Archiv des Autors: Michael Voregger

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Erste Corona Demonstration in Gelsenkirchen

Unter strengen Auflagen der Polizei fand heute um 15 Uhr die erste Demonstration in den Zeiten der Corona-Pandemie statt. Mit dem Motto „Unser Grundgesetz ist kein Toilettenpapier“ machte sich ein Autokorso von Gelsenkirchen nach Buer auf den Weg. Damit soll gegen die Einschränkungen der Grundrechte protestiert werden. Angemeldet wurde die Auto-Demonstration von einem Gelsenkirchener Bürger und dahinter soll keine politische Organisation stehen. Alle Fahrzeuge waren mit den Farben der deutschen Nationalfahne dekoriert und es wurde die Nationalhymne gespielt. Auf der Facebookseite des Initiators der Aktion wird der Corona-Virus als Grippe bezeichnet und es findet sich ein Video von Xavier Naidoo, der zuletzt wegen seiner Nähe zu den rechten Reichsbürgern und zu antisemitischen Gedankengut in die Schlagzeilen geriet. Am Rande des Korsos waren nur sehr vereinzelt Menschen zu sehen.

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“Doom Eternal” macht die Musik


In Zeiten der nicht sichtbaren Bedrohung kann es helfen sich realen Dämonen zu stellen. Genau das bietet “Doom Eternal” auf grandiose Weise mit viel Feinarbeit. Ein actiongeladener Shooter, der brachiale Kämpfe mit einem angriffslustigen Metal-Soundtrack verbindet. Die Shotgun kickt eindrucksvoll und die Explosionen lassen den Bildschirm wackeln. Besonders aufregend wird das Spiel mit einem Kopfhörer und sich nähernden Dämonen im Rücken des Spielers. Ein atemberaubendes, temporeiches und erschöpfendes Spielerlebnis. Beim Spielen der Story-Kampagne muss regelmäßig eine Pause eingelegt werden, um den Kopfhörer abzusetzen und etwas Luft zu holen. Es ist kein Spiel für schwache Nerven und nichts für den Nachwuchs. Die Alterseinstufung ist mit 18 Jahren genau richtig angesetzt.

„Als DOOM Slayer kehren Sie auf die Erde zurück und finden sie von Dämonen überrannt vor“, verkündet die Spielbeschreibung die anstehenden Herausforderungen.“ Drehen Sie auf und entdecken Sie die Ursprünge des Slayers und seiner fortwährenden Mission, zu metzeln und zu schnetzeln, bis nichts mehr steht“. Was beim Start wie ein wie ein wildes Geballer wirkt, ist in Weiterlesen

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Jubiläumsveranstaltung zu 25 Jahre Essener Kessel


Im Dezember 1994 fand in der Ruhrmetropole Essen die halbjährliche Tagung des europäischen Rates statt. Die angekündigten Demonstrationen wurden durch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verboten. Trotz dieser Entscheidung versammelten sich in der Essener Innenstadt den ganzen Tag über zwischen 3000 und 5000 Menschen, um gegen die Auswirkungen der europäischen Integration zu demonstrieren. Es kam immer wieder zu spontanen Demonstrationen, an denen mehrere Tausend Menschen teilnahmen. Die Polizei exekutierte mit über 8000 Beamten das gerichtlich bestätigte Demonstrationsverbot. Es kam zu mehreren Einkesselungen von Demonstranten und zu insgesamt 940 Festnahmen. Seit 1994 hält der Essener Kessel den Rekord für die größte Massenfestnahme der Nachkriegszeit. Deutschland praktizierte europareife „Innere Sicherheit“.

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Die Rückkehr der Trinkhalle

Tom Gawlig in seiner Trinkhalle in Gelsenkirchen.

Tom Gawlig in seiner Trinkhalle in Gelsenkirchen.

Kiosk und Trinkhalle sind ein fester Bestandteil der Alltagskultur im Ruhrgebiet. In den letzten Jahren haben viele Büdchen geschlossen, weil das Geschäft immer schwieriger geworden ist. Immerhin soll es noch rund 18 000 Buden im Ruhrgebiet geben. Der Bochumer Tom Gawlig hat an der Bochumer Straße 139 in Gelsenkirchen seine Trinkhalle der besonderen Art eröffnet.

Michael Voregger: Was ist ein glückliches Solei?

Tom Gawlig: Ursprünglich hieß das sogar glückliches Solei von arroganten Hühnern. Das heißt einfach, dass die Hühner ein sehr schönes Leben gehabt haben und hoffentlich noch haben. Und besonders hochwertige Eier legen. Da legen wir großen Wert drauf, dass der Ursprung, die Herkunft unserer Lebensmittel möglichst biologisch – in jedem Fall aber regional und von hier ist.

Michael Voregger: Jetzt sitzen wir hier in der Trinkhalle in Gelsenkirchen. Was ist für Sie eine Trinkhalle im Jahr 2019? Weiterlesen

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Gelsenkirchen: Die zwei Seiten von Ückendorf

Eine Straßenecke in Ückendorf - Foto: Voregger

Eine Straßenecke in Ückendorf – Foto: Voregger

Für die Bochumer Straße sind umfassende Umbauarbeiten geplant und in den letzten Monaten haben sich hier neue Projekte angesiedelt. Etwas in Vergessenheit geraten ist die Ückendorfer Straße, die zweite große Verkehrsachse im Stadtteil. Viele Bürger beklagen inzwischen die Leerstände und den offensichtlichen Verfall.

„Ob die zweifelsohne großartigen und richtigen Bemühungen die Bochumer Straße zu sanieren am Ende für Ückendorf von Erfolg gekrönt sein werden bleibt abzuwarten“, sagt Olivier Kruschinski, der im Stadtteil lebt. „Die Chancen jedenfalls schwinden proportional zum dramatischen Verfall der parallel verlaufenden Ückendorfer Straße“. Weiterlesen

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Gelsenkirchens OB Baranowski: Der vorzeitige Ausstieg eines langjährigen Hoffnungsträgers

Foto: Stadt Gelsenkirchen

Foto: Stadt Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen hat Oberbürgermeister Frank Baranowski erklärt, dass er zur Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten wird. Seit 16 Jahren ist er jetzt dabei – Zeit genug für ein Resümee. Der Anfang war etwas holprig, die öffentlichen Auftritte unsicher und die Reden noch steif. Schnell hat er seine Rolle gefunden und sein Auftreten kann in der Folge als „smart“ bezeichnet werden. So ist es kein Zufall, dass er bei den diversen Krisen seiner Partei immer wieder als Hoffnungsträger genannt wurde. Das gilt für die Landes- und Bundesebene. Geblieben ist er in Gelsenkirchen. Das hat seinem Ansehen nicht geschadet, obwohl die Stadt in der Regel schlechte Nachrichten produziert und bei allen Rankings auf dem letzten Platz liegt.

In seiner Abschiedserklärung betont der Oberbürgermeister sein Ziel, „dann aufzuhören, wenn die Mehrheit der Menschen „Schade“ sagt und nur eine Minderheit endlich“. So einfach ist es natürlich nicht. Im Rückblick bleibt es lobenswert, dass er sich immer eindeutig gegen rechte Weiterlesen

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Die Zukunft von Schalke-Nord hat begonnen

In der Glückauf-Kampfbahn wehen die blauen Fahnen wieder. Foto: Olivier Kruschinski

Die Stiftung „Schalker Markt“ knüpft an die Traditionen des Stadtteils an und will seine Zukunft gestalten. An diesem eisigen und kalten 24. Januar versammelten sich rund 200 Gäste in der ehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn, um bei der Präsentation der Ziele und Arbeit der Stiftung dabei zu sein. „Wir hauchen der Schalker Seele an ihren Geburtsorten neues Leben ein“, brachte Initiator und Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies das ehrgeizige Anliegen auf den Punkt. Unter den Gästen waren neben politischer Prominenz viele ehemalige Spieler wie Klaus Fischer, Martin Max, Olaf Thon und die Kremers-Zwillinge.
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Oh, wie schön ist Gelsenkirchen…doch wo wohnen eigentlich die Chefs?


Die Zahl der Gesundbeter und Schönredner bleibt in der Stadt der Tausend Feuer auf einem hohen Niveau. Vielleicht steigt sie ja sogar an – wer weiß? Die schlechten Nachrichten erreichen Gelsenkirchen in immer kürzeren Abständen: höchste Arbeitslosenquote bundesweit, die meisten AfD-Wähler im Westen, ein Drittel der Kinder leben in Armut, die ärmste Stadt Deutschlands und so weiter. Weiterlesen

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Schalke und der taktische Arbeiterfußball

Ein Gespräch vor der Glückauf-Kampfbahn

Karsten Jahn kommt aus Herten, war viele Jahre in der Welt unterwegs und weilt zur Zeit vor allem bei unseren niederländischen Nachbarn. Er arbeitet irgendetwas mit Computern und ist seit seiner Geburt Schalke-Fan. Er interessiert sich für die Taktik des Fußballspiels und schreibt sein Beginn der Saison 2013 darüber in seinem Blog “halbfeldflanke”.

Michael Voregger ist in Gelsenkirchen geboren und isso.-Redakteur. Er hat seit Jahren eine Dauerkarte für Schalke 04 und schimpft nicht nur im Stadion, wenn es mal wieder nicht läuft.

Die beiden Fans haben sich vor den Toren der Glückauf-Kampfbahn in Schalke zu einem Gespräch unter Fans getroffen. Journalistische Objektivität spielt auf diesen Seiten also ausnahmsweise mal keine Rolle.

Michael Voregger: Schalke hat eine erfolgreiche Saison gespielt, und der zweite Platz war nicht zu erwarten. Ich habe viele Spiele im Stadion gesehen und vielleicht ein Heimspiel verpasst. Das war nicht immer toll anzuschauen, aber es war erfolgreich. Ist das klassischer Arbeiterfußball? Die Mannschaft ist gut organisiert, es wird gekämpft, und man setzt sich ein, aber es ist nicht immer schön. Weiterlesen

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Die Kommune Gelsenkirchen ist ein Konzern mit vielen Töchtern

Das Ruhrgebiet ist reich an Unternehmen. Dazu zählen nicht nur privatwirtschaftliche Firmen, sondern auch kommunale Unternehmen und Eigenbetriebe. Mehrere Hundert solcher Betriebe gibt es zwischen Dortmund und Duisburg – die Tendenz ist steigend.

Bundesweit gibt es weit über 13.000 kommunale Auslagerungen. „Sie sind schwerpunktmäßig in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Wohnungen aktiv. Mit der Aufgabenerfüllung wird auch ein Teil der finanzwirtschaftlichen Aktivität aus der kommunalen Kernverwaltung ausgelagert“, heißt es dazu im kommunalen Finanzbericht der Bertelsmann-Stiftung. „Die Kernhaushalte bilden die finanzielle Situation der Kommunen daher nicht mehr vollständig ab.“

In Gelsenkirchen hat die Stadtverwaltung jetzt den Beteiligungsbericht für das Jahr 2015 vorgelegt. Auf den ersten Blick wirkt das 292 Seiten umfassende Zahlenwerk etwas spröde, aber bei genauer Betrachtung ergeben sich hier spannende Fragen.Bürger können die Aktivitäten der Politik und der Stadtverwaltung nur bewerten, wenn ihnen die finanziellen und wirtschaftlichen Aktivitäten klar sind. Es geht also um die demokratische Kontrolle und um die Zukunft der Stadtgesellschaft.„Wegen der ständig steigenden Zahl städtischer Unternehmen sind Konzernabschlüsse unverzichtbar, um eine umfassende Transparenz über alle städtischen Finanzstrukturen zu schaffen“, erklärt der Bund der Steuerzahler NRW. „Denn bekanntlich können in selbstständigen, städtischen Firmen Personal- und Investitionsausgaben getätigt werden, auf die der Stadtrat keinen großen Einfluss hat.“

Der Beteiligungsbericht ist nach der Gemeindeordnung NRW mit dem Gesamtabschluss vorzulegen. „Dieser wiederum ist innerhalb von neun Monaten nach dem Abschlussstichtag aufzustellen“, sagt Sigrun Rittrich, Pressesprecherin der Bezirksregierung Münster. „Die abschließende Feststellung obliegt dem Rat. Danach erfolgt die öffentliche Bekanntmachung“. Leider kommt Gelsenkirchen dieser Vorgabe nicht nach, denn der Beteiligungsbericht für 2015 wurde erst im November 2017 vorgelegt. Der vorgeschriebene Zeitpunkt war der September 2016. Jeder Kämmerer im Lande kennt die wichtigen Vorschriften im Gemeindehaushaltsrecht.
Mit dem nachlässigen Vorgehen ist Gelsenkirchen allerdings nicht allein. Nur jede vierte nordrhein-westfälische Kommune, einschließlich der Landschaftsverbände und des Regionalverbandes Ruhr, hat im Frühjahr 2017 für das Wirtschaftsjahr 2015 einen Gesamtabschluss aufgestellt. Weiterlesen

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