
Das Mullah-Regime des Irans plante die Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck. Doch eine Reaktion der Bundesregierung auf die Anschlagspläne gegen den Präsidenten des Zentralrats der Juden und den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist bislang ausgeblieben. Sie werden allein gelassen.
Wie Bild gestern berichtete, hat die Bundesanwaltschaft einen Afghanen und einen Dänen angeklagt, Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden, und Volker Beck, den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, ausspioniert zu haben, um ihre Ermordung vorzubereiten. Der Auftrag kam offenbar aus dem Iran. Eine Reaktion der Bundesregierung gibt es bislang nicht.

Beck forderte, den iranischen Botschafter auszuweisen. Natürlich ist er immer noch im Land. Vielleicht ist ja auch ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten: Die Morde und Anschläge des Irans in Deutschland sind ja nichts Neues und haben eine lange Tradition. Konsequenzen musste man in der Terrorzentrale der Mullahs in Berlin, von Humoristen auch Botschaft genannt, nie fürchten. Als das Regime 1979 40 Jahre Unterdrückung der Iraner, Antisemitismus als Staatsdoktrin und Terror feierte, gab es sogar ein Glückwunschtelegramm von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Gestern äußerte sich Steinmeier übrigens nicht zu den Mordplänen gegen seine Mitbürger. Er besuchte ein Biosphärengebiet auf der Schwäbischen Alb. Kurz zuvor lobte er sich selbst in einem Podcast wegen seiner Iran-Diplomatie. Der Kanzler? Der Außenminister? Es ist nichts zu hören. Demonstrationen aus Solidarität mit Beck und Schuster? Gibt es natürlich nicht. Beide werden allein gelassen. Man kann nur noch Scham, Wut und Verzweiflung empfinden vor dieser Mischung aus Ignoranz, Selbstverwerfung und Erbärmlichkeit.