehmend selbst aufgegeben hat und auf den Staatund nicht auf die eigenen Fähigkeiten setzt.

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25 Kommentare zu “Nordstadt: Das „Getto“ ist eine mittlere Wohnlage

  • #1
    Erica

    Der Knackpunkt liegt ganz am Ende des Kapitels, im letzten Halbsatz. Was können wir tun, um diese Bevölkerungsteile wieder zu motivieren oder zumindest die nächste Generation wieder in die Arbeits- und Sozialgemeinschaft zu holen? Mit Maßnahmen wie Betreuungsgeld und Rundum-Versorgung ohne Sanktionen, aber auch ohne handfeste und sinnvolle Fördermaßnahmen wird das nicht gelingen.

  • #2
    Miro

    Nur um das klar zu stellen, die Nordstadt ist kein Problemviertel sondern sie wird zum Problemviertel geredet. Medien wie derwesten.de geben sich unbeschreiblich viel Mühe, Mord und Totschlag in der Nordstadt zu benennen. Wird jedoch mal ein Fest gefeiert oder gibt es ein schönes Ereignis in der Nordstadt ist plötzlich die Rede vom Dortmunder Norden. Na danke, ihr Pfeifen!

    Die Menschen hier bilden einen gewissen Durchschnitt und selbstverständlich sehe ich tagsüber auch vermeintlich Arbeitslose auf der Straße, kein Wunder … am Bahnhof ist die Agentur für Arbeit. Die Mieten sind hier noch erschwinglich und wie soll man als Arbeitsloser in Hombruch oder im Gerichtsviertel klarkommen? Bitte ab hier den Realitätsabgleich aktivieren!

    Bulgaren, Roma, etc. sind hier … das ist nicht zu verleugnen. Ich sehe sie aber nicht als Bedrohung sondern einfach nur als Menschen die klar kommen wollen. Und das dürfen sie hier. Wem es nicht passt, darf nach Absurdistan und sich da wohlfühlen.

    Ich sage es als deutscher Einwohner der Nordstadt eiskalt … das Problem sind die „anderen“ Deutschen die sich nicht integrieren möchten (Studenten, die nachts laut ihre Musik aufdrehen, verblödete Nazi-Idioten) und Menschen die diese Gruppe von Einwanderern ausnutzen.

    Es ist schön und sicher hier, wie wo anderes in Dortmund auch.

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Erica: Aber auch das ist kein Nordstadt- sondern ein Ruhrgebietsphänomen… Mir fallen viele Stadtteile ein die ich wesentlich problematischer als die Nordstadt finde, weil es in ihnen noch nicht einmal das bauliche und kulturelle Potential der Nordstadt gibt: Gelsenkirchen: Ückendorf, Horst. Essen: Katernberg, Vogelheim. Dusiburg – eigentlich die ganze Stadt bis auf Duissern, Neudorf, Alt-Rahm und das Dellviertel. Ganze Städte wie Gladbeck, Herten, Marl liegen am Boden. Genau so weite Teile von Herne… Ich könnte jetzt noch locker mehr aufzählen…

  • #4
    Erica

    @Stefan Stimme Dir zu, ich wollte das auch nicht an der Nordstadt aufhängen, sondern als allgemeines Problem (Ruhrgebiet, NRW, viele Teile in ganz Deutschland verstreut) ansprechen. Aber es lässt sich nicht bestreiten, dass der Stadtteil mehr Probleme hat als andere. Umso mehr Unterstützung braucht es, die Lage der Leute dort zu verbessern. Das geht m.E. nur mit einem klaren Konzept von „fordern und fördern“.

  • #5
    Niro

    Stimme miro in vielerlei hinsicht zu finde es muss aber noch gesagt werden das die dortmunder nordstadt ebend „diese“ probleme schon immer hatte. anfang der 30-40 waren es die kommunisten die hier für troubel sorgten (aus verständlichen gründen!) dann kamen ende 50-60 die ersten arbeitsmigranten damals kannte man das wort integration noch nichtsmals wirklich aber wahr ja auch ok schliesslich haben sie die jobs gemacht die anderen nicht machen konnten oder wollten oder wo es fehlte. dann in den 80ern war es die Borussenfront welche in der Nordstadt versuchte eine national-befreite-zone zu eröffnen und es nachts zu regelrechten jagdszenen auf migranten kam wenn mal wieder borussia BVB gespielt hat. jetzt sind es die ärmsten der armen die für die miesere und den alltagsrassismus vieler personen (deustcher, türkischer, bulgarischer, italienischer, etc. pp.) her halten müßen. Was die Leute hier im Viertel in der hinsicht nähmlich in einer sache vereint ist der antiziganismus, sei es von stumpfen auf der strasse saufenden deutschen die das ganze bild des Viertels in den ruin ziehen oder von scheinbar super integrierten menschen mit türkischen mirgrationshinterhgrund die mittlerweile auch rassistisch sein können weil es gibt ja jetzt andere die man bespucken kann.

    Was ich damit sagen will ist das die nordstadt momentan zu einen phänomen gemacht wird. grade von leuten die hier nicht weg kommen dann vllt. mal einen abend durchn kiez gehen und total erschrocken sind weil es nicht die nette gammel-esthetik von neukölln oder kreuzberg hat. nein hier boxen sich wirklich leute wegen irgend einem scheiss, aber hier gehen auch immer leute dazwischen hier halten immer autos an wenn wenn was passiert und versuchen zu helfen. hier gibt es sicherlich viele probleme aber hier helfen sich die leute auch! Und fakt ist 4.000 von über 60.000 sind nicht die masse und frau hetmeier hat nach wie vor nur für ihre interessen gehandelt, wenn diese studenten hier grenzen zeihen sollen diese studenten mal darüber nachdenken und frau hetmeier sollte darüber nachdenken warum sie ebend diesen leuten wohnugnen vermietet die ja scheinbar das gleiche machen wie diese „roma“ nur aus der anderen richtung dabei ist es wessentlich trauriger wenn gebildetet menschen derart unnütze grenzen ziehen. Und ein großteil dieser studten ist nicht mals so kacke wie frau hetmeier das sagt ihnen wird nur von medien und marklern erzählt das soe bloss nicht zum nordmarkt oder ins künstlerviertel(brunnenstrassenviertel) ziehen sollen da gehts nähmlich richtig ab! blablablablabla.

    Diese ganze immer wieder über mich lesen nervt echt hart und trotzdem ist es ne wichtige nummer.

  • #6
    Alex

    Fordern und fördern 😀
    Vielleicht sollten wir mal lieber vom mittelschichtigen Bildungsbürgertum fordern, das es in Dortmund ja auch zu genüge gibt, dass es sich nicht ins Kreuz- oder Kaiserviertel oder in irgendwelche Dortmunder Vororte verzieht und seine Kinder auf normale Stadtteilschulen schickt, damit diese ausgewogen bleiben und nicht nur ein Sammelbecken für diejenigen sind, die es sich nicht anders leisten können.
    Ich persönlich fühle mich sehr wohl in der Nordstadt, aber natürlich wird dort Armut kultiviert und Bildungsferne auch. Wer das bestreitet schließt seine Augen vor der Realität und sch**t auf die Kinder die dort groß werden. Aber natürlich ist es einfach dann hinterher von den Menschen für die man in deren Kindheit die gesellschaftliche Verantwortung abgegeben hat, wenn sie Erwachsen sind mehr Verantwortungsbewusstsein für dieses System einzufordern. Weiter so…

  • #7
    DEWFan

    „Capital schätzt große Teile der südlichen und östlichen Nordstadt als mittleres Wohnquartier und gerade den Bereich westlich der Schützenstraße als einfaches Wohnquartier ein“

    Hm, das kann ich nicht so nachvollziehen. Ich sehe die westliche Nordstadt als das Sahnestück an, gerade wegen der vorhandenen abwechslungsreichen und interessanten Gastronomie. Subrosa & Co. befinden sich fast alle dort, während im mittleren und östlichen Teil im Wesentlichen nur noch Wasserpfeiffencafes und Wettbuden zu finden sind. Auch der Anteil an Studenten ist zumindest gefühlt im westlichen Teil höher.

    Die Architektur hingegen ist besonders in der östlichen Nordstadt (Borsigplatzviertel) sehr schön.

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @DEWFan: Ich finde auch zum Teil die Siedlungen im Bereich des Musiker- und Dichterquartiers nördlich der Mallinckrodtstraße ganz schön – aber Capital orientiert sich vor allem an den Mietpreisen. Ausserdem ist die Nähe zum Bahnhof und Zur Innenstadt auch ein Vorteil.

  • #9
    Yilmaz

    Wer kann, zieht ganz weg:

    http://www.derwesten.de/wohnen/immer-mehr-menschen-ziehen-aus-nrw-in-andere-bundeslaender-id8546524.html

    Immer mehr Menschen ziehen aus NRW in andere Bundesländer

  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Yilmaz: Dem Artikel entnehme ich nicht, das alle Wegzügler aus der Nordstadt stammen. Das NRW und das Ruhrgebiet als Standort immer unattraktiver werden, hat viele Gründe. Der Hauptgrund liegt in einer Wirtschaftspolitik, die sich mehr um Eisbärenbabys anstatt um Jobs kümmert.

  • #11
    Erica

    @Alex Das wird garantiert in 10 Jahren passieren, da muss jetzt gar keiner umziehen. Die Studenten bleiben, bekommen gute Jobs, renovieren ihre Wohnungen, alles wird schicker, die Kneipen bieten mehr Latte Macchiato und erhöhen die Preise, die nun zum „mittelschichtigen Bildungsbürgertum“ gehörenden Ex-Studenten schicken ihre Kinder in die dortigen Schulen. Armutsflüchtlinge suchen sich andere Gegenden, weil frei werdende Wohungen teurer vermietet werden. Und dann werden sich einige Leute lautstark über die „Gentrifizierung“ aufregen. Damit ist den Abgehängten aber nicht geholfen. Die brauchen individuelle Förderung, keine „reichen“ Nachbarn.

  • #12
    Ricardo

    Immer wieder Het(z)meier. Am besten ist ihr „Thesenpapier“ zum „Investieren in Problemvierteln“. Dort heisst es u.a.:

    „Wer bereits investiert ist, wenn der Prozess der Gentrifizierung
    einsetzt, hat alles richtig gemacht. Dann winken Wertsteigerungen, die das renditestarke
    Investment erst richtig lukrativ machen. Das ist so, als wenn dividendenstarke Aktientitel
    an der Börse einen Kurssprung Richtung Norden machen.“

    Es gibt wohl niemanden der/die sich derart positiv auf „Gentrifizierung“ bezieht. Abgesehen davon, dass vermutlich die Rahmenbedingungen für „Gentrifizierung“ im Norden überhaupt nicht gegeben sind, offenbart sich darin ein zynischer Sozialrassismus, den wir schon von ihr im Umgang mit dem Strich kennen.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Ricardo: Ihre mangelnde Qualifikation als „Immobilienexpertin“ zeigt sich auch darin, dass es im Ruhrgebiet, von sehr wenigen Quartieren einmal abgesehen, mangels Zuzug gar keine Gentrifizierung gibt. Sie könnte auch über die Besiedlung des Mars schreiben.

  • #14
    keineEigenverantwortung

    Die Dortmunder Nordstadt ist ein innenstadtnahes Quartier, das in allen Boom-Städten zu den begehrtesten Wohnlagen gehören würde.

    Es gibt viele tolle begrünte Strassen und die meisten Häuser sehen von Strasse aus betrachtet gut aus.

    Viele andere Gebiete im Ruhrgebiet sehen dagegen richtig hässlich aus.

    Leider ist die Nordstadt ein Gebiet, in dem die meisten Menschen nicht leben wollen. Wenn mehrfach eingebrochen wird, zieht man aus. Die Münsterstrasse als Einkaufszone ich auch kein Gebiet mit Wohlfühlcharakter.

    In meinem Bekanntenkreis hat jeder, der dort lebte, den Bereich verlassen. Die Kriminalität mit vielen Explosionen und Bränden, die absichtlich oder durch grobe Fahrlässigkeit verursacht werden, und andere gefährden, kommen in anderen Bereichen nicht so häufig vor. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Medien immer nur zufällig und ohne Grund Dortmund und seine Nordstadt für Problemberichte wählen.

    Wer lässt seine Kinder (Studenten) in so ein Gebiet ziehen, wenn er sich auch andere Bereiche leisten kann.

    Der Bereich westlich der Schützenstrasse ist der Bereich, in dem ich investieren würde.

  • #15
    Niro

    @ Keine Eigenverantwortung

    Das mit den Explosionen und Bränden checke ich nicht? Du meinst weil es da oft bränd? Oder was Explodiert? Ich will jetzt nicht die „blaulicht“ nachrichten der lokalen Medien druchforsten aber ich würde behaupten das es in dem viertel nicht öfters bränd als in anderen stadtteilen. dazu kommt das in der nordstadt einfach flächendeckend die meisten menschen wohnen da ist es nur logisch das dort auch mehr passiert, kann man jetzt gut oder schlecht finden aber es ist einfach ein mieses argument. was die häuser angeht ist die nordstadt neben wuppertal, glaube ich, das dichtbesiedelste altbauwohngebiet hier im pott. problem dabei das sich ein großteil der eigentümer einfach einen scheiss für ihre häuser interessieren weil mit den leuten die da wohnen kann man es ja machen, klar sind im viertel nicht so viele mitglieder des mieterschutzverbund zu finden wie wahrscheinlich in anderen vierteln.

    Mein respekt gebührt ebend den eltern die ihre kinder sehr wohl in diesem viertel aufwachsen lassen und welche trotzdem „was werden“ ich kenne nur wenige Kinder die mit 3-4 Jahren schon 2-3 Sprachen sprechen. Und auch im Viertel gibt es massig nette ecken und spielplätze.
    Ob man jetzt Kinder auf der Strasse spielen lassen muss oder sollte ist dabei auch nochmal ne andere frage, aber der Hoeschpark als auch der Fredenbaumpark sind nette ecken die massig platz und angebot bieten.

    Und es gibt wenig was soviel spass macht wie im Sommer über die Münsterstr zu schlendern. aber das ist wahrscheinlich auch geschmacksache.

    Wo ich zustimme ist das es im Pott wahrscheinlich wenig viertel gibt die derartiges Pottential wie die Nordstadt haben. Das muss die Stadt mit samt O-Amt aber erstmal checken und dann gilt es nicht in die falsche richtung aufzuwerten sondern bedingungen zu schaffen in dennen ebend die pottentiale der Nordstadt von allen genutzt und selbstbewusst ausgebaut werden können.

  • #16
    Kiro

    @Niro

    Ist ja nett, dass es dir im viertel gefällt und du dich wohlfühlst. Tue ich auch.
    Mich erstaunt deine Nordstadt-Romantik-Brille dann aber doch ein wenig. Eine Kindheit hier im Norden soll also erfüllt sein, soll den Weg bereiten in ein Leben mit Perspektiven?! Dann scheinst du dir die Kinder nicht richtig anzuschauen, oder deren älteren Geschwister, die zumeist dann doch relativ schnell checken wo sie in unserer Gesellschaft stehen und bereits da ist der Zug abgefahren.

    Ja du hast recht. Es könnte so schön sein. Viele Kinder, viel Angebot und Spiel und dadurch vielleicht automatisch mehr Verständigung.
    Aber machen wir uns nichts vor…als ob hier irgendwer mit den Romakids spielt. Wie auch schon vorher von wem angesprochen.
    Nach unten Spucken kann so gut wie jeder, selbst wenn man selbst bis zum Hals in der Scheiße steckt. Was las ich letztens an einer Hauswand mit Edding gekritzelt?! „Lieber 1000 Kanacken 1 einen Zigeuner.“ na da Prost Mahlzeit!

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  • #18
    Niro

    @ Kiro:

    Brille würde ich das nicht nennen ich könnte dir auch genau so gut sagen was hier alles verkehrt läuft und nervt sicher da gibbet einiges. Aber so ist das überall auf der welt. Was das viertel angeht, will ich einfach nur mal versuchen nicht immer alles komplett schwarz zu malen das ist die letzten 4 jahre passiert (auf krasse art und weise) und nur in den seltensten fällen wurde mit den betroffenen gesprochen und da meine ich nicht ne frau hetmeier die federführend in der schliessung des strichs war, dieser war europaweit anerkannt für die sozialearbeit und sicherheit der damen und herren die dort arbeiteten. Was aufgrund dieser schliessung passiert ist wissen alle die im viertel wohnen, verdrängung der leute welche nun wieder im viertel anschaffen müßen. Das wiederum ruft die cops und o-amt auf den plan die alles kontrollieren oder schief angucken was in deren rasta fällt. Was perse echt eckelhaft ist wenn einen zivis anhalten und fragen ob man auf der suche nach freiern ist nur weil man weiblich ist und an einer ecke auf kollegen wartet… danke frau hetmeier und ihr scheiss „wir blasen ohne gummi“ dafür wurd die frau nie zur rechenschaft gezogen und besser geworden ist garantiert nix. Aber back to topic. Mit betroffen meine ich die leute dennen dortmund als die „schatzkammer“ verkauft wird und welche hier unter beschissensten bedingungen leben und, wie du schon richtig sagtest von allen seiten „bespuckt“ werden. Wenn es dann mal einen bericht gibt der diese leute zu wort kommen lässt wo klar wird die bleiben ehh nicht lange weil es selbst hier zu beschissen für sie ist frage ich mich was falsch läuft. wenn dann eine WAZ redakteurin auf diesen Bericht gaaaanz panisch reagiert und fordert auch mal die armen opfer zu wort kommen zu lassen uns sich darüber aufregt das Roma, Sinti, Bulgaren, Rumänen etc.pp. mal reden durften wundert mich nix mehr.
    Der RN & WAZ zustand des viertels basiert doch ebend auf genau deren berichterstattung seid jahren. Und jetzt könnte man anfangen mit: „die wollen ja auch nicht intergriert werden…“ etc. pp. ja klar wollen die nicht wie sollten sie auch? Und das hat nix mit bildung zu tun sondern mit der tatsache das diesen menschen seid generationen ein blinder hass und eine schultzuweisung trifft die auf keine kuhhaut passt. für nix und wieder nix, müll auf den strassen „ui wie schlimm“ „menschen auf den strassen? ui wie schlimm“ – haben die kein fernseher und machen es so wie alle vernünftigen bürger nähmlich stumpf in die röhre glotzen.

    Was ich sagen will ich bin es leid von irgendwelche experten immer wieder lesen zu dürfen das sie so mutig waren durch das viertel zu gehen, überlebt haben und das auch noch kund tun.
    Das tun hier tagtäglich 10.000 menschen und die haben auf derartige berichte auch wenig bock…

    PS. nette diskussion!

  • #19
    Niro

    PPS. wegen den Kids;
    wenn du darauf hinaus willst das alltagsrassismus in deutschland ein riesen problem ist gebe ich dir vollkommen recht, trotzallem schaffen es diese Kinder ein riesen spagat zwischen 2 kulturen zu machen und die meisten finden auch ihren weg. Das andere sich abkapseln weil sie zuhause hören er/sie soll das und das so und so tun in der schule aber komplett andere sachen vermittelt werden und die kollegen auch anders handeln ist klar. Das sind Kids und die haben ein scheiss recht darauf kids zu sein und nicht ob sie deutsch oder türkisch sind…

  • #20
    brudi

    Die im Text herangezogene Quelle (Capital Immobilienkompass) kann doch auch einfach andersrum interpretiert werden: Weite Teile der Nordstadt sind anscheinend von überteuerten Mieten betroffen. Oder will hier jemand ernsthaft behaupten, dass z.B. die Schleswiger Straße als mittlere Wohnlage bezeichnet werden kann?!

  • #21
  • #22
    Diskutant

    Dem FAZ-Autor ist wahrlich mit seinem Artikel kein großer Wurf gelungen. Man lese sich nur einmal den zweiten und den vierten Absatz durch:
    2. „200 Euro hatte der Vermieter zuvor kassiert, pro Monat, pro Matratze.“
    4. „Wer herzieht, kommt nicht wegen Arztstellen. Sondern weil es sich in den Schrottimmobilien billig wohnen lässt.“

    Also wer solch sich widersprechenden Äußerungen unvermittelt nebeneinander stehen lässt, dem liegt es nicht an seriöser Information. Ich vermute eher es ging um das Schlusszitat von Prof. Bade: „„Geschieht nichts, wird es Tote geben“, sagt der Professor.“ Ich bin enttäuscht von meiner Lieblingszeitung.

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  • #25
    Nordstadt-Junge

    Diese ganzen Massenmedien (ARD, WDR) und Zeitungen wie FAZ, RN etc. gehören gesperrt. Die verbreiten über die schöne Nordstadt nur Mist und negatives, aber bei Festen oder anderes wird nix erwähnt. Trotzdem wohnen dort 53.000 Menschen, welche dort gerne wohnen. Dort wird man nett begrüßt und aufgenommen, nicht wie in diesen Drecks Spießervierteln wo sich Omas über Lärm beschweren (eigene Erfahrung). Also hört nicht auf diese Medien und bildet eine eigene Meinung. Nordstadt macht Spaß und ist schön, wie eine Heimat.

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