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Corona: Leiden ist kein Wettbewerb

Wir alle leiden. (Symbolfoto) (Quelle:Photo by Abishek on Unsplash)

Verschiedentlich liest man in den Gazetten, on- wie offline, dass jene Gruppe oder welche Generation am meisten unter Corona leidet. Bei den einen ist es Vereinsamung, bei den nächsten der verkorkste Start ins Berufsleben und das Studium, die geringen Möglichkeiten Sozialverhalten in Kita und Schulen zu erlernen, die zunehmenden Spannungen im Privaten, die Zunahme häuslicher Gewalt, der Anwuchs psychischer Störungen, das einsame Liegen und Sterben im Krankenhaus und vieles andere mehr.

Ein Wettbewerb ist entbrannt: wer leidet am meisten, wen sollten wir am stärksten in den Fokus unserer Betrachtung nehmen. Dabei ist die Antwort ganz einfach: alle.

Es ergibt einfach keinen Sinn Leiden gegen Leiden auszuspielen, das Leid des Einen durch das Leid des Anderen zu delegitimieren, und sei es in guter Absicht. Letztlich ist das Clickbait, aber ein Clickbait, der den Zusammenhalt in der Gesellschaft schwächt.

Für jeden sind die eigenen Probleme die Schlimmsten, und das wird nicht besser dadurch, dass den Personen im Krankenhaus gesagt wird, dass die Suizidalität zunimmt, und auch nicht dadurch, dass der Oma, die ihre Enkel vermisst und zudem die Gefahr an Covid zu erkranken dadurch relativiert wird, dass ihre Enkel ja ihre Freunde nicht treffen können, und die Häufigkeit psychischer Bedarfslagen bei Kindern massiv ansteigt.

Die Meisten von uns leiden. Und man kann mit allen mitfühlen, oder zumindest dieses Leid anerkennen, für einander da sein, zuhören, und gemeinsam, so gewünscht, nach Wegen suchen, wie das Leid verringert werden kann. Und wenn letzteres nicht funktioniert, dann kann man immer noch zusammenhalten. Es braucht weder die Überhöhung einer speziellen Komponente, noch sollte man die Idee abwärts gerichteter Vergleiche nahe legen.

Es sind harte Zeiten, und wir alle wissen nicht, wie lange diese noch andauern werden. Ein schnelles Ende all des Leids ist nicht in Sicht.

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