2

Corinna Pohlmann: „Für mich war Corona aber auch eine Art Geschenk!“

Corinna Pohlmann. Foto: Sandra Schuck

Wie für viele andere Kreative auch, war das Jahr 2020 für die Schauspielerin und Musikerin Corinna Pohlmann ein ganz besonderes. Viele Pläne wurden in den vergangenen Monaten massiv durcheinandergewürfelt und erschwert.

Für die Ruhrbarone hat sich unser Autor Robin Patzwaldt mit der 31-jährigen, gebürtigen Wuppertalerin, die inzwischen in Berlin lebt, kurz vor dem Jahresende einmal ausgetauscht und sich mit ihr über ihre aktuellen Pläne und die allgemeine Lage für die Künstler im Lande unterhalten.

Herausgekommen sind ein paar durchaus positive Ansätze, die in diesen vielfach trüben Tagen durchaus Mut und Hoffnung in Bezug auf das kommende Jahr machen können.

Ruhrbarone: Hallo Corinna! Wir leben in schwierigen Zeiten für alle Künstler. Wie hast du das Jahr 2020 bisher verbracht? Wie hat die Pandemie dein Jahr beeinflusst?

Pohlmann: Es stimmt, 2020 war für viele von uns sehr, sehr hart. Für mich war Corona aber auch eine Art Geschenk, weil ich plötzlich so viel Zeit hatte, darüber nachzudenken, was ich wirklich will und vor allem auch, um richtig kreativ sein zu dürfen. Vorher habe ich mich als Theaterschauspielerin oft so gefühlt, als würde ich am laufenden Band in irgendwelche Rollen schlüpfen, ständig irgendwelche Kostüme an- und wieder ausziehen.

Ich habe die Zeit also vor allem dafür genutzt, die ganze Musik, die ich im Laufe meines Lebens komponiert habe, mithilfe meines wunderbaren Produzenten Philipp Bellinger, der als Barbesitzer zwangsweise auch unter ‘temporärer Arbeitslosigkeit’ litt, schick zu machen. Wir haben zwei Singles veröffentlicht und die unglaubliche Fotografin und Videodesignerin Sandra Schuck hat zwei irre Musikvideos produziert. Das alles waren echte Corona-Geburten, wir haben uns da total ausgetobt. Und wir waren echt erfolgreich, die Single ‘PARADISE’ lief sogar im Radio und wir haben super Fans gewonnen, z.B. Jan Bosse, ein großartiger Theaterregisseur, Katharine Mehrling, Doreen Kutzke uva., die uns unterstützt haben. Ich glaube, wir haben da echt was Besonderes geschaffen. Und dann habe ich noch eine tolle Band gefunden, 3 wunderbare Musiker (Alex Bayer, Karl Neukauf und Sandro Fusati) und wir hatten unser erstes Konzert im Sommer. Alles Weitere wurde dann ja leider abgesagt.

Ruhrbarone: Hättest du dir in der Krise mehr Unterstützung durch den Staat gewünscht? Wenn ja, wie konkret hätte das deiner Meinung nach aussehen sollen?

Pohlmann: Ich hätte mir in der Krise definitiv mehr Unterstützung gewünscht, das ist ja auch nix Neues, dass viele von uns durch sämtliche Raster der (ersten) Coronahilfen gefallen sind. Und es war doch auch sehr ernüchternd, so sehr zu spüren, wie wenig viele PolitikerInnen überhaupt über unsere Situation und unsere Arbeitsweise informiert sind. Wie soll man z.B. eine Rechnung über indirekte Einkommenseinbußen aufstellen, weil Vorsprechen an Theatern zum Beispiel gar nicht mehr stattfinden? … Aber natürlich sind wir nicht die einzige Branche, die betroffen ist. Und natürlich sind wir (im engsten Sinne) auch nicht so systemrelevant wie MedizinerInnen und LehrerInnen. Und trotzdem enttäuscht mich die Selbstverständlichkeit, mit der morgens in vielen Haushalten das Radio angestellt wird, ohne zu reflektieren, wer da eigentlich auf welche Art und Weise die Musik hineingespielt hat. Mein Vorschlag für die Krise wäre definitiv das bedingungslose Grundeinkommen für alle gewesen, weniger (augenscheinliche) Willkürentscheidungen und eine höhere Transparenz hinsichtlich der Schutzverordnungen, viel mehr direkte Präsenzansprachen der Kanzlerin und die klare Botschaft an Kultur und Gastronomie: WIR SEHEN EUCH, WIR VERGESSEN EUCH NICHT, WIR WISSEN, WIE WICHTIG IHR SEID! Und, ja, bestimmt ist das nicht leicht, in dieser Krise PolitikerIn zu sein und, ja, es gibt auch Einiges, was sehr gut gemacht wurde.

Ruhrbarone: Was erwartest du für die kommenden Monate? Wird es beruflich wieder aufwärtsgehen können?

Pohlmann: Ich habe mir jetzt angewöhnt, meine Erwartungen herunterzuschrauben und versuche, mehr im Moment zu leben. Ich glaube überhaupt nicht daran, dass sich unsere Situation in den nächsten Monaten wesentlich verändert. Nicht aus einem Pessimismus oder Fatalismus, sondern aus einem Realismus heraus. Aber JA, es wird beruflich natürlich wieder aufwärtsgehen. Aber wir brauchen, glaube ich, noch ein bisschen Geduld.

Ruhrbarone: Aktuell sammelst du ja Unterstützung für ein neues Album deines Projekts ‚Copper‘. Magst du uns etwas darüber erzählen? Worum geht es da?

Pohlmann: Wir haben dieses Jahr wahnsinnig hart daran gearbeitet, COPPERS Musik in die Öffentlichkeit zu tragen, sie publik zu machen. Der Höhepunkt dieser Bemühungen ist für uns, ein ganzes Album produzieren zu können.

Ruhrbarone: Wie können die Leute dich dabei unterstützen?

Pohlmann: Wer mag und kann, der schaue sich unser Kampagnenvideo hier an und spende über die Kickstarter-Plattform: http://kck.st/3q1M35T. Noch einfacher geht es auch über folgendes Geschäftskonto: IBAN DE89 1101 0100 2830 9643 10 (Corinna Pohlmann, Verwendungszweck: KICKSTARTER).

Und wer nicht kann, weil für ihn die Zeiten genauso schwer sind wie für uns, der leite doch gerne den Link weiter, teilt unsere Beiträge auf Facebook, folgt uns auf Instagram, unterstützt uns, indem möglichst viele Menschen von unserer Kampagne erfahren.

Am 26.12. sagen zu können: “Wir haben es geschafft! Unsere Arbeit war nicht umsonst! Wir können 2021 mit einer Perspektive starten!”, das wäre wirklich das größte Weihnachtsgeschenk für mich, meine Musik und das gesamte Copper-Team.

Wir freuen uns sehr, wenn ihr mal reinschaut und uns folgt auf allen Kanälen:

KAMPAGNE:

YOUTUBE:

INSTAGRAM:

https://www.instagram.com/copper.music/

HOMEPAGE:

www.coppersmusic.com

SPENDENKONTO:

IBAN DE89 1101 0100 2830 9643 10 (Corinna Pohlmann, Verwendungszweck: KICKSTARTER)

Ruhrbarone: Danke für das nette Interview, Corinna! Wir wünschen Dir/Euch alles Gute für die kommenden Monate!

 

RuhrBarone-Logo

2 Kommentare zu “Corinna Pohlmann: „Für mich war Corona aber auch eine Art Geschenk!“

  • #1
    Rolf-Dieter Harnrei, Essen

    Ich habe soeben 250 Euro an die im Text angegebene Bankverbindung überwiesen. LG

  • #2
    COPPER

    Lieber Rolf-Dieter Harnrei,

    fantastisch! Das ganze Team bedankt sich für Ihre großzügige Spende. Sie bringt uns dem Ziel und damit unserem ersten Album einen Riesenschritt näher!

    Wenn Sie möchten, senden Sie uns doch bitte Ihre Postanschrift per Email an contact@coppersmusic.com, damit wir Ihnen ein persönliches Dankeschön senden können.

    Alles Gute Ihnen!

    Team Copper

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.