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Angela Merkel bei Anne Will: Selbst gegen die 3. Welle kein Impfturbo


Die Infektionszahlen steigen, die dritte Welle ist längst da. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gestern Abend in der Show von Anne Will deutlich gemacht, dass sie bald ein  verschärftes Infektionsschutzgesetz dazu nutzen will, die Bundesländer auf Kurs zu zwingen. Dagegen spricht nichts, dafür alles. Angesichts der seit Wochen anhaltenden Entwicklung ist ein härterer  Lockdown das einzige Instrument, dass zur Verfügung steht, um eine Eskalation der Pandemie in Deutschland noch zu verhindern.

Aber dass wir überhaupt in dieser Situation sind, hat vor allem mit dem Versagen der EU und der Bundesregierung bei der Beschaffung von Impfstoffen zu tun. Es ist das Versagen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).  Dass Merkel jetzt für härtere Maßnahmen eintritt, muss angesichts der steigenden Zahlen sein. Dass sie aber die Impfungen nicht beschleunigen will, ist unverantwortlich. Die Kanzlerin sagt, sie glaube weiter daran, dass alle die wollen, bis Ende September ein “Impfangebot” erhalten. Diese Ambitionslosigkeit ist unverantwortlich. Joe Biden, Boris Johnson und  Benjamin Netanjahu zeigen in den USA; Großbritannien und Israel, dass es besser geht. Dort werden die Menschen in Hochgeschwindigkeit geimpft, sie erhalten keine Angebote, sondern Impfstoff. Selbst in der 3. Welle wird Merkel den Impfturbo nicht anschalten.

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11 Kommentare zu “Angela Merkel bei Anne Will: Selbst gegen die 3. Welle kein Impfturbo

  • #1
    Berthold Grabe

    Das Einzige was hilft ist schnelles durchimpfen, da das versemmelt wurde, bleibt nur entweder unseren Wohlstand zu opfern oder Tote in Kauf nehmen.
    Wir haben uns für das Opfern des Wohlstandes entschieden.
    Den linken Parteien rettet das weitere 100 Jahre die Existenzberechtigung, obwohl sie faktisch nichts mehr zum sozialen Ausgleich beitragen und auch nicht dazu in der Lage sind.
    Die Rechten setzen auf ihre bürgerlich Privilegierung, von der auch die etablierten Linken profitieren
    Das ist das bürgerliche an den Grünen, eine privilegierte Bürgerlichkeit. In etwa so wie zu Kaisers Zeiten.
    Das kann nun jeder für sich bewerten.

  • #2
    ccarlton

    Dafür spricht nichts, dagegen alles. Angesichts der seit Wochen anhaltenden Entwicklung ist eine Verschärfung des Lockdowns nichts weiter als politischer Aktionismus. Während die sogenannten Infektionszahlen seit sechs Wochen steigen, geht die Zahl der an und mit Covid gestorbenen weiterhin zurück. Was m.A. ein erster Erfolg der Impfungen ist. 89% der Covid Toten aus 2020 waren älter als 70, die meisten sogar über 80. Die Generation Ü80 ist geimpft, die Ü70er werden aktuell geimpft. Daher führen mehr Infektionen nicht mehr zu mehr Toten.

    Und wer ausgerechnet einer Frau Merkel sein Schicksal in die Hand geben will, der hat wohl vergessen, dass diese Dame im Zuge der Pandemie nun wirklich alles falsch gemacht hat! Angefangen mit deren Verharmlosung, über die Nichtvorbereitung auf die nächsten Wellen bis zur Nichtbestellung des Impfstoffs. 

    Wollen wir noch mehr Existenzen ruinieren, Innenstädte veröden lassen, Kindern Bildungschancen verbauen wegen Politikern, die stur das wiederholen, was in der Vergangenheit auch nichts gebracht hat?

  • #3
    Susanne Scheidle

    @ Berthold Grabe
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass hohe Infektionszahlen im Sinne der Wirtschaft sind. Da die Ü80-jähringen inzwischen zum großen Teil geimpft sind, und die neue Variante auch gerne Kinder und Jugendliche infiziert – und deren Eltern! – dürften es jetzt die jüngeren sein, die betroffen sind, also Leute, die in den Betrieben gebraucht werden. Und auch wenn die Wahrscheinlichkeit zu sterben bei jüngeren nicht so hoch ist (obwohl das bei der neuen Variante noch nicht so raus ist): Die Arbeitgeber dürften nicht entzückt sein, wenn die halbe Belegschaft entweder krankheitsbedingt ausfällt, und zwar für Wochen, wenn nicht Monate, oder dauernd irgendwer in Quarantäne festsitzt.
    Und was das für die vielbeschworenen Lieferketten bedeutet, ist auch fraglich…
    Der Gegensatz Tote – Wirtschaft besteht also in Wahrheit so nicht.

    Umso seltsamer ist es, dass diese Botschaft offenbar in den Betrieben noch nicht richtig angekommen ist, anders ist nicht zu erklären, dass Homeoffice und Testen gleichermaßen unbeliebt sind.

  • #4
    Ingenhorst

    Es gibt ja unterdessen Feldversuche was de Lockdown betrifft. Beispielsweise bei den US Staaten North Dakota (strenger Lockdown) und South Dakota ( kein Lockdown). Ergebnis: Die Zahlen in beiden Staaten sind, was Infizierte/Tote angeht deckungsgleich. Wo ist die Alternativlosigkeit?

  • #5
    Guiseppe Bottazzi

    Alle Transferleistungsempfänget haben kein Problem mit Lockdown und das ist die Mehrheit im Land. Die wählen übrigens in der Regel schwarz (Rentner) und grün (öffentlicher Dienst) .

  • #6
    Christoph

    @ Guiseppe Bottazzi

    du hast also kein Problem mit dem Lockdown – dann kanns ja losgehen!

    vielleicht klärst du das aber noch zuhause mit den Querdenker-Querulanten ccarlton und Ingenhorst. Berthold Grabe ist nicht wichtig, der läßt nur seine üblichen rechten Sprüche ab

  • #7
    Enno

    Nachdem sie gesagt hat, dass sie ja nicht untätig war und dann den Lockdown genannt hat sowie Dinge die erst noch beschlossen werden müssen (!) habe ich weggeschaltet.

    Sie kann es nicht. Keine Innovation, keine Inspiration, kein proakiver, ja nicht mal ein postaktiver Plan.

    Da das letztlich immer so war in den letzten 15 Jahren, finde ich es irgendwie sehr bedauerlich, dass das vielen Menschen jetzt erst offenbar wird, Wähler sind so eine träge Masse und "die Medien" gleich mit. Eine Gutwetterkanzlerin die nicht erkennt, dass man Corona nicht aussitzen kann…. also anders als bei den anderen "Problemen" in ihrer Karriere wie Trump, Syrienkrieg, Klimawandel, die Grünen oder Lindner von der FDP…

  • #8
    Helmut Junge

    Die Journalistin hat nicht richtig gefragt, hat jedenfalls keine unangenehmen Fragen gestellt, sondern ergänzt und geholfen. So wie früher vielleicht bei Königen.
    Ich habe den Eindruck, Merkel kennt als Strategie gegen Corona nur die Verringerung von Kontakten.
    Sonst nichts. Impfstoffe scheinen in ihrer Kalkulation keine Rolle zu spielen. Daß wir keine ausreichende Impfstoffversorgung haben, hat sie aber zu verantworten. Wer sonst? Ihr Untergebener Spahn? Die Impfstoffe mit allen Mitteln zu beschaffen wäre ihre Pflicht gewesen. Sie war es, die dafür gesorgthat, daß die Impfstoffbeschaffung Sache der EU geworden ist, das hat sie auch immer verteidigt. Nur klappt das nicht. Jetzt wird einzig und allein der Mangel verwaltet und das geht auch nicht gut. Also heißt es für uns wieder in den Lockdown zu gehen. Und das wollen viele Menschen nicht mehr, weil sie die Fähigkeit der Regierung mit der Krise fertig zu werden, bezweifeln. Dafür die Schuldigen zu suchen, kann aber nicht die Aufgabe der Täterin sein, auf deren Versagen das gesamte Dliemma beruht. Merkel ist es aber tatsächlich mit Unterstützung von Frau Will gelungen, das Spiel zu drehen. Aber wenn jetzt einige Länder ihren Lockdown lockern, wir aber nicht, wird sich das Bild wieder drehen. Merkel kann sich dann nur noch retten, wenn die Wahlen verschoben werden, bis Corona erledigt ist. Ich richte mich auf den Fall ein, daß Merkel noch lange im Amt sein wird.

  • #9
    Friedhelm

    @Ingenhorst
    Waren sie schon einmal in den Dakotas? Mich würden diese Ergebnisse, so sie denn überhaupt stimmen (keine Quelle angegeben), für diese Staaten nicht wirklich wundern. In beiden Staaten zusammen, wohnen so viele Menschen, wie in Hamburg oder Mecklenburg-Vorpommern und das auf einer Fläche, die so groß ist, wie die BRD. Größere Städte oder Betriebe? Fast Fehlanzeige! Ähnlichkeiten mit der Wirtschafts- und Siedlungssstruktur Deutschlands? Auch Fehlanzeige! Der Vergleich hinkt gewaltig…

  • #10
    Angelika, die usw.

    #8 "…Die Journalistin hat nicht richtig gefragt, hat jedenfalls keine unangenehmen Fragen gestellt, sondern ergänzt und geholfen…"
    Das war doch bei anderen Themen auch so, wenn die Frau mit dem zugeknöpften (und kragenlosen) Blazer da war.
    A. Will wird genau dafür bezahlt ("…nicht richtig gefragt…sondern ergänzt und geholfen…").

  • #11
    Karla

    Die Frau A.Will war früher lange Zeit spannender als die Frau S.Chritiansen, die jeden Sonntag die Regierung in Schutz nahm. Aber sie gibt sich Mühe das nicht zu bleiben.

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