Es sollte ein großer Wurf werden, ein architektonisches Highlight für Bochum. Doch der Siegerentwurf bietet nur eine Ziegelkirche – eingeklemmt zwischen zwei ebenfalls geziegelten Schuhkartons. Von unserem Gastautor Volker Steude. Volker Steude ist Initiator des Bürgerbegehrens Musikzentrums, das die Bochumer Bürger an Stelle des Rates darüber entscheiden lassen will, ob das Musikzentrum gebaut werden soll.
Sollte dieser Entwurf verwirklicht werden, entsteht an der Viktoriastraße kein Hingucker, sondern ein weiterer uninspirierter Dutzendgebäudekomplex wie er in vielen Städten zu finden ist. Chancen wurden verschenkt, aber viel mehr ließ der Kostenrahmen wohl auch nicht zu.
Die Kirche wird zu einem Foyer für Konzertsaal und Musikschulsaal – die Ziegelblöcke links und rechts der Marienkirche. Die große architektonische Herausforderung des Wettbewerbs zum Musikzentrum war es, die Marienkirche in architektonisch innovativer und überraschender Weise in einen Musiksaal umzugestalten. Die Umnutzung von Kirchen und die Umwandlung von kirchlichen Gebäuden – da gibt es viele interessante, architektonisch gelungene Umsetzungen. Dieser Entwurf wird leider nicht dazu gehören. Die Kirche bleibt leer, bleibt wie sie ist, und wird zum bloßen Aufenthalts- und Durchgangsraum. Diese Idee, wenn sie als solche überhaupt bezeichnet werden kann, ist phantasielos.





