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NRW: CDU will Alkohol in der Öffentlichkeit verbieten

Auch die CDU in NRW hat einen Hang zur Volkserziehung. Wie Der Westen meldet, plant die Union einen Gesetzesentwurf, der es den Städten ermöglichen soll, das Trinken in der Öffentlichkeit zu verbieten. Ausserdem  sollen Tankstellen und Buden Nachts keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Das ganze  richtet sich gegen öffentliche „Saufparties“. Die Grünen werden begeistert sein – ihr Freiburger OB Dieter Salomon hat das auch schon umgesetzt, war aber, zumindest zeitweise, vor Gericht damit gescheitert. (Weiß jemand wie das in Freiburg heute ist?)

Das Gesetzesvorhaben der Union ist reine Symbolpolitik, denn das rechtliche Problem, dass sie vorgibt zu lösen, gibt es nicht:

“ jugendliche Trinkgelage, die in Vandalimus ausarten und Scherbenhaufen hinterlassen“

Soweit ich weiß ist Vandalismus schon heute verboten und Müllhaufen in die Landschaft zu kippen auch. Oder hab ich da was verpasst?

Ich würde mich zur Abwechslung mal über Politiker freuen, die sich damit beschäftigen, wie sie die Freiräume der Menschen erweitern. Und nicht ihre Tage damit verbringen, sich Gedanken zu machen, wie sie die Freiheit des Einzelnen reglementieren und beschränken können.

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42 Kommentare zu “NRW: CDU will Alkohol in der Öffentlichkeit verbieten

  • #1
    heilewelt

    Alkohol ist ein Droge, verursacht immense Kosten im Gesundheitssystem, schädigt ungeborenes Leben, begründet Unzurechnungsfähigkeit bei Straftaten. Nein, quatsch, war nur Spass. Alkohol ist natürlich ein elementares deutsches Kulturgut. Prost.

  • #2
    Stefan Laurin Artikelautor

    @heilewelt: Da haben Sie Recht: Alkohol ist ein Kulturgut. Drogen gehören zur Kultur dazu. Wenn man das ändern will, muss man die Menschen umerziehen. Ich will keinen Staat der seine Bürger umerzieht.

  • #3
  • #4
    Jan Sören K

    Kulturgut – Scherbenhaufen – Flaschenfand – Alcopop-Steuer – …

    Neee, ich schreib es anders…
    Wo soll die Öffentlichkeit anfangen – und wo enden? Rauchverbot in der Öffentlichkeit war angekündigt – aber ist eine Straße weniger öffentlich als eine Kneipe mit einer geschlossenen Gesellschaft? Ist eine Kneipe überhaupt privater Raum – oder öffentlicher Raum, weil öffentlich zugänglich? Wenn es privater Raum ist, muss das Rauchen wieder erlaubt werden. Wenn nicht, muss der Alkoholkonsum in Kneipen verboten werden. Das Ende der Eckkneipen… Oder müssen in Zukunft „Säuferräume“ in Kneipen eingerichtet werden? Oder gibts statt Sonnenschirmen zum Bierkasten in Zukunft Heizpilze mit dem Logo des Bierlieferanten? Aber stopp:

    Wenn Alkohol in der Öffentlichkeit verboten wird, dann müsste doch aber – analog zur Zigarettenwerbung – auch die Alkohol-Werbung aus dem öffentlichen Raum verbannt werden. Ist eine Getränkekarte schon Werbung? Ist am Ende ein Kneipenschild schon Werbung, wenn das Logo des Bierlieferanten daneben ist? Ist eine Weinrebe schon Werbung?

    Fragen über Fragen – und eine Idee zur Lebensregulierung, die nichtmal bis zur Hälfte des Weges gedacht ist…

  • #5
  • #6
    Volkmann

    OK, wenn Trinken in der Öffentlichkeit verboten wird, dann…

    …kein Bierchen mehr auf den Weg ins Stadion.
    …kein Glühwein mehr auf den Straßenfesten um Weihnachten.
    …fällt wohl Karneval als kollektives Straßenbesäufnis aus.
    …keine Umzüge von angetrunkenen Paraden bei Schützenfesten.
    …kein Wein mehr zum Ablöschen von Saucen in Kochsendungen.
    …das Pils’chen am Büd’chen fällt aus.
    …kein Radler am Rheinufer oder Baggersee.
    …kein Sekt mehr zur Vermählung vor dem Standesamt.
    …keine Reden von besoffenen Bundestagsabgeordneten.
    …etc.pp.

    Dann haben die selbsternannten Volkserzieher und Spaß-Spießer endgültig gewonnen und ein ganzes Volk wird geknebelt, weil ein myriadstel Bruchteil unserer Gesellschaft sich nicht ab und an benehmen kann. Das ist doch völlig unverhältnismäßig. A.sch offen?!

  • #7
    Robin Patzwaldt

    Und was wird dann z.B. aus Schützen- und Feuerwehrfesten? Die sind doch auch öffentlich…. Eine Art ‚geschlossene Gesellschaft‘ dürften diese Volksfeste ja schon vom Grundsatz her nicht sein…

  • #8
    Mao aus Duisburg

    Gestern noch war Laumann der Kämpfer für die individuelle Freiheit, heute schon entpuppt sich die CDU als Volkserzieher. Die sind ja programmatisch flexibler als die FDP… 🙂

  • #9
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Mao aus Duisburg: Immer noch besser als die Grünen die nur noch Volkserzieher sind.

  • #10
    Mao aus Duisburg

    In welcher Partei ist noch mal dieser NRW-Arbeitsminister, der das Gesetz befürwortet?!? 🙂

    Egal: Laumann ist immerhin innerhalb von 24 Stunden erst als letzter Strohhalm der Raucher hochgejazzt und dann entzaubert worden – und das vom selben Ruhrgebiets-Blog! Respekt! Das schafft noch nicht mal die BILD mit Wulff – da hat es 7 Tage gedauert. Wenn das so weitergeht, nenn‘ ich Dich nur noch Kai :-)))

  • #11
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Mao aus Duisburg: Es gibt einen Arbeitsminister in NRW? Ist mir bisher nicht aufgefallen 🙂

  • #12
    mkorsakov

    @Volkmann (#6):
    auf Alkoholverbot(e) vor und bei Fußballspielen und/oder Straßenfesten (aka Schützen-, Feuerwehr- etc.) kann man lange warten – der vermeintliche (Image-)gewinn der Veranstalter bzw. Städte bei obigen wird da zumind. höher (angesiedelt) als bei den »jugendlichen Trinkgelagen«.

  • #13
    der, der auszog

    Rauchverbot vs. Trinkverbot?
    Kraft und Steffens vs. Laumann und Wittke?

    … und den Bürgern in NRW bleibt wieder nur die Wahl zwischen Pest und Cholera!

  • #14
  • #15
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Peter Piksa: Kleiner Hinweis: In NRW wurde die CDU angewählt. Und dann haben SPD und Grüne mit ihrem Verbotswahn richtig losgelegt.

  • Pingback: Zur gewünschten “Raucherumerziehung” durch Rot-Grün in NRW … (… und gleichzeitig zur absoluten Glaubwürdigkeit der CDU) | Bombasstard's Ranting Zone

  • #17
    Bombasstard

    Oh, ich bin sicher, die bestens vernetzten Schützen- und Karnevalsvereine werden schon ihre nötigen Sondergenehmigungen bekommen; ebenso wird es sicherlich für gesellschaftlich relevante Volksbespaßungen wie Karneval Ausnahmen geben – im Zweifelsflal ziehen sich Polizei und Ordnungsämter hinter „ist viel zu aufwändig“ zurück.
    Fußballfans … ach, mit denen kann man es ja machen. Die sind ja eh alle dumm, hohl und gewalttätig. Da kann sich noch so mancher Volkspädagoge bei profilieren, das macht richtig Spaß und bringt Sonderpunkte bei allen wählenden Spaßbremsen.

    Und was die armen kleinen Eckkneipen angeht: so, wie ich den alltemenen Politiker einschätzen würde, sind die meisten von ihnen Edelkonsumenten, die sich ihren teuren Wein, Cognac und die guten Cohibas im heimischen Wohnzimmer vor dem Kamin reinpfeifen. Denen sind Kneipen völlig egal, und die werden sich nicht gegen die Gesundheitsfanatiker und Spaßbremsen positionieren wollen. Denn das ist ist anstrengend, fruchtlos und schadet im schlimmsten Fall der Beliebtheit.

    Oder sie sind eh konsumkritische Nicht-Genießer on a mission …

  • #18
    Jürgen

    Ich wiederhole gerne, was ich schon mal in Bezug auf das Verbot des Rauchens in gastronomischen Einrichtungen jeglicher Art (und auf öffentlichen Kinderspielplätzen in NRW) geschrieben habe. der Konsum von Drogen jeglicher Art gehört zur menschlichen Kultur. Schon die Ägypter haben nachweislich pflanzliche Produkte vergoren, um sich zu besaufen (alles natürlich im Rahmen besonderer Zeremonien), geraucht wurde ebenfalls schon alles mögliche zu Zeiten, zu denen man noch keinen blassen Schimmer von der heutigen Zigarettenindustrie hatte.

    Klar, es ist manchmal sehr unangenehm, nach nächtlichen Gelagen auf Straßen Scherbenhaufen zu finden, auch ist es nicht so toll, ab und zu besoffene Jugendliche in der Notfallambulanz der Krankenhäuser einliefern zu müssen, und die wandelnden Drogenzombies sind auch kein schöner Anblick. All diese Phänomene gab es auch schon vor 100 Jahren (vorwiegend alkoholinduziert). Die Prohibition hat jedoch gezeigt, dass das Verbot von Alkohol nichts bringt, außer mehr Kriminalität, und das Verbot des Alkoholgenusses in der Öffentlichkeit und Verkaufsverbote sind ein Weg dorthin. Es sei auch an eine gerade diskutierte Studie zur weltweiten Bekämpfung des Drogenhandels erinnert, die zu dem Schluss kommt, dass die Bekämpfung des Handels die wesentliche Ursache für den enormen Anstieg drogeninduzierter Gewalt sei, der Gesundheitsförderung aber keinerlei Nutzen bringt.

    Lange Rede, kurzer Sinn, Verbote nutzen nichts, hier hilft nur Aufklärung und vorgelebte Abstinenz ohne Zwang. Ansonsten gehören die „Exzesse“ von der Gesellschaft akzeptiert.

    Was vielleicht auch hilft, ist es, dem Vergnügungsdrang der Bevölkerung Raum zur Entfaltung zu geben und vor allem, diesen nicht zu zentralisieren (siehe Düsseldorfer Altstadt – am Wochenende die Hölle!). Z.B. dadurch, in den in den Städten Bars, Clubs und Diskotheken nicht alle in einem kleinen Bereich konzentriert, sondern einfach dispers im Stadtgebiet zugelassen werden, so dass sich alles ein bißchen mehr verteilt.

  • #19
    Robin Patzwaldt

    Das Alles wäre ja auch vom Aufwand her gar nicht zu kontrollieren, selbst wenn man das wollte. Das geht nur mit einer Art ‚Stasisystem‘, welches dann eine so hohe Anzahl von Mitarbeitern hat, dass man z.B. jeden der 80.000 Zuschauer beim Fußball schon auf dem Weg in das Stadion längerfristig von zu Hause an überwacht…
    Wenn ich alleine überlege wieviele Leute sich schon bei einem simplen BVB-Spiel öffentlich auf dem Hinweg ein ‚paar Bierchen‘ usw. gönnen. Wer sollte das alles seitens der Ordnungshüter in 2-3 Stunden um das eigentliche Spiel herum abarbeiten??? Stehen dann an jeder Straßenecke alle paar hundert Meter etliche Mitarbeiter der Ordnungsbehörden? Und welcher Umkreis um ein Stadion würde dann so überwacht? 2 km, 5 km, oder 10 km??? Unmöglich unter realistischen Bedingungen und überschaubaren Mitarbeiterzahlen! Das Thema kann man also wohl sofort abhaken als total unrealistisch und realitätsfern! Unabhängig davon ob man das Ziel der CDU überhaupt so für sinnvoll hält, oder nicht… Und da hat Stefan im Ausgangstext völlig Recht, das ist schlicht Symbolpolitik. Da wird nur billig nach Stimmen gefischt… Umgesetzt wird das eh nie!

  • #20
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Robin Patzwaldt: Die neue Stasi heißt Ordnungsamt und wird durch die Überwachung der rot-grünen Rauchverbote an Bedeutung gewinnen. Wer weiß, vielleicht arbeitet das Ordnungsamt ja bald mit inoffiziellen Mitarbeitern die Trinker und Raucher melden.

  • #21
    Robin Patzwaldt

    @Stefan: Hier in Waltrop ist das Ordnungsamt schon ganz offenkundig nicht mehr in der Lage mehr als die Parkscheiben auf dem Marktplatz zu kontrollieren. Hier gibt es wilde Müllkippen usw. gleich im Dutzend, ohne das ich da je das Ordnungsamt gesdehen hätte…. Wie sollte diese Truppe hier auch noch nachts nach öffentlichen ‚Alkoholsündern‘ Ausschau halten?
    Und hier in Waltrop hat die CDU im Vorjahr den Vorschlag gemacht das Wegwerfen von Glasflaschen mit einer Geldbusse zu belegen, um den angesprochenen Scherbenberg zu reduzieren. Rate mal was aus diesem Vorschlag geworden ist 😉

  • #22
    Robin Patzwaldt

    Zur Ergänzung meines Beitrags von gerade hier ein passender Link:

    http://www.wmtv-online.de/nachrichten/kreis-coesfeld/nachricht/artikel/waltroper-innenstadt-soll-glasfrei-werden.html

  • #23
    Jürgen

    @21, Robin Patzwaldt:
    Vielleicht gehört die Beseitigung von wilden Müllkippen nicht zu den Aufgaben des Ordnungsamtes?

    Ich vermute eher, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Anweisung bekommen haben, die wilden Müllkippen unangetastet zu lassen , wenn der Verursacher nicht gefasst werden kann (und solange nicht Anwohner massiv auf mögliche Gesundheitsgefahren/Gefahren für die Umwelt hinweisen). Ansonsten muss nämlich die Stadt direkt für die Entsorgungskosten aufkommen. Außerdem bleibt keine Zeit, Geld für die Stadt einzutreiben.

  • #24
    Radler

    Es geht auch ohne Gesetzesverschärfungen: ein positives Beispiel ist der Verein Ausgehen in Dortmund e.V., in dem die wesentlichen Club- und Diskothekenbetreiber sich zusammengeschlossen haben und auf freiwilliger Basis mit den Behörden kooperieren.

    http://www.ausgehenindortmund.de

  • #25
    Robin Patzwaldt

    @Jürgen: Doch, hier am Ort zumindest ist das Ordnungsamt dafür zuständig. Ich hatte mal ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Stadt Waltrop in einem ganz konkreten Fall dazu. Die Zuständigkeit hat man beim Ordnungsamt dabei nicht bestritten. Man wollte den Verursacher in diesem konkreten Fall ’selbstverständlich‘ kontaktieren…. Daran scheitert es also nicht. Man hat schlicht derzeit wohl schon nicht genügend freie Kapazitäten, denke ich. Waltrop ist halt total pleite. Und auch die ‚Verlockung‘ zusätzlicher Einnahmen ändert an der Personalknappheit derzeit nichts. Man sanktioniert hier lieber mit geschätzten 95% der insgesamt mit dem vorhandenen Personal zur Verfügung stehenden Arbeitszeiten das Falschparken auf dem Marktplatz…. Das meine ich gar nicht verächtlich. Das ist einfach so. Selbst in die Siedlungen kommen die Herrschaften wohl nur höchst selten. Obwohl sich da bestimmt im Verhältnis gesehen mehr verdienen liesse, da man nicht nur 5 und 10 Euro Strafen verhängen könnte, sondern Falschparker in Kurven, vor Zebrastreifen usw. garantiert wesentlich ‚lukrativer‘ für die Stadt wären. Allein, es geschieht nicht… An eine Ausweitung der Aufgaben ist also hier am Ort zuminderst wohl gar nicht zu denken, was ja auch die CDU hier am Ort schon mit Ihrer geforderten ‚Flaschenstrafe‘ erleben durfte.

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  • #27
  • #28
    Norbert

    Das Problem liegt woanders als es die CDU Herrschaften vermuten.
    Alkohol in Supermärkten ist in großen Mengen dort zu sehen und es ist recht billig. Selbst Marken-Whiskey und hochprozentige Edelspiritousen werden gelegentlich zu Schleuderpreisen verkauft. Auch Billig-Biermarken werden immer vorgehalten. Da bedient sich die breite Masse und trinkt gemütlich mit Kollegen auch mal an der frischen Luft. Der gesellschaftliche Disziplinierungsdruck gerade aus nach Hause zu laufen und schön besoffen nicht aufzufallen fällt völlig weg. Am nächsten Tag müssen auch viele nicht zur Arbeit. Dazu kommt das ich wohl nicht der einzige bin dem ein 0,3 l Bier für bis zu 2,50 EUR in einer Kneipe irgendwie wegen zu teuer im Halse stecken bleibt. Früher war es anders. Der Bierpreis in der Kneipe war moderat, für Spass durch Tanz, Dart und Unterhaltung war gesorgt und wer genug ge … bechert hatte der bekam nichts mehr. Am nächsten Tag hatte man spätestens ab 9 Uhr volle Leistung zu bringen sonst gabs Ärger. Bei Jugendlichen hatten die Eltern, Verwandten und Nachbarn ein Auge auf die Disziplin und so wurden wir, fast nebenbei, zu (zu) anständigen Leuten.
    Wenn eine Gesellschaft durch Angst vor Hartz IV (von der CDU mit beschlossen !!),
    durch diffuse Terrorangst (von der CDU nicht verhindert !) und der Angst um Geld (Eurokrise, von der CDU noch nicht in den Grff bekommen!) gesteuert wird gibt es genug Leute die Alkoholrausch als Fluchtmöglichkeit nutzen.
    Dazu kommt noch die Vorbildwirkung aus der Öffentlichkeit: Wenn andere auf Kosten der Öffentlichkeit in einem Bordell hoch die Tassen geben kann der „Normalo“ guten Gewissens auf der Parkbank feiern.
    Ein Blick in ein Buch von Johann Wolfgang von Goethe genügt: „Die Geister, die ich rief …“

  • #29
    Hannes Kampmann

    Die CDU ist der Sargnagel des Rheinlands! Diese engstirnigen Freiheitsgegner!

    Tatsache ist aber, dass das saufende Pack auf den Strassen und in den Kneipen inzwischen jegliche Hemmungen verloren hat und die Gewalt gegen Personen (Polizisten, Busfahrer, Sanitäter) sowie Fahrzeuge und Gebäude ein Ausmaß angenommen hat, über das man nicht mehr hinwegsehen kann.

    Deshalb widerspreche ich dem Autor: Ja, das Problem gibt es! Und es nimmt zu. Ich weiss es, denn ich muss den Schaden begleichen, den irgendein besoffener Studentenkopp u.a. meinem Auto, meinem Fahrrad oder meinem Hauseingang zugefügt hat.

    Wer keine materielle Verantwortung trägt, der mag sich in die Ecke stellen und mit völliger Ignoranz reagieren, ich, aber sage: Ja, das Problem existiert und es muss gelöst werden! Und zwar Nicht mit einem Verbot, sondern mit dem Geldbeutel! Es sollte eine „Vandalismus Steuer“ auf Alkohol geben. 10-20 Cent auf jeden Liter, um damit die durch Alkohol entstanden Schäden der Trink Gemeinschaft Deutschland auszugleichen!

  • #30
    otto van heese

    In Freiburg ging es primär darum, die Gewalt (Schlägereien) und den daraus resultierenden Lärm im „Bermuda-Dreieck“ (ein paar Discos auf engstem Raum in der Altstadt) weniger werden zu lassen / zu unterbinden.
    Kann man hier nachlesen:
    http://www.badische-zeitung.de/freiburg/gericht-kippt-alkoholverbot-in-freiburg–17647913.html
    oder
    http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,638879,00.html

    Ob die Polizeiverordnung mittlerweile geändert wurde, weiss ich nicht, an Silvester dieses Jahr gabs zumindest niemanden der keinen Alkohol dabei hatte.

  • #31
    Fray Brot

    Ich bin ebenfalls gegen ein Staat, der seine Bürger erzieht.
    Ich glaube das diese Vorgehensweise auch nur bedingt Erfolg verspricht und möchte einen weiteren Vorschlag unterbreiten: Erhöng der Alkoholsteuer, wie es Sie in skandinavischen Ländern brauch ist. So schränkt man die Alkoholmenge besonders bei Jungendlichen ein.

  • #32
    Zofe

    na und da schimpft man immer über die DDR, oder sollte ich sagen über die heutigen LINKEN? es wird immer schlimmer wie SPD/CDU und GRÜNEN ihre Daseinsberechtigung uns aufdrücken wollen!

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  • #34
    Hugo

    Ich trinke kein Alkohol und finds schrecklich, trotzdem ist so ein Verbot schwachsinnig jeder sollte für sich selbst entscheiden welche Drogen er zu sich nimmt, nur sollten die Leute mal lernen das Alkohol eine der stärksten und schädlichsten Drogen ist die es gibt und sollten lernen damit umzugehen, doch das erreicht man nicht durch irgendwelche sinnlosen Verbote auch nicht durch Steuern sondern einzig und allein durch Aufklärung.
    Verbote haben noch NIE geholfen.
    Deswegen forder ich eine Legalisierung aller Drogen!

  • #35
    Daniel K.

    Heiliger Vater,
    ich wende mich heute mit diesem Schreiben an Sie, weil diejenige Partei, die nicht nur die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, sondern den wahren christlichen Glauben sich im Parteinamen festgeschrieben hat, gerade dabei ist, diesen zu verraten. Wie Der Westen meldet, plant die Union einen Gesetzesentwurf, der es den Städten ermöglichen soll, das Trinken in der Öffentlichkeit zu verbieten. Ausserdem sollen Tankstellen und Buden nachts keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Das ganze richtet sich gegen öffentliche “Saufparties”. Und da stelle ich mir sorgenvoll die Frage, wie das denn dann demnächst in der heiligen Messe mit Brot und Wein ablaufen soll. Muss der Gemeindehirte Bußgelder befürchten, oder die Möglichkeit, direkt vom Altar weg von Wachtmeistern abgeführt zu werden? Oder besteht die Möglichkeit, auf alkoholfreien Messwein umzusteigen? Was meines Erachtens nach nicht funktioniert, gelten doch Jesus und die 12 Apostel als die älteste Drogengemeinschaft (Einar Schleef: Droge Faust Parzival, Ffm 1997). Oder ist vielleicht der CDU zu helfen, da gibt’s doch sicher was von Ratiopharm! Ich hoffe, Sie haben da einen Rat für mich, wie wir das Messzeremoniell vor diesem politischen Schwachsinn im fortgeschrittenen Endstadium schützen und erretten können.
    Mit untertänigster Dankbarkeit
    Ihr Schäfchen Daniel

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  • #37
    Peter Piksa

    @Stefan Laurin: Daß die CDU in Nordrhein-Westfalen nicht regiert, ist mir als Nordrhein-Westfalen schon klar. Dir wird aber auch nicht entgangen sein, daß die CDU mit 34.6% noch immer stärkste Kraft ist, nicht wahr? Was ich damit sagen will ist: Ich muss nicht an der Regierung sein, um in der Lage zu sein, Schaden anzurichten.

  • #38
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Peter Piksa: Schaden anrichten können in NRW SPD und Grüne ganz gut ohne die CDU.

  • #39
    BergIselSpringer

    Selbst die SPD-Basis geht auf Distanz zum Gesetz. Bin gespannt, wann, nach der CDU, auch die SPD umfällt.

    http://www.welt.de/print/wams/nrw/article13803818/Kneipen-auf-der-Kippe.html

  • #40
    Alkohol an der Tanke??

    ich will gar nicht beurteilen, ob man durch diese maßnahmen nun die sache in den griff bekommt oder nicht (keine ahnung!). eines aber denke ich macht auf jeden fall schon mal prinzipiell sinn: warum um alles in der welt, soll es weiterhin in deutschland möglich sein, sich hochprozentiges oder auch weniger prozentigen alkohol zu jeder tageszeit an der tankstelle zu besorgen??? das muss einfach nicht sein und gehört dringend abgeschafft! zigaretten können sie gleich mitverbieten. der echte raucher wird in diesem falle sicherlich vorbeugen und sich „rechtzeitig“ mit ziggis eindecken.

  • #41
    Nansy

    Mal abgesehen davon, daß es ein Problem mit „Saufparties“ gibt, die politischen Bemühungen der Parteien um Alkoholverbote sind ja nicht nur auf ihrem eigenen „Mist“ entstanden. Dafür liefert der Suchtrats der Bundesregierung eine Blaupause. In dem Nationalen Aktionsprogramm zur Alkoholprävention (2008) steht schon geschrieben:
    „…Eine der zentralen Botschaften massenmedialer Kampagnen sollte darin bestehen, die Gefährdung unbeteiligter Dritter durch das Rauschtrinken in das Blickfeld zu rücken. Die Risiken für Menschen im Umfeld insbesondere durch alkoholbedingte Unfälle und durch Gewaltdelikte sind ebenso wie die Schädigung des ungeborenen Lebens durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft nachdrücklicher zu vermitteln. Im Bereich der Tabakprävention hat sich gezeigt, dass Hinweise auf die auch für Dritte schädlichen Konsequenzen des Substanzkonsums eine erhebliche Überzeugungskraft besitzen, wenn es darum geht, den Konsum einzuschränken oder in bestimmten Situationen ganz zu verhindern…“

    Gleichzeitig leifert der Bezug auf die auch für Dritte schädlichen Konsequenzen des Alkoholkonsums den Hinweis darauf, wie man sich den Bogen vom Passivrauch zum Passivtrinkerschutz vorstellt.

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