28

The good ol? SPD

Das ganze Internet ist voller mehr oder weniger empörter mehr oder weniger junger Menschen, die wegen der Netzsperren von der SPD enttäuscht sind. Warum eigentlich?

Wer ist eigentlich Schuld daran, dass die SPD im Internet im Augenblick so beliebt, ist wie einer dieser ganz ekeligen Hautausschläge, die man so schwer wegbekommt? Dieter Wiefelspütz? Franz Müntefering? Frank Walter Steinmeier? Nein, sie alle haben auch in den vergangenen Wochen relativ unspektakulär das ganze sozialdemokratische Elend verwaltet. Haben sich tapfer nach der Europawahl vor die Kameras gestellt oder in irgendwelchen Berliner Kongresscentern die beste Rede ihres Lebens gehalten. Nein, Schuld an dem Donnerwetter, das sich gerade über die SPD entlädt, ist Oliver Zeisberger. Oliver Zeisberger ist der Chef der Online-Werbeagentur Barracuda, die für die…

Das ganze Internet ist voller mehr oder weniger empörter mehr oder weniger junger Menschen, die wegen der Netzsperren von der SPD enttäuscht sind. Warum eigentlich?

Wer ist eigentlich Schuld daran, dass die SPD im Internet im Augenblick so beliebt, ist wie einer dieser ganz ekeligen Hautausschläge, die man so schwer wegbekommt? Dieter Wiefelspütz? Franz Müntefering? Frank Walter Steinmeier? Nein, sie alle haben auch in den vergangenen Wochen relativ unspektakulär das ganze sozialdemokratische Elend verwaltet. Haben sich tapfer nach der Europawahl vor die Kameras gestellt oder in irgendwelchen Berliner Kongresscentern die beste Rede ihres Lebens gehalten. Nein, Schuld an dem Donnerwetter, das sich gerade über die SPD entlädt, ist Oliver Zeisberger. Oliver Zeisberger ist der Chef der Online-Werbeagentur Barracuda, die für die SPD arbeitet, und er versteht seinen Job: Dass Thorsten Schäfer Gümbel mit seiner Twitterei für mehr Schlagzeilen sorgte als Ypsilanti mit ihrem gescheiterten Versuch ein Wahlversprechen zu halten, hat die SPD Zeisberger zu verdanken. Dass der öde Frank Walter Steinmeier eine Webseite hat, die attraktiver ist als die Internetpräsenz von Catherine Zeta-Jones ist Zeisbergers Verdienst und dass jeder Vorortjungsozialist zeitweise twitterte, als ob es um die Zukunft der Partei ginge, geht auch auf seine Kappe. Und das Schlimmste ist: Zeisberger machte seinen Job so gut, hatte so tolle Ideen und konnte die SPD-Mitglieder so motivieren, dass eine Menge Leute sich dachten: Hey, die Jungs und Mädels in der SPD sind ja eigentlich ganz cool drauf. Die sind ja so wie wir. Und das sollten auch viele denken. Prima.

Nein, nicht prima. Die SPD ist keine Partei voller lockerer, netter Kumpelinen sondern die Partei des öffentlichen Dienstes. Sie ist so sexy wie der Typ auf dem Finanzamt, der Deinen Antrag auf Stundung der Umsatzsteuervorauszahlung ablehnt und hat das Internet so gut verstanden wie die meisten von uns die Funktionsweise eines Quantencomputers. Sozialdemokraten sind ernste Leute, die sich mit Dingen beschäftigen, die man festlegen und regulieren kann. Und sie lieben es, Dinge zu regulieren und festzulegen. Dabei kommen ab und an gute Sachen heraus wie das Verbot der Kinderarbeit, aber oft auch Unfug wie die Netzsperren.

Und sie glauben an den Staat. Er bestimmt ihr Denken und ihr Fühlen. Und die SPD hat schon immer Idealisten enttäuscht, die glaubten, sie würde auf ihrer Seite stehen. Das war bei den Kriegskrediten so, als Nazis und Rechte 1932  in Preußen putschten und die SPD nicht zum militanten Widerstand aufrief, dass war beim Nato-Doppelbeschluss so und bei Hartz IV. Nicht alle Entscheidungen die die SPD getroffen hat waren falsch: Hartz IV und der Doppelbeschluss waren richtig. Aber die SPD ist keine idealistische Partei, sondern eine Partei, die gerne idealistisch wäre, aber pragmatisch ist. Und sehr konsvervativ.

Und weil Internetseiten, die zu solchen Leuten passen würden, Scheiße aussehen würden, hat sich Zeisberger gedacht, er macht Internetseiten, die zu Leuten passen, die modern  sind. Die kommunizieren wollen. Die auf Argumente hören und an etwas glauben. Solche Seiten sehen gut aus. Solche Leute sagen Sachen mit Gewicht, und sie meinen sie ernst. Und nun merken alle: Die SPD ist gar nicht so wie Zeisberger sie präsentiert hat. Eigentlich hätte er der SPD graue Seiten machen müssen. OK, das wäre nicht so gut angekommen, aber es wäre ehrlicher gewesen. Und niemand wäre enttäuscht gewesen, wenn er gemerkt hätte, dass die SPD das ist, was sie eigentlich fast immer war: Eine langweilige Partei mit langweiligen Leuten, deren letzte Idee die Neuausrichtung der Ostpolitik war. Und das ist jetzt schon 40 Jahre her…


RuhrBarone-Logo

28 Kommentare zu “The good ol? SPD

  • #1
    Oliver Zeisberger

    Ich bin also Schuld. Man braucht ja bei sowas immer einen Schuldigen. Wie sähe es denn bei der Suche nach den Verantwortlichen aus, Herr Laurin?

    Nett übrigens, Sie über diesen Artikel mal kennengelernt zu haben.

  • #2
    Andreas

    Was, die Schuld jemanden zu geben, der sich mit web2.0 auskennt?! Ist hoffentlich nicht euer ernst. Interessanter Ansatz, aber doch irgendwo an der Sache vorbei.
    Zum Beispiel fehlt, dass sich Zeisberger gegen #zensursula einsetzt(e)

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Andreas @Zeisberger: Ach Gott, nehmen Sie doch beide die Schuld mal nicht so wörtlich. Die onlien Aktivitäten der SPD sind gut, aber sie passen nicht zur biederen SPD. Die müsste so werden wie Barracuda sie darstellt – dann wäre es eine wählbare Partei. Barracuda ist intellektuell offenbar weiter als der Kunde. Bei einer Partei ein Armutszeugnis für die Politik.
    Aber: Es gab bei der SPD immer eine große Diskrepanz zwischen dem postulierten Image und der Wirklichkeit. Von daher habe ich mich wirklich über den Unmut im Netz gewundert: ich habe von der SPD nichts anderes als die Zustimmung zu diesem Gesetz erwartet und das ja auch hier geschrieben.

  • #4
    Dennis

    Mensch Herr Zeisberger, dat is doch Satire. Dat kann der Stefan ja gar nicht ernst meinen. Jedenfalls dürfen Sie nun wach sein 🙂

  • #5
    Maximilian Schmidt

    Welch‘ grober Unfug. Die vielen Vorortjungsozialisten sind jener Teil der „Krisenkindergeneration“, der sich wenigstens noch engagiert. Und ihnen pauschal den Idealismus abzusprechen ist nicht nur reichlich frech, sondern zeigt auch, dass der Verfasser null Ahnung vom Innenleben der SPD hat, sich selbst noch nie auf den Weg zu den jungen Leuten in der SPD gemacht hat.

  • #6
    Fips

    Vielleicht bin ich ja doch ironieresistenter als ich selbst dachte – aber dieser Artikel kann ja nun wirklich nicht ernst gemeint sein, oder?

    Diese Art eines modernen „Web 2.0 Scheiterhaufens“ (@tomaschek) ist wirklich ein derartiger Absturz an Niveau wie er in Teilen nur einen Blog-Eintrag später auf der eigenen Seite in Printmedien angeprangert wird (siehe „Der Niedergang der WAZ schreitet weiter voran“ http://www.ruhrbarone.de/die-waz-und-die-evangelikalen/). Es ist unglaublich, dass man eine einzelne Person so diskreditiert.

    Und ich kann mir irgendwie schon vorstellen, wer als erstes öffentlich über die Seiten der SPD lacht, weil sie in grau gehalten sind und – zitat – „Scheiße“ aussehen.

    Dass die SPD jedoch aus solchen und solchen Leuten besteht, scheint für die Ruhrbarone irgendwie nicht nachvollziehbar. Für sie ist es wie es auch viele nicht unbedingt durch ihre reflektierte Art auffallende Leute sehen: Wenn ich in eine Partei eintrete, gebe ich am Eingang meine Jacke, Persönlichkeit und Meinung ab und bin nur noch in einem großen Strom. Klar. *Alle* in der SPD sind graue Finanzbeamte. Alle sind langweilig. Und vorallem haben sie alle gemeinsam das Internet nicht verstanden – selbstredend inklusive Oliver Zeisbergers, schließlich ist er auch SPD-Mitglied.

    Aber gut. Vielleicht ist es ja einfach zu verlockend, es sich so einfach zu machen. Und was gibt es nicht tolleres, als eine Person alleine für alles verantwortlich zu machen. Dann kann es nach dem Verbrennen der Hexen doch nur besser werden, oder?

  • #7
    Till

    Zentral finde ich diesen Satz „Die kommunizieren wollen. Die auf Argumente hören und an etwas glauben.“ – weil es stimmt, dass gute Web2.0-Sites genau das suggerieren. Und genau deswegen in Verbindung mit konventionellen Parteien definitiv dazu geeignet sind, Enttäuschungen zu produzieren. Wenn die SPD (und andere) also die schönen interaktiven Seiten behalten wollen, muss sich auch an den Parteien selbst etwas ändern.

  • #8
    Muriel

    Genial; danke für diesen Beitrag!
    Ich habe bei dem beliebten „Wer hat uns verraten?“-Gerede schon lange gedacht, dass Verrat ja erst einmal ein bestehendes Vertrauen voraussetzt, und dass wir uns über genau diesen Punkt dringend mal unterhalten sollten.

  • #9
    _Flin_

    @Fips: Ich verstehe nicht, wie man sich so darüber aufregen kann, wenn hier gesagt wird, dass der Internetauftritt der SPD gut und modern ist.
    Dass das ganze nicht so recht mit der Verhaltensweise der Partei übereinstimmt, die in den letzten Jahren bei jeder Einschränkung der digitalen Bürgerrechte fröhlich mitgemacht hat (nicht ohne dabei zu jammern, dass man ja eigentlich gar nichts auf dem Altar der Inneren Sicherheit opfern wolle, aber man nicht drumrum käme), ist mit Sicherheit nicht Herrn Zeisbergers Schuld. Mehr steht in diesem Artikel nicht drin.

    Schuld am 2.0 Scheiterhaufen ist die SPD schon ganz alleine. Gesprächsbereitschaft geschickt antäuschen, Initiativanträge und damit verbundene Wortmeldungen geschickt unter den Tisch fallen lassen, „Löschen STATT Sperren“ behaupten, „Löschen VOR Sperren“ durchsetzen.

    Was genau hat die SPD durch ihre Handlungsweise gewonnen? Nichts. Sie hat eine vermeintliche Kampagne der Bild verhindert. Anstatt dass sie sich hinstellt und sagt: „Frau von der Leyen möchte Kinderpornos im Netz lassen. Wir wollen sie löschen.“ Und Zensursula den schwarzen Peter zuschieben. Aber nein. Lieber winseln, sich zusammenrollen, und Prügel einstecken. Wenn man sowieso Prügel einsteckt, dann lieber von der Netzgemeinde als von der Bild.

    Sich lieber heute um die Wähler und Industrien von gestern kümmern. BILD statt Netz, Auto statt Öko, Karstadt statt Amazon. Und drauf hoffen, dass den Anderen die Wähler eher wegsterben als einem selbst.

  • #10
    Ketzer

    Eine Partei und ihre Mitglieder muss sich an dem messen lassen was sie nach außen behauptet und noch viel mehr daran was sie tut. Innerparteiliche Diskussion sind gut, sie zu ignorieren, weil sie medial unerwünscht sein könnte, ist ganz ganz ganz *ganz* schlecht. Insofern tut’s mir leid für jedes SPD-Mitglied, das noch an freiheitliche Ideale und Bürgerrechte glaubt – ihr wurdet und werdet von eurer Führung verraten und an die schwarze Pest verkauft. Aufwachen, bevor es keinen Weg zurück mehr gibt.

  • #11
    Michael Gelb

    Also ich finde den Artikel hervorragend geschrieben. Und das liegt nicht daran, dass ich politisch aus einer anderen Richtung komme.

    So geht Satire und von solchen Artikeln lebt die Online-Welt. Das ist auch nichts anderes als eine Glosse oder ein Kommentar in der Lokalzeitung nur mit größerer Reichweite.

    An der Stelle von Herrn Zeisberger wäre ich froh darüber. Bessere Werbung für seine Arbeit kann man sich fast nicht vorstellen. Und hinsichtlich der Aussagen zur SPD und den Personen in derselben habe ich von außen betrachtet ein ähnliches Bild. Und das liegt nicht an meiner „Parteibrille“. Falls SPD-Mitglieder oder nahestehende Personen das anders sehen, dann bin ich eher beruhigt angesichts des desolaten Bildes welches die SPD derzeit abgibt. Vielleicht ist es doch nicht ganz so schlimm wie es aussieht.

  • #12
    Christoph Wagner

    Also ich bin von den Kommentaren hier ein wenig verwirrt.
    Für mich liest sich das eher wie ein riesiges Lob an Herrn Zeisberger der seine Arbeit super gemacht hat, und dem die „Schuld“ zu geschoben wird weil die Realität nicht so gut aussieht wie die PR.

    Abgesehen davon: Ich habe die SPD nicht nach neuartigem Wahlkampf beurteilt sondern danach was ich allgemein von ihr gedacht habe. Und das war nicht nahezu absolute Beratungsresistenz und die Zustimmung zu einer Zensurinfrastruktur und die damit einhergehende Förderung von Kinderpornographie im Netz.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Maximilian Schmidt: Ich kenne ein paar „junge Leute“ in der SPD und einige von ihnen schätze ich sogar sehr (Jens vom Pottblog zum Beispiel). Was mir bei vielen negativ aufgefallen ist, ist die Bereitschaft sich unanbhängig von der Verwirklichung eigener politischer Ziele als Klakeure einspannen zu lassen – und das bei jedem der vielen wechselnden Kandidaten. Alle sind sie toll, werden es bringen und wenn der nächste wieder da ist geht es so weiter. Und was mich bei einige auch stört ist, dass sie politisch deutlich konservativer als Schröder, Müntefering und die Stones sind, die mit der Agenda 2010 einen anspruchsvollen Paradigmenwechsel begonnen haben – statt versorgen fördern und drängen. Anstatt solche Konzepte kritisch zu begleiten und weiter zu entwickeln kommen mir die meisten Jusos vor wie Leute, die gerne „Zurück zu Willy Brancht“ möchten. Eine triste Vorstellung.

  • #14
    Mit-Leser

    Netter Artikel. Könnte man auch zu einem MAD-Artikel umbauen:

    „So müssten die Webseiten von Parteien wirklich aussehen“

    Frage mich gerade, wie zum Beispiel die Webpräsenz von den seltsamen Bauernjungs aus der CDU gestaltet werden müsste – oder die von den geschniegelten Bankkaufmännchen der FDP. 😉

  • #15
    angie

    Die Frage ist doch bei allem, wie glaubwürdig bin ich bzw. meine Politik, oder?
    Oder um es mit Hagen Rether zu sagen, die facebook seite von Münte ist derart unauthentisch, „dass tut mir körperlich weh.“ Die Strategen Sozen kapieren anscheinend nicht, dass der Wahlkampftbaukasten nicht zwingend alles enthalten muss, frei nach der Parole: yes, we can. Der Obama hat es ja auch gemacht. Mir ist lieber Münte&Co telefonieren -eigenhändig- über ihren Festnetzanschluss, als mir diesen Agenturmist anzubieten, nur damit die community zufrieden ist. Leider habe die Alphamännchen in der Partei zur Zeit den „Draht“ zu der Basis, äh den Menschen verloren, siehe Zensurursula. Glückauf!

  • #16
  • #17
  • #18
    MBorchardt

    Dass die SPD Idealisten enttäuscht liegt nicht an der Partei, sondern an einem Konzept namens Realität, in dessen Genuss leider nur Parteien kommen, die gelegentlich mal in Amt und Würden kommen… dass sie sich in letzter Zeit herzlich daneben benommen haben ist davon unbenommen.
    Ich habs mal kommentiert: http://meinungsproklamation.wordpress.com/2009/06/17/spd-bashing-is-so-2008/

  • #19
    Jens

    Diesem Beitrag fehlt eindeutig die Kennzeichnung als Glosse. Und für eine solche ist der Artikel gut.

  • #20
    Fips

    @_Flin_:

    Danke für Deinen Beitrag. Deine Positionen teile ich fast alle und würde sie sofort unterschreiben. Nur: Ich bin selbst auch SPD-Mitglied.

    Es ging mir einfach darum, dass nicht – wie hier geschehen (oder *mindestens* von mir so interpretiert) – eine Person als Sündenbock für die verzockte Glaubwürdigkeit der SPD hingestellt wird. Und darum, dass es in der SPD auch viele gibt, die eben nicht für Sperren nach Löschen sind sondern – wie die Internetgemeinde auch – für Löschen STATT Sperren. Siehe dazu auch http://is.gd/14yPT

  • #21
    Elmar

    @ Zeisberger: Nett sie zuvor schonmal kennen gelernt zu haben:

    http://www.fixmbr.de/thorsten-schfer-gmbel-die-spd-und-das-mit-der-glaubwrdigkeit/

    @ Laurin:

    „Nicht alle Entscheidungen die die SPD getroffen hat waren falsch: Hartz IV und der Doppelbeschluss waren richtig.“

    Satire? Meinung? Glosse?

    Und dann ein Statement zu den Kommentaren:
    „einige von ihnen schätze ich sogar sehr (Jens vom Pottblog zum Beispiel). Was mir bei vielen negativ aufgefallen ist, ist die Bereitschaft sich unanbhängig von der Verwirklichung eigener politischer Ziele als Klakeure einspannen zu lassen – und das bei jedem der vielen wechselnden Kandidaten.“

    Claqueur ist vielleicht ein wenig zu hart, oder? Obwohl: Er hat nachfolgend nicht protestiert…

  • #22
    Manfred Michael Schwirske

    Gerade, nach den ersten zwanzig Zeilen, dachte ich noch: Stefan Laurin blickt durch. Stimmt aber nicht. Ein Satz hebt alles wieder auf:

    … mit der Agenda 2010 einen anspruchsvollen Paradigmenwechsel begonnen haben – statt versorgen fördern und drängen.

    Schau an, da zeigt sich Laurin ebenso anspruchslos und konventionell wie die Genossen. Ein grauer Ruhrbaron, der andere gerne „drängt“ (den selbst Versorger spar ich ihm. Eile macht Fehler).

  • #23
    Jens

    @Elmar (21):
    Ich habe mich davon nicht wirklich angesprochen gefühlt und mich daher entschieden im Wartesaal von International Airport Nikos Kazantzakis nicht noch expliziter das zu erwähnen, da dort die GPRS-Verbindung brüchig war.

  • #24
    Che Koschinski

    Die kompletten Internetaktivitäten der SPD auf die Arbeit von Oliver Zeisberger zu reduzieren, erhöht diese unverhältnismäßig. Auch wenn Oliver Zeisberger ein geschätztes SPD Mitglied ist, daneben gibt es aber auch noch reichlich weitere Aktivitäten, auch ehrenamtlich, unbezahlt. (z.B. die WEB-SOZIS)
    Nicht nur mit dieser Verkürzung seiner Sicht Weite hat sich der Autor von den ruhrbaronen nicht gerade als Kenner der Materie erwiesen.

  • #25
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Che Koschinski: Haben Sie den Text nicht verstanden oder wollen Sie ihn nicht verstehen?

  • #26
    Che Koschinski

    an Stefan Laurin: Ach wie putzig, einer von den „Allesversteher“, der sich Sorgen macht, ob er verstanden worden ist. Der Charakter einer Glosse, wie qualifiziert auch sie sein mag, liegt doch eben in der Chance unterschiedlich interpretiert zu werden oder liegt jetzt auch hierüber die Deutungshoheit bei den Ruhrbaronen. Damit wäret ihr auf jeden Fall in guter Gesellschaft mit dem anderen adligen, dem aus Bayern, dem Lothar-Mathäus-Douple.

  • #27
    Mephistopheles

    Hi @ll

    wir sollten die Debatten nicht mischen. Es gibt auf der einen Seite eine SPD, die richtig von Stefan charakterisiert wurde. Die SPD ist einfach eine wahnsinnig langweilige Partei und ich habe auch TSG seine „I-am-Obama“-Kampagne nie richtig abgenommen. Die SPD wird durch den Netzsperrenbeschluss sich selbst marginalisieren, weil sie eben eine unglaublich biedere Politik mit blamabler Sachunkenntnis zu kombinieren versteht (siehe auch Softwarepatente). Die SPD ist einfach keine Fortschrittspartei mehr, weil alle Parteien sozialdemokratisch sind. Plan erfüllt, möchte man rufen, ihr könnt jetzt abtreten.

    Hinsichtlich der zweiten Debatte zu Hartz IV möchte ich mich nicht mehr so ausführlich auslassen. Ich finde es blödsinnig, diesen Beschluss der SPD für richtig zu halten, weil Hartz IV auf dem (maßgeblich sozialdemokratisch indizierten) Fehldenken beruht, dass Vollbeschäftigung möglich wäre. Aber wir sollten besser beim ersten Thema bleiben, zu diesem hier ist schon viel geschrieben worden in anderen Blogs.
    Ich finde auf jeden Fall o.g. theoretischen Ansatz sehr spannend…

  • Pingback: NRW-Wahlkampf (2): Die SPD mit echt fetten Aussagen | endoplast.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *