BVB-Geschäftszahlen weiter unter dem Eindruck von Covid-19

Aki Watzke und Thomas Treß (rechts) bei der Bilanzpressekonferenz des BVB im August 2014. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA hat im Geschäftsjahr 2020/21 eine Bruttokonzerngesamtleistung in Höhe von € 358,6 Mio. (Vorjahr € 486,9 Mio.) erwirtschaftet. Das Konzernergebnis weist einen Fehlbetrag in Höhe von € 72,8 Mio. aus. Die weiteren Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr konnten nahezu vollständig durch Einsparungen der operativen Aufwendungen kompensiert werden. Der höhere Jahresfehlbetrag ist im Wesentlichen auf das verminderte Transferergebnis aufgrund des verhaltenen Transfermarktes sowie auf Sonderabschreibungen der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte zurückführen.

Insgesamt sind die Umsatzerlöse im Konzern um  € 36,0 Mio. von € 370,2 Mio. auf € 334,2 Mio. gesunken. Die rückläufige Entwicklung der Erlöse um 9,7 Prozent ist vornehmlich dem Rückgang aus dem Spielbetrieb, aus dem Conference, Catering, Sonstige sowie dem Merchandising geschuldet.

„Während der Vorjahresumsatz nur durch vier Monate Corona geschmälert wurde, mussten wir nun ein ganzes Geschäftsjahr mit der Pandemie leben. Daher ist es, was den Umsatz betrifft, ein außerordentlich gutes Ergebnis und ein Zeichen der Stärke von Borussia Dortmund“, sagte Hans-Joachim Watzke. Der Vorsitzende der Geschäftsführung sprach von einer „extrem spannenden Aufgabe, das Unternehmen durch eine dieses Mal nicht selbstverschuldete Krise zu führen“, rief alle Anhänger – sofern noch nicht geschehen – zur Impfung auf („Der Schlüssel für alles“) und appellierte an die Politik: „Jetzt ist die Zeit gekommen, mutige Entscheidungen zu treffen. Man kann nicht mehr alles damit lösen, indem man den Laden abschließt.“

Größte Ursache für die finanziellen Einbußen waren die im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verhängten Ausschlüsse von Zuschauern bei fast allen Heimspielen der Gesellschaft. Waren zu den wettbewerbsübergreifend 23 Heimspielen in der Saison 2018/19 – der letzten vollständigen Spielzeit vor der Pandemie – knapp 1,8 Mio. Eintrittskarten verkauft worden, durften im Geschäftsjahr 2020/21 lediglich insgesamt 21.100 Besucher zu drei Heimspielen eingelassen werden. Das entspricht einer Einbuße von fast 99 Prozent, die sich massiv auf den Umsatz im Ticketing auswirkte. Die Erlöse sanken von € 44,7 Mio. im Geschäftsjahr 2018/19 auf € 0,5 Mio. in 2020/2021. In den Bereichen Conference, Catering und Sonstige verringerten sie sich im Vergleich zum bereits von der Corona-Pandemie betroffenen Vorjahr von € 36,6 Mio. um € 28,8 Mio. auf € 7,8 Mio. Jedoch konnten viele spieltagsbezogene bzw. nicht darzustellende Werbemaßnahmen durch andere Werbeinhalte kompensiert werden.

Die Erlöse aus der Werbung und der TV-Vermarktung entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr trotz massiver Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie positiv.

Ein wesentlicher Faktor dieses Zuwachses sind die mit den beiden Hauptsponsoren Evonik Industries AG und 1&1 Telecommunication SE sowie dem Ausrüster Puma SE seit 1. Juli 2020 neu geltenden Verträge. Zudem konnte in der adesso SE ein weiterer Sponsor für den Jugendbereich gewonnen werden.

„Borussia Dortmund ist eine Marke, mit der es sich lohnt zu werben“, erklärte Geschäftsführer Thomas Treß und sagte mit Blick auf das Eigenkapital, das sich zum 30.6.21 auf € 232,6 Mio. belief: „Wir sind robust aufgestellt.“

Der am 23. Juli 2021 erfolgte werthaltige Transfer des Spielers Jadon Sancho zum Manchester United Football Club spiegelt sich im hier betrachteten Geschäftsjahr 2020/21 nicht wider. Insgesamt bewegen sich die Brutto-Transferentgelte mit € 24,4 Mio. bei einer Abnahme von € 92,3 Mio. weit unter Vorjahresniveau von € 116,7 Mio..

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