68er Streit: Lasst uns mit dem bashen bitte noch zwei Jahre warten

In der linken Szene der 70er Jahre ging es so fröhlich zu wie in einem chinesischen Umerziehungslager. Letzteres hat sich in vielen Politikerköpfen indes als Ideal durchgesetzt. Foto: Sf67 Lizenz: CC BY 3.0


Alexander Dobrindt, Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag hat mit seinem Angriff gegen die 68er in der Welt daneben gelegen. Wie auch Dobrindt sollten wir alle noch zwei Jahre mit dem bashen warten: Nicht die 68er, sondern ihre Nachfolger aus den 70er Jahren sind das Problem.

Alle zehn Jahre werden die 68er gebasht. Ich mochte das noch nie. 68 ist natürlich kein unproblematischer Begriff: Er drückt eine zu diesem Zeitpunkt über zehn Jahre dauernde Phase der Ausweitung von Freiräumen vor allem von Jugendlichen einen akademischen Stempel auf und ignoriert zum Beispiel  die großen Leistungen der vor allem aus dem Arbeitermilieu stammenden Halbstarken bei dieser Entwicklung. Natürlich gab es auch unter den 68ern grauenhafte Gestalten, übelste Hetzer und Antisemiten wie Dieter Kunzelmann, Ulrike Meinhof oder der heutige Rechtsradikale Horst Mahler, aber es war auch eine Linke, die sich noch nicht den ganzen Tag eitel mit Fragen der eigenen Identität beschäftigte, die schaute, die eigenen Freiräume und die anderer zu erweitern und in Fabriken auf Arbeiter zuging – auch wenn sie von ihnen vor allem Abfuhren kassierten.

Als die sechziger Jahre zu Ende gingen, war das Leben vieler Menschen freier. Diese Freiräume waren über ein Jahrzehnt lang erkämpft worden, vor allem von Jugendlichen und vor allem gegen die Erwachsenen, die oft eine Nazi-Vergangenheit hatten. Sie hatten nicht nur Schwierigkeiten mit den linken Parolen der Studenten sondern mit den Folgen der Verwestlichung und der Individualisierung der Gesellschaft, für welche die Halbstarken und Teds der 50er Jahre stehen.

Alles bigotte, volkserzieherische, die unerträgliche Mischung aus Besserwisserei, Betroffenheitsgejammer und Angstmacherei, für das die Grünen und ihre Beiboote heute stehen, haben indes seit den 70er Jahren das Bild geprägt. War die Linke traditionell optimistisch, nicht aus Zufall wird in der Internationalen die Zukunft mit den Worten „Dann scheint die Sonn´ohn unterlass“ als warmer und heller Ort beschrieben, ist die seit den 70ern wachsende Ökologiebewegung von einem starken Pessimismus geprägt,  ja, ist Angst die Grundlage ihres politischen Geschäftsmodells. Hier ist sie den Rechten nahe und bricht mit linken Traditionen. Was der AfD der Flüchtling ist den Grünen Glyphosat – beide sind sie Grundlage für Hetze und die Verbreitung von Ängsten. In den 70er Jahren gingen Puritanismus und autoritäre linke Ideologien, wie sie die K -Gruppen bestimmten, ein unheilvolles Bündnis ein. Es besteht bis heute und prägt die Gesellschaft entscheidend mit. Ist das links? Nach meinen Verständnis ist das tief reaktionär, es ist grün, aber es nennt sich links. Da kann man schon mal durcheinander kommen.

Lasst uns also noch zwei Jahre warten, dann bashen wir die 70er: Karl der Käfer muss sterben, damit wir leben können!

PS:  Ja, Alexander Dobrindt hat eine „Konservative Revolution“ gefordert. Ich glaube nicht dass er weiß, was dieser Begriff bedeutet und er, in der Tradition von Armin Mohler die CSU zu einer rechtsradikalen Partei machen will. Ähnlich wie Dobrindt hat auch Sigmar Gabriel (SPD) in seinem Spiegel-Beitrag vor ein paar Wochen ein paar Mal daneben gelegen. Kommt vor.

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32 Kommentare

  1. #1 | Arnold Voss sagt am 6. Januar 2018 um 15:58 Uhr

    Dobrindt hat nicht nur daneben gelegen . Er weiss gar nicht wovon er überhaupt redet.

  2. #2 | Helmut Junge sagt am 6. Januar 2018 um 16:01 Uhr

    Es waren sowohl in den Sechzigern, als auch in den Siebzigern verwöhnte Kinder aus gutsituierten Elternhäusern, die aber ihren relativen Wohlstand nicht (nie!) überbewertet sehen wollten, sich sogar eine proletarische Herkunft erdichteten, die immer ganz vorne, wo es am Radikalsten zuging, mitmischten.
    Deine zeitliche Abgrenzung stimmt so nicht, Stefan.
    Später haben diese Leute dann bei den Grünen mitgemacht, und haben von der proletarischen Weltreligion, bei der die Macht aus den Gewehrläufen kommen sollte, abgewand und auf Pazifismus umgeschult.
    Danach erst sind sie wehleidig geworden, weil sie mit dem Aufkommen des Feminismus den weiblichen Anteil in sich entdeckt hatten.
    Alles schön der Reihe nach.

  3. #3 | Helmut Junge sagt am 6. Januar 2018 um 16:24 Uhr

    witziger Fehler. Ich korrigiere trotzdem, obwohl es auch hätte Absicht sein können :
    es sollte proletarische Weltrevolution und nicht Weltreligion heißen, von der sie sich abgewandt haben.

  4. #4 | Ines C. sagt am 6. Januar 2018 um 16:48 Uhr

    Dufter Kommentar
    Here's to you! ..wie Joan Baez gesagt hätte.

  5. #5 | ke sagt am 6. Januar 2018 um 17:52 Uhr

    Bei Dobrindt muss ich immer an das wichtigste Projekt der letzten Goko denken. Die PKW Maut.
    Das sagt eigentlich schon alles. Wer 4 Jahre so verschenkt und Prioritäten so falsch setzt, sollte eigentlich aus der Politik verschwinden.

    Insgesamt gab es wohl eher das Problem, dass in der Nachkriegszeit zuerst Probleme mit Erfindungen/Lösungen angegangen wurden. Danach entschloss man sich eher bei potenziellen Problemen etwas zu verbieten.
    So leben wir jetzt schon viele Jahre aus dem Bestand. Niemand symbolisiert dies schön wie die Kanzlerin.

  6. #6 | Axel-Rainer Schmitt sagt am 6. Januar 2018 um 18:15 Uhr

    "Die 60er Jahre waren ein großes Durcheinander, die 70er ein großes Nichts." So der bekannte Satz eines New Yorker Pop-Artisten. "68" steht für das Ende einer Befreiungsperiode und gleichzeitig für den Absturz der westlichen Gesellschaften in den puritanisch-negativistischen Geist der 70er Jahre, in dessen Griff sie sich bis heute befinden. "68" steht also nicht für bestimmte Personen, sondern für den Geist einer erlöschenden Aera. Dieselben Personen, die 68 noch das Verbot des Verbietens forderten, wurden in den 70er Jahren selbst zum Motor der – andauernden – Prohibition. Der Text benennt das Problem genau: 68 ist das falsche Feindbild. Die puritanische Plage brach in den 70er Jahren aus.

  7. #7 | Walter Stach sagt am 6. Januar 2018 um 18:44 Uhr

    Die 68er….
    Es spricht doch alles für die 68 er, daß sie nach nunmehr 3o Jahren immer noch zu den "größten Feinden" rechtskonservativer/rechtsradikaler Politiker zu zählen scheinen.

    Für mich hat die 68er Bewegung ihre politischen Bedeutung -und ihren gesellschaftspolitischen Wert (!)- vor allem darin, daß durch sie oder mit ihr die Gesellschaft in Gänze "durchgepustet, durchgelüftet, aufgeschreckt und aufgeweckt wurde", eine Gesellschaft, die in Zufriedenheit mit sich selbst "auf ewig" zu verharren schien, u.a. in dem bis dato geglücktem Verdrängen der NS-Vergangenheit, vor allem des Holocaust, aber eben auch im Bildungssektor, in der Kultur/in der Kunst.

    Ich warte darauf, daß sich Ähnliches alsbald in Deutschland, in Europa wiederholt.
    Ich sehe allerdings momentan keinerlei Anzeichen -in den Parteien, in gesellschaftlich relevanten Gruppen, Verbänden pp.-, die darauf hindeuten, daß es eine"2o18 er Bewegung" geben könnte, die Ähnliches bewirken würde wie die 68er.
    Im Gegenteil.
    Entweder beharrt man in hergebrachten Strukturen -inhaltlich, kulturell, personell, organisatorisch- u.a. gilt das für "meine " SPD , für CDU, Grüne und Linke- oder -, und das scheint insbesondere für CSU und AFD zu gelten, man will in die "Vor-68er Zeit" zurück -in eine in sich selbst ruhende, mit sich selbst zufriedene Gesellschaft, die alles auszublenden versucht, was sich nach der Realität einer "globalisieten/diigitalisierten/umweltzerstörischen Welt" nicht ausblenden läßt.

    Dass Christian Lindern einer sein würde, der fähig und willens wäre , radikal die hergebrachten politischen Strukturen aufzubrechen, habe ich `mal vermutet und mich offenkundig gewaltig geirrt.

    PS
    Um Mißverständnisse zu vermeiden:

    Wenn ich als "Linksliberaler" mit SPD-Parteibuch auf Lindner gesetzt habe, dann nicht wegen des FDP-Wahlprogrammes für die Bundestagswahl im Sept. 2o17, sondern deshalb, weil ich unabhängig von kleinteiligen Inhalten eines FDP-Wahlprogammres in ihm eine Persönlichkeit zu erkennen glaubte, der über seine Partei hinaus die politische Gesellschaft insgesamt aufrütteln und dazu bringen könnte, ihr Beharren in hergebrachten Strukturen, in herkömmlichen Inhalten in Frage zu stellen einschließlich ihrer seit "unverdenklichen Zeiten" im wesentlichen gleichen Zielsetzungen und dabei vor allem auch parteiübergreifend dazu beitragen würde, sich personell neu, jedenfalls anders als bisher aufzustellen, weg von den parteiübergreifend sich im wesentlichen seit Jahrzehnten gleichem Typus des "Berufspolitikers" mit Parteikarriere.

    (Insofern habe ich "auf"s falsche Pferd gesetzt.)

  8. #8 | Hopping Hipster sagt am 6. Januar 2018 um 22:26 Uhr

    Ziemlich polemischer Text mit viel Wahrheit. Gefällt mir.
    Nur wie erklärt das die aktuelle Empörsucht, das Opfergehabe und das aggressive Entitlement eines (sehr lauten) Teiles der 1980er Jahrgänge? Das sehe ich nämlich als konkret problematisch an, die späten Babyboomer gehen eh bald in Rente und dann den Weg alles Lebenden.

  9. #10 | thomas weigle sagt am 7. Januar 2018 um 12:11 Uhr

    Was die 68er angeht, so waren sie nur ein Teil einer Reformbewegung. Bei der Diskussionen über Reformen in den Endsechsigern und Anfangssiebzigern waren doch auch andere beteiligt. Man musste nicht Student sein, um die Notwendigkeit von Veränderungen zu sehen. Unbelastet von einer Nazivergangenheit wollten sich die Nachwuchskräfte in Behörden und anderswo nicht einem WEITER SO unterordnen. Machten Vorschläge, veränderten. Da sie aber nix mit WELTREVOLUTION oder Sozialismus am Hut hatten, waren sie "Reaktionäre."
    Die Gewerkschaften sind nicht zu vergessen, die Kampagne SAMSTAGS GEHÖRT PAPI UNS ist völlig ohne Studenten in den 50ern erfolgreich an den Start gegangen. Lohnfortzahlung für gewerbliche Arbeitnehmer im Krankheitsfall kam 70 oder 71 auch ohne Studenten in die Betriebe und ins Gesetzblatt.
    Wenn ich heute sehe, dass 68er auch noch den übelsten Dikatoren ihre Aufwartung machen, verwundert mich dass nicht, denn sie hatten schon damals eine Vorliebe für autoritäre Lösungen.
    Das kann man beispielhaft an Vietnam/Kambodscha betrachten. Mit dem Abzug der US-Army ging der Totentanz unvermindert weiter. Die neuen Herren veranstalteten eine Hexenjagd, die es in sich hatte. 200000 Hinrichtungen, Sklavenarbeit, UMERZIEHUNGSLAGER der ungesündesten Art. Bis zu 250000 Boatpeople starben auf See.Insgesamt suchten 2,6 Millionen Vietnamesen ihr Heil in der Flucht. Kambodscha noch schlimmer: Bis zu 3 Millionen Menschen starben in den KILLING FIELDS von 75 bis 78/79. Reaktion der 68er?????
    Da man diese Toten nicht den USA anlasten konnte, nahm man das Elend nicht wahr, wollte es nicht sehen.
    Ironie der Geschichte: Heute sucht Vietnam um Waffenhilfe und wirtschaftliche Unterstützung bei den USA nach. Man fühlt sich von China bedroht. Es gab da ja bereits 79 einen Grenzkrieg mit dem kommunistischen "Bruderland".

  10. #11 | thomas weigle sagt am 7. Januar 2018 um 16:59 Uhr

    1989ff konnte man in der DDR den Unterschied zwischen einem Staat ohne basisdemokratische Umweltbewegung, die es bis in Parlamente geschafft hatte und einem ohne solche besichtigen. Erschreckend, nur erschreckend.
    In der DDR gab es ein staatliches Filmdokumentationszentrum, dessen Aufgabe es war, für spätere Generationen den siegreichen Weg der DDR zum Kommunismus zu dokumentieren. 1985 wurde es aufgelöst, weil die Bilder bspw.. aus dem Chemiedreieck um Leipzig nur noch gräuslich waren.
    Ein wenig Nachsicht mit den Grünen u.a. Umweltspezis sollte auch bei den Ruhrbaronen geübt werden.
    @Stefan, Du hast doch mal in Frankfurt gelebt. Jetzt stell Dir den Main von der Gerbermühle bis zur Brücke der MainWeserBahn vor, voll mit toten, stinkenden Fischen, v.a. im Sommer. Jetzt kannst Du da wieder schwimmen, nachdem es ab 59 jahrzehntelang mainabwärts Aschaffenburg verboten war.

  11. #12 | sol1 sagt am 7. Januar 2018 um 17:25 Uhr

    "Alles bigotte, volkserzieherische, die unerträgliche Mischung aus Besserwisserei, Betroffenheitsgejammer und Angstmacherei, für das die Grünen und ihre Beiboote heute stehen, haben indes seit den 70er Jahren das Bild geprägt."

    Eine fürchterliche Tyrannei fürwahr – Gurtpflicht, Rauchverbote, und Muschigrabschen darf man auch nur noch als amtierender US-Präsident!

    "Karl der Käfer muss sterben, damit wir leben können!"

    Eine bessere Parodie der Ruhrbarone-Bloglinie, als ich sie mir ausdenken könnte…

  12. #13 | Stefan Laurin sagt am 7. Januar 2018 um 17:30 Uhr

    @sol1: Der Krieg der Ökos gegen die Jobs von Arbeitern und das heruntermachen der Arbeiterkultur hast Du in der Aufzählung vergessen. Aber sei beruhigt – man sieht sich immer zwei Mal. In Bochumlache ich jedes Mal, wenn eine Veganerladen pleite macht. Tja, da ist dann Papas Erbe versemmelt worden 🙂

  13. #14 | sol1 sagt am 7. Januar 2018 um 18:20 Uhr

    "…Krieg der Ökos gegen die Jobs von Arbeitern…"

    Schon mal was von Automatisierung gehört? Oder glaubst du, hinter der stecken ebenfalls die "Ökos"?

    "…Arbeiterkultur…"

    Die schwindet ebenfalls aus Gründen, die nichts mit einer grünen Verschwörung zu tun hat.

    "Aber sei beruhigt – man sieht sich immer zwei Mal."

    Dunkel bleibt der Rede Sinn…

  14. #15 | Stefan Laurin sagt am 7. Januar 2018 um 20:15 Uhr

    @sol1: Kaum ein Gewerbegebiet, Kaum eine Ansiedlung, eine Straße, eine Bahnlinie ohne das Ökos Theater machen und auf Kosten von Menschen, die arbeiten gehen die Interessen von Immobilienbesitzern verteidigen. Das hat mit Automatisierung nichts zu tun, das hat auch mit einem Bruch zu tun: Hin zu einer Kultur des Öko-Bürgertums. Zu dem Thema stehen hier ganz viele Texte, ich habe keine Lust hier alles immer wieder zu erklären. Verstehe es oder verstehe es nicht, es ist mir egal.

  15. #16 | Ke sagt am 7. Januar 2018 um 21:23 Uhr

    Ein schöner Bericht über die Probleme beim Bau von Windparks in DO. Also Öko Strom.

    https://www.ruhrnachrichten.de/Staedte/Dortmund/Geruechte-um-Windpark-sorgen-fuer-Unruhe-auf-dem-Schnee-82048.html

    In Gross-Holthausen -im Dortmhnder Süden- wurden dann auch schützenswerte Arten gefunden, so dass Windräder dann im Norden/Westen gebaut werden sollen. Ntürlich sind im Vorfeld weitere Prüfungen notwendig.

    https://www.focus.de/regional/dortmund/dortmund-stadt-dortmund-potenzialflaeche-ellinghausen-potenzialflaeche-bodelschwingher-westerfilder-wald_id_8019147.html

  16. #17 | Klaus Lohmann sagt am 8. Januar 2018 um 01:10 Uhr

    @#16: Richtig, eine wunderbare Entscheidung. In Ellinghausen ist seit der Ikea-Ansiedlung eh "tote Hose" in der Restnatur, im Bodelschwingher/Westerfilder Wald gibt es nur noch Köter-Ausgang mit Kind und Kegel, also sind die beiden Gebiete prädestiniert für WKA.

    Und der Kampf für den Artenschutz auf dem Schnee wird nicht von den Grünen, sondern von alteingesessenen Bauernfamilien geführt, die Grünen (wie auch die halbe BvB-Mannschaft) wohnen weiter östlich in Ahlenberg;-)

  17. #18 | ke sagt am 8. Januar 2018 um 08:38 Uhr

    @17 Klaus Lohmann:
    Ich kann ihre Ansicht bzgl. Ellinghausen nicht nachvollziehen. Aktuell gibt es kleinere Windräder nördlich des großen Lagers. Dort haben wir eine sehr ursprüngliche Landschaft.
    Durch die renaturierte Emscher, den großen Rückhaltebecken in Deusen etc. wird die ohnehin schon umfangreiche Tierwelt sicherlich noch bessere Lebensbedingungen in den Bächen, Wäldern etc. vorfinden.
    Vielleicht muss hier einfach nur genauer gesucht werden. Dann wird sicherlich auch schützenswerte Pflanzen/Tiere oder zumindest deren Spuren zu finden sein.

    Insgesamt ging es in der Diskussion nicht um die Grünen alleine, sondern um die Schwierigkeit, Infrastruktur/Arbeitsplätze zu schaffen. Aktuell ist ist das St. Florian-Prinzip verbreitet und der Naturschutz ist aus meiner Sicht eher als geeignetes Mittel auserkoren worden, Änderungen im persönlichen Umfeld zu verhindern.

    In Dortmund ist es natürlich wieder interessant, dass Dinge, die keiner haben will, nicht im Süden, sondern im Norden gebaut werden. Selbst wenn es sich um Änderungen zur ökologischen Weltrettung handelt.

  18. #19 | thomas weigle sagt am 8. Januar 2018 um 11:23 Uhr

    Wie ich aus gewöhnlich gut unterrichteten Gutmenschkreisen erfuhr, werden unmittelbar nach Errichtung der Ökodemokratur vegane Umerziehungslager für hartnäckige Ökobasher, Klimawandelleugner, Raucher etc errichtet. Diese werden von verdienten Aktivisten der Umweltbewegung geleitet, die unnachsichtig die Umerziehung der verstockten Insassen anleiten und überwachen. Dann ist Schluß mit lustig und wenn erst die Umweltpolizei an der Wohnungstür klingelt, dann gute Nacht.

  19. #20 | Helmut Junge sagt am 8. Januar 2018 um 12:53 Uhr

    @Thomas Weigle (19),
    da bist du falsch informiert. Dieser ganz große Angriff auf die Carnivoren ist erst für das Internationale Jahr des Spanferkels vorgesehen. Also erst 2033.
    Aber mal zum Thema zurück.
    Die oben abgebildete "Kommunistische Volkszeitung" war die Zeitung des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW), und deren Vorsitzender war Joscha Schmierer. Und der ist wieder ein Paradebeispiel dafür, daß diese 68iger Generation "bewundernswerterweise" in allen Lagern fähig war, sich zu behaupten, und nach "Oben" zu kommen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Joscha_Schmierer

  20. #21 | Arnold Voss sagt am 8. Januar 2018 um 13:33 Uhr

    Neben ganz wunderbaren Dingen war der KBW eines der ganz gruseligen Produkte der 68 Bewegung. Die politischen Wahnanteile dieser Zeit sind hier zu ihrer ultimativen sozialen Verdichtung gekommen. Aber immerhin haben die dort versammelten Politreligioten im Gegensatz zur noch gruseligeren Rote Armee Fraktion nie selbst eine Waffe in die Hand genommen. Vielleicht weil sie aus gutem Grunde ahnten, dass man damit auf keinen Fall später Professor, Chefarzt oder Anwalt werden konnte. 🙂

  21. #22 | Walter Stach sagt am 8. Januar 2018 um 15:06 Uhr

    Dikskurs über die sog. "198oer Bewegung"……?
    Dazu gehört doch zumindest, an Rudy Dutschke zu erinnern.
    Bis auf den heutigen Tage versäume ich es nicht, seine Grabstelle auf dem St. Annen-Friedhof in Berlin-Dahlem zu besuchen, weil…….- die Antworte darauf könnte zu lang ausfallen, also erspare ich sie mir jetzt und hier.

    Meine besondere Beziehung zu ihm könnte damit zu tun haben, daß er ein überzeugter Christ und sozialistischer Marxist war.
    So hat er u.a. 'mal sinngemäß davon gesprochen, daß Jesus Christus für ihn der Welt größter Revolutionär gewesen sei und Jesus Christus ihm den Weg zur Gewinnung innerer Freiheit gezeigt habe, die untrennbar mit der immer wieder neu zu erstreitenden äußeren Freiheit verbunden sei.
    Er hat sich selbst einen Sozialisten bezeichnet, der in der christlichen Tradition steht.

    -Ich denke darüber nach, wie wohl ein Gespräch zwischen Dutschke und Papst Franziskus verlaufen würde -"Brüder im Geiste?.
    Mein erinnernder Hinweis an Dutschke schließt den Verweis auf das Attentat gegen ihn, an dessen Folge er gestorben und ist und das seinerzeitige öffentlich Trauerspiel -wörtlich und bildlich- über die Frage , ob er und gegebenenfalls wo er konkret auf dem St. Annen-Friedhof beigesetzt werden dürfte. Seinerzeit hat Martin Niemöller seine von ihm auserwählte Grabstelle als Grabstelle für Dutschke zur Verfügung gestellt.

  22. #23 | Walter Stach sagt am 8. Januar 2018 um 15:18 Uhr

    Sorry für 1980er, statt l968 er……..!
    Möglicherweise "gutgetan" haben könnte dem "freiheitlich-demokratischen Geist " in Gesellschaft und Staat auch der 1980er Jahre ein vergleichbarer Wille von Schülern, Studenten, Protagonisten aus Kultur und Kunst, wie er die 1968er Bewegung ausgemacht hat -deshalb meine Fehlleistung, also eine sog. "freudsche"?

  23. #24 | Arnold Voss sagt am 8. Januar 2018 um 17:01 Uhr

    Rudi Dutschke hier live im Gespräch mit Günter Gaus 1967

  24. #25 | Walter Stach sagt am 8. Januar 2018 um 18:30 Uhr

    Danke für den Hinweis, Arnold.

    So nebenbei gefragt:
    Kommt "man" nicht ins Grübeln, wenn man angesichts des damaligen Gesprächsformates, angesichts der gestellten Fragen und der dazu gegebenen Antworten und damit letztendlich angesichts der beiden Persönlichkeiten -Dutschke/Gaus- Gespräche zwischen "Politikern und Journalisten "vergleichend" heranzieht?

  25. #26 | Arnold Voss sagt am 8. Januar 2018 um 18:39 Uhr

    Ja kommt man, denn da sieht es aktuell ganz erbärmlich im gebührenfinanzierten deutschen Fernsehn aus.

  26. #27 | abraxasrgb sagt am 8. Januar 2018 um 22:33 Uhr

    68er?
    Die überlasse ich besser Götz Aly: "Unser Kampf- ein irritierter Blick zurück" 😉

    Die 70er sind wahrlich eine kambrische Explosion an esoterischen Sekten …
    aber die Jungs im Silicon Valley haben damals vieles verdammt cool erträumt 😉

    Es ist – leider mal wieder – der deutsche prinzipielle Perfektionismus, der, unabhängig von der politischen Farbe, leider immer staatsautoritär und totalitär daher kommt. Keiner will es, aber alle machen mit 😉

  27. #28 | Walter Stach sagt am 9. Januar 2018 um 11:55 Uhr

    abraxasrgb
    Götz Aly……
    Seine diesbezüglich rückblickend sehr kritische Positionierung zu der sog. 68 er Bewegung sind bedenkenswert. Ich teile sie wegen ihrer mir zu "einfach gestrickten Einseitigkeit" nicht.

    Etwas Anderes:
    Ich habe unter -7- "beklagt", daß es heute unter Schülern, Studenten, Literaten, im gesamten Kultur/Kunstbetrieb an Aktivisten (nebst Ideen) zu mangeln scheint, die ähnlich wie die Protagonisten der 68 er Bewegung meinen, die derzeitige politische Verfaßheit von Gesellschaft und Staat sei eine im Gestern verharrende, eine sich langsam aber sicher vom Stillstand in den Niedergang bewegende zu sein, folglich eine, "die in Gänze durchgepustet, durchgelüftet, aufgeschreckt und aufgeweckt " werden müßte.

    Es mag sein, daß ich bei Anstimmung dieses Klageliedes eine Bewegung ausgeklammert habe, obwohl sie unschwer wahrzunehmen ist. Ich meine damit all diejenigen unter "den Intellektuellen" -vor allem in der Literatur und im Feuilleton – z.B. der FAZ Simon Strauss)-, die einer "neuen Gesellschaft" das Wort reden, in der nicht mehr das Bemühen um Toleranz, das Bemühen um Verständnis für andere Meinungen, die Suche nach Kompromissen und die praktische Vernunft das Miteinander der Menschen "leiten" sollen, sondern "Null-Toleranz", z.B. gegenüber all dem, was nicht "deutsch-national" ist, nicht Verständnis für andere Meinungen, sondern dann, wenn man sie nicht teilt, deren radikale Bekämpfung, politische Gegner politische Feinde nennen, statt praktischer Vernunft die Emotionen obsiegen lassen, sich einen Krieg nicht wünschen, ihn aber -sh.Ernst Jünger- als unabdingbare Voraussetzung für jeden "gesellschaftlichen Neubeginn von grudnauf" " und als in der "Natürlichkeit des Menschen" begründet zu begreifen.

    Konkreter Anlass für diesen "Einschub" in die Diskussion über die 68er Bewegung ist ein Beitrag in der TAZ -TAZ v. 9.1. 2018, S. 12 Meinung-Diskussion-von Alem Grabovac- unter den Überschrift
    "Schützengräben des Geistes", der im wesentlichen eine kritische Auseinandersetzung mit Simon Strauss ist. U.a. wird in dem Beitrag im vorletzten Absatz auf einen einschlägigen Kommentar imGUARDIAN wie folgt hingewiesen:
    "Im britischen Guardian erschien kürzlich ein Artikel mit der Frage,, ob die neue "Ultraromantik" junger deutscher Schriftsteller der Treibstoff für ein "antiliberales Denken" sei. Der prominenteste Vertreter dieser neuen "Ultraromantik " , ist laut Guardian, Simon Strauss."

    Sollte es in der Tat so sein, daß sich hier unter Schülern, Studenten, Literaten, Philosophen etwas bewegt, das als Bewegung, das in seiner Bewegtheit, das ob der Auswirkungen auf die derzeitige politische Verfaßtheit der Gesellschaft der 1968 Bewegung ähnlich werden könnte, dann würde das "meinem Wunsch" -sh. unter -7- entsprechen.
    Aber…..
    mit einer Zielsetzung, die meiner Vorstellung von einer Gesellschaft zutiefst widerspricht, die sich ausrichtet an der Idee von der Unverletztlichkeit der Würde eines jeden Menschen, von Freiheit und Gleichheit aller Menschen in dieser ihrer Würde, die daraus für sich Regeln geschaffen und weiterhin unter neuen Lebensbedigungen zu schaffen hat, , um ein Höchstmaß an Freiheit und Pluralismus möglich zu machen und in der primär nicht die Emotionen, sondern die praktische Vernunft das gesellschaftliche/staatliche Tun oder Unterlassen bestimmen, lenken und leiten sollte.
    Trotz dieses Aber meinerseits oder sogar gerade deshalb, ist die von mir ausgemachte neue "geistige Bewegung" für mich durchaus etwas Positives, denn sie könnte, sie sollte in der Tat die Gesellschaft " aufmischen, aufschrecken", damit diese sich endlich und unbedingt notwendig, wieder mit "ihren Grundwerten" befaßt , sich auf diese besinnt und sie in der Auseinandersetzung mit der "neuen "Bewegung " aktiv kämpferisch verteidigt.

    Ob und inwieweit die "Un-Geister", die der AFD ihre ideologische Grundlage zu schaffen versuchen, zum Entstehen dieser "neue geistige Bewegung" wesentlich beigetragen haben bzw. weiterhin wesentlich beitragen oder ob es ehe die Protagonisten dieser "neuen geistigen Bewegung sind", die ihrerseits bewußt oder unbewußt ein ideologische Gerüst der AFD aufbauen oder an seiner Errichtung wesentlich mithelfen, wäre zu bedenken und zu diskutieren.

    Zusammengefaßt:
    Es scheint, daß ich beim Verfassen meines Beitrages -7- in meiner Kritik ("…kein Aufbruch, kein Aufbegehren, kein Widerstand gegen eine in sich selbst ruhende, gegen eine selbstzufriedene Gesellschaft, gegen eine ehe rückwärtsgewandte Gesellschaft….-keine der 68er Bewegung vergleichbare "neue" Bewegung-) auf dem "rechten Auge" blind war; denn da tut sich was!

  28. #29 | abraxasrgb sagt am 9. Januar 2018 um 12:24 Uhr

    Von Douglas Adams:
    1. Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen Funktionieren der Welt dazu.
    2. Alles, was zwischen deinem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wird, ist neu, aufregend und revolutionär und kann dir vielleicht zu einer beruflichen Laufbahn verhelfen.
    3. Alles, was nach deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, richtet sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge.

  29. #30 | Arnold Voss sagt am 9. Januar 2018 um 13:34 Uhr

    Douglas Adams war sich offensichtlich nicht klar darüber, wie sehr die durchschnittliche Lebenserwartung steigen wird. 🙂

  30. #31 | Walter Stach sagt am 9. Januar 2018 um 15:49 Uhr

    abraxasrgb

    Und was nach Deinem 7o……???

  31. #32 | abraxasrgb sagt am 10. Januar 2018 um 08:16 Uhr

    #31
    Dann finde ich – hoffentlich – Douglas Adams immer noch witziger als die 68er 😉

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