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Bochum: Stuhlpaten für Schule oder Symphonie?

Koste es was es wolle: Die Stadt Bochum will ihrem Orchester ein Konzerthaus bauen. Gleichzeitig soll im Bildungsbereich massiv gespart werden. Eltern protestieren dagegen nun mit einer originellen Protestaktion.

Klar dass die GLS-Bank vorne mit dabei ist, wenn es um die Unterstützung des Baus eines Bochumer Konzerthauses gibt. Die Bank aus dem Waldorfmilieu gibt sich gerne großzügig, wenn es um die kulturellen Belange der eigenen Klientel  geht. Und wenn eine Stadt wie Bochum dann bei den öffentlichen Schulen sparen muss, um das 33 Millionen Konzerthaus zu finanzieren, wird es die GLS-Banker nicht weiter stören. Immerhin finanziert man massiv den Ausbau privater Waldorfschulen – Buchstabentanz statt Physik. GLS-Chef Thomas Jorberg ist Vorstand der Konzerthaus-Stiftung, seine Bank fungiert als Treuhänder und auch das Konto der Stiftung ist bei der GLS.

Drei Millionen fehlen noch, um mit dem Bau des vierten Konzerthauses des Ruhrgebiets beginnen zu können. Bis Ende Mai müssen die da sein. 33 Millionen Euro soll das Gebäude kosten. Eine Fantasiezahl. Schaut man sich auch nur die normale Preissteigerung bei öffentlichen Gebäuden an, kann man locker davon ausgehen, das am Ende mehr als 50 Millionen Euro Kosten entstehen werden. Jens hat darüber im Pottblog einen guten Artikel geschrieben. Ich freu mich heute schon auf die schwurbeligen Begründungen, mit denen die Mehrkosten dann von der Stadtverwaltung und der Politik den Bürgern gegenüber gerechtfertigt werden, bei denen sich die Begeisterung über den Bau in engen Grenzen hält.

Denn während Bochum das Konzerthaus bauen will, wird gespart: Zum Beispiel bei der Bildung. 16 Grundschulen sollen geschlossen werden. Das ist erst einmal nichts grundsätzlich  schlechtes: Die Zahl der Schüler wird in den kommenden Jahren sinken, darauf muss eine Stadt reagieren. Allerdings werden auch die Standards an den verblieben Schulen zum Teil sinken, was wiederum grundsätzlich etwas schlechtes ist.

Und so kopieren jetzt Eltern einer Schule im Stadtteil Wiemelhausen eine Aktion der Konzerthaus-Geldsammler. Sie suchen Stuhlpaten – für ihre Grundschule:

Im Bochumer Rat wurde am 14.02.2012 beschlossen, 6,6 Mio Euro durch Schulschließungen im Bereich Bildung einzusparen.

Wir als Elterninitiative der Borgholzschule akzeptieren nicht, dass an der Bildung unserer Kinder gespart wird!!

Deshalb werben wir, wie das Musikzentrum auch, für Stuhlpaten für die Grundschulen in Bochum! Denn wir sind davon überzeugt, dass Kultur mit der Bildung unserer Kleinsten anfängt!
Eine Aktion der Elterninitiative der Borgholzschule
Unterstützen Sie unser Anliegen und machen Sie mit! facebook.com/hier.zaehle.ich

Denn vor den Folgen der  Kürzungen im Bildungsbereich sorgen sich die Eltern:

Die Borgholzschule als Grundschule im Kirchviertel in Bochum-Wiemelhausen steht, durch die anvisierten Sparmaßnahmen in Höhe von 6,6 Mio. Euro im Bereich Bildung, erneut auf der Liste der Schulen, die geschlossen werden sollen.

Schon bevor eine politische Legitimation durch Ratsbeschlüsse geschaffen worden ist hat das Schulverwaltungsamt Fakten geschaffen, indem es angeordnet hat, dass die Borgholzschule mit 30 (!) Kindernnur einzügig in das neue Schuljahr starten darf. Die übrigen Anmeldungen mussten abgewiesen werden.Und Eltern, die durch Abweisungen an anderen Schulen nun noch einen Platz für ihr Kind suchen, dürfen nicht mehr angenommen werden.

Hauptargument der Schulschließungen ist der demographische Wandel. Im Kirchviertel in Wiemelhausen wird es nun aber im kommenden Schuljahr drei Klassen mit je 30 Kindern geben!

Im Jahr 2011 ging das Schulamt sogar von einem leichten Anstieg von derzeit 83 Erstklässlern in Wiemelhausen auf 111 im Jahr 2016 aus. Bedeutet das dann im Jahr 2015 Schulklassen mit 40 Kindern??
Pädagogen sind sich einig, dass eine Klassengröße von 30 und mehr Kindern nicht sinnvoll ist.

Die Stadt Bochum riskiert in ihren attraktiven und florierenden Stadtvierteln wie Wiemelhausen einen großen Imageverlust.

War bisher das Kirchviertel und gesamt Wiemelhausen ein Anziehungspunkt für junge Familien, besteht bei entsprechenden Entscheidungen zur Schließung einer Grundschule in Wiemelhausen eine Umkehrung dieser Entwicklung.

Bildung, Qualität in der Bildung und Attraktivität einer Stadt und eines Bezirks für Familien bilden die Basis für eine prosperierende Zukunft einer Stadt!

 

 

RuhrBarone-Logo

70 Kommentare zu “Bochum: Stuhlpaten für Schule oder Symphonie?

  • #1
    Thorsten

    Wieviel kostet eigentlich die laufende Unterhaltung eines Konzerthauses? (gerechnet in Schulen meine ich)

  • #2
    Walter Stach

    Das geplante neue Konzerthaus in Bochum macht exemplarisch deutlich,
    daß es

    1.
    im Ruhrgebiet nach wie vor nicht möglich ist, sich in Bürgerschaft, Politik und Administration darauf zu verständigen, nicht in jeder Großstadt die gleichen Prestigeobjekte haben zu wollen bzw. haben zu müssen, abgesehen davon, daß das alles in auffälligem Widerspruch zu dem im Ruhrgebiet groß angekündigten Projekt der interkommunalen Zusammenarbeit steht;
    daß
    2.
    die Revierstädte angesichts solcher Prestigeobjekte und deren Kosten Dritten gegenüber -Bund,Land-nicht glaubwürdig vortragen können, ihre Kassen seien leer und
    daß
    3.
    in der Bürgergesellschaft der Stadt -hier Bochum- und in der Politik -hier Bochum- nicht hinreichend, nicht transparent darüber diskutiert wird, ob und wie wegen der vorgeblich leeren Kassen unter finanziellen Aspekten die Prioritäten in der städt.Aufgabenerfüllung zu bedenken, zu überarbeiten und ggfls.neu zu setzen sind.(Ist darüber nicht in dem Projekt der Stadt Bochum -Bürgerbeteiligungsprozeß zum städt.Haushalt-diskutiert worden, z.B. mit Blick auf das vorschulische, schulische Bildungsangebot in Bochum im Vergleich zu anderen kostenträchtigen städt.Aufgaben,städt.Zielen?)

  • #3
    Michael Townsend

    Wenn ich auch nur den Hauch einer Chance sähe, dass in dieser Frage eine sachliche Diskussion mit den Gegnern des Projekts zustande käme, könnte ich sagen, dass

    – Bochum nicht zugunsten des Musikzentrums an den Schulen spart, sondern dass die Stadt derzeit ein Finanzvolumen (nur investiv) im jetzigen 5-Jahres-Zyklus von ca. 100 Mio Euro (!) in den Bau und die Renovierung seiner Schulen steckt, der größte investive Einzelposten der Stadt!

    – Schulschließungen nur deshalb vorgesehen sind, weil aufgrund der demographischen Entwicklung keine ausreichend starken Klassenverbände in der bisherigen Anzahl mehr zustande kommen, die durch die Zahl der zur Verfügung stehenden Lehrer sinnvoll unterrichtet werden können.

    – das Musikzentrum der Stadt Bochum einen Vermögenszuwachs von 30 Mio. Euro zukommen lassen wird, es das kommunale Budget aber nur mit 2,4 Mio. Euro investiv belastet und für die Betriebskosten die bestehenden Budgets im Haushalt nicht (!!!) ausgeweitet werden müssen.

    -ein Investitionsvolumen in Höhe von 30 Mio. Euro, das in Einzelaufträgen vergeben wird, auch für die Region nicht ohne ist.

    – dass das Geld für das Musikzentrum selbst, wenn man wollte (außer dem 2,4 Mio. Eigenanteil), für Schulen, Straßen, Kindergärten etc. einfach nicht zur Verfügung stünde.

    – und … und … und…

    Aber, wie gesagt, nur, wenn eine Chance sähe, dass das echt zur Diskussion stünde.

    Nebenbei: In Bochum braucht keine Schule zur Aufrechterhaltung ihrer Funktionsfähigkeit, für Stühle zu sammeln. (Als politische Aktion, ist die Idee jedoch nicht unoriginell.)

  • #4
    Franz przechowski

    Kinder, Bildung, Bochum…
    In diesem Zusammenhang darf ich an den Bochum Werbeslogan erinnern: Bochum macht jung.
    Hätte besser lauten sollen „Bochum hält dumm“. Die Bürger nämlich

  • #5
    Arnold_Th

    Es geht hier nicht gegen das Konzerthaus/ Musikzentrum: Es geht darum, dass in Bochum Bildung und Bildungsqualität zählen sollte. Die Konsequenz mit der Schere mal so eben 12-16 Schulen abzuschneiden- führt zwangsläufig in bestimmten Bezirken zu steigenden Klassengrössen. Es gibt nämlich noch Bezirke bzw. Viertel mit steigenden Zahlen- auch gegen den Trend. Aber Herr Townsend scheint keiner sachlichen Diskussion zugänglich- zusammen mit dem Schulverwaltungsamt.
    Ich bin gerne zu einem persönlichen Gespräch bereit- nicht weil ich gegen ein Musikzentrum bin, sondern für meine Stadt und für weierhin bestehende Attraktivität meiner Stadt und meines Kirchviertels. Sehr geehrter Herr Townsend: Wenn Sie wirklich einen offenen Dialog wünschen: Senden Sie uns eine E-Mail über unsere Homepage www.stuhlpaten.de – damit zeigen Sie Offenheit – nicht mit Kommentaren auf dieser Homepage. Übrigens wurden Fragen von mir an Herrn Wicking und die SPD Fraktion bisher nicht beantwortet. Dialog???

  • #6
    Guido

    Der Slogan Bo macht jung ist ja auch schon uralt und die Aktion unrechtmäßig vergeben worden ….

    Aber … schon mal am Bahnhof am Parkhaus geschaut ???
    Ein riesen Plakat „Ohne Bildung wären wir nicht Bochum“

    Tolle Slogans werden da nach aussen propagiert … aber hinter den Kulissen steuern wir in die bildungstechnische Steinzeit mit 30 Kindern pro Grundschulklasse .
    Alles was Bochum hier voran treibt ist komplett gegenläufig zu den Vorgaben des Landes NRW, welches die Klassenfrequenzrichtwerte gerade erst gesenkt hat …

  • #7
    Zyniker-Ex-Bochumer

    is das der echte townsend hier? der macht sich ja wichtig.. und der hat den artikel und die homepage wohl nicht richtig verstanden. erst lesen, und nicht mit den eigenen vorurteilen im kopf posten, herr townsend! der ganze kommentar des herrn t. wirkt selbstherrlich und überheblich. und sich dann noch über engagierte eltern, die so wie ich es verstehe, in keiner weise gegen das musikzentrum sind!! – lustig zu machen, indem man sie als „nicht unoriginell“ wegwischt.. peinlich für bochum. hab ich ein glück, dass ich da weggezogen bin. ich beobachte das von aussen und staune nur noch, wie sich eine einst attraktive stadt nach aussen so …. ach, ich resigniere, armes bochum…

  • #8
    Guido

    http://www.bochum.de/C125708500379A31/vwContentByKey/W28Q7FUB676BOLDDE?open&MCL=StartseiteMCL

  • #9
  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Michael Townsend: 2,4 Millioen Euro Eigenanteil – gilt die Zahl auch, wenn die Baukosten am Ende deutlich höher ausfallen sollten? Wer würde diese Mehrkosten eigentlich tragen?

  • #11
    Steude Volker

    Herr Townsend war vermutlich noch nie in einer Bochumer Schule:

    Einfachverglasung, gesperrte Räume, asphaltierte, kaputte Schulhöfe, mangelnde Ausstattung, abgesoffene Toiletten, bröckelnder Putz usw. usw.

    Kurz: Der Zustand der Schulen in Bochum ist für die Stadt einfach nur peinlich. Man kann den Schulen ansehen, dass Politik und Verwaltung in Bochum die Schüler/innen nicht viel wert sein können.

    Nach Angaben der Verwaltung betrug der Sanierungsbedarf 2008, nur um das Nötigste zu sanieren, bereits 200 Mio. EUR, vermutlich ist selbst das doppelte viel zu wenig. 100 Mio in 5 Jahren sind da ein schlechter Scherz.

    Mit sanierungsbedürftigen und mangelhaft, wie unzeitgemäß ausgestatten Gebäuden schlagen sich die Bochumer Schüler/Innen bereits seit Jahrzehnten herum. Bei der dringend erforderlichen Beseitigung der bestehenden Zustände hat die Ausbildung der nächsten Generationen Vorrang.

    Wenn Dezernent Townsend da anderer Meinung ist, dann sollte die Stadt den Job anderweitig besetzen.

  • #12
    Urmelinchen

    Wir brauchen hier gar nicht den Vergleich Bildung/Kultur (Schule/Musikzentrum) bemühen, bleiben wir doch beim Bereich Kultur. Herr Townsend musste doch gerade erst eine auswärtige Unternehmensberatung bemühen, die den Kostenapparat des Schauspielhauses auf den Kopf stellte und versuchen sollte, Einsparmöglichkeiten aufzutun. Soviel zur Finanzlage.

    Und was die von Herrn Townsend angeführte Forderung nach einer sachlichen Diskussion anbelangt, so ist diese mehr als lachhaft, wenn man bedenkt, dass jeder seriöse Kulturmanager einem auf den Kopf zusagen wird, dass das geplante Zentrum keinesfalls für 33 Mio. zu realisieren sein wird und dem Artikel zufolge Townsend sich dieser Diskussion verweigert.

    Ich kann mich hier nur Stefan Laurin anschließen und freue mich schon auf die Ausreden bzw. Begründungen seitens des von mir geschätzten Kulturdezernenten, warum der Kostenrahmen nicht eingehalten werden konnte.

    PS: Dieses Musikzentrum wird übrigens für ein Orchester gebaut, dass musikalisch sicherlich sehr gut ist, das aber marketingtechnisch einfach schlecht ist. Es sei mal ein Blick auf die Internetpräsenz der BoSy geworfen. Nicht nur, dass die Seite in Puncto Design aus dem letztem Jahrhundert stammt, nein, sie ist zudem auch schlampig gepflegt. Man klicke auf Pressestimmen 2011/2012 und findet oh Wunder nichts als gähnende Leere.

  • #13
    Walter Stach

    -3-M.Townsend-;danke für die Informationen, die auch für einen Nichtbochumer interessant sind.

    Und wie reagiert bisher die Bürgerschaft in Bochum, z.B. im Rahmen des Bürgerinformations-,Bürgerdisk.projektes zum Haushalt, wenn gestützt auf Ihre und weitergehende Informationen über das Konzerthausprojekt diskutiert wird, vor allem in Abwägung mit anderen kostenträchtigen Aufgaben/Ausgaben der Stadt?

    Wenn es nach umfassender, transparenter Information und anschließder Bürgermitwirkung zum Ob und Wie des Konzerthauses nebst abwägender Einbeziehung anderer kostenträchtiger Aufgaben/Ausgaben der Stadt ein weitgehendes Einvernehmen zwischen Bürgerschaft und Politik/Adeministration in Bochum geben sollte, was ich nicht weiß und was nach den mir bekannten kritischen Kommentaren zumindest nicht sicher zu sein scheint, wäre städtischerseits in Bochum mit verständlicher Kritik am Konzerthausneubau m.E. bürgernah und bürgergerecht verfahren worden.

    Das ändert allerdings nichts an meinen unter 1. und 2. vorstehend -sh.Beitrag 3-aufgeworfenen Fragen , wobei ich die unter 2.angesprochene Problematik auch an die Landesregierung adressieren kann -Förderung dieses Bochum- Projektes mit Landesmitteln bei gravierenden Haushaltsproblemen des Landes?Oder wird aus EU-Mitteln/Bundesmitteln finanziert? Die für mich als Ruhrgebietler entscheidende Frage im Zusammenhang mit der von mir in meinen Beitrag -3- unter Zifffer 1. angesprochenen Problematik lautet: Brauchen die Bürger in Bochum, brauchen wir in der Region dieses Konzerthauses? Ich kann wie alle Menschen in Revier von meinem Wohnsitz in Waltrop aus problemlos hochwertige, anspruchsvolle Konzerte im Ruhrgebiet ohne neues Konzerthaus in Bochum regelmäßig besuchen. Das Angebot im Ruhrgebiet ist quantitativ und qualitativ so groß, daß ich es allein aus zeitlichen Gründen nur sehr begrenzt nutzen kann. Von daher fällt es mir schwer, mit Blick auf Bedarf und Nachfrage die Notwendigkeit eines weiteren Konzerthauses im Ruhrgebiet einzusehen.

  • #14
    DH

    @#3: Auch Michael Townsend sollte nun langsam mal verstanden haben, dass der richtige Zeitpunkt, an dem man in Bochum ein neues Konzerthaus bauen kann, bis auf weiteres vorbei ist. Eine Stadt, die im Hinblick auf ihre Schulbauten einen akuten (!) Sanierungsbedarf von 200 Millionen Euro konstatiert, aber nur in der Lage ist, 100 Millionen Euro zu investieren (von denen womöglich mehr als die Hälfte in die wenigen Schulneubauten fließt); eine Stadt, die ihren Kindern bar jeder pädagogischen Vernunft Grundschulklassengrößen von 30 Schülern zumuten möchte; eine Stadt, die über die Schließung ihres Kunstmuseums debattiert und offensichtlich Mühe hat, den Angestellten ihres Schauspielhauses tarifgemäße Löhne zu zahlen – eine solche Stadt braucht ihre Fantasie dringend für andere Dinge als das systematische Schönrechnen von Konzerthausbau- und betriebskosten.

  • #15
    Georg Kontakakis

    Jede Stadt kann einen Euro nur einmal ausgeben.

    Für ein überflüssiges Konzerthaus.

    Für Schulbildung.

    Das ist der Fakt.

    Der Rest Rechtfertigungsgeschwurbel.

    Tolle Aktion der Eltern.

  • #16
    der, der auszog

    Schulen im Ruhrgebiet müssen schliessen, weil die Zahl der Schüler abnimmt – Nachvollziehbar. Ein neues Konzerthaus muss im Ruhrgebiet her, obwohl die Einwohnerzahl in dieser Möchtegernmetropole rapide abnimmt. Da fehlt für mich die Logik und da kann ein Herr Townshend argumentieren wie er möchte. Ich empfehle im einfach mal sich in Bochum City in eine Bogestra Straßenbahn zu setzen. In gerade einmal 20 Minuten sind Sie in der Gelsenkirchener Innenstadt am Musiktheater im Revier, herr Townshend. Da steht ein wunderschönes Konzerthaus dessen Programm mit Bochumer Künstern noch erheblich verbessert werden könnte. Einfach mal mit Gelsenfrank und den Kulturverantwortlichen in der Nachbarstadt reden. Da geht bestimmt was.

  • #17
    Thorsten

    Herr Townsend, ich finde es zynisch, angesichts von Grundschulklassen mit 30 oder mehr Kindern die Schulschliessungen mit dem Argument zu rechtfertigen, es kämen „nicht genug Kinder für ausreichende Klassenstärken“ zusammen.
    Was hält man in Bochum denn so für „ausreichend“????

  • #18
    Dirk

    Gott sei Dank bin ich nocht nicht so weit wie Herr Towsend, der schon aufgegeben hat, daß es je wieder mehr Kinder in unseren Stadt, in unserem Land geben wird!!!

    Gott sei Dank, bin ich auch noch nicht so weit, einfach wirtschaftlich, demographisch, ökonomisch, usw über Schulen und Kinder zu denken. Denn genau solche Gedanken lösen seit Jahren nicht nur in den Schulen aber auch in fast allen Kindergarten extreme Perosnalprobleme aus.

    Aber wenn Herr Towsend so denken möchte, dann sollte er auch Berichte der EU lesen, die genau erklären, warum unter anderen Gründe die Geburtsqiote in Deutschland so schlecht sind: weil die Betreuungsplätze für berufstätige Frauen fehlen.

    Warum mussten damals unsere Eltern nie Gedanken machen, daß Ihre Kinder Erzieherinnen bekommen, und daß die Schule ihrer Kinder schliesst: nur wiel es mehr Kinder gab???? Daran möchte ich lieber nicht glauben!

    Wir haben nie gesagt Musikzentrum oder Schule, wir sehen nur daß die Zukunft unserer Kinder und ihrer Schulen viel mehr „fatalstisch“ betrachten werden, und ES DARF EINFACH NICHT SEIN !

    Die Schule ist der Anfang für Alles, und wenn Kinder keine Zukunft haben, dann werden sie in paar Jahren in diesem Musikzentrum auch nicht sitzen !!!

  • #19
    68er

    Wenn der letzte Spielplatz und die letzte Schule geschlossen, wenn das letzte Kind geboren worden ist, werden unsere Ratsherren und Damen sich ihren Hintern eben selbst abwischen müssen.

  • #20
    Martin Budich

    Wie oft muss man eigentlich Leuten, wie Kulturdezernent Michael Townsend nachweisen, dass sie die Öffentlichkeit bewusst täuschen, bis sie ihre Schwindeleien einstellen.
    Das geplante Konzerthaus würde die Stadt viele Millionen kosten. In der vorgelegten Finanzplanung fehlen die Kosten für das Grundstück und die Erschließung. Es wird verschwiegen, dass Millionen-Beträge von städtischen Töchtern als Spenden verbucht werden. Einnahmen, die der Stadt fehlen. Vor allem wird nicht gesagt, dass die eigentliche finanzielle Katastrophe darin besteht, dass die Stadt die Zuschüsse für das Konzerthaus nur dann vom Land bekommt, wenn sie zukünftig die jährlichen Millionen Euro Zuschuss-Kosten für die Jahrhunderthalle übernimmt.
    Wenn das Konzerthaus tatsächlich gebaut werden sollte, wäre Baron-Münchhausen-Philharmonie ein angemessener Name.
    Ich fände es im übrigen sehr gut, wenn Bochum ein Konzerthaus erhielte. Die Bosys und wir als Publikum hätten es wirklich verdient. Nur solange SPDGRÜNECDSUFDP an ihrer neoliberalen Politik festhalten und sie die öffentlichen Kassen ausbluten lassen und den Reichen Steuergeschenke machen, können wir uns so einen Luxus nicht leisten. Ich finde es schlicht und ergreifend unmoralisch, für uns als ausreichend oder gut verdienende Menschen ein Freizeitvergnügen zu schaffen, das viele Millionen Euro kostet, während z. B. mehr als zwanzig Prozent der Kinder in Bochum in Armut leben, die Gebühren für die Musikschule explodieren, Stadtteilbüchereien geschlossen oder ihre Öffnungszeiten reduziert werden sollen…

  • #21
    SelberDenker

    Glückwunsch an die Eltern!!!! Und wenn Sie jetzt noch eine Demo organisieren – ich bin dabei und ich vermute, ich bin nicht allein!
    Und an Herrn Townsend:
    Was für eine Unverschämtheit, allen Menschen die sich fragen wie man begrenzte Mittel einer Kommune sinnvoll ausgeben soll, mangelnde Diskussionsbereitschaft vorzuwerfen!
    Sie argumentieren mit Nebelkerzen und die Antwort darauf, wer die Mehrkosten des Baus tragen wird, wenn die über den angesetzten 30 Mio. Euro liegen, bleiben Sie gepflegt schuldig.
    Wer wird das Geld aufbringen???
    Oder werden wir eine Bauruine mitten in der Innenstadt unser eigen nennen dürfen wenn das Geld erstmal weg ist?
    Also: Wer zahlt im Fall der Fälle?
    Ohne Ausrede!
    Nur zur Info ( nicht dass Sie hinterher sagen: wußte ich nicht)
    Elbphilharmonie – von 77 auf geschätzte 476 Mio. Euro!!
    Konzerthaus Dortmund – angesetzt auf 45 Mio DM für 95 Mio DM gebaut
    Konzerthaus Freiburg – angesetzt auf 90 Mio DM – gebaut für 148 Mio DM
    ( + Zusatzkosten für Akustik)

    und wenn ich das richtig weiß, sind die Schätzungen schon ein bißchen älter, seither ist alles etwas teurer geworden.
    Also:
    Wer zahlt im Fall der Fälle?

  • #22
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Martin: Und was noch übersehen worden ist: Um das Konzerthaus zum Erfolg zu mache – und es wird auf dem Papier ein Erfolg werden – müssen Veranstaltungen aus der Jahrhunderthalle und dem RuhrCongress in das Konzerthaus wechseln. Das nennt man dann Kannibalisierung. Und nein: Das Konzerthaus ist überflüssig. Das Ruhrgebiet verliert Einwohner, es gibt genug Konzerthäuser. Es ist ein überflüssiger und teurer Prestigebau.

  • #23
    SelberDenker

    Mal eine Frage an die versammelte Intelligenz:
    Kann man so ein Projekt eigentlich nicht gerichtlich stoppen?
    Muss man offenen Auges zusehen, wie eine Clique von Leuten anderen Leuten eine Freude macht, zu Lasten aller anderen?
    Was ist mit unserer Landesregierung – stoppen die so einen Wahnsinn nicht?
    Gibt es niemanden, der das stoppen kann?

  • #24
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @SelberDenker: Nein, alle die es entscheiden haben eine demokratische Mehrheit dafür erhalten. Ok, finanziell ist es gegen alle Regeln, aber der Regierungspräsident, Bollermann, ist auch ein Sozialdemokrat. Da halten alle zusammen.

  • #25
    Jan I.

    Unabhängig davon, ob ein Konzerthaus nötig ist oder die Stadt noch tiefer in den finanziellen Ruin treibt: Bürger, Musiker und Politiker engagieren sich dafür, egal in welcher vielleicht auch unmoralischen Weise. Es wurde und wird durch Aufrufe, permanente Präsenz in den Medien, musikalischen Innenstadtdarbietungen, Parkplatzgebühren usw. zu finanziellen Spenden aufgerufen.
    Da wird es endlich mal Zeit, dass sich die Eltern, die sich für die Bildung ihrer Kinder einsetzen und zu Recht fordern, dass Schulen mit hohen Anmeldezahlen erhalten bleiben, Gehör verschaffen!
    Es ist zu unterstützen, wenn Eltern sich für ihre Kinder eine qualitativ hochwertige Grundschulausbildung wünschen, die ja bei einer Klassengröße von 30 definitiv nicht gewährleistet ist!
    Zumal hier keine Geldspenden gefragt sind.
    Letztendlich geht es in der Aktion ja nicht darum kein Konzerthaus zu bauen, sondern sich für Kinder der Stadt Bochum einzusetzen!
    Ich wünsche allen Eltern weiterhin viel Erfolg bei dieser gerechtfertigten (nicht einfach nur originellen) Aktion!

  • #26
    Guido

    könnten wir das Konzerthaus mal Konzerthaus sein lassen 😉 wir schweifen ab …. Hier gehts eigentlich um Grundschulen und Klassengrößen 🙂

    Jedem Menschen mit Verantwortungsgefühl ist wohl klar, daß es in finanziell kritischen Situationen sinnvoller ist , bisher geschaffenes zu erhalten …. als die sowieso schon nicht ausreichenden Mittel in einen weiteren kostenträchtigen Bereich zu investieren
    Bochum wirbt so gern mit Bildung … wohl dem einzigen zukunftsträchtigen Bereich in dem Bochum noch etwas vorzuweisen hat (Hochschulen) … und gräbt sich hier selbst das Wasser ab , weil es den kleinsten unter uns eine Schulpädagogische Steinzeit zumuten will …. die kleinen von heute sind die Studenten und Steuerzahler von morgen ….
    FAlls es den Verantwortlichen noch nicht aufgefallen ist …. Menschen werden nicht als fertig ausgebildete 24jährige geboren …. der Weg der Kinder dahin ist unser aller Aufgabe …. und wer daran spart, spart an unser aller Zukunft

  • #27
    Mel

    Werdet Stuhlpaten! Ausser Herrn Towns-end verstehen uns doch offensichtlich die meisten hier! www.stuhlpaten.de Vielen Dank für die Unterstützung! 🙂

  • Pingback: Links anne Ruhr (26.02.2012) » Pottblog

  • #29
    AlterSozi

    @Stefan Laurin (#24): Es gibt aber durchaus auch Sozialdemokraten, die ein Problem damit haben, wenn trotz ausreichender Schülerzahlen Schulen geschlossen werden, gleichzeitig aber offensichtlich das Geld da ist, um noch ein weiteres Konzerthaus im Ruhrgebiet zu eröffnen…

  • #30
  • #31
    Martin Budich

    @ Stefan #22
    Die materiellen Voraussetzungen dafür, dass wir weniger als 30 Stunden arbeiten müssen und dabei ein einträgliches Einkommen haben, sind da.
    Wenn die Arbeit und der Reichtum in unserer Gesellschaft etwas gerechter verteilt würden, dann hätten wir viel mehr Muße für die schönen Dinge dieser Welt. Auch Herne und Castrop-Rauxel sollten dann ein Konzerthaus bekommen. Du sagst doch auch nicht, Bochum braucht kein Kino, ich könne nach Dortmund oder Essen fahren, um mal einen guten Film zu sehen.

  • #32
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Martin Budich: Den Konzerthäusern im Ruhrgebiet fehlt, im Gegensatz zu den Kinos, schon jetzt das Publikum. Es macht keinen Sinn noch eins zu bauen. Dieser Kunstform sterben die Zuhörer weg.

  • #33
    Walter Stach

    -23/-24 : Ist in der Bürgerschaft in BO bezüglich eines unmittelbaren Nein/Ja seitens der Bürgerschaft zum Konzerthaus schon ‚mal über ein Bürgerbegehren mit anschließendem Bürgerentscheid nach der Gemeindeordnung NRW nachgedacht worden -rechtliche Zulässigkeit, politische Sinnhaftigkeit?-.

  • #34
    Urmelinchen

    @Martin Budich
    Kinos werden im Gegensatz zu Konzerthäusern nicht von der öffentlichen Hand unterhalten.

  • #35
    68er

    Sehr geehrter Herr Laurin,

    es ist ja schön, dass Sie jetzt über die Schulschließungen berichten. Der Wicking-Bulldozer rollt aber schon seit mehreren Jahren durch die Stadt, ohne dass Sie sich dafür interessiert hätten. Damals hielten Sie die den Eltern der Max-Greve-Schule noch vor, dass es sich um ein Lokalthema handele, dass nichts für die Ruhrbarone sei.

    Dass Sie jetzt (aus Opposition zum Konzertsaal?) eine Elterninitiative protegieren, die nur für ihre eigene Schule kämpft verstehe ich auch nicht.

    Die Demonstration von mehreren Hundert Kindern, Schülern und Lehrern aus dem Jahr 2010, die von mehreren Schulen organisiert wurde, war Ihnen keine Zeile wert.

    http://schulzeichen.wordpress.com/2010/07/05/aufruf-zur-demonstration-am-12-juli-2010-um-1630-uhr/

    Die vielen Beiträge zum hiesigen Artikel zeigen, dass es wohl doch ein Thema für die Ruhrbarone ist.

    Vielleicht berichten Sie ja in Zukunft doch ein wenig mehr.

    Gruß

    68er

  • #36
    C. Karpus

    @ Stefan Laurin

    Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Herr Held (SPD), hat sich sehr für die Erhaltung der Grundschulen eingesetzt.

    Die Bochumer „ehrenwerte Gesellschaft“ um Herrn Wicking und Herrn Steinbach scheint aber die Fäden in der SPD in der Hand zu haben, so dass Frau Scholz und Herrn Townsend und die Ratsleute wohl als ihre Marionetten tanzen müssen.

    http://www.westline.de/lokales/Disziplinarverfahren-gegen-Bochumer-Schulamtsleiter-Ulrich-Wicking;art1765,596385

    Vielleicht haken die Ruhrbarone mal nach, was aus dem Disziplinarverfahren gegen Herrn Wicking geworden ist. Dieser tingelte in den letzten Wochen auch durch die einzelnen zum „Abschuss“ freigegebenen Grundschulen und vermittelte den Eltern dabei den Eindruck, dass es wohl besser sei, seine Kinder dort gar nicht mehr anzumelden, obwohl bisher noch keinem einzigen gewählten Gremium der Stadt Bochum die Liste der Verwaltung überhaupt vorgelegen hatte. Damit sollen wohl wieder Fakten geschaffen werden. Denn wer meldet sein Kind schon auf einer zum Abschuss freigegeben Schule an. Und wenn es im Sommer oder Herbst zur Abstimmung im Rat kommt, kann Herr Wicking scheinheilig lächelnd behaupten, die Schule hätte ja keine Schüler.

    Das Procedere ist bekannt und wurde auch schon in den vergangenen Jahren so oder so ähnlich gehandhabt. Immer wenn es in die heiße Aufnahmephase für die Grundschulen geht, werden die Schulschließungen von der Verwaltung unter Nennung der Abschusskandidaten aktiv in der Presse thematisiert.

    http://tinyurl.com/7fhruzg

    An der Max-Greve-Schule hätten wir eigentlich genug Schüler. 5 Jahre nachdem die Schulverwaltung den Kleinkrieg gegen diese Schule erklärt hat, haben aber selbst die engagiertesten Eltern keine Kraft mehr, gegen die Methoden von Schulamtsleiter Wicking, Schulrat Heck & Co. anzukämpfen. Eltern, die in der Vergangenheit in der Schulpflegschaft bzw. Schulkonferenz aktiv waren und sogar noch Kinder in der 4. Klasse auf der Max-Greve-Schule haben, sehen für ihre jüngeren keine Zukunft mehr an der Max-Greve-Schule und fahren diese zum Teil jeden Morgen quer durch die Stadt zur Drusenbergschule.

    Viele Eltern haben mittlerweile den gefestigten Einruck vermittelt bekommen, dass der Schulstandort auf der Max-Greve-Schule systematisch kaputtgemacht wird, damit die Räumlichkeiten für die Hildegardis-Schule genutzt werden können. Aktuell wurde z.B. die Klassenlehrerin der 4. Klasse zum Halbjahreswechsel an die Gräfin-Imma-Schule versetzt. Die Klasse wird jetzt von der Lehrerin der ersten Klasse mitbetreut.

    http://schulzeichen.wordpress.com/2012/02/27/kinder-protestieren-gegen-lehrerwechsel/

    Diese ist nun die 5. Klassenlehrerin in 3 1/2 Jahren.

    Bei einer Klasse mit ca. 28 Schülern von denen ca. 75 Prozent deutsch nicht als Muttersprache gelernt haben, in der drei Kinder ohne jede Kenntnis der Deutschen Sprache integriert werden mussten, ist eine solche Maßnahme verantwortungslos und es verbleibt bei mir der Eindruck, dass der Schulrat und die Schulleitung nicht mehr nach pädagogischen Gesichtspunkten handeln.

    Es ist nämlich nicht so, dass die Klassenlehrerin ersatzlos von der Schule abgezogen worden wäre, der Schule wurde eine andere Lehrerin zugewiesen, die aber nicht für die 4. Klasse sondern am Hauptstandort in der Vöde eingesetzt wird.

    Am Nebenstandort Max-Greve-Straße sind damit 2 Klassenlehrerinnen für 3 Klassen zuständig. Der restliche Unterricht soll mit Pendellehrern abgedeckt werden. Die Eltern sehen durch diese Zustände nicht nur die schulische Entwicklung ihrer Kinder sondern auch deren Sicherheit gefährdet, da mit zwei Lehrern in den Pausen die Aufsicht gar nicht gewährleistet werden kann, da das Sekretariat eigentlich nie besetzt ist und die beiden Lehrerinnen sich auch um die laufende Organisation vor Ort kümmern müssen. Situationen in den eine Lehrerin auf 3 Klassen während des Unterrichts aufpassen musste, hat es schon gegeben.

    Auf entsprechende Beschwerden der Eltern hat weder der zuständige Schulrat noch die Bezirksregierung bisher adäquat reagiert.

    Die Stelle der Konrektorin ist bis auf kurzes wenige Monate dauernde Intermezzo seit 4 Jahren nicht besetzt. Die Krankheitszeiten sind exorbitant hoch an der Schule aber anscheinend nicht unüblich in Bochum, wie uns Schulrat Heck mitteilte. Es häufen sich die Frühberentungen und Vesetztungsanträge der Lehrerinnen…

  • #37
    Olaf

    Bochum wird mit dieser Bildungsstrategie dauerhaft zweitklassig sein. Besonders sportlich ist das für unsere Kinder und die Pädagogen aber nicht. Deshalb gilt für die Borgholzschule dasselbe wie für den VfL – „kämpfen und siegen!“.

  • #38
    Arnold Voß

    @ Martin Budich # 31

    Du hast recht. Die Anzahl der Konzertbesucher hängt nicht von der Menge der Bevölkerung sondern entscheidend von dem Anteil ab, der in ein Konzert geht. Selbst wenn die Ruhrgebietsbevölkerung weiter sinkt, könnten die Konzerthäuser, Museen usw. voller werden. Und sie würden das, wenn der Anteil der gut ausgebildeten Bevölkerung gesteigert würde.

    Der muss aber so oder so erheblich gesteigert werden um auch ökonomisch wieder auf die vorderen Plätze zu kommen. Dafür wiederum müssen die Schulen komplett auf Vordermann gebracht werden. Deswegen ist es die falsche Sparstrategie, Schulen gegen andere Kultureinrichtungen auszuspielen.

    Was die Anzahl der Kinder in den Klassen betrifft, könnte die allerdings jetzt schon kleiner sein, wenn der Krankenstand bei den Lehrern das Maß hätte, dass außerhalb des öffentlichen Dienstes normal ist. Es scheint nämlich bei einem zu großen Teil der Lehrer üblich zu sein, sich der Arbeitsunlust per ausdauerndem Krankenschein hinzugeben.

  • #39
    C. Karpus

    @ Olaf

    Im Gegensatz zum VfL hat die Stadtspitze aber kein Geld für die Schulen übrig.

    Wenn ich richtig informiert bin, haben Dr. Ottilie Scholz, Heinz Dieter Fleskes, Gabriele Schuh und Ernst Steinbach (alle SPD) sowie die Ratsmitglieder Klaus Franz und Christian Haardt (CDU) im vergangenen Jahr über ihren Sitz im Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum dem VfL eine finanzielle Unterstützung von bis zu 7,5 Mio Euro zugebilligt. Ohne diese „Spende“ wäre der Betrag indirekt dem städtischen Haushalt zugeflossen.

    http://www.derwesten.de/staedte/bochum/stadt-ueberlaesst-vfl-bochum-6000-quadratmeter-grundstueck-zum-freundschaftspreis-id4429647.html

    Ein wirklich stimmiges Konzept:

    Die Bürger dumm halten und mit Spielen erfreuen.

  • #40
    C. Karpus

    @ Arnold Voss

    Ich finde es gar nicht sinnvoll, den Druck, der von der Politik in die Schulen getragen wurde, nun auf die Lehrer zu lenken.

    Einzelfälle ausgenommen, leiden die meisten Lehrer, die ich kenne, die krank geschrieben oder frühverrentet wurden, erheblich unter den derzeitigen katastrophalen Bedingungen in den Schulen.

    G8 und die dadurch ausgelöste Eltern-Massenpanik, die weiterhin bestehenden Riesenklassen, der Druck der von der Schulverwaltung auf die Schulen ausgeübt wird, bleiben nicht ohne Folgen.

    Ich möchte nicht mit einem Lehrer in einer Grundschule tauchen, der in einer Klasse mit 28 Schülern unterrichtet, von denen

    Ich möchte auch nicht an einem Gymnasium 34 Kinder in Mathe unterrichten und mich von 68 Elternteilen mit ihrer Panik belämmern lassen, dass die Kinder unrettbar verloren sind, weil sie im Unterrichtsstoff eine Woche hinter der Parallelklasse in Rückstand sind.

    Ich bezweifle sogar, dass es noch Spass macht als Sportlehrer 34 Kinder zu unterrichten. Bei uns war der Sportunterricht in Unter- und Mittelstufe noch nach Geschlechtern geteilt, d.h. wir hatten maximal 18 Kinder in der Gruppe.

    Heute soll der Lehrer in 45 Minuten 34 Schülern zeigen wie man z.B. richtig einen Felgaufschwung macht. Das ist zeitlich und technisch gar nicht möglich. Dass da Frust aufkommt, kann ich gut nachvollziehen.

  • #41
    Arnold Voss

    @ C. Karpus

    Tut mir leid Herr Carpus, wenn sie mit Eingeweihten ein offenes Wort reden können, dann werden sie erfahren, dass es leider keine Einzelfälle mehr sind.

    Keine Frage, die Verhältnisse an den Schulen sind nicht besser geworden. Aber es gibt Lehrerinnen und Lehrer die damit sehr wohl fertig werden und nicht nur das. Sie engagieren sich auch noch für die Verbesserung der Verhältnisse und sie haben dafür meine allerhöchste Anerkennung.

    Sie haben aber nicht nur die Schulbehörden und die Politik zum Gegner sondern auch die Kollegen, die sich schlicht – ich sage es bewusst so drastisch – verpissen wo sie nur können. Da ist der Krankenschein nur eines von mehreren Mitteln.

    Natürlich müssen die Schülerzahlen pro Klasse wieder runter, das weiß jeder der auch nur etwas vom Zusammenhang zwischen der Quantität der Schüler und Qualität des Lernerfolges weiß. Die Finnen machen es uns ja sehr erfolgreich vor. Aber man darf den innerschulischen bzw. den Lehreranteil am Desaster deswegen auch nicht verschweigen.

    Die Lehrer tun es häufig, weil sie aus verständlichen Gründen ihren Kollegen nicht zu Nahe treten wollen. Die Eltern sind an der jeweiligen Schule auf die angewiesen die nun mal da sind und machen deswegen oft gute Miene zum bösen Spiel. Von den Gewerkschaften und den Personalräten ganz zu schweigen.

    Wer den Schulen aus der Klemme helfen will, und das ist dringend nötig, der muss sich nicht nur mit der Politik und den Behördern sondern auch mit einem Teil des Personals anlegen.

    Aber das wäre wohl ein extra Thema.

  • #42
    Walter Stach

    Liebe Bochumer, was ist mit Bürgerbegehren/Bürgerentscheid -sh.mein Nachfragen unter -33-. Das „Meckern“-mit Verlaub-bringt Euch doch nicht weiter oder habe ich als Außenstehender etwas in Sachen Bürgerbegehren/Bürgerentscheid verpaßt?

  • #43
    Guido

    Bürgerbegehren/Bürgerentscheid ist etwas was in Bo einfach weggewischt wird, da der mündige Bürger eh keine Ahnung hat

    KAnalnetz schon vergessen ??? da wurde sich auch über Bügerwille einfach hionweggesetzt …. unsere Stadtkämmerin saß einfach schon im Flieger …..

  • #44
    C. Karpus

    Um gegen die Mär anzukämpfen, Grundschulen müssten geschlossen werden, weil es ja weniger Kinder gebe, habe ich heute noch einmal einen Artikel geschrieben, der mit aktuellen Zahlen des NRW-Schulministeriums belegt, dass sich die Zahl der Kinder in den Grundschulen seit Ende der 80er Jahre nicht wesentlich verändert hat und sich auch in den nächsten 20 Jahren nicht wesentlich verändern wird.

    http://schulzeichen.wordpress.com/2012/02/27/die-luge-vom-schulerschwund/

    Dort erkläre ich auch anhand aktueller Zahlen, dass NRW im Bundesvergleich die größten Grundschulklassen hat, obwohl NRW aufgrund seiner Bevölkerungszusammensetzung einen erhöhten Sprachförderbedarf hat.

    Wenn es einen Bürgerentscheid geben sollte, dann gegen die Kamikaze-Bildungspolitik unserer Kommunalpolitiker.

  • #45
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @C. Karpus: Bochum und das Ruhrgebiet sind nicht NRW: Erfolgreiche Städte wie Düsseldorf, Köln oder Münster wachsen. Nicht erfolgreiche Kommunen wie die Städte des Ruhrgebiets schrumpfen. Es ist also ok hier Schulen zu schließen – sie werden nicht mehr alle gebraucht. Die verbliebenen Schulen sollten allerdings exzellent sein. Aber hätten Ruhrgebietspolitiker für so etwas ein Gespür, sähe es hier anders aus.

  • #46
    Steude Volker

    Logisch: Es wird weniger Schulen geben müssen, wenn es zukünftig weniger Kinder gibt:

    Aber, Bochum braucht mehr Kinder. Familien mit Kindern kommen aber nur, wenn die Schulen erstklassig ausgestattet sind und entsprechend aussehen.

    Unsere Schulen sind in punkto Austattung und Zustand schlicht eine Schande.

    Wer bei den Schulen trotz weit über 200 Mio. Sanierungsbedarf und mangelhafter Austattung spart, um den Haushalt zu sanieren, ist ein Depp.

    Wenn Schulen geschlossen werden, dann muss mit dem gesparten Geld nicht der Haushalt saniert werden, sondern die unhaltbaren Zustände an den verbleibenden Schulen beseitigt werden.

    Wenn Schulen geschlossen werden, dann darf es an anderen Schulen aber nicht zu Klassen von 30 Kindern kommen. Ein Schulentwicklungsplan, der dies zur Folge hat, ist nicht mehr wert als Klopapier.

    Was ich allerdings auch nicht verstehe: Seit Jahren ertragen viele Lehrer die untragbaren Zustände und finden sich klaglos mit dem Mangel ab. Nur wenige haben die Zivilcourage, sich gegen Townsend, Wicking, Steinbach und Co. zur Wehr zu setzen. Zeigt endlich Flagge und nicht erst, wenn die Schule zugemacht wird.

    Ich kann die Ausreden nicht mehr hören: In anderen Kommunen ist auch nicht besser…, was sollen wir den machen, die Verwaltung macht eh was sie will…, ich bin Lehrer und muss mich auf meinen Unterricht konzentrieren… .

    Nehmt endlich ein Blatt zur Hand und schreibt auf, wo das Schulgebäude kaputt ist, was repariert werden muss, was fehlt, welche Zustände in den Klassen herrschen… . Schreibt bis der Briefkasten bei Townsend, Wicking, Steinbach und Co. überquillt und schickt gleich noch eine Kopie der Schreiben an die Presse, damit auch die endlich wach gerüttelt wird.

  • #47
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Steude Volker: In anderen Kommunen ist es besser als im Ruhrgebiet, deswegen sind die ja erfolgreicher. Haben Sie es noch nicht gemerkt? Die Politik im Ruhrgebiet ist darauf ausgelegt Kumpels und Parteifreunde zu versorgen. Und immer darauf zu achten, das möglichst niemand merkt wie erfolglos die Städte hier regiert werden. Deswegen ist man ja auch so gegen Rankings und Vergleiche – weil dann klar wird, wie mies die Lage ist. Und warum sollten Familien mit Kindern hier herkommen? Nicht nur die Schulen sind ein Problem. Es gibt hier auch zu wenig Arbeitsplätze, einen miserablen Nahverkehr und wirklich sehr hässliche Innenstädte. Wer kann zieht hier weg und das seit Jahrzehnten. Und das stört auch keinen Politiker, denn so bleibt alles ruhig und sie können ungestört weiterwurschteln.

  • #48
    C. Karpus

    Auch wenn im Ruhrgebiet durchschnittlich weniger Kinder geboren werden als in anderen Städten, ist diese Abweichung sicherlich nicht so groß, dass die Schließung von 12 Grundschulen gerechtfertigt wäre. Unter Berücksichtigung des zusätzlichen Raumbedarfs für die OGS würde ich sogar schätzen, dass heute pro Schüler in den Grundschulen kein Quadratmeter mehr für den Unterrichtsbetrieb zur Verfügung steht als 1985. Wenn man die Klassengrößen von 23,1 dann auch noch auf Bundesniveau von 20,5 Kinder pro Klasse senken wollte, bräuchte man selbst in Bochum 10 Prozent zusätzliche Räume.

    Es geht nicht nur um schöne Räume, es geht um Lehrerstellen, kurze Wege für Grundschulkinder und vor allem mehr Achtung vor den Kindern und Lehrern, die von den Politikern und Verwaltungsbeamten nur als Zählgrößen gesehen werden.

  • #49
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @C. Karpus: Hier werden nicht nur weniger Kinder geboren, hier ziehen auch Familien mit Kindern weg – und zwar dahin wo es Jobs gibt.

  • #50
    Steude Volker

    @Stefan Laurin: Ihre Einschätzung teile ich ohne irgendeine Einschränkung.
    @Arnold Voss: dito
    Eigentlich sind sich hier alle Kommentatoren bei der Lageeinschätzung ziemlich einig.
    Aber ich bin Optimist: Es wird der Tag kommen, da wird das Fass überlaufen und diese Damen und Herren von Filz und Klüngel hinwegspülen ;-).
    Man spürt es, der Druck im Kessel steigt… .

  • #51
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Steude Volker: Das ist auch die Hoffnung der meisten Autoren dieses Blogs 🙂

  • #52
    C. Karpus

    Es stimmt vielleicht für einige Gebiete in Bochum, dass die Schülerzahlen sinken, für den Bezirk Mitte, der am stärksten von den Schließungen betroffen ist, stimmt das allerdings nicht. Dort sinkt die Zahl der Schüler zwar zunächst, steigt dann aber bis 2015 wieder an und wird, wenn man im Landestrend bleibt, bis 2030 sogar über den Zahlen von heute liegen.

    http://schulzeichen.files.wordpress.com/2012/02/schucc88lerentwicklung-grundschulen-bochum-mitte.jpg

    Wenn Sie Herrn Wicking fragen, wird er Ihnen auch die Zahlen aus den 80er nennen können.

  • #53
    Urmelinchen

    @47
    Da wird das Ruhrgebiet in seiner aktuellen Situation mal wieder auf den Punkt gebracht. Genau, schön weiter wurschteln in den hässlichen Innenstädten, ab und zu wieder nach Subventionen heulen, um Schwachsinnsprojekte zu realisieren, Ruhrstadt faseln, aber Kirchturmdenken konservieren.
    Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.

  • #54
    Walter Stach

    -43-Guido-: Das Ergebnis eines Bürgerentscheides -nach vorangegangenem Bürgerbegehren- kann nicht so einfach vom Tisch gewischt werden;es hat die Wirkung eines Ratsbeschlusses, hebt also auch widersprechende Ratsbeschlüsse auf und ist verbindlich für den Rat. Über ein Bürgerbegehren mit anschließendem Bürgerentscheid ließe sich also der Neubau eines Konzerthauses rechtsverbindlich verhindern.

    Nach all der Kritik am Neubau des Konzerthauses, u.a., weil in der Bürgerschaft andere Aufgaben als wichtiger für die Stadt angesehen werden -schulische Bildung-, ist es doch naheliegend zu fragen, ob in der Bürgerschaft in BO über ein Bürgerbegehren mit anschließendem Bürgerentscheid in Sachen Konzerthauses nicht zumindest öffentlich diskutiert worden ist. Wenn das, wie ich ich jetzt feststellen muß, überhaupt nicht der Fall war, scheint das Thema „Konzerthausneubau“ in der Bürgerschaft nicht so wichtig zu sein und/oder es fehlt eben bei den Bürgern in Bochum der Wille, sich in Sachen Bürgerbegehren/Bürgerentscheid, einem zeit- und kostenaufwändigen Verfahren, zu engagieren oder…………?

    Und wenn hier im Ruhrgebiet -sh.der heutige Beitrag von G.Herholz, sh.oftmalige Kritik von Stefan Laurin- in vielen Themenfeldern „Einiges schief läuft“, frage ich mich angesichts der von mir vermuteten bzw. unterstellten Passivität der Bürger in Bochum in Sachen Bürgerbegehren/Bürgerentscheid zum Konzerthausneubau, ob die oftmals beklagten Fehlleistungen der Kommunen in vielen öffentlichen Angelegenheiten ganz allgemein nicht ursächlich mit uns Bürgern zu tun haben könnte, mit der durch uns geprägten Unkultur weitgehender politischer Passivtät, wenn konkretes öffentliches Engagement -arbeits-/zeitaufwändig!-gefordert sind , z.B. für eine Inititaive in Sachen Bürgerbegehren/Bürgerentscheid. Das es auch anders geht, haben die Bürger in Duisburg gezeigt. Ein erster bedeutsamer Schritt zu einem Wandel der politischen Kultur, zu einem von der Herrschaft der Parteien emanzipiertem politischen Engagements der Bürger in und für ihre Stadt?

  • #55
    Thorsten

    @54 Walter Stach: Sehr richtig die Sache mit dem Bürgerbegehren! Und soweit ich das mitbekomme, gibt es diesbezüglich wohl auch schon andernorts vielversprechend konkrete Absichten…?

    DIESE Aktion der Eltern einer Bochumer Schule hier finde ich aber gerade deshalb gut und wichtig weil sie GEGEN BILDUNGSABBAU in Bochum ist und nicht „gegen das Konzerthaus“ (auch wenn ich natürlich überzeugter Gegner dieses absolut überflüssigen Konzerthauses bin).

    Hier kämpfen für mich frustrierte Eltern und Bürger FÜR(!!) eine lebenswerte Stadt und die Zukunft Bochums. Nicht GEGEN(!) etwas wie dieses Konzerthausdings (oder welchen Irrwitz auch immer…)

    Zumindest für mich sind das jedenfalls zwei verschiedene paar Schuhe (bzw gerne dann in Bälde auch zwei verschiedene Bürgerbegehren, wenn Sie so wollen…? 😉

    Und daher unterstütze ich diese Aktion, bin seit kurzem stolzer „Stuhlpate für Bildung“ und begeisterter Fan dieser Initiative bei Facebook und hoffe, dass die Aktion etwas in dieser Stadt bewegt. Nötig wär’s. Längst.

  • #56
    Walter Stach

    -55-Thorsten: Ich bin kein Bochumer. Ich habe insofern nichts zu wollen, auch kein Bürgerbegehren,keinen Bürgerentscheid. Ich habe nur meine Verwunderung darüber geäußert, daß in Sachen Konzerthaus in der Bürgerschaft in BO „gemeckert“ wird, daß gefragt wird, was „man“ denn tun könne, und ich bisher nichts davon gehört habe, daß in Bochum zumindest über eine Bürgerinitative nachgedacht wird, die sich der Idee eines Bürgerbegehren/eines Bürgerentscheid gegen den geplanten Konzerthausneubau annehmen könnte.

    Wenn Sie abschließend von „zwei verschiedenen Paar Schuhen“ sprechen, dann bitte dabei bedenken, daß es trotzdem zwischen Konzerthaus hier und Bildung/Schule dort einen sehr konkreten Zusammenhang gibt, nämlich dann, wenn es um die Finanzen geht. Soweit ich das als Außenstehender begriffen habe, ist dieser fianzielle Zusammenhang aufgrund der zweckgebundenen Projektförderung des Konzerthauses durch Zuwendungen Dritter nicht primär im Investivenbereich zu sehen. Der finanzielle Zusammeng existiert, wenn es um die Betriebskosten geht. Betriebskosten für das Konzerthaus fehlen als Betriebskosten für die Schulen!

    Und zu den Stuhlpaten: Ich finde dieses Bürgerengagement vorbildlich, und zwar sowohl wegen der Dienstes der Bürger für ihre Schulen und damit für ihre Kinder als auch wegen der damit bekundeten Bereitschaft der Bürger, in der Bürgerkommune Bochum nicht nur mehr mitreden, mehr mitbestimmen zu wollen als bisher, sondern selbst etwas zu m a c h e n ;und das dient grundsätzlich der Entwicklung der kommunalen Bürgergesellschaft in Bochum bzw.zeigt erste Schritte in diese Richtung, neben vielen anderen,also „gut so“!

  • #57
    Volker Steude

    Es soll ein Bürgerbegehren für einen Bürgerentscheid über das Musikzentrum geben.

    Die PIRATEN Bochum haben gestern beschlossen eine solches Begehren zu initiieren. Das Begehren soll sich nicht gegen das Musikzentrum richten, sondern einen Bürgerentscheid darüber erzwingen, ob das Musikzentrum gebaut werden soll oder nicht.

    Das Begehren soll den Bürgern unserer Stadt die Entscheidungsgewalt darüber geben, selbst zu entscheiden, was in Bochum unter den aktuellen prekären finanziellen Bedingungen Priorität hat: Schulen, Bildung, Soziales oder hochtrabende Kulturprojekte.

    Das Bürgerbegehren soll nach Meinung der PIRATEN von einem überparteilichen Bündnis von Interessierten, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen organisiert werden, an dem die PIRATEN sich gleichberechtigt beteiligen möchten.

    Zur Gründung dieses Bündnisses rufen die PIRATEN jetzt auf. Wer sich an dieser Initiative beteiligen oder diese unterstützen möchte, kann sich gerne an mich wenden: volker.steude@advoprax.de

    Die PIRATEN Bochum werden in Kürze eine Veranstaltung organisieren, auf der alle Mitstreiter und Unterstützer eines solchen Bürgerbegehrens zusammen kommen sollen, um das entsprechende Bündnis zu schmieden. Diejenigen, die sich bei mir melden, würde ich dazu persönlich einladen.

    Über eine Breite Unterstützung dieser Initiative würde ich mich sehr freuen!

  • #58
    Walter Stach

    -57-Volker Steuder: Endlich!!! Als Nichtbochumer kann ich nur beobachten. Spontan einige erste Anmerkungen:Wichtig ist, möglichst vom ersten Tage an (!)spontan und mit allen Kommunikationsmitteln zu versuchen, viele Bochumer für die Initiative zur Vorbereitung eines Bürgerbegehrens zu gewinnen und zwar aus allen Schichten der Bürgerschaft, also nicht nur PIRATEN und den PIRATEN grundsätzlich positiv gegenüber stehenden -in der Regel jüngeren- Bürgern. Die Initiatoren benötigen vor allem vom ersten Tage an auch juristische Beratung -wird sich doch wohl in Bochum -UNI?-unentgeltlich finden lassen. Und baut als PIRATEN in dem gesamten jetzt anlaufenden Prozeß nicht nur aus das Internet. Ihr müßt auch Bürger „außerhalb“ des Internetes erreichen und mobilisieren! Ich denke, diese neue Bochumer Initiative könntet viel Organisatorisches , Verfahrensmäßiges von der Bürgerinitiative in Duisburg „Abwahl Sauerland“ lernen;Kontakte dazu haben die PIRATEN sicherlich.

  • #59
    Arnold Voss

    @ Walter Stach # 56

    „Der finanzielle Zusammeng existiert, wenn es um die Betriebskosten geht. Betriebskosten für das Konzerthaus fehlen als Betriebskosten für die Schulen!“

    In einer Stadt, ja in jeder Gesellschaft, in der der enge, wechselseitige und absolut positive Zuammenhang von Bildung und Kultur erkannt worden ist, darf genau das nicht so sein.

  • #60
    Arnold Voss

    @ Volker Steude # 57

    So grundsätzlich gut ich diese Idee finde, so sehr zu spät kommt sie. Zumindest, wenn sie ernsthaft ergebnisoffen geplant ist.

  • #61
    Volker Steude

    @Walter Stach: Das ist der Plan. wir wollen eine breite Basis für das Begehren gewinnen und alle Kommunikationswege nutzen. Das Bürgerbegehren soll nicht eines der PIRATEN sein, sondern eines, das von einem offenen Bündnis betrieben wird, an dem sich alle interessierten Personen, gesellschaftlichen Gruppen und Verbände gleichberechtigt beteiligen können und sollen.

    Bezüglich der juristischen Beratung besteht bereits ein Kontakt zu mehr-Demokratie e.V.. Diese haben angeboten, das Begehren juristisch zu beraten.

    @Arnold Voss: Die Vergabeentscheidung über die Planung und Realisierung des Musikzentrums wird am 28.06. im Stadtrat getroffen. Geplant ist, dass das Bürgerbegehren fordert, dass die Bürger darüber entscheiden sollen, ob der Rat die Vergabe vornimmt. Zeitlich wären wir also gerade rechtzeitig!

  • #62
    Walter Stach

    -59-Arnold: Unstrittig gehören Bildung und Kultur zusammen. D.h. meines Erachtens jedoch nicht zwangsläufig, daß Kultur in BO und damt letztlich auch die Bildung existentiell vom Bau eines neuen Konzerthauses abhängen. Es geht in BO -leider-, aber eben ganz real angesichts der vorgeblichi „leeren Kassen“darum, sich gemeinsam in Bürgerschaft, Politik, Verwaltung über die „richtigen“ Prioritäten zu streiten. Dazu kann ein Bürgerbegehren beitragen. Ob sich daraus ein Bürgerentscheid-Verfahren ergibt, bleibt abzuwarten. Es ist völlig unabhängig vom Ergebnis der jetzt gestarteten Initiative für das demokratische Leben in der Bürgergesellschaft der Stadt BO bedeutsam, meine ich jedenfalls, daß diese Initiative eine umfassende, offene,öffentliche Diskussion über ein strittiges Thema in Gang setzen kann und es so zu einem organisierten Beteiligungsverfahren zu einem Streitthema kommt. Bürgerinitiative Duisburg -Abwahl Sauerland-, Bürgerinitiative Bochum -neues Konzerthaus?-;es tut sich was Positives in einer selbstbewußten Bürgerschaft des Ruhrgebietes -toll!

    Volker Steude: Nur zur Bekräftigung des erkannten Zeitproblemes: So manches Bürgerbegehren, so mancher Bürgerentscheid scheiterten aus juritischen Gründen (unzulässig), weil die betreffende Kommune angesichts eines drohenden Bürgerbegehrens/eines drohenden Bürgerentscheides sich nach Außen gegenüber Dritten per Vertrag kuzrfristig soweit gebunden hat, daß es kein Zurück aus dem Projekt geben konnte, es sei denn gegen beträchtliche Schadenersatzleistungen.Also, aufgepaßt, ob Ähnliches in BO droht.

  • #63
    Thorsten

    @56 – Lieber Walter Stach, ich muss gestehen, dass ich dass ich ja diese – Ihre – Ansicht genau so teile. 🙂

    Ich habe mich in meinem Kommemtar nur so vehement (und vielleicht auch etwas überspitzt) für die Trennung der beiden Anliegen ausgesprochen – die ja natürlicherweise schon dadurch miteinander verwoben sind dass Kultur und Bildung in Bochum vom selben Dezernat verantwortet werden) – weil ich sehe, dass man durchaus _für_ das Musikhaus votieren kann, aber _gegen_ eine Schliessung der Schulen.

    Da ich (noch) Bochumer bin, kenne ich auch persönlich einige Mitglieder dieser Gruppe engagierter Eltern, die allesamt das Musikhaus sehr begrüßen würden, WENN nur vorher sichergestellt wäre, dass den Kindern in Bochum an öffentlichen Schulen eine _akzeptale_ Chance auf Bildung geboten würde (was eben verständlicherweise mit über 30 Kindern in Grundschul[!]klassen ein schlechter Witz ist – der im Übrigen auch nicht lustiger wird, wenn man behauptet, es gäbe „zu wenig Kinder“ für den Weiterbetrieb der Schulen…?!)

    Insofern sind diese Menschen _natürlicherweise_ allesamt Gegner des Musikzentrum, _solange_ die Stadt nicht die grundlegenden „Basics“ an Bildung sicherstellen kann. Klar.

    Aber genau das ist in meinen Augen der Punkt, wo man differenzieren muss: Sobald die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht hat, und für eine ordentliche Bildung ihrer Kinder (und künftigen Bürger!!) sorgen kann, DANN ist ein Musikhaus eine grossartige und extrem unterstützenswerte Sache!! Bis dahin aber ist es ein eher zynisches, unsoziales, ungerechtes und sehr elitäres Vorhaben zugunsten einiger weniger Nutzniesser und leider eben auch gerade zu Lasten Bochumer Kinder. 🙁

    Wenn das Kulturdezernat und das Schulverwaltungsamt ihren Job gut machen würden (und auch vielleicht WIRKLICH mal die Gesprächsangebote wahrnehmen anstatt wider besseren Wissens zu unterstellen, die Kritiker wären nicht gesprächsbereit, zugleich aber sämtliche Anfragen zum Dialog unbeantwortet zu lassen…?! – Ja Herr Townsend damit waren jetzt Sie gemeint. Sie haben angeblich schon länger mehrere konkrete Anfragen vorliegen?! Und antworten nicht? – So jedenfalls wurde es berichtet) dann jedenfalls wären wir Bochumer sicher alle große Befürworter des Musikzentrums.
    Aber eben nur dann. Keinesfalls aber auf Kosten unserer Kinder!!!

    Das wollte ich mit meiner Antwort zum Ausdruck bringen.

    Hatte ein bisschen die Sorge, dass hier der Eindruck der Gegnerschaft gegen das Musikzentrum enstehen könnte, was aber ja eigentlich eine Gegnerschaft gegen die lokale Kultur- und Bildungspolitik ist.

    Die Bosys verdienen unbedingt und ganz sicher ein eigenes Haus!!!!

    Aber bitte erst dann wenn sichergestellt ist, dass die Kinder in Bochum trotzdem noch fehlerfrei schreiben und rechnen lernen…
    (ja, zugegeben: Platte Polemik. ich weiss. Aaaaber: Der geneigte Leser, welcher Kinder hat, die Schulen besuchen – oder der vielleicht gar selbst mal eine besucht hat?!? – wird bei ruhigem Nachdenken und auch nach mehrfachen bedächtigem Abwägen zu keinem sachlich anderen Urteil kommen können…?? – Oder…???)

  • #64
    C. Karpus

    @ Michael Townsend

    #3

    Sie schreiben:

    „Nebenbei: In Bochum braucht keine Schule zur Aufrechterhaltung ihrer Funktionsfähigkeit, für Stühle zu sammeln. (Als politische Aktion, ist die Idee jedoch nicht unoriginell.)“

    Herr Steude hat hier schon erwähnt, dass die Ausstattungen der Schulen in weiten Teilen doch sehr zu wünschen übrig lassen. Über Geldspenden der Bürger sollten Sie sich daher eigentlich freuen. Anders als beim geplanten Konzerthaus, wo man mit stolzen 4.000,– Euro als Stuhlpate dabei ist, kostet ein Stuhl für einen Grundschüler wahrscheinlich so um die 100,– Euro. Und wenn ich – auch mal ganz naiv wie Sie – die Stuhlpatenschaft der Konzerthausinitiative wörtlich nehme, könnte man für einen Konzerthausstuhl ganze 40 Grundschüler mit neuen Stühlen versorgen.

    http://www.bochumer-symphonie.de/stuhlpatenschaft.php

    Ich fand es ja ganz schön, dass Sie hier direkt als Dritter einen Kommentar hinterlassen haben und damit wohl den Einruck der Dialogbereitschaft vermitteln wollten. Seit es dann aber mit der Kritik konkreter wurde, haben Sie sich an der Diskussion leider nicht mehr beteiligt.

    Die vielfachen Bitten der Eltern der Max-Greve-Schule, die Zunkunft unserer Schule mit Ihnen zu besprechen, haben Sie vor zwei Jahren allerdings immer wieder mit Terminproblemen negativ beschieden. Erst als wir mit den anderen Schulen die Demo vor dem Rathaus veranstaltet haben, krochen Sie und Herr Wicking aus Ihrer „Burg“ heraus und diskutierten mit einigen Eltern. Das war zwar nicht der Rahmen, den wir uns für so ein Gespräch vorgestellt hatten, da so nur wenige Eltern daran teilnehmen konnten, aber immerhin bekamen wir so einen Eindruck, wie die Menschen in unserer Verwaltung so „ticken“.

    Vielleicht können Sie ja wenigstens Herrn Laurin beispringen und von Herrn Wicking bzw. Herrn Neumann oder Herrn Hoberg vom Schulverwaltungsamt heraussuchen lassen, wie viele Schüler in den einzelnen Jahren von 1980 bis 1990 in Bochum an den Grundschulen beschult wurden und wie viele Grundschulstandorte es in diesen Jahren in Bochum gab. Außerdem würde mich die Prognose für die Jahre ab 2029 interessieren.

    Vielleicht liege ich ja mit meiner Einschätzung völlig falsch.

    http://schulzeichen.wordpress.com/2012/02/27/die-luge-vom-schulerschwund/

    Dann wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie eine Anweisung an die Mitarbeiter im Schulverwaltungsamt geben könnten, bei Vorlagen an den Rat grundsätzlich nur Statistiken vorzulegen, die maßstabgserecht sind. Wenn Sie sich meinen folgenden Artikel ansehen, werden Sie vielleicht verstehen warum.

    http://schulzeichen.wordpress.com/2012/03/02/wie-man-mit-tabellen-den-angeblichen-schulerschwund-dramatisiert/#more-698

  • #65
    Guido

    nachdem man nun über die Kommentarfunktion unseren Beitrag hier geentert hat , würde ich es auch begrüßen, wenn unsere eigentliche Diskussion -Grundschulen und Stuhlpaten- ggf. auf unserer FAcebook Seite weitergeführt würde 😉

    Am einfachsten zu erreichen über www.stuhlpaten.de

    Um es nochmals klarzustellen …. wir sind nicht generell gegen das MZ … wir sind eine gemischte Gruppe engagierter Bürger die sich für den Ehalt von Grundschulen und gegen die Bildung kleiner Klassen einsetzt … unter uns gibt es sowohl Befürworter als auch Gegner des MZ …. aber das ist nicht unser eigentliches Thema
    ….. man liest sich 🙂

  • #66
    Steude Volker

    @Guido: Das Bürgerbegehren soll sich nicht gegen das Musikzentrum richten, sondern einen Bürgerentscheid darüber erzwingen, ob das Musikzentrum gebaut werden soll oder nicht.

    Es geht darum, dass die Bürger entscheiden, ob das Geld für die Unterhaltung des Musikzentrum bereit steht oder für bestehende Strukturen, insbesondere für die Schulen, Schaffung Plätze U3 Kinderbetreuung u.v.a.m

    Beides zu wollen, Mehrausgaben bei der Hochkultur (3-5 Mio. Musikzentrum, Jahrhunderthalle, und 2,5 Mio mehr für das Schauspielhaus) und keine Abstriche im Schulhaushalt wird nicht möglich sein.

    Der städtische Haushalt wird seit 2009 nicht genehmigt. Die Stadt ist de fakto insolvent. Das Defizit beträgt allein 2011 etwa 215 Mio. Der Schuldenstand liegt aktuell bei 1,39 Mrd. EUR, hinzu kommt ein Sanierungsstau allein bei den Schulen von weit über 200 Mio.

    Aktuell will die Politik bei den Schulen sparen (6,6 Mio.) und gleichzeitig weitere Ausgabeverpflichtungen für Kultur in Höhe von 5,5-7,5 Mio. eingehen.

    Der Erhalt des Schuletats ist nur möglich, wenn keine neuen Ausgabeverpflichtungen eingegangen werden. Beides ist untrennbar miteinander verbunden und lässt sich nicht getrennt diskutieren.

    Die Bürger müssen entscheiden, ob die Prioritäten so richtig gesetzt werden oder ob erst die Schulen saniert werden müssen, die Ausstattung der Schulen verbessert werden muss und erst danach, wenn wieder Geld da ist, neue Ausgabeverpflichtungen eingegangen werden können.

    Das müssen die Bürger entscheiden, insbesondere auch die Eltern und Lehrer. Also brauchen wir hierzu einen Bürgerentscheid.

    (siehe auch: http://piratenbochum.de/2012/03/02/burgerbegehren-zum-musikzentrum/#more-556)

    PS: 6,6 Mio. EUR/Jahr bei den Schulen kann die Stadt ausschließlich deswegen sparen, weil sie 16 Schulen schließen wird, 12 Schulen sind schon bekannt, 4 weitere werden in Kürze noch folgen.

    Auf den Erhalt von Grundschulen zu hoffen, wenn die geplanten Ausgabeverpflichtungen eingegangen werden, ist erkennbar vergeblich. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben bzw. in Bochum aufgenommen (als Neuverschuldung) werden.

  • #67
    Guido

    opps … Fehlerteufel …. natürlich meinte ich „… gegen die Bildung großer Klassen einsetzt….. “ 🙂

    DA haben wirs mal wieder … als Bürger kann ich einen Fehler zugeben ….. 🙂

  • #68
    Wolfgang Hoinko

    Augenscheinlich müßte man dem Neubau eines Musikzentrums Bochum
    zustimmen. Bei rund 32 Mio € muß die Stadt Bochum nur etwas mehr als 2 Mio €
    tragen, da Stiftungsgelder u. Fördermittel EU und Land NW eingesetzt werden
    können. Allerdings erscheinen mir die in der Ratssitzung im Februar d.J. vorge-
    stellten 650.000 € jährlichen Betriebskosten also absolut zu gering. In den vorgen.
    Betriebskosten sind die Unterhaltskosten der zu übernehmenden Jahrhunderthalle
    enthalten. Heute stehen in der WAZ Bochum ein Betriebskostenanteil von 300.000 €
    jährlich für das Musikzentrum und ca. 400.000 € für die Jahrhunderthalle. Diese
    Summen basieren aufgrund einer Schätzung einer Gutachterfirma aus dem letzten
    Jahr. Aus eigenen Erfahrungen werden die Betriebskosten für das MZ – bei rd.
    31 Mio Baukosten- mindestens doppelt so hoch sein!! Hier fehlt eine genaue
    Aufschlüsselung. Außerdem wird jeder Neubau mit jährlich 2 % abgeschrieben,
    bewegliche Ausstattungen mit ca. 10-20 % jährlich. Meines Erachtens sind diese
    jährlichen Kosten nicht in den 300.000 € enthalten. Später würde es wieder
    „Mauscheleien“ um diese Abschreibungen geben, wir haben das alles schon mal erlebt.
    Dass der Kulturdezernent Herr Towsend heute in der WAZ Bochum entgegenhält,
    dass später trotzdem weitere Schulen geschlossen werden, falls das MZ nicht
    realisiert werden könnte, halte ich nicht für vergleichswürdig.
    Ich werden morgen zur aufgerufenen Versammlung der Piratenpartei um 19.30 h
    hingehen, um mich weiter informieren zu können.
    Ich wünsche ausdrücklich eine genaue Betriebskostenstudie, und damit will
    ich alle Ratsmitglieder auffordern und motivieren!

  • #69
    68er

    Eigentlich war vor der Landtagswahl noch eine Sitzung des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft geplant. Darin sollte es wohl auch um Schulschließungen gehen. Offenbar wollte man das heisse Eisen aber vor der Wahl nicht mehr in die Hände nehmen und schwuppdiwupp wurde die Sitzung abgesagt. So tagt der Ausschuss eben erst im Juni.

    Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    https://session.bochum.de/somacos/net/bi/gr0040.php

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