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Öde2010: Wo ist das Ruhrgebiet am langweiligsten?

Die Besucherzahlen im Ruhrgebiet explodieren, die Kulturhauptstadt bringt Glamour in unser Leben und in New York überlegen sie sich wahrscheinlich schon, ob sie Zechentürme aufstellen sollen, um metropolitanen Glanz in ihre Hafenstadt am Hudson zu bringen.

Aber ist das Ruhrgebiet wirklich überall so mondän wie Fulda , so sexy wie Bad Vilbel und so verrucht wie Hildesheim? Nein, sicher nicht. Und nun meine Frage: Was sind die ödesten Orte im Ruhrgebiet? Wo wird schon ein funktionierende Dunstabzugshaube in einer Pommesbude als Steigerung der Lebensqualität empfunden? Wo freut man sich, wenn einmal im Monat der Bücherbus vorbei kommt und wo treffen sich die Quartiersintellektuellen am einzigen Kiosk, an dem es den Spiegel gibt? Für mich stehen die drei ödesten Orte fest: Wattenscheid, Herne und Marl. Gladbeck ist auch schlimm, aber da bin ich aufgewachsen. Und es zieht mich auch nichts nach Duisburg. Was sind Eure Favoriten? Welcher Stadt sollen wir eine Flasche Frühstückskorn schenken, weil das Leben in ihr nüchtern nicht zu ertragen ist?

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77 Kommentare zu “Öde2010: Wo ist das Ruhrgebiet am langweiligsten?

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  • #52
    duisburgerin

    Der ödeste Platz im Ruhrgebiet ist zweifelsfrei HIER.

    Auf einer Seite, die nichts Besseres zu tun hat, als das halbe Ruhrgebiet schlecht zu machen, obwohl sie sich „RUHRbarone“ nennt und eigentlich viel für das Image des Reviers bewirken könnte und sollte.

    Und dieses Duisburg-Gebashe geht mir so was von auf den Geist. Letztens dieser YouTube-Film, der natürlich (!) eine „Omma aus Duisburg“ zeigte (weil es der YouTube-Nutzer unter dieser Überschrift hochgeladen hatte, nicht wahr?!!), und jetzt die „ödesten“ Orte, zu denen natürlich auch der Dellplatz und sowieso alles andere zählt, wo Herr Laurin nicht regelmäßig posiert.

    Der ödeste Platz im Ruhrgebiet ist HIER. Zweifelsfrei. Nicht erst seit gestern.

  • #53
    mimi müller

    #52

    Da frag ich mich doch, was Sie dann treibt, diesen oeden Ort immer wieder aufzusuchen. Nicht erst seit gestern, wie Sie sagen. So oede ist er dann wohl doch nicht, zumal er Sie ja ordentlich zu „stressen“ scheint…

  • #54
    Dirk E. Haas

    Das Ergebnis ist so banal wie vorhersehbar: Lässt man biografische Zufälligkeiten mal beiseite, sind es die stinknormalen „lebendigen Stadtviertel“, die hier goutiert werden – klassische Urbanität also, mit ein klein bisschen Gentrifidingsbums: http://www.edition-nautilus.de/programm/politik/buch-978-3-89401-726-2.html
    Wer so etwas sucht, ist im Ruhrgebiet fast überall falsch (auch das nichts Neues).

    Und die anderen, z.B. die mit „lebendigen Stadtvierteln“ bestens versorgten Berliner? Die wünschen sich bereits das, was wir hier draußen im Übermaß besitzen:
    http://www.berlin-buehnen.de/-/show/7843551

    Mit anderen Worten: Einige (wenige) klassisch-urbane Stadtpartikel und jede Menge räudiges Brachland – viel besser als das Ruhrgebiet kann man grad gar nicht aufgestellt sein.

  • #55
    Helmut Junge

    @duisburgerin (52),
    ich dachte immer, Kritik sei die Voraussetzung aller Verbesserungen.
    Aber ich habe auch für Ihre Ansicht was passendes gefunden.
    Vielleicht wäre diese, etwas ältere Denkweise in Ihrem Sinne?
    Passt ja irgendwie für Duisburg. Gerade jetzt, in dieser schwierigen Zeit.

    „Der König hat eine Bataille verloren. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht. Ich fordere die Einwohner Berlins dazu auf. Der König und seine Brüder leben! Berlin, den 17. October 1806. Graf v. d. Schulenburg.“

  • #56
    kikbde (der...)

    Also von Kritik kann ich im Ausgangsposting nicht viel erkennen.
    Die Aufforderung, öde Orte zu benennen, enthält noch nicht viel substanzielles, eher Ruhrgebietsbashing vom Allerfeinsten.
    Gerade das hat wohl die „Duisburgerin“ hier nicht erwartet…

  • #57
  • #58
    Helmut Junge

    @kikbde ,
    Eine der Fragen ist ja „wo treffen sich die Quartiersintellektuellen am einzigen Kiosk, an dem es den Spiegel gibt?“
    Als ich mal zu Fuß in meiner Gegend, die an der Grenze von zwei größeren Ruhrgebietsstädten liegt, einen Spiegel kaufen wollte, sah mich die Kioskfrau verlegen an. Sie hatte wirklich geglaubt, daß ich nach einem richtigen Spiegel
    gefragt hätte. Die Zeitschrift gab es dort nicht. Offenbar war ich auch der erste, der danach gefragt hat.
    Wenn ich jetzt verrate, wo das war, fiel das unter bashing? Der Bücherbus kommt dort auch regelmäßig, aber nennen würde ich den Stadtteil nicht, weil der als reines Wohngebiet besser ist, an der angrenzende Stadtteil der Nachbarstadt, wo es sogar eine Zweigstelle der Stadtbücherei gibt. Aber dort gibt es Ecken, wo Sperrmüll mehrfach überwintert.
    Wenn ich das hier mit dem Namen der jeweiligen Stadt nennen würde, gäbs sicher einige Leser, die das als bashing einstufen. Ich nenne das Kritik.
    Bashing ist aus meiner Sicht eine Form von Verleumdung, eine Beschimpfung eben.
    Eine Zustandsbeschreibung ist also m.E. kein bashing.

  • #59
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Helmut: Das mit dem Spiegel ist mir auch schon einmal passiert – in Gladbeck Ost. Die Frau im Kiosk sagte mir damals, sie hätten mal so Spiegel mit Playboy-Hasen gehabt, aber das sei schon länger her.

  • #60
    Thomas

    @ Helmut, # 58:

    >Als ich mal zu Fuß in meiner Gegend, die an der Grenze von zwei größeren Ruhrgebietsstädten liegt, einen Spiegel kaufen wollte, sah mich die Kioskfrau verlegen an. Sie hatte wirklich geglaubt, daß ich nach einem richtigen Spiegel
    gefragt hätte.

    >Wenn ich jetzt verrate, wo das war, fiel das unter bashing?

    Dat is doch alles Duisbuarch. Und zwar in Duisburgs Norden. Wetten? (-:

    Ich persönlich bin ja praktisch von einem gut sortierten Zeitschriftenhandel physisch abhängig,

    ich kauf mir *jedes* Heft und blätters dann zumindest durch.

    Vom Hustler bis zu Fisch und Fang. Ich muß das haben. Ich steh auf Mags.

    Seit The Face.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Neville_Brody

    Aber, tatsächlich, es hat sich gezeigt: Die Kioske sind nicht mehr so gut sortiert, sie wurden zu Trinkhallen. Zu Buden.

    Ach wie gut, daß ich am Bahnhofskiosk in einer überschätzten Landeshauptstadt vorbeikomme, da deck‘ ich mich dann ein. Da happ ich auch keine Skrupel, etwa skurile japanische Lifestylemags, von denen ich nur die Bilder lesen kann, nachzuordern. Wenn die da ausverkauft sind.

  • #61
    kikbde (der...)

    @Helmut
    Und was hat das mit Öde & Langweilig zu tun? Wenn dort bildungsfernere Schichten leben, so daß im Kiosk eben keinen Spiegel (wobei ausgerechnet den als Beispiel zu nehmen auch schon putzig ist) nachgefragt wird, ist es öde & langweilig?

    Ich versteh die Definitionen für Öde (z.B. der Dellplatz als schlechter Witz…) oder überhaupt die Intention der Frage mit dem Frühstückskorn schon gar nicht. Was sind die Kriterien? Gibt es da überhaupt objektive?
    So dermaßen unbegründete Sätze wie „die ödesten Orte sind für mich Wattenscheid, Herne… auch zieht mich nichts nach Duisburg“ sind für mich Bashing und keine Kritik.

  • #62
    Helmut Junge

    @Thomas (60),
    bevor Du das Risiko einer Wette eingehst, lies den Satz noch mal genau.
    Danach brauchst Du eine Karte mit den Stadtgrenzen.
    Tipp: Duisburg hat im Norden zwei angrenzende Nachbarstädte.
    Wenn Du jetzt noch wetten willst, mach ich sofort mit.

    Also ich wohne in einem Vorort, der eine Gesamtschule hat.
    Diese Gesamtschule verfügt aber vor Ort nicht über eine Oberstufe, sondern die ist 4km entfernt, in Hamborn.
    Die Schulleitung drückt das so aus:
    „In den Jahren 1995 und 1996 fällt der Schulträger die Entscheidung, die gymnasiale Oberstufe unserer Schule an der Walther-Rathenau-Str. einzurichten. Die Schulgemeinde bedauert diese Entscheidung und hätte gern eine Unterbringung in der Albert-Einstein-Str. gehabt.“
    Später entwickelte sich so eine Art Oberstufenzentrum in Form einer Kooperation der in Hamborn eingerichteten Gesamtschule meines Vorortes mit dem Clauberggymnasium, ebenfalls in Hamborn.
    Dazu sagte die Leitung der Gesamtschule:
    „Im folgenden Schuljahr wird die Kooperation mit dem Clauberg-Gymnasium erweitert. Inzwischen wird in allen Oberstufen-Jahrgängen kooperiert. Dennoch gelingt es noch nicht, die Schülerinnen und Schüler von der Kooperation voll zu überzeugen. Erst langsam gewöhnen sie sich an Kurse in einer „anderen Schule“.

    Vielleicht erinnerst Du Dich daran, daß ich damals mit dem „Schulpolitischen Sprecher“ unserer beider damaligen Ratsfraktion ziemlich im Clinch lag, weil der ein Propagandist für „Oberstufenzentren“ war, ich aber der Meinung war, daß sich dann für die Schule innerhalb meines Stadtteils seit meiner Kindheit nichts geändert hätte. Außer dem Namen natürlich. Ich wollte damals sogar, für eine Demo einen symbolischen halbierten Schneemann, ohne Oberteil, aus Pappmaschee basteln, hab aber keinerlei Rückendeckung aus der MV dafür gekriegt. Eine eigene Oberstufe hätte übrigens sicher auch eine gelegentlich Nachfrage nach einem „Spiegel“ in der Gegend zur Folge gehabt.

  • #63
    Arnold Voss

    @ kikbde
    Öde wird hier, wenn ich die Mehrzahl der Kommentare richtig verstehe, frei übersetzt mit: keine Auswahl und nix los. Es gibt nichts Subjektiveres und Oberflächlicheres.

    Im Übrigen ist das Ruhrgebiet insgesamt groß und unterschiedlich genug, dass jeder eine Gegend finden kann die zu ihm passt. Es sei denn er will direkt am Meer und/oder in einer Metropole leben.

    Mehr Wasser würde mir persönlich allerdings gut gefallen.

  • #64
    Helmut Junge

    @ kikbde (61),
    was den Dellplatz betrifft, gebe, ich Dir ja recht, aber für mich gibt es eben schon eine Vorstellung von einer „geistigen Wüste“.
    Für den folgenden Satz krieg ich sicher Prügel, aber ich sag ihn trotzdem.
    Diese geistige Wüste beginnt schon dort, wo mehr als 70% der Einwohner WDR4-Musik hören wollen. Das ist jetzt mal wirklich bashing, aber gegen die Mehrheit.
    Außerdem habe ich gestern dem @Perik Hillenbach zu dem Artikel „Gute Nachbarschaft“
    noch eine Antwort gegeben, die vielleicht auch zu diesem Thema paßt.
    Ich zitier mich mal selber:
    „ich denke manchmal, aber hoffentlich nicht oft, tatsächlich Dünkelhaft!
    Das scheint zu den schlechten Eigenschaften meines Persönlichkeitsprofils zu gehören. ………
    Zu meiner eigenen Rechtfertigung habe ich dann aber eine Theorie entwickelt,
    nach der ich deswegen kein schlechtes Gewissen haben muß:
    Ich glaube jetzt, daß die Sprache nur erfunden wurde, weil das Leben in der Gruppe für frühe Menschen nur erträglich war, wenn man über andere Gruppenmitglieder tratschen konnte. Das half Frust abzubauen. Und Tratsch ohne Dünkelhaftigkeit geht gar nicht.“
    Und jetzt lege ich mich noch mit dem Rest der Welt an, indem ich behaupte, daß die Bloggerei eine moderne Form von Tratsch ist.
    Stefan, und Ihr alle, ich hab schon die Arme schützend über den Kopf gehoben.

  • #65
    Arnold Voss

    @ Dirk # 54

    Die Wiederkehr der klassischen Urbanität ist offensichtlich. Sie ist anscheinend nicht tot zu kriegen und gerade die, die sie vor Jahren noch für überholt hielten, feiern sie enthusiastisch. Dabei ist die Zwischenstadt der unbestrittene weltweite Sieger.Das Ruhrgebiet ist aber weder das eine noch das andere. Das ist das wirklich Interessante an dieser Stadtlandschaft.

  • #66
    Dortmunder

    Komm gerade aus dem Stadion, finde das Herten und Oer-Erkenschwick Bashing auch nicht besonders toll.

    Immerhin unterhält mich eine 99.000 Einwohner Stadt besser als Dreszig oder Leipden.

  • #67
    Sinnloses Bashing

    Konstruktive (!) Kritik: Ja, bitte.

    Städte-Bashing in einem Ruhrgebiets-Blog: Nein, danke.

    ***

    Ich bin insofern ganz bei Kikbe und der Duisburgerin.

    ***

    Den „ödesten Ort des Reviers“ zu küren, ist Polemik pur. Zumal so ein Beitrag uns Ruhries mal wieder weiter auseinanderbringt. Eigentlich sollten wir uns auf gemeinsame Stärken konzentrieren anstatt die Schwächen des Anderen zu suchen. Ich wiederhole deswegen: Polemik pur. Und nichts, was ich persönlich von „Journalisten, die das Ruhrgebiet bloggen“ (oder so ähnlich) erwarte.

    ***

    Interessieren würde mich, was Frau Müller denn wirklich von dem hier in der Tat stattfindenden Duisburg-Bashing denkt. Schließlich wollten Sie doch, wenn ich mich recht erinnere, OB dieser Stadt werden? Da kann Ihnen das Image Duisburgs ja nicht ganz egal sein? Aber leichter ist es sicher, nach dem Motto „Wenn’s Ihnen nicht gefällt, dann lesen Sie doch weg!“ zu verfahren…

  • #68
    Michael Kolb

    Ist es polemisch, Orte, an denen man noch nicht einmal tot über dem sprichwörtlichen Zaun hängen möchte, auch als solche zu bezeichen? Natürlich ist es das. Ist es deshalb für einen blog wie diesen falsch oder nicht angemessen, es zu tun? Ebenso natürlich ist es das nicht. Ich hab‘ den größten Teil meines Lebens in Dortmund verbracht, ich „liebe“ diese Stadt, würde sie als Heimat bezeichnen und trotzdem gibt es hier Ecken und Ortsteile, da würde ich bei der Durchfahrt mit dem Leichenwagen von innen an den Deckel kloppen, damit der Fahrer schneller fährt, weil ich keine Lust hätte, auf dem Weg zu meiner Bestattung an Langeweile zu sterben. Brechten würde mir da z.B. einfallen, oder Menglinghausen, Eichlinghofen. Alles Ortsteile, Dörfer, bei denen man sich fragt, warum die Einwohner sich das Nummernschild einer Großstadt an ihren Bulldog schrauben dürfen. „Leben“ kann man in solchen Stadtteilen sicherlich, jedenfalls dann, wenn das Auto funktionsfähig ist und der Postbote zuverlässig die Zeitungs- und Zeitschriftenabbos in den Briefkasten stopft.

    So, nun ist also Gleichberechtigung eingekehrt, nicht nur Duisburg wird „gebashed“ (btw. gruseliges Wort, welches für mich schon fast den Rang eines Gesetzes im Godwinschen Sinne hat), nun hat auch Dortmung seit Fett bekommen, und es waren nicht die üblichen Verdächtigen, wie die Nordstadt z.B., neeee, diesmal traf es sogar den südlichen Speckgürtel (und das nördliche Randgebiet… keine Ahnung, warum man dort leben will).

  • #69
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Sinnloses Bashing: Es ist kein „Bashing“. Wenn ich in den vergangenen Monaten in anderen Städten war das Gefühl gehabt: Da passiert mehr. Der Abstand wird größer, nicht kleiner. Nehmen wir mal Gladbeck: In den 80er gab es dort mit dem Stage und später mit dem Move zwei ganz okaye Clubs. Nix besonderes, aber man konnte hingehen. Es gab drei ganz gute Kneipen, drei Kinos. Ein paar Buchhandlungen. Es gab Plattenläden. Was sie nicht hatten wurde bestellt – und in Bottrop und Gelsenkirchen gab es Importläden: Plop-Record Shop zum Beispiel. Von alledem ist kaum etwas übrig geblieben – und was noch schlimmer ist: Es ist nicht durch Neues ersetzt worden. Es gibt in diesen Orten nur einen Niedergang. Und der zeichnet sich mittlerweile auch in den großen Städten ab – zumindest teilweise. Will ma etwas verändern braucht es dafür eine ehrliche Bestandsaufnahme.
    @Michael: Brechten ist ok wenn man billig bauen will und Familie hat. Das sind Wohnvororte. Bitter ist Scharnhorst. Als Kind war ich oft da, weil wir Verwandte hatten (Unvergessen: Onkel Alwiss). Als ich in den 90ern da war, fand ich es schon heftig – und es soll schlimmer geworden sein.

  • #70
    hans jungerius

    Von üblichen Blickwinkel aus seht das Ruhrgebiet vielleicht langweilig aus. Aber…..als Holländer habe ich mir seit ein Jahr in Oberhausen (!) niedergelassen weil ich das Ruhrgebiet einfach spannend finde. Was es war ist klar, aber was draus werden soll noch nicht. Also gibt es eine Menge möglichkeiten für derjenige der sich Raum und Ideen suchen. Un darum bin ich hier!

  • #71
    Michael Kolb

    @ Stefan:

    Ne, Brechten ist nicht OK, auch wenn man billig bauen will, wobei „billig bauen“ eh ein Thema für sich ist, ich habe nu keine Lust den link zu suchen, aber die „Familie Semmeling“ sollte Warnung genug sein. Vermalledeiter Wunsch nach den eigenen vier Wänden, am besten noch mit Grund und Boden, um einmal herumlaufen zu können… ich sach nur „alter Eistreff“, da mangelt es sogar an der Möglichkeit, um die Hütte herumzulaufen, wahrscheinlich haben die alle deshalb ein Schuppen im „Garten“… Das einzig gute an Brechten ist die Nähe zu Waltrop und damit zu Manufactum, aber selbst dort kann man seit Jahr und Tag per mail-order bestellen. Womit wir auch beim Niedergang der Buch- und Plattenläden wären. In Zeiten des Internet (…) meine nachfolgende Tirade kann jeder selbst gerne einfügen.

    Ach so, fast vergessen… Scharnhorst… das hätte ich fast vergessen, ich hatte bewusst Orte ausgelassen, von den allgemein bekannt ist, daß es nicht sonderlich spaßig ist, dort zu wohnen. Wobei man auch dort fein zu trennen hat, denn es gibt „Alt-Scharnhorst“ und es gibt „Scharnhorst“. Im ersteren wohnen und leben die Eingesessenen gerne… in letzterem… nun ja, die Geschichte ist bekannt.

  • #72
    Arnold Voss

    Leute, in keiner Stadt der Welt brummt überall der Bär. Nicht mal hier in New York. Hier gilt Queens und Staten Island und der größte Teil der Bronx als öde. Selbst in Manhattan gibt es Neighbourhoods die als langweilig gelten.

    Kommt, wie Hans Jungerius (#70) richtig geschrieben hat, ganz auf den Blickwinkel an. Die Frage ist doch, was meine Bedürfnisse an eine Stadt sind, und die sind in den verschiedenen Lebensmilieus und – zeiten zunehmend unterschiedlich.

    Kommt auch obendrein drauf an, wie mobil ich bin. Die einen wollen unbedingt mitten in der Musik leben, die andere wollen nur ab und zu dahin wo die Post abgeht, und ansonsten ihre Ruhe haben. In der Stadt, und nicht irgendwo auf dem Dorf.

    In der Zukunft werden die Städte und Agglomeration am attraktivsten sein, die sehr unterschiedlichen Milieus und ihren Bedürfnissen gleichzeitig Raum geben und von ihrem Verkehrsmöglichkeiten so gestaltet sind, dass alle alles bequem, schnell und ökologisch erreichen können.

    Ansonsten ändern sich Städte über die Zeit. Mal schneller und mal langsamer. Aus öden Ort können sehr wohl wieder quirlige werden und umgekehrt. Auch im Ruhrgebiet.

  • #73
    Michael Kolb

    Schöner als Arnold hätte ich das kaum sagen können, er bringt es, wie so oft, wie so immer, auf den Punkt.

  • #74
    Dortmunder

    @ Laurin und Kolb:
    Euer filosofieren über Dortmunder Stadtteile zeigt, dass Ihr nicht in Doooortmuand wohnt.

    Nicht Scharnhorst ist ein Problem. Klar, Hochhäuser aus den späten 60er und frühen 70er, aber immerhin Wohnungsbaugesellschaften, die sich drum kümmern. Kaum Leerstände, relativ funktionierende Nachbarschaften.

    Schlimmer, viel schlimmer ist es in Westerfilde, in Lanstrop, in Wickede. Die Heuschrecken-Siedlungen halt. Null Sanierung, Leerstandsquote teilweise über 20%. Da gehören ganze Straßenzüge eigentlich abgerissen. Siehe Bruckhausen.

    Aber eins muss ich dem Herrn Kolb lassen: Vororte wie Menglinghausen oder Eichlinghofen……NeNeNe, dat is albern. Da will man nicht wohnen. Die meinen ja, sie würden im „reichen“ Süden wohnen. Die sagen ja auch, wenn sie in die City wollen: „Wir fahren jetzt mal nach Dortmund“.

  • #75
    Dirk E. Haas

    „Kommt drauf an“ ist demnach die richtige Antwort auf die Frage, wo das Ruhrgebiet am langweiligsten ist. (-:

    Arnold (#72), Hans (#70): Wenn es die Schule der Zuversicht nicht schon in Hamburg gäbe, wir müssten sie hier gründen, irgendwo zwischen Bruckhausen und Killwinkel.
    http://www.intro.de/platten/kritiken/23058293/school-of-zuversicht-randnotizen-from-idiottown

  • #76
    Silke

    @Michael Kolb

    Also für mich ist Brechten der einzige Ort in Dortmund,der für mich noch lebenswert ist;allerdings wird hier leider ebenfalls alles zugebaut,was auch nur im Entferntesten grün aussieht.Wenn ich etwas erleben will kann ich jederzeit in die Bahn steigen,allerdings geschieht dies höchst selten,da ich froh bin,wenn ich so wenig Menschen wie möglich sehe.Zudem verfüge ich über die anscheinend seltene Gabe mich auch ohne Geld auszugeben amüsieren zu können!!!!

  • #77
    Mike S.

    Waltrop.
    Das langweiligste Spießerkaff im ganzen Ruhrgebiet. Das einzig erwähnenswerte ist die Pommesbude in der Stadtmitte. Sonst gibt es da nichts. Gar nichts. Es sei denn man will für 250 Euro einen Regenschirm aus „der guten alten Zeit“ kaufen. Diesen, und ähnlichen Fimmel, gibt es bei Manufactum. Wenn man dann kein Auto hat und aus dem Ort weg will, kann man den sog. „Schnellbus“ nehmen, der alle 40 Meter hält. Dann landet man in Mengede. Das ist zwar jetzt auch nicht das Schönste auf der Welt, aber schonmal eine minimale Verbesserung zu Waltrop. Immerhin gibt es dort einen Bahnhof!

    Wer in Waltrop mal was erleben will, sollte mal im Bereich Hafenstraße auf den Parkplätzen parken. Die sind zwar fast alle vermietet, aber das wird nicht beschildert. Tüte Popcorn dazu, Camcorder bereithalten. Großes Kino!

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