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Bochumer CDU-Ratsmitglied organisiert Demo für S21

Kunstaktion oder Politik? Der Bochumer CDU-Ratsherr Dirk Schmidt hat eine Demonstration pro Stuttgart 21 organisiert.

Die Befürworter des Milliarden-Bahn-Projekts Stuttgart 21 bekommen unerwartete Unterstützung aus dem Ruhrgebiet: Der Bochumer CDU-Ratsherr Dirk Schmidt will am 21. Oktober vor dem Bochumer Hauptbahnhof für den Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs demonstrieren. OK, wegen dem teuren Bahnprojekt in Schwaben können auch im Ruhrgebiet die Bahnhöfe nicht renoviert und Projekte wie der Rhein-Ruhr-Express nicht oder erst später umgesetzt werden, aber darum geht es Schmidt nicht. Er sieht die Gefahr, dass beschlossene Großprojekte in Deutschland in Zukunft kaum noch umgesetzt werden können:

Stuttgart 21 geht uns alle an, denn es geht auch darum, ob legitim beschlossene große Infrastrukturprojekte in Deutschland noch realisiert werden können. Rund 15 Jahre ist über Stuttgart 21 beraten worden und ein Ausstieg nach Planungen, Auftragsvergaben und Baubeginn ist mit dreistelligen Millionenschäden verbunden. Die Planungen und Beschlüsse sind demokratisch legitimiert. Und nicht nur in Baden-Württemberg sind die Vorteile des realisierten Projekts eines Tages zu spüren. Die Fahrzeit von derzeit 54 Minuten zwischen Stuttgart und Ulm wird sich auf 28 Minuten verkürzen. Das sind 26 Minuten weniger für jede Fahrt von und nach München.

Vielleicht ist die Demonstration auch der ganz persönliche Beitrag von Dirk Schmidt zum lahmenden Kulturhauptstadtjahr: Eine dadaistische Demonstrations-Performance. So etwas hat in Bochum Tradition. Beim Kulturhauptstadtprojekt Platz des Europäischen Versprechens kann man seinen Namen in eine Platte eingravieren lassen und ein Versprechen für Europa abgeben – oder auch versprechen, jeden Tag drei Flaschen Bier zu trinken. Egal.

Wer mitmachen oder zuschauen will: Donnerstag,  21. Oktober um 16.30 Uhr geht es am Hauptbahnhof Bochum los. Um 18.00 Uhr soll die Party dann zu Ende sein.

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27 Kommentare zu “Bochumer CDU-Ratsmitglied organisiert Demo für S21

  • #1
    Hans Martin

    Ich finde es ja schon erstaunlich, dass zumindest in den heimischen Medien über pro S21 Veranstaltungen berichtet wird. Ich persönlich habe das Gefühl, dass eine überwältigende Menge in Deutschland diesen Bahnhof will und denke, dass sich in den nächsten Wochen mehr und mehr Befürworter melden werden und ähnliche Aktionen zu Unterstützung durchführen. Schade finde ich in diesem Zusammenhang nur, dass der RRX erst später kommen wird. Ein wichtiges Projekt für unsere Region.

  • #2
    Dieter Carstensen

    Es ist schon verblüffend, dass die Befürworter von Stuttgart21 einfach nicht begreifen können, dass sie für 3 Minuten Fahrtzeitverkürzung auf der Strecke Stuttgart – Ulm über 20 Milliarden Euro sinnlos verpulvern wollen, die im Gesamtschienennetz der Bahn für den Streckenerhalt dringend gebraucht werden.

    An der demokratischen Grundgesinnung dieses Bochumer CDU Ratsherrn hege ich aufgrund Ihres Berichtes arge Zweifel.

    Ihm scheint es nur darum zu gehen, x-beliebige Grossprojekte auch zukünftig, egal wo und wie, durchsetzen zu können. Dafür nimmt er S21 als Probeobjekt.

    Die Frage, warum quer durch alle sozialen Schichten und auch aus allen Wählerschichten, inclusive vieler CDU Wählerinnen und Wähler dermassen massiver Widerstand kommt, scheint sich dieser Mann nicht zu stellen.

    Es ist demokratisches Grundrecht, getroffene Entscheidungen anzuzweifeln, dagegen zu demonstrieren und auch getroffene Entscheidungen bei neuen Erkenntnissen zu überdenken, zu verändern oder zurückzunehmen.

    Offensichtlich hat doch die Stuttgarter Politik die Bürgeinnen und Bürger nicht ausreichend beteiligt und mit ins Boot geholt, sonst wäre dieser massive Volksaustand, anders kann man es für die Verhältnisse im “Ländle” nicht mehr nennen, nicht zustande gekommen.

    Und bei einer Kostensteigerung von ursprünglich ca. 3 Milliarden Euro, bei Planungsbeginn, auf jetzt bis zu 27 Milliarden Euro muss doch der gesunde Menschenverstand am geistigen Zustand der dafür Verantwortlichen zweifeln, oder?

  • #3
    Lars Lammert

    Damit beweist Schmidt doch, dass es durchaus andere Meinunegen gibt. Nicht immer sind diejenigen, die am lautesten Brüllen auch in der Überzahl…

  • #4
    Dirk Haas

    Ich würd’s gern als Dada lesen, aber ich erkenn’ sie wieder, die Logik der um Zukunftsfähigkeit besorgten Lokalfürsten, die ihre Stadt zur Durchgangsstation im globalen Bewegungsraum umbauen und meinen, so würde sie „Metropole“.
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/10/12/die-zukunftsfaehigkeit-der-lokalfuersten.aspx

    Im Übrigen: Über die Durchsetzungsfähigkeit von Großprojekten muss man sich keine Sorgen machen; es gibt gute und schlechte, überzeugende und fragwürdige Großprojekte. Eines findet z.B. mitten im Ruhrgebiet statt: Der Emscherumbau kostet Milliarden und hat keine nennenswerten Akzeptanzprobleme.

  • #5
    Henning

    @ Dieter Carstensen

    Ihre Behauptung, dass die Stuttgarter Politik Ihre Bürgerinnen und Bürger bezgl. S21 nicht ausreichend beteiligt hat, ist falsch.

    S21 ist seid ca. 20 Jahren (!) im Gespräch und hat ordnungsgemäß das Planfeststellungsverfahren durchlaufen. Dieses hat u. a. eine umfassende Beteiligung von Bürgern als Ziel und führt, an richtiger Stelle ausgenutzt und eingesetzt, ggf. auch zu einer Verhinderung von Großbaumaßnahmen, wie z. B. Datteln 4 zeigt. Ob und wie die Politik das Projekt kommuniziert hat, steht auf einem anderen Blatt.

    Der jetzige Protest und die Demonstrationen sind demokratisch sicherlich legitim, kommen m. E. aber zu spät.

  • #6
    Helmut Junge

    Mehr als 20-30 Leute plus natürlich schwarzes Fernsehen werden da wohl nicht kommen.
    Hoffentlich sind die Ruhrbarone auch kurz in der Nähe und informieren uns über das Großereignis.

  • #7
    Barbara Underberg

    Es gab im Planfeststellungsverfahren 11.000 (!) Einsprüche gegen S21. Alle wurden schön ordentlich von der Gerichten abgearbeitet und abgelehnt. Kein Wunder, dass die Leute sich nicht ernst genommen fühlen.

  • #8
    teekay

    Ich empfehle dem jungen Mann aus Bochum die Lektuere von Jens Berger’s Artikel…ganz unaufgeregt setzt er sich mit S21 auseinander:

    Stuttgart 21 – der Bahnhof, den niemand will und niemand braucht

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4247/stuttgart-21-der-bahnhof-den-niemand-will-und-niemand-braucht

  • #9
    dave

    ich kann einige der argumente nicht mehr hören…
    26 minuten schneller von stuttgart nach münchen. super.
    ich bin die strecke in den letzten drei monaten neun mal
    hin- und hergefahren. von somit insgesamt 18x der strecke
    war die bahn 10x verspätet, davon 8x 20 minuten und
    2x über 60 minuten und das immer im ICE. die herren sollten
    sich mehr gedanken über zuverlässigkeit machen anstatt
    irgendwelchen bullshit schönzurechnen. und die trasse nach
    bratislava wird nur erwähnt damit einige rentner weiter vom
    lebensraum im osten träumen können…

  • #10
    Andi

    @Barbara: “Die Leute” fühlen sich also nur dann ernstgenommen, wenn sie auch ihren Willen durchsetzen können? Und wer “schön ordentlich” vor Gericht verliert, wurde nicht ernstgenommen?

    Ich habe allmählich den Eindruck, dass es vielen S21-Gegnern überhaupt nicht um den Bahnhof geht, sondern dass dieser nur ein generischer Aufhänger für ein diffuses “die da oben”-Gefühl ist, dem man bei der Gelegenheit mal hübsch Luft machen kann. Und was dieses gemütliche Gefühl stören könnte, wird bequem zur Seite gewischt.

  • #11
    angry young man

    Was für ein seltsames und fragwürdiges Demokratieverständnis doch hier und auch ansonsten überall in den Medien ans Tageslicht tritt (viele Menschen mit CDU-Parteibuch tun sich da besonders hervor):
    Ein Projekt, wenn es denn erst einmal alle bürokratischen Genehmigungsverfahren durchlaufen hat, läuft danach außerhalb der demokratischen Spielregeln, genießt also Immunität gegenüber der Demokratie. Soso…

    Gleiches Argument ließe sich so ja eigentlich auch gegen den Protest gegen die Nutzung von Kernenrgie ins Felde führen: Der Bau von Meilern wurde damals auch genehmigt. Delegitimiert das dann nicht auch den immr noch anhaltenden Protest gegen diese Technologie? Atomkraftwerke wurden schließlich in einer Demokratie genehmigt und völlig gesetzeskonform gebaut..

  • #12
    Mao aus Duisburg

    Hier ein aktuelles Interview zum Thema, was man in NRW mit dem Geld anfangen könnte, das derzeit von der Bahn in Stuttgart versenkt wird:

    http://www.fr-online.de/politik/-nachgelagertes-buerger-controlling-schaffen-/-/1472596/4737646/-/index.html

  • #13
    Barbara Underberg

    @Andi (10): Die Befürworter von S21 sagen einerseits, die demokratische Legitimation sei gegeben, weil alle Verfahren erfolgreich durchlaufen wurden, andererseits, die Gegner des Megaprojekts hätten sich früher zu Wort melden müssen, jetzt sei es zu spät, noch was zu ändern.
    Sie haben sich 11.000 Mal zu Wort gemeldet, es hat aber offenbar gar nichts geändert. Scheinbeteiligung.

  • #14
    Uhlenbrock

    Der Bürger hat lang genug still gehalten und resigniert gegenüber den politischen Akteuren unter dem Motto, die machen ja sowieso was sie wollen, doch auch irgendwann ist beim Bürger das Maß dann voll und das wird sich bei dieser Regierung mit Ihrer Art des politischen Handels noch häufiger auf den Straßen zeigen, den der Bürger fängt an sich wie in den 80er Jahren wieder zu wehren! Das Kind „Stuttgart 21“ wurde gegen die Wand gefahren, weil sich die Politiker letztendlich zu sicher waren, das seitens der Bürger kein Protest folgen würde und man die Einwende abschmettern wird können und dieses dann parlamentarisch beschließen! 67000 Unterschriften gab es ja während der Planungsphase für einen Bürgerentscheid und ???? Ignoriert, wie so häufig in der Politik … man erinnere sich an die Lehrer der Rütli Schule, wo trotz mehrmaligen Eingaben seitens der Lehrer die Ämter und Politiker erst tätig wurden nachdem sich diese Lehrer an die Medien gewand hatten!
    Wenn eine Regierung, Partei und dessen Politiker es nicht schafft für Ihr politisches Anliegen im Vorfeld zu werben und zu erklären um eine Mehrheit in der Bevölkerung mitzunehmen, da man genug mit sich selbst zu tun hat und dann noch die Dreistigkeit besitzt sich ständig auf das Ergebnis der Bundestagswahl bezieht unter dem Motto der Bürger kannte das Parteiprogramm und somit haben wir dafür einen Auftrag, der wird auch nicht verstehen, das der Bürger in der Mehrheit nicht mit allen Parteiprogrammpunkte einverstanden sein muss!
    Genau diese Aussagen machen doch die Kluft und die Entfremdung der politischen Akteure zu dem Bürger deutlich und das schlimme ist, es wird dabei das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit in dieses Parlamentarische System und somit auch in die zZ. bestehende Demokratie nachhaltig beschädigt!
    Herr Schmidt macht es ziemlich einfach und die Angst besteht wohl eher darin, dass er demnächst auf den Bürger zu gehen muss um Ihn vom Sinn eines Großprojektes im Vorfeld ehrlich zu informieren und überzeugen, dieses bedeutet dann viel Arbeit!

  • #15
    angry young man

    @andi (10)
    das hast du gut erkannt! glückwunsch!
    natürlich geht es nicht mehr allein um den bahnhof und erst recht nicht mehr um die bäume – die haben lediglich das lange ausstehende feuer entfacht. es geht darum, dass die politik hier ihre wahre fratze zeigt und nun auch dem letzten deutlich wird, wieviel wert man dort auf mitbestimmungsrecht, auf demokratie legt, wieviel mehr wert der politik doch die interessen und damit vor allem das geld eines großkonzerns gegenüber dem willen einer inzwischen in die hundertausende gehenden masse sind.

  • #16
    Kohlmeise

    In der Soziobiologie würde man das ganz klar als Concorde-Fehler diagnostizieren. Ein ökonomisch denkender Mensch sollte nie die bisherigen Investitionen als Kriterium für weiteres Handeln ansehen, sondern die Nutzen bzw. Kosten für die Zukunft bedenken (Dawkins 1996 (1976): 246-248). Der Ausgang des Projekts ist daher leicht abzusehen.
    Fünf solcher Projekte mit einem Horrorszenario von 11 Mrd. Euro Kosten stoppen und man könnte auf einen Schlag alle Verbindlichkeiten der Gemeinden und Gemeindeverbände in NRW begleichen.

  • #17
    Tim Mayer

    Bessere Kommunikation?

    Wenn Politiker sich den Fehler eingestehen, dass von Beginn an nicht richtig geworben und die Bevölkerung nicht „mitgenommen“ wurde – was wollen Sie uns damit sagen? Dass mit besseren Infos sich S21-Gegner überzeugen lassen? Dass die Millionen für bunte Broschüren und inhaltsschwache Werbung umsonst war? Dass man wichtige Argumente vergessen hat?
    Was genau hätte man denn besser kommunizieren sollen? Das können die Befürworter ja jetzt gerne endlich mal sagen. Aber wetten, es wird nichts mehr kommen – weil es nämlich nichts Neues zu sagen gibt. Denn das alles sind nur Floskeln, um zu besänftigen und von allen Planungsfehlern abzulenken. Jetzt versucht es die Politik auf die schleimige Tour.

    Es geht auch nicht darum das Projekt S21 besser zu verkaufen. Denn die Befürworter haben sicher nicht ohne Grund lange Zeit vieles verschwiegen, was jetzt so langsam alles aufgedeckt wird. Denn dann wären ja die Menschen alle noch viel früher auf die Straße gegangen!

    Das Projekt selbst ist nämlich der Fehler! Eine einzige Katastrophe. Die vielen friedlichen Demonstranten (darunter unzählige langjährige CDU-Wähler) sind vor allem deshalb gegen S21, weil der neu geplante Tiefbahnhof absolut nicht notwendig, zu eng, zu kompliziert, zu unflexibel und schlussendlich eine Geldvernichtungsmaschine ist. Es gibt keinen Bahnknoten neu zu ordnen, denn es gibt kein Problem mit dem jetzigen Bahnhof, das gelöst werden müsste. Stuttgart hat den pünktlichsten Kopfbahnhof in ganz Deutschland!

    Alle S21-Gegner sind für die Zukunft, für Modernität und Funktionalität – aber nicht für einen künstlich geschaffenen Engpass. Sondern für einen variablen und attraktiven, weil viel sinnvolleren Kopfbahnhof! Nur hier können Züge aufeinander warten, nur hier funktioniert der integrierte Taktfahrplan.

    Es geht auch nicht darum, in Zukunft alle Großprojekte zu hinterfragen. Aber wenn Verschlechterungen geplant sind statt Verbesserungen herbei zu führen, nur um Immobiliengeschäfte zu tätigen und schwäbischen Vetterleswirtschaft praktizieren zu können, dann wird sich auch in Zukunft das Volk einmischen und friedlich zur Wehr setzen.
    Also – erstmal informieren aus der Ferne, dann mitreden. Hlfreich hierzu ist vielleicht dieser kleine Link – hier werden alle Punkte zu S21 kompetent angesprochen und beleuchtet:

    http://tinyurl.com/2u4pzw2

    Übrigens – die Demos zur jetzigen Zeit haben mit der Wahl im Frühjahr überhaupt nichts zu tun. Dass die CDU dann abgestraft wird, steht auf einem anderen Blatt. Der Widerstand wäre nämlich exakt derselbe auch wenn 2011 keine Wahlen wären. Solche billigen Argumente machen das Projekt S21 keinen Deut besser!

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  • #19
    Thomas Auer

    Ich stimme Frau Underberg (prost!) zu.
    Es ist überhaupt schon erstaunlich, dass in einer Öffentlichkeitsbeteiligung sich so viele Bürger beteiligt haben.
    Das Ergebnis allerdings ist immer das gleiche: Den Anregungen wird nicht gefolgt (so oder so ähnlich die Verwaltungsvorlagen in ganz Deutschland).
    Dann der Gang vor die Gerichte (aus meiner Sicht auch teilweise durchaus unbeleckt in Planungsfragen) und am Ende kommt heraus: Alles gut, alles prima

    Und dann fragt man/frau sich schon, sind denn nun alle blöd, die etwas dagegen einzuwenden hatten?!
    Wohl eher nicht.

    Beste Grüße

  • #20
    Arnold Voss

    Ich werte die Aktion des werten Bochumer Ratsherren als eine neue, durchaus steile These zur Planungs-und Entscheidungstheorie:Entscheidungen die mehr als 10 Jahre Vorbereitungszeit gebraucht haben sind auf ewig gültig, bzw. können sie auf Grund der langen Vorbereitungszeit per Definitionem nicht falsch sein.

  • #21
  • #22
    Martin Tönnes

    Der Bochumer CDU-Ratsherr und Fraktionsmitarbeiter der CDU-Fraktion im Regionalverband Ruhr will mit seiner Demo für Stuttgart 21 ein städtebauliches Projekt in Stuttgart unterstützen. Nach offziellen Angaben werden dort eineschließlich der Neubaustrecke Ulm-Wendlingen rund 7,5 Milliarden!! Euro nach einem Gutachten des Umweltbundesamtes zwischen 9 bis 11 Milliarden!! Euro Investitionsmittel des Bundes, der Bahn AG und des Landes Ba-Wü vergraben.

    Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW mit rund 18 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern und der Ballungsraum Ruhr mit rund 5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern werden in Folge der Stuttgarter Geldvernichtung auf Dauer weiter mit Verspätungen und Zugausfällen bei der Bahn, einem maroden und völlig veraltetem Zugmaterial sowie Bahnhöfen und Haltepunkten in einem erbärmlichen Zustand leben müssen.

    Der für den Güterverkehr auf der Schiene dringend notwendige Bau der Betuwe-Linie zwischen Emmerich und Oberhausen einschließlich des längst überfälligen Lärmschutzes ist nicht absehbar. Seit Jahren bekannte Engpässe im Schienennetz des Landes, die Hauptursache für Verspätungen im Bahnverkehr sind, wie die Bahnknoten in Köln und Dortmund oder die eingleisige Strecke zwischen Lünen und Münster werden nicht beseitigt. Im Duisburger Hauptbahnhof werden wartende Fahrgäste weiter im Regen stehen und der marode Zustand einer Vielzahl von kleinen Bahnhöfen in NRW und im Ruhrgebiet müssen hier nicht weiter beschrieben werden. Von einem 15-Minuten-Takt bei der zentralen RE-Linie zwischen Hamm und Aachen werden die Menschen in NRW und insbesondere im Ruhrgebiet weiter nur träumen dürfen. Von einer nachhaltigen Verbesserung des gesamten Fahrplanangebotes ganz zu schweigen.

    Gibt es zu dieser Vielzahl von Fragen auch Antworten von Herrn Schmidt auf der Pro-Demo zu Stuttgart 21. Auf die drängenden Herausforderungen für deutliche Verbesserungen im Bahnangebot im Ruhrgebiet und im Land hat der CDU-Kollege Schmidt offenkundig keine Antworten.

    Martin Tönnes
    Ratsmitlied der Grünen in Dortmund und
    Fraktionssprecher der Grünen im RVR

  • Pingback: S21 Tag in Bochum | Ruhrbarone

  • Pingback: Demok.de - Stellungnahme der Politik zur Bürgerbeteiligung bei Stuttgart 21

  • #25
    Tatare

    Was soll das ?? haben die im Ruhrpott keine andere Sorgen ?

    Das meiste am Projekt zahlt die Stadt und das Land Baden-Württemberg !

    S21 ist ein Murks, verkerstechnisch veraltet und die hohen Risiken und Kosten.

    Es wird aus Bade Cannstatt bald nur noch Cannstatt da sie massiv mit der Baumaßnahme in das Mineralwasser eingreifen.

    Am besten mal richtig informieren ! In Baden – Württemberg wurden wir jahrelang mit den tollsten Versprechungen per Medien hingehalten.

    Warum also auf dem Pferd S21 reiten wenn es doch bereits Tod ist ?

    ******************************************************************
    In Stuttgart entscheidet über Recht nicht ein Gericht sondern die Bahn und der OB:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-stuttgart-privatbahnen-drohen-s-zu-kippen-1.1137079

    ******************************************************************
    Finanzzierung des Landes und der Stadt fragwürdig ?

    http://www.juristen-zu-stuttgart21.de/Home/Eintrage/2011/8/29_Pressemitteilung__Juristen_warnen__Minister_vor_Straftat.html

  • #26
    allemachtdendrähten

    wenn jemand also eine andere Meinung zu S 21 hat, dann kommt prompt: An der demokratischen Grundgesinnung dieses Bochumer CDU Ratsherrn hege ich aufgrund Ihres Berichtes arge Zweifel. Nun ich bin auch gegen S21 würde mir aber einen solchen Spruch nicht anmaßen.

  • #27
    Uhlenbrock

    Wenn man sieht wieviele Gleise marode sind und wieviel Gelder die DB in den Kauf von Bahnunternehmen im Ausland gesteckt haben, welche Probleme die Berliner S Bahn aufgrund von schlechter Wartungsarbeiten, die Klimaanlagen in den Zügen im Sommer ausfallen und im Winter die Heizung, dann gebe es wichtigere Dinge als S21, welches Milliarden verschluckt! Vielleicht sollte man erstmal diese Sicherheitsrelavanten Probleme aus der Welt schaffen, den das könnte Menschenleben kosten! Warum haben wir jedes Jahr einen neuen Fahrplan der DB, doch nur um marode Streckennetze, wo Züge nur noch höchstens 60 km fahren dürfen und dringend erneuert werden müssten zu umgehen und somit diese Gefahrenstellen aus der Statistik wegfallen! Streckennetze werden still gelegt und wieviele DB Tochterfirmen gibt es schon um die billigen Preisaktionen der DB zu unterwandern? In dem Tarifdschungel der DB kennt sich doch selbst das eigene Personal schon nicht mehr richtig aus und somit ist und bleibt die DB als Unternehmen ein Sanierungsfall und da muss man nicht mit aller Gewalt neue Großprojekte aus dem Boden stampfen nur damit einige Mitarbeitern der DB und einige Politiker ihr Image damit aufbessern oder andere eigene Vorteile daraus ziehen!

    Aber solange es die Parteien nicht schaffen mit dem Bürger politische Dinge anzugehen, sondern über Ihren Kopf entscheidungen treffen und dafür auch noch Parteispenden kassieren oder einzelne Politiker sich dadurch Nebenverdiensteinkommen sichern indem Sie Beraterhonorare erhalten oder gar einen gut bezahlten Job nach dem politisches Amt, ist das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit in diese repräsentative Demokratie mit diesem Parteiensystem eher eine Gefahr für dieses Land!

    Der Protest gegen S21 ist schon lange nicht mehr nur ein Protest gegen einen schwachsinnigen Bahnhofausbau, sondern auch eine Ansage gegen diese Art der repräsentativen Demokratie!

    Zum Schluss möchte ich nur auch mal an den Berliner Hauptbahnhof erinnern, wie groß und toll dieser doch werden sollte und heute mehr als beschwerden! Unübersichtlich, zu lange Wege etc. …

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