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›Crock Of Gold‹ – Film über Pogues-Sänger Shane MacGowan

Shane MacGowan - ein ewig betrunkenes Genie | Foto: Magnolia Pictures

Shane MacGowan – ein ewig betrunkenes Genie | Foto: Magnolia Pictures

Mitte der 1980er Jahren veröffentlichten The Pogues fantastisch gespielte Folk-Punk-Alben und wurden mit ihrem Sound Publikums- und Kritiker-Lieblinge. In ihren Songs setzten sich die katholischen Iren für die Unabhängigkeit ihrer Heimat ein. Ende Februar wird mit ›Crock Of Gold‹ eine filmische Dokumentation über den schillernden Rauf- und Trunkenbold Shane MacGowan veröffentlicht, die dem verkrachten Poeten und Sänger der Pogues ein würdiges Denkmal setzt.

Dieser von Schauspieler Johnny Depp produzierte Dokumentarfilm wurde von Regisseur Julien Temple umgesetzt. In vielen Filmschnitten wird die Karriere von The Pogues seziert und feiert MacGowan als nonkonformistischen Rebellen. Depp setzte sich selber mit seinem Freund hin, der – stets mit einem Drink in der Hand – über seine Karriere spricht. Aber auch weitere Pogues-Band-Mitglieder – sowie Musiker-Größen, wie Bono von U2 oder Nick Cave, kommen zu Wort. Der Regisseur kombiniert für diese Doku unveröffentlichtes Archivmaterial und die frühe Geschichte seiner Familie wird mit Animationen zum Leben erweckt.

Viele Worte – wenig Zähne

Inhaltlich erzählt der Film von MacGowans Kindheit in Irland und von seinen Jahren in der Punk-Szene Londons. Besonders der für seinen exzessiven Lebensstil berüchtigte Frontmann provozierte gerne mit antibritischen Aussagen. Zudem behandelt diese Doku auch Shanes „Leidenschaften, seinen Humor und sein tiefes Wissen über Musik, Geschichte, Spiritualität und Folklore“, weshalb dieser Plot auch eine Vision der Welt mit den Augen des großen Punk-Dichters selbst ist. ››Shane ist ein Mann mit vielen Worten und wenig Zähnen‹‹, so sagen Fans über den torkelnden Barden.

MacGowans musikalische Karriere beginnt in London Ende der 1970er Jahre als Shane O’Hooligan. Damals ist er Sänger der Punkrock-Band ›The Erecting Nipples‹. Frühe Fotos zeigen in Pubs und bei Konzerten von Bands wie The Clash oder den Sex Pistols. Meist ist er bis zur Ohnmacht besoffen und manchmal auf dem Boden liegend. Eine Position, die er in den folgenden Jahrzehnten noch öfter einnehmen wird.

Unersetzliches Popkultur-Inventar

Den großen Sprung schaffen die Pogues im Jahr 1984. Sie bekommen als Produzenten Elvis Costello zur Seite gestellt und seine Soundvision zum Album ››Rum, Sodomy And The Lash‹‹ werden Sie zum unersetzlichen irischen Popkultur-Inventar. Das britische Magazin Q wählt dieses Album auf Platz 93 der wichtigsten britischen 100 Alben aller Zeiten und der Rolling Stone kürt es auf Platz 440 der 500 Besten Alben aller Zeiten. Der Albumtitel ››Rum, Sodomy & The Lash‹‹ bezieht sich dabei auf ein Zitat von Sir Winston Churchill – der mit diesen drei Schlagworten das Innenleben der Marine beschrieb.

Vor zwei Jahren, im Januar 2018, wurde Shane MacGowan mit einer Konzertgala zu seinem 60. Geburtstag in der National Concert Hall in Dublin geehrt, wo er vom irischen Präsidenten Michael D. Higgins mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet wurde – einem der größten Kulturpreise, die in Irland vergeben werden. ›Crock Of Gold‹ sollte eigentlich ab 25. Februar in den deutschen Kinos laufen. Wie das nun wegen der Corona-Pandemie laufen soll, ist derzeit noch unklar – vielleicht wird es eine Ersatz-Veröffentlichung bei Streaming-Anbieter geben. Für den britischen Markt ist der Film bereits Anfang Dezember auf DVD veröffentlicht worden.

Hier der Trailer zum Film:

 

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3 Kommentare zu “›Crock Of Gold‹ – Film über Pogues-Sänger Shane MacGowan

  • #1
    Spike

    Falls der zweite Satz zutrifft, könnte jemand mal der Band sagen, dass "ihre Heimat" Irland seit 1922 unabhängig ist…

    Danke für den Tip!

  • #2
    festus

    Spike, die meisten jetzigen und ehemaligen Bandmitglieder sind in England geboren, zwei Dubliner gibt es auch.

  • #3
    Spike

    festus – Danke, das ist mir bekannt, deswegen die Anführungszeichen. Der zweite Satz des Artikels schwächelt auf mehreren Ebenen 🙂

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