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CDU-Vorsitz: Bitte nicht Laschet

Das mag jeder Politiker: Armin Laschet nimmt ein Bad in der Menge (Foto: Roland W. Waniek)

Armin Laschet Foto: Roland W. Waniek

Die größten Chancen CDU-Vorsitzender und Kanzlerkandidat der Christdemokraten zu werden hat Armin Laschet. Und ja, er wäre der beste Kandidat. Aber die Vorstellung, Laschet ginge nach Berlin ist trotzdem nicht angenehm: Bei der nur kurz auf die Bundestagswahl folgender Landtagswahl würde die Union in NRW wahrscheinlich abstürzen, weil kein  Laschet-Nachfolger in Sicht ist, mit dem die Union gut abschneiden würde. Die Chance, dass NRW einen grünen Ministerpräsidenten bekommen könnte, würde steigen. Die SPD, dazu muss man kein ausgewiesener Prophet sein, wird bei der Frage des Regierungschefs in NRW keine Rolle spielen. Nun könnte man zynisch argumentieren, dass ein Land, das Hannelore Kraft überstanden hat, sich vor nichts mehr fürchten muss. Allerdings fällt mir bei den Grünen in NRW niemand an, den ich gerne in der Regierung sehen würde – und als Regierungschef schon einmal gar nicht. Von daher wäre es mir am liebsten, Laschet würde diesem lang gebeutelten Land noch mehr Leiden ersparen und in Düsseldorf bleiben.

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16 Kommentare zu “CDU-Vorsitz: Bitte nicht Laschet

  • #1
    Klaus Lohmann

    Um den Neokapitalisten Merz oder den Aktivismus-Kaiser Spahn zu verhindern, wäre Laschet doch prima;-) Und *Personen* mit echten Führungsqualitäten und umsetzbaren Visionen gibt es in der Politik doch höchstens noch in den Ortsvereinen, da ist Jemand von den Grünen auch nicht besser oder schlechter als er.

  • #2
    Oliver

    Falls Armin Laschet CDU-Vorsitzender im Bund würde, könnte er doch weiter NRW-Ministerpräsident bleiben. Und wenn der nächste Bundeskanzler dann ein Grüner wird, kann sich Laschet wieder auf NRW konzentrieren.

  • #3
    Klaus Aßhoff

    Was soll das denn nun sein? Ein Kommentar? Ein Bericht? Eine Glosse? Oder die prophetischen Weisheiten vom Küchentischexperten? – Eines ist es: überflüssig!

  • #4
    FrankN.Stein

    Ein GRÜNER MP?? Unvorstellbar. Am Ende würden wir noch werden wie BADEN WÜRTTEMBERG!!!

  • #5
  • #6
    Andi

    Die Frage ist, was eine Landesregierung Laschet bisher erreicht hat, außer der Hofierung von Köln und Düsseldorf, sowie der Fortgesetzten Ignorierung des Ruhrgebiets. Nichts.

  • #7
    discipulussenecae

    Ich hoffe, die Wette zu gewinnen, die wir vor gut einem Jahr zu später Stunde am Küchentisch abgeschlossen haben: Mein Tip für den nächsten CDU-Kanzlerkandidaten war eben Armin Laschet.

    Aber nicht aus persönlicher Sympathie, sondern eher einer Analyse der Kanzler-Wahl-Partei geschuldet.

    Ihre Einschätzung von Frau Kraft teile ich vollständig – wer könnte auch ernsthaft das Gegenteil behaupten wollen? Und als Nachfolger für A. Laschet tippe ich auf Peter Biesenbach: Der sieht gut aus, hat den CDU-Stallgeruch und als Justizminister bereits ein wichtiges Ministerium geleitet.

  • #8
    Eule

    #7:

    Biesenbach hat allerdings unter Druck in der "Hackeraffäre" keine unbedingt gute Figur gemacht, damit dürfte er jedenfalls nicht die erste Wahl sein. Chancen könnten eher Lienenkämper qua Amt (aber inhaltlich wohl höchstens wenn eine neue schwarz-gelbe Koalition in Aussicht steht, wonach es nicht aussieht) oder Wüst qua Persönlichkeit (anschlussfähig für die Grünen?) sein.

    Man muss auch beachten, dass der NRW-MP laut Verfassung zwingend Mitglied des Landtages sein muss. Andere Namen wie Merz oder Spahn kämen daher nur in Frage, wenn diese zur Landtagswahl anträten, und gemessen am Ergebnis von 2017 bräuchten sie dafür einen aussichtsreichen Wahlkreis, da die Landesliste nicht gezogen hat.

  • #9
    Jürgen

    #6 Das kann ich frierenderweise am Bhf Gelsenkirchen auf dem Weg nach Recklinghausen bestätigen. Hätte nicht gedacht, dass Recklinghausen bahnte hnisch so scheiße angebunden ist. Weshalb werden die Chefs des VRR eigentlich bezahlt?

  • #10
    Robert Müser

    Hmmm,
    spannendes Thema …

    Ein Weggang von Laschet nach Berlin könnte NRW neue Perspektiven eröffnen aus seiner Lethargie zu kommen. Seine aktuelle Regierung dümpelt irgendwie vor sich hin und in gewissen Teilen ist ein Unterschied zu seiner Vorgängerin Krafftlos nicht unbedingt zu erkennen. Die Aktivposten in seiner Regierung sind mehr als überschaubar.

    Der "Untergang" würde dann schneller kommen, wenn man an Untergangsszenarien glaubt. Denkbar ist aber auch ein Art Politiklabor mit neuen Formen der Zusammenarbeit der politischen Parteien, manche Impulse gingen einstmal von NRW aus – warum auch nicht dieses Mal?

    Laschet als Kanzler, na ja – die Personaldecke der CDU gibt scheinbar nicht mehr viel her. Inzwischen ist man über jede Alternative zu Mutti Raute von Aussitzhausen dankbar. Vor dem Hintergrund der beiden anderen Mitbewerbern aus NRW wie Bierdeckel-Fritz oder Gesundheit-App-Jens erscheint der frisch gekürte Ritter aus Aachen schon wie eine Lichtgestalt.

  • #11
    Bochumer

    Für die Verfolgung von Steuersündern in NRW wäre ein Ende der Schwatz-Gelben gut. Die erste Amtshandlung war ja die Einstellung dieser für den Staat lukrativen und für ehrliche Steuerzahler selbstverständlichen Maßnahmen. Die zweite Amtshandlung war die Hambi-Räumung. Dadurch kam zwar ein Mensch zu Tode, aber Gericht und Kohle-Kompromiss sorgen ja für den Erhalt des Rest-Gestrüpps. Eine Erfolgsgeschichte ist das nicht. Insofern: Unser Land hat Kraft überlebt, Rent-a-Rüttgers und sogar Clement. Laschet schaffen wir auch noch. Und dann reicht unsere Leidensfähigkeit auch für nen Grünen. Hauptsache ist, uns bleiben die schlichten Gemüter der FDP erspart.

  • #12
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Bochumer: NRW kauft weiter Steuer CDs: https://www.bild.de/regional/duesseldorf/duesseldorf-aktuell/sie-soll-hochwertige-daten-enthalten-nrw-hat-neue-steuer-cd-gekauft-66362538.bild.html
    Und der Mann im Hambacher Forst stürzte ohne Polizeieinwirkung ab. Aber klar: Fake-News können auch Linke:
    https://www.salonkolumnisten.com/fake-news-luegen-verbinden/

  • #13
    ke

    Warum kennt man keine Politiker mehr? Selbst in Zeiten von Social Media etc.
    Will die zweite Reihe nicht? Wird sie klein gehalten?

    Ich kenne viele Politiker, die ich nicht möchte. Auf allen Ebenen Bezirk, Stadt Dortmund, NRW, Bund. Nur wen möchte ich? Kein Ahnung.
    Es fehlt überall an Visionen, an einer Strategie. Merkel zeigte Pragmatismus und alles verwässert. Sie ist wie ein guter Fußball kann links wie rechts und grün.

    Mir fällt zur aktuellen Landesregierung auch kein Gesetz und keine Aktion ein. Die Clan-Bekämpfung fällt auf, bringt aber eher wenig. Immerhin hat die Regierung wohl Funkempfang. Das ist im Vergleich zur Vorgängerregierung schon ein Vorteil.

    Tja. Das werden harte Wahlen. Selbst die Spaßparteien werden auch immer weniger kreativ. Die prominenten Grünen-Politiker sind mir zu weit von den Fakten entfernt. Außerdem sollte ein kommender Bundeskanzler zumindest in der Lage sein einen Facebook Account zu managen (lassen).

  • #14
    Bochumer

    @Stefan Laurin

    Also zunächst einmal bin ich kein Linker und die Einteilung des politischen Spektrums anhand der Sitzung im Reichstag von Anno Tuc ist meiner Ansicht nach simpel und überholt. Das ist auch den Ruhrbaronen zu entnehmen, wenn in den guten Analyse zu Thüringen davon zu lesen ist, dass es altes westdeutsches Denken in den Parteizentralen gibt.

    Aber zu den Fakten. Als Schwatz-Gelb an die Macht kam, wurde die Verfolgung der Steuersünder über die Schwerpunkt-Einheit in Wuppertal massiv zurück gefahren. Das ergibt eine simple Netzrecherche. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-01/wuppertal-steuerfahndung-nrw-wechsel-deloitte-landesregierung
    Davon profitieren nunmal die Unterstützer der FDP stärker als die der Linkspartei.

    Das war kein Ruhmesblatt für Laschet.

    Dass die Polizei am Tod Schuld war, habe ich nicht geschrieben. Dieses Risiko ist bei den Baumbesetzungen eingepreist und es verlangt den Beamten viel ab, dort umsichtig vorzugehen. Es ist deren Verdienst, dass nicht mehr passiert ist. Das ändert aber nichts daran, das der Einsatz komplett überflüssig war. Es war ein peinliches Cowboy-Spiel der Landesregierung, das viel Energie und Steuermittel verpulvert hat. Kein Wunder, dass die FDP-Anhänger ungerne Steuern zahlen.

  • #15
    Markus

    @Bochum Sauber, da erhalten hochrangige Beamte derart lukrative Angebote aus der Wirtschaft, dass sie ihren Beamtenstatus aufgeben und Schuld ist die FDP. Vielleicht mal weniger reflexhaft reagieren, sondern einfach mal nachdenken. Die Kritik aus den Reihen der Opposition zeugt schon von geistigem Tiefflug, da sollte man sich nicht beteiligen.

  • #16
    Ute-Christine Köstler

    Ich halte Armin Laschet nur für wahlkampfbemüht- auch in der Corona-Krise.
    Man nimmt ihm eine echte Sorge für sein Amt nicht ab- da kommt Söder schon weitaus reflektierter und effektiver und vor allem mutiger und weniger opportunistisch herüber- ähnlich wie damals Helmut Schmidt in der Flutkatastrophe in Hamburg.
    Das gibt Sicherheit in unsicheren Zeiten.
    Laschet lauscht , wie was ankommt und versucht es dann ohne Risiko für seine Karriere vor allem aber immer öffentlichkeitswirksam im "Allen wohl und niemand weh".
    So kommt mir z.B. auch sein Offenhalten der Grenze zu den Niederlanden vor.
    Die ganze Kürung , Büttenrede und Sitzung zur Verleihung des " Ordens wider den tierischen Ernst" kam selbst Nichtwestfalen (oder grade denen) vor wie eine einzige Vorweihe zum Kanzler.
    Da war die Kaiserrede aus den Tiefen gehoben weit mehr politisch und zukunftsweisend.
    Bitte Laschet "Not for President"!

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